Karl-Heinz Steinbrück (* 26. März 1932 in Halberstadt; † 2000) war ein deutscher Kunstschmied.

Leben und Werk Steinbrück absolvierte bis 1951 eine Lehre als Schiffbauer und arbeitete danach im Schiffbau als Teilkonstrukteur. Von 1953 bis 1956 studierte er in der Abteilung Schmuck/E-Mail der Fachschule für angewandte Kunst Heiligendamm.

1958 war Steinbrück Mitbegründer der Künstlerischen Produktionsgenossenschaft Neue Form (KPG) in Seidewinkel. Dort arbeitete er als Metallgestalter und war bis 1968 stellvertretender künstlerischer Leiter. 1962 erwarb er den Meistertitel als Schlosser. 1964 erhielt er die staatliche Anerkennung als Kunsthandwerker. Ab 1968 arbeitete er in Seidewinkel als freiberuflicher Kunstschmied. Er schuf insbesondere eine bedeutende Zahl von Metallarbeiten für den öffentlichen Raum und in und an Gebäuden, aber auch Gebrauchsgegenstände.

Steinbrück war bis 1990 Mitglied des Verband Bildender Künstler der DDR. Er gehörte zu den bedeutendsten Kunsthandwerkern der DDR. 1977 wurde er mit der Verdienstmedaille der DDR geehrt.

Werkbeispiele

Öffentliche Springbrunnen

Gänsebrunnen (1969; Kupfer und Stahl; Brunnen-Ø 3,00 m, Stele Höhe 2,50 m; Dorfanger Seidewinkel)Ruth Pape, Erika Neumann (Bearbeitung): Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 6, Ergänzung; Deutsche Bauakademie, Berlin, 1974. Struwwelpeter (Edelstahl, 1974; Hoyerswerda) Kosmosbrunnen (Edelstahl, Rostock; 1975; Südring/Nobelstraße) Textilarbeiterbrunnen (Stahl; 1982; Leipzig, vor dem damaligen Rathaus Plagwitz)

Weitere Werke

Sonnenuhr (Entwurf; Ausführung durch Lehrlinge; Stahl, 1967; Hoyerswerda, heute Wohngebiet Bautzener Allee) Blaue Uhr (öffentliche Würfeluhr, Edelstahlkorpus, 1974; Cottbus, Bahnhofstraße) Wandrelief (Kupfer, 1975; Penzlin, damaliges Ferienheim Seehof des Petrochemischen Kombinats Schwedt)Bildende Kunst, Berlin, 4/1981, S. 187 (Abbildung) Eingangstor (Stahl; Hoyerswerda, vormals vor der Pfarrkirche Heilige Familie; 2021 verschrottet) Freiplastik Arbeitersport – eine Form des Klassenkampfes; im Volksmund Schnürsenkel (Edelstahl; 1988; Leipzig, Alte Salzstraße/Stuttgarter Allee) Wasservögel und Fische (Brückengeländer, Stahl, 1977; Hoyerswerda, Spremberger Brücke)

Ausstellungen (unvollständig)

Einzelausstellungen

1982: Hoyerswerda

Ausstellungsbeteiligungen

1972, 1974, 1979 und 1984: Cottbus, Bezirkskunstausstellungen 1981: Halle, Staatliche Galerie Moritzburg („Metallgestaltung in der DDR. 1. Zentrale Ausstellung“) 1982/1983: Dresden, IX. Kunstausstellung der DDR

Literatur

Walter Funkat: Kunsthandwerk in der Deutschen Demokratischen Republik. Verlag der Nation, Berlin, 1970, S. 342

Steinbrück, Karl-Heinz. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 923/924

Weblinks

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Einzelnachweise

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