mini|Oliver Sachs bei der Verleihung des „Rieser Heimatpreises 2021“ an den Verein Freunde des RiesKraterMuseums e.V., dessen 1. Vorsitzender er seit 2017 ist.
Oliver Sachs (* 11. Dezember 1970 in München) ist ein deutscher Geologe und Heimatforscher.
Leben Sachs wurde als Sohn eines Ingenieurs in München geboren und wuchs in Nördlingen auf. Von 1996 bis 2003 studierte er an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Universität Basel Geologie.O. Sachs (2002): Wüsten, Meere und fruchtbares Ackerland – eine Zeitreise durch den Diapir von Peñacerrada (Nordspanien) sowie der Vergleich von plastisch deformierten Sedimenten aus einer Störungszone (Sierra de Cantabria) mit einem Impaktgestein (Nördlinger Ries). Von 2004 bis 2007 promovierte er zum Dr. rer. nat. am Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven und der Universität BremenO. Sachs (2008): Regional differences and links to surface primary production and carbon export. Berichte, Fachbereich Geowissenschaften, Universität Bremen, 267, .O. Sachs (2008): Benthic organic carbon fluxes in the Southern Ocean: Regional differences and links to surface primary production and carbon export. Berichte zur Polar- und Meeresforschung, 578, ., wo er für seine Arbeit den Promotionspreis 2007 der Stiftung Alfred-Wegener-Institut in der Helmholtz-Gemeinschaft erhalten hat.O. Sachs (2007): Promotionspreis 2007 der Stiftung Alfred-Wegener-Institut in der Helmholtz-Gemeinschaft. Der Fokus seiner Arbeit war der marine Kohlenstoffkreislauf. Im Rahmen seiner wissenschaftlichen Tätigkeit beteiligte sich Sachs unter anderem am EIFEX-Experiment (European Iron Fertilization Experiment), wobei sein Hauptaugenmerk auf der Quantifizierung des tatsächlich unterhalb des EIFEX-Gebiets exportierten Kohlenstoffs lag.Keystone-SDA: "Meeresdüngung bringt Kohlenstoff auf den Meeresgrund", SWI, Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft, 18. Juli 2012. swissinfo.ch Abgerufen am 27. Juni 2025. Bis 2009 war er als Geowissenschaftler am Alfred-Wegener-Institut angestellt, im Laufe desselben Jahres wechselte er zu einem Geologiebüro in der Schweiz im Kanton Aargau. Hier betrieb er angewandte geowissenschaftliche Forschungen für das Bundesamt für Energie,O. Sachs (2010): Tiefen-EWS Oftringen: Sanierung einer 706 m tiefen 40-mm-2-Kreis PE-Erdwämresonde.O. Sachs, M. Eberhard (2010): Tiefen-EWS Oftringen (706 m): Direktheizen mit einer 40-mm-2-Kreis PE-Tiefen-Erdwärmesonde.O. Sachs, M. Eberhard (2011): Effizienz- und thermische Behaglichkeitsermittlung einer über den Fußboden wirkenden erdgekoppelten Heiz- und Kühlanlage für ein Gewerbehaus in Aarau (AG). die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver AbfälleO. Sachs, N. Schneider (2012): Auftreten von Kohlenwasserstoffen in der Region des Jura-Südfusses (Abschnitt Aarwangen – Baden). Arbeitsbericht NAB 12-32O. Sachs, M. Eberhard, M. Müller, H. R. Bläsi, W. Albert, H. Weber, D. Traber (2012): EWS-Bohrung Aarau (Zelgli-Quartier) Geologische, geophysikalische und hydrogeologische Untersuchungen (Rohdatenbericht). Arbeitsbericht NAB 11-15O. Sachs, M. Eberhard, M. Müller, H. R. Bläsi, H. Weber, W. Albert (2012): EWS-Bohrungen Biberstein-1 bis -4 (Kt. Aargau) – Geologische Aufnahme und bohrlochgeophysikalische Messungen(Rohdaten). Arbeitsbericht NAB 12-28 sowie Kooperationsprojekte mit der Universität Zürich und der ETH ZürichO. Sachs, M. Eberhard (2011): Erdgas in Erdwärmesonden – eine Herkunftsanalyse. Geosciences ACTUEL, 4/2011, S. 22–26Betreuung Master of Science (MSc) an der ETH Zürich (2012/2013): Thema: Identification of anhydrite with geophysical borehole logs in terms of using shallow geothermal energy. Seit 2013 arbeitet er am Deutschen Patent- und Markenamt in München und ist Mitglied der Meteoritical Society. Neben seinen Tätigkeiten entfaltete er eine umfangreiche Forschungs- und Publikationstätigkeit zur geologischen Erforschung des Meteoritenkraters Nördlinger Ries sowie der Erforschung in Deutschland gefallener Meteoriten, dies betrifft insbesondere die Fälle von Neuschwanstein (6. April 2002), Stubenberg (6. März 2016), Renchen (10. Juli 2018), Elmshorn (25. April 2023) und Ribbeck (21. Januar 2024).J. Rendtel, S. Molau, A. Möller, O. Sachs, O. Lenzen, M. Hankey: Ribbeck meteorite - 2024 BX1 and the Fall of an Aubrite in Ribbeck on 2024 January 21, WGN, The Journal of the IMO 52, 2024, S. 29–39.O. Sachs: Meteorit Ribbeck: Vorläufige Detailstudien und Beobachtungen einer ungewöhnlichen Schmelzkruste, METEOROS, Nr. 3/2024, Jahrgang 27, S. 62–72. Er war 1990 Gründungsmitglied des gemeinnützigen Vereins „Freunde des Rieskrater-Museums e.V.“, dessen 1. Vorsitzender er seit 2017 ist.Jahresrückblick Nördlingen (2017): „Freunde des Rieskrater-Museums“ mit neuem Vorsitzenden. Jahresrückblick 2017, S. 38.
Heimatforschung Sachs verfasste nebenberuflich eine Reihe von Publikationen zur Geologie des Nördlinger Rieses. Ein Schwerpunkt dieser Arbeiten bildet insbesondere die wissenschaftshistorische Erforschung dieser Region.
Veröffentlichungen zur Heimatforschung (Auswahl) Nachruf für den Träger des Rieser Kulturpreises Prof. Dieter Stöffler: Ein Leben für die Riesforschung. In: Rieser Kulturtage Dokumentation Band XXIII, Nördlingen 2023, S. 599–602, ISBN 978-3-923373-68-0. Von der Pionierzeit zur frühen Moderne der geologischen Riesforschung: Die vergessenen Karten des Nördlinger Rieses bis 1870. In: Rieser Kulturtage Dokumentation Band XXIII, Nördlingen 2023, S. 29–96, ISBN 978-3-923373-68-0. mit R. Groschopf, A. Etzold, E. Villinger: Nachruf auf Rudolf Hüttner (1928–2021). In: Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen Geologischen Vereins N.F. 104, Stuttgart 2022, S. 369–374, . Geologische Landeskarten des Königreichs von Württemberg und die Zeit der „Württembergischen Commission der geologischen Detailaufnahme“ am Beispiel der beiden Impaktkrater Steinheimer Becken und Nördlinger Ries. In: Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen Geologischen Vereins N.F. 103, Stuttgart 2021, S. 113–152, . mit K. Kroepelin: Ein unterirdischer Gang durch die Megablockzone des Meteoritenkraters Nördlinger Ries: Die beiden Stollen für die Wasserleitung Ederheim – Nördlingen. In: Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen Geologischen Vereins N.F. 103, Stuttgart 2021, S. 153–175, . Einige wiederentdeckte geologische Kartenwerke zum Nördlinger Ries und ihre Beziehung zu den frühesten Entstehungstheorien in der Pionierzeit der Riesforschung vor 1870. In: Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen Geologischen Vereins N.F. 102, Stuttgart 2020, S. 243–282, . mit K. Kroepelin, D. Jung, G. Arp: Ein Rohrgrabenprofil und Bodensondierungen im Bereich des Inneren Ringes südlich von Grosselfingen (Miozän, Nördlinger Ries). In: Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen Geologischen Vereins N.F. 102, Stuttgart 2020, S. 293–312, . Die vergessenen Karten des Nördlinger Rieses: geologische Kartenwerke bis 1880 und ihre Beziehung zu den frühesten Entstehungstheorien. (PDF). Verlag amh-Geo, Landshut 2019, ISBN 978-3-947953-03-5. Die Erforschung und Namensgebung von „Suevit“. In: Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen Geologischen Vereins N.F. 93, Stuttgart 2011, S. 77–88, . Paul Zenetti und die Riesforschung der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In: Jahrbuch des Historischen Vereins Dillingen an der Donau 110. Jahrgang, Dillingen an der Donau 2010, S. 121–137, . mit H.-J. Gregor: Geschichte und Bedeutung der Spezialsammlung „Nördlinger Ries“ im Naturhistorischen Museum der Akademie in Dillingen a. d. Donau. In: H.-J. Gregor, G. Moosburger (Hrsg.): 100 Jahre Prof.-Dr. Paul Zenetti – Lehrer am Kgl. Lyzeum in Dillingen – sein Leben, sein Werk und seine Spitzbergen-Fahrt 1910. Sonderband 57, Vierter Teil, Verlag Documenta Naturae, München 2010, ISBN 978-3-86544-557-5. Wie der Schwabenstein zu seinem Namen kam. In: W. Rosendahl, M. Schieber (Hrsg.): Der Stein der Schwaben. Natur- und Kulturgeschichte des Suevits. Band 4, Staatsanzeiger-Verlag, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-929981-78-0. Der Diapir von Peñacerrada (Sierra de Cantabria, Provinz Alava, Nordspanien) – Stratigraphie, Fossilinhalt, Fazies, Tektonik und ein Impaktit-ähnlicher Diamikt vom Südrand des Diapirs. In: Documenta naturae. 147, München 2003, . mit R. Kohring: Erhaltungsbedingungen und Diagenese fossiler Vogeleischalen aus dem Nördlinger Ries (Miozän, MN6). In: Archaeopteryx – Jahreszeitschrift der Freunde des Jura-Museums Eichstätt. Band 15, Eichstätt 1997, S. 73–96, .
Preise und Auszeichnungen 2007: Promotionspreis 2007 der Stiftung Alfred-Wegener-Institut in der Helmholtz-GemeinschaftKatalog der deutschen Nationalbibliothek: d-nb.info, unter „weitere Angaben“ 2020: Filmpreis Cannes 2020 für wissenschaftliche Beratung (zusammen mit Dieter Heinlein): Cannes Corporate Media & TV Awards (Kategorie A14), goldener Delfin für „Der Meteoriten Raum“.Goldener Delfin 2020 für „Der Meteoriten Raum“: (wissenschaftliche Beratung Dr. Oliver Sachs, Dieter Heinlein), abgerufen am 13. Januar 2023Die Hauptmasse des Stubenberg ist gesichert: Website www.der-stubenberg.de, abgerufen am 13. Januar 2023, vom 24. Oktober 2019 Der Kurzfilm entstand im Zuge einer Spendenkampagne zur Sicherung des Stubenberg (Meteorit).D. Heinlein, R. Eichhorn, G. Loth (2020): Sonderausgabe Meteorite Machtenstein und Stubenberg – Ergänzung zum Buch „Nicht von dieser Welt – Bayerns Meteorite“. Bayerisches Landesamt für Umwelt, 4 Seiten
Weblinks
researchgate.net Plattform Geowissenschaften der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) ORCID-iD der Open Researcher Contributor Identification Initiative
Einzelnachweise
Kategorie:Geologe (21. Jahrhundert) Kategorie:Meteoriten Kategorie:Heimatforscher (Bayern) Kategorie:Autor Kategorie:Absolvent der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Kategorie:Absolvent der Universität Bremen Kategorie:Person (Nördlingen) Kategorie:Person (München) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1970 Kategorie:Mann