Der Sibirische Braunbär (auch Ostsibirischer Braunbär; wissenschaftlicher Name Ursus arctos beringianus) ist eine Unterart des Braunbären. Diese Unterart wird auch unter mehreren Synonymen geführt: Ursus arctos kolymensis Ognev, 1924, Ursus arctos mandchuricus Heude, 1898, Ursus arctos piscator Pucheran, 1855.
Merkmale Der sibirische Braunbär ist die größte Braunbären-Unterart in Eurasien. Das Durchschnittsgewicht von ausgewachsenen Männchen beträgt 350 bis 400 Kilogramm; kann am Ende der Hyperphagie-Periode (übermäßigen Fressens, um genügend Fettreserven für den Winter anzulegen) jedoch 560 bis mehr als 600 Kilogramm erreichen.
Die Körperlänge liegt bei 220–240 cm. Selten werden 280 cm erreicht. Sein Fell ist lang, dick und weich mit einer typischerweise dunkelbraunen Farbe. Bei einigen Exemplaren fällt die Fellfarbe hellbraun, zimtfarben oder schwarz aus. Manche Tiere besitzen einen weißen Kragen.
Lebensraum Sibirische Braunbären sind in Eurasien beheimatet. Ihr Verbreitungsgebiet ist das mongolische Altai-Gebirge, Ostkasachstan, Nordchina und die sibirische Taiga.
Ernährung Sibirische Braunbären gehören zu den Allesfressern. Sie ernähren sich von Tieren und Pflanzen. Hauptsächlich stehen auf ihrem Speiseplan Nüsse, Samen, Wurzeln, Früchte und Knollen. Auch kleine Säugetiere, Fische und Aas werden gefressen. Bekannt ist auch, dass Sibirische Braunbären ebenso Elche und Karibus erlegen.
Fortpflanzung Während der Winterruhe bringen weibliche Sibirische Braunbären 2–3 Jungtiere auf die Welt. Bei der Geburt besitzen die Jungen kein Fell. Sie sind auf den Schutz und die Wärme ihrer Mutter angewiesen. Mit zwei Jahren werden die Jungen selbstständig und verlassen die Mutter.
Status Sibirische Braunbären haben in freier Wildbahn eine Lebenserwartung von etwa 20 bis 30 Jahren. Jedoch stehen sie auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten. Etwa 5.000 Braunbären dieser Unterart soll es im Altai-Gebirge geben. In Ostsibirien sollen es etwa 16.000 sein.
Forschungsgeschichte und Taxonomie Der Sibirische Braunbär wurde vom deutsch-baltischen Zoologen Alexander Theodor von Middendorff unter dem wissenschaftlichen Namen Ursus arctos beringianus im Jahr 1853 erstbeschrieben.
Auf Grund des umfangreichen Verbreitungsgebiets des Braunbären wurden zahlreiche Unterarten beschrieben (siehe interne Systematik des Braunbär). Die Meinungen über die Anzahl der Unterarten gehen jedoch auseinander. Man kann von etwa zehn Unterarten ausgehen.
Eine Studie aus dem Jahr 2023 untersuchte genetisches Material von 128 Braunbären aus dem gesamten Verbreitungsgebiet dieser Art. Dabei wurde festgestellt, dass der Sibirische Braunbär (U. a. beringianus) denselben gemeinsamen Vorfahren hat wie die Braunbären der Alaska-Halbinsel haben. Letztere wurden früher als eigene Unterart geführt (U. a.gyas), werden jetzt aber – wie alle nordamerikanischen Braunbären (mit Ausnahme des Kodiakbären, U. a. middendorffi) – in der Unterart Grizzlybär (U. a. horribilis) geführt. Der gemeinsame Vorfahre sei auf die geografischen Bedingungen während der letzten Eiszeit zurückzuführen, denn die russische Kamtschatka-Halbinsel und Alaska waren bis vor etwa 11.000 Jahren durch die Bering-Landbrücke miteinander verbunden. Gleichzeitig war Alaska durch riesige Eisschilde, welche das gesamte heutige Kanada bedeckten, vom amerikanischen Kontinent getrennt.
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Kategorie:Bären