Varlosen ist ein Ortsteil der Gemeinde Niemetal im Landkreis Göttingen im südlichen Niedersachsen. mini|hochkant=1.5|Südwestansicht des Ortes

Geographische Lage Varlosen liegt östlich des Bramwaldes am Oberlauf der Nieme im Naturpark Münden.

Geschichte Varlosen wurde erstmals in einer im 12. Jahrhundert gefälschten Urkunde erwähnt, die auf das Jahr 1093 datiert ist. Der Ortsname lautet dort „Vereldehusen“.Kirstin Casemir, Uwe Ohainski, Jürgen Udolph: Die Ortsnamen des Landkreises Göttingen. In: Jürgen Udolph: Niedersächsisches Ortsnamenbuch (NOB), Teil IV. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2003, , ISBN 3-89534-494-X, S. 401f Es handelt sich dabei um eine Schenkungsurkunde Heinrichs des Reichen von Northeim an das neugegründete Kloster Bursfelde.Peter Ferdinand Lufen: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Baudenkmale in Niedersachsen, Bd. 5.2: Landkreis Göttingen, Teil 1. Altkreis Münden mit den Gemeinden Adelebsen, Bovenden und Rosdorf. Herausgegeben vom Niedersächsischen Landesverwaltungsamt - Institut für Denkmalpflege -. CW Niemeyer, Hameln 1993, ISBN 3-87585-251-6, S. 223ff Von 1291 bis 1830 besaß das Kloster Hilwartshausen jenes damals vom adligen Herrn Conrad von Schöneberg übertragene Zehnt als Lehen. Herzog Albrecht II. schenkte am 21. Juni 1298 2½ Hufen Landes zu Vereldehusen der in Göttingen neu erbauten St.-Nikolai-Kirche. Eine weitere Besitzübertragung fand im Jahr 1374 statt, als die Ratsherren zu Münden eine Urkunde ausstellten, die besagt, dass Johann Siepel und seine Frau Gisela sowie deren Kinder „das kleine Gut“ in Varlosen den Brüdern Hermann und Johann, Söhne des Ludolph von Eschene, verkauften. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde Varlosen Bestandteil des Kantons Dransfeld im Distrikt Göttingen des Königreichs Westphalen. Später, nach Auflösung des Dransfelder Kantons, gelangte Varlosen zum Amt Münden, wo es zum Unteramt gehörte. Zu jener Zeit, um die Mitte des 19. Jahrhunderts, hatte es etwa 419 Einwohner und 75 Häuser. Für das Jahr 1860 ist die Zugehörigkeit Varlosens zum kurzlebigen Amt Dransfeld belegt. Ab 1885 gehörte die Gemeinde zum Landkreis Münden.

Am 1. Januar 1973 wurden die Gemeinden Varlosen, Ellershausen bei Münden, Imbsen und Löwenhagen zur neuen Gemeinde Niemetal im Landkreis Göttingen zusammengeschlossen.

Baudenkmale In der Liste der Baudenkmale in Niemetal sind für Varlosen 26 Baudenkmale aufgeführt.

Persönlichkeiten mini|hochkant|Gedenkstein des langen Christoffel in Lebensgröße Christoffel Münster (1632–1676) war mit 2,48 m der größte Sohn Varlosens. Er wurde vom Herzog Christian Ludwig von Hannover zu seinem Leibwächter ernannt. Das Wappen des Ortes zeigt den langen Christoffel.

Wappen

Verkehr Varlosen ist über die Kreisstraße 202 oder die Landesstraße 560 von der Bundesstraße 3 aus zu erreichen.

Sport Der Varloser Sportverein TSV Jahn Varlosen richtet seit mehreren Jahrzehnten einmal jährlich im April die Breitensportveranstaltung Varloser Crosslauf aus.

Literatur

Joachim von Stockhausen: Dankelshausen-Wellersen zwischen Göttingen und Hann. Münden. Ein dorf- und familiengeschichtlicher Streifzug. Disserta Verlag. Hamburg 2014. ISBN 978-3-95425-796-6.

Weblinks

Varlosen auf der Website der Gemeinde Niemetal Das Projekt Naturnahe Nieme Naturpark Münden

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Göttingen Kategorie:Niemetal Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Göttingen) Kategorie:Ersterwähnung im 12. Jahrhundert Kategorie:Gemeindeauflösung 1973