Gölcük Yaylası ist eine etwa 1100 m hoch gelegene Landschaft in der Ägäis-Region in der Provinz İzmir im Kreis Ödemiş in der Westtürkei 5 km südwestlich der Stadt Bozdağ im Umfeld des Gölcük Gölü (Gölcük-See) auf den Höhen des Bozdağlar-Massivs (Tmolos-Gebirge) (nicht zu verwechseln mit dem Gölcük Gölü etwa 30 Kilometer südlich von Burdur). Der Gölcük Gölü liegt etwa 130 km östlich des Provinzzentrums İzmir und 175 km südöstlich von Manisa ca. 20 km nördlich von Ödemiş bzw. 18 km von Birgi und 40 km südlich von Salihli. Diese Gebirgslandschaft ist nicht zu verwechseln mit den Gebieten Gölcük Yaylası (Yalıhüyük/Provinz Konya), Gölcük Yaylası (Provinz Bolu) oder Gölcük Yaylası (Simav/Provinz Kütahya) in der Türkei.
Geomorphologische Merkmale der Gölcük Yaylası Genau genommen ist die Gölcük Yaylası (Yayla = Hochebene, Plateaulandschaft) keine Hochfläche, sondern eine hoch gelegene langgestreckte breite Talschaft des Tabak Çayı innerhalb einer von höheren Flachbereichen umgebenen Gebirgslandschaft des Bozdağlar-Massivs. Die höheren Berglandbereiche, die den Rahmen des Gülcük-Beckens bilden (Beckenboden bei 1000–1050 m), bestehen aus paläozoischen Gneisen und Schiefern, die zumeist Quarzadern enthalten und stellenweise eine gefaltete Struktur haben. Lithologisch bilden sie die ältesten Formationen und zugleich die Grundlage des Bozdağlar-Massivs. Çaldağı (1623 m) und Kocabel Tepe (1602 m) im Nordosten der Seesenke sind – neben dem östlich des parallel verlaufenden Kömürcü Çayı-Tals aufragenden Bozdağ (2159 m) – die wichtigsten topografischen Erhebungen zwischen 1400 und 1500 m, um die sich Erosionsflächen ausbreiten, die leicht nach Norden geneigt sind. Diese Erosionsflächen, die von Asaf Koçman dem Miozän zugeordnet werden, setzen sich im westlichen und östlichen Teil des Sees mit geneigten Hängen (20–35 %) fort. Dieser alluviale Bereich, der von einigen Forschern einschließlich der Seesenke als eiszeitlich und von anderen als fluvial eingeordnet wird, wird von den Einheimischen als „Gölcük-Plateau“ (Gölcük Yaylası) oder besser „Gölcük-Ebene“ (Gölcük Ovası) bezeichnet. Die Gölcük-Ova ist etwa 12 km lang und im Bereich Karşıyaka 3 km breit. Ihre Neigung beträgt 7–8 % und verläuft von Süden nach Norden. Die Gölcük-Ebene wird ungefähr in Süd-Nord-Richtung durch die eigentliche Seesenke und den Tabak Çayı in zwei Teile geteilt.
Der Tabak Çayı (auch Koca Çayı) verläuft zwischen Gölcük (am See, ehemals Cumaönü, vermutlich wegen eines Freitagsmarktes, Cuma = Freitag) und dem nördlich gelegenen Boğazköy in einem kleinen Bett mit einer Tiefe von 1,5 bis 2 m und einer Breite von 2 bis 3 m. In diesem Teil des Tals verlaufen alte Bach-Rinnen parallel zum heutigen Bachbett, die allerdings aufgrund der Vegetation und der landwirtschaftlichen Nutzung schwer zu erkennen sind. Ab dem Ort Yörükdamları etwas nördlich von Boğazköy folgt eine signifikante Veränderung des Talcharakters des Tabak Çayı, da dort die Tiefenerosionsaktivität des Baches in Richtung Gediz-Graben zunimmt und sich das Tal verengt und vertieft, wobei die Talhänge asymmetrische Merkmale aufweisen. Die Uferbereiche des Sees sind als niedrige flache Küsten ausgebildet. Es gibt jedoch einen Damm, der dem nördlichen Ufer des Sees folgt. Die Höhe dieser in den 1960er Jahren gebauten Staumauer beträgt 2–2,5 m und ihre Länge 400 m. Nach dem Bau des Staudamms kam es zu einem Anstieg des durchschnittlichen Seespiegels um 1 m.
Struktur und Entstehung des Gölcük-Sees links|mini|400x400px|Blick von Südosten auf den Gölcük Gölü (Gölcük-See), das Herz der Gölcük Yaylası in den Bozdağlar (Ägäis-Region) Der Trog des Gölcük Gölü auf den Bozdağlar-Massiv erstreckt sich ungefähr in Süd-Nord-Richtung in etwa 1050 m Höhe im Tal des Tabak Çayı etwa 5 km südwestlich der kleinen Stadt Bozdağ zwischen Salihli und Ödemiş innerhalb der Gölcük Yaylası. Er ist mit nur ca. 0,941 km² Fläche einer der kleinen türkischen See mit einem Volumen von 1814,9 Tausend m³, dessen Wasser hauptsächlich zur Bewässerung verwendet wird. Die topographische Höhenlage des Sees beträgt 1049 m über dem Meeresspiegel, und seine tiefste Stelle misst 7 m. Das Seeufer hat eine Gesamtlänge von 5800 m. Seine Längsachse von 1950 m liegt ungefähr in Südwest-Nordost -Richtung, seine maximale Breite bei etwa 1100 m. Das Relief des Seebodens hat einen eher schlichten Charakter. Im südwestlichen Teil des Sees gibt es flache Bereiche, in denen Sumpfwasserpflanzen (Segge, Schilf usw.) gedeihen. Dort ändert sich die Küstenlinie in den trockenen Perioden (August–September) drastisch, wenn der Seespiegel auf sein Minimum sinkt. Hydrographisch gesehen stellt der Gölcük-See ein kleinflächiges Becken innerhalb des Tabak-Çayı-Tales dar, dessen Gewässer über den Tabak Çayı nordwärts zum Gediz Nehri im Gediz-Graben und damit zur Ägäis entwässert.
Der See und seine Umgebung wurden von vielen türkischen und ausländischen Wissenschaftlern relativ detailliert untersucht und teilweise kontrovers diskutiert. İsmail Yalçınlar, der die während des Pleistozäns auftretenden Vereisungen auf den Bozdağlar untersuchte, versuchte die Entstehung der Seesenke mit den glazialen Vereisungen zu erklären. Mehmet Besim Darkot und Mehmet Tuncel konstatierten in ihrer Arbeit mit dem Titel „Geographie der Ägäisregion“, dass der Gölcük Gölü ein alluvialer Barrieresee ist. Laut Ahmet Necdet Sözer (et al) ist der Gölcük-See ein Erdrutschsperrsee, der entstand, als Gesteinsmassen von den Hängen eines kleinen Bachtals abrutschten und den Tabak-Çayı blockierten. Asaf Koçman stellte fest, dass die Seebildung im Flusstal nicht rezent erfolgte, sondern weitgehend im späten Miozän und Pliozän, und dass sich das Tal nach Erosion und Überschwemmungen durch Bäche aus der Umfeld zunächst ausdehnte und vertiefte, ehe dicke flache tonige alluviale Ablagerungen – Verwitterungsprodukte des anstehenden Glimmerschiefers – die Bildung des Gölcük-Sees verursachten. Laut Sırrı Erinç reichen die Flachheit des Sees und die Hangformen seiner Umgebung aus, um den Gölcü Gölü als einen in einem Flusstal gebildeten Stausees zu erklären. Hüseyin Saraçoğlu bezeichnete den Gölcük-See als Erdrutschbarriere. Semra und Şükran Cirik haben in ihrer Werk „Limnologie“ über die Klassifizierung von Seen den Gölcük Gölü als See tektonischen Ursprungs aufgenommen. İsmail Yalçınlar stellte in einem anderen Artikel fest, dass der Gölcük-See ein Sperrsee ist, der durch einen großen Erdrutsch entstanden ist, und Im Rahmen all dieser Untersuchungen erklärt Mustafa Akif Ceylan die Entstehung des Sees wie folgt:
Etwa 3 km nördlich des Sees gibt es zwei kurze Bäche mit periodischer Wasserführung, Mad Çayı und Geyik Çayı, die in den Tabak Çayi münden. Am Talboden des Tabak Çayi-Tales haben sich durch diese Zuflüsse Schwemmkegel gebildet. Der größere dieser Schwemmkegel gehört zum Mad Çayı. Der Mad Çayı, der seine Quellen im Nordwesten des Kocabel Tepesi (1602 m) hat, ist etwa 4 km lang und hat eine Niederschlags-Einzugsfläche von 3,2 km². Er sammelt entsprechendes Erosionsmaterial und sedimentiert es auf dem Talboden des Tabak Çayı und bildet in einem Abschnitt, in dem sich das Tal erheblich verengt, einen Schwemmkegel. Der andere Bach (Geyik Çayı, 1,5 km lang), der sich am Westhang des Tabak Çayı-Tales entwickelte, hat in ähnlicher Weise einen kleinen Schwemmkegel gebildet. Diese beiden Staukegel überlappen sich und bilden einen Damm im Tal des Tabak Çayı. Daher hat der Gölcük Gölü den Charakter eines natürlichen Stausees.
Hydrologisch-klimatische Hintergründe Das Becken des Gölcük Gölü erhält aufgrund seiner Lage in den höheren Teilen des Bozdağlar-Massivs (1049–1350 m) relativ reichlich Niederschläge: Während Salihli im Gediz-Graben 492,1 mm und Ödemiş in der Senke des Küçük Menderes 698,4 mm erhalten, erreichen die durchschnittlichen jährlichen Niederschlagswerte bei Bozdağ in den Bozdağlar 1362,6 mm. Der Hauptgrund für die Niederschlagszunahme ist der Höhenunterschied, denn Bozdağ liegt auf 1150 m, Salihli auf 111 m und Ödemiş auf 122 m.
Die Niederschläge beginnen im Mittel ab September zu steigen und erreichen im Dezember (in Salihli im Januar) ihre Höchstwerte. Nach diesem Monat nehmen die Niederschläge allmählich und kontinuierlich ab und sinken im August auf ihren Mindestwert. Im Gegensatz zur Wintersaison, die relativ regnerisch ist (48,5–59,0 % des Jahresniederschlags), ist die große Trockenheit in der Sommersaison (2,5–4,5 % des Jahresniederschlags) ziemlich deutlich. Die jährliche durchschnittliche Anzahl an Regentagen beträgt 70 in Salihli, 72 in Ödemiş und 93 in Bozdağ. Die Anzahl der Tage mit Schneefall beträgt 1,6 in Salihli, 0,4 in Ödemiş und 13 in Bozdağ. Auf den Gipfeln des Bozdağlar-Gebirges wird über einen langen Zeitraum eine Schneedecke beobachtet, normalerweise zwischen November und Juni und in einigen Jahren sogar zwischen Oktober und Juli.
Der Umfang des Niederschlags-Neubildungsgebiets liegt für den Gölcük Gölü bei ca. 9,2 km² in 1049 m bis 1350 m Höhe. Die jährliche Niederschlagsmenge, die das Gölcük-Becken dabei erhält, beträgt 12467054,1 m³. In dieser Menge ist auch der auf die Seeoberfläche fallende Niederschlag (12314000 m³) enthalten: Darüber hinaus haben die aus der Schneeschmelze resultierenden Wassermengen eine zusätzliche Bedeutung für die Auffüllung des Sees. Denn gegenwärtig gibt es keinen Zufluss von nennenswerter Größe, der das Seebecken direkt erreicht. Das geringe Gefälle des Beckenbodens, die dichte Vegetation und vor allem landwirtschaftliche Aktivitäten verhindern dies. Selbst von der lokalen Bevölkerung wird angegeben, dass es für den See keine Zuflüsse gibt. Demnach erfolgt ein anreichernder Wassertransfer zum Seebecken größtenteils durch Niederschläge oder unterirdisch.
Neben der natürlichen Drainage durch den Tabak Çayı – Abflussmengen werden seit 1960 über einen Durchlaufmesser geregelt und gemessen – spielt die Wasserentnahme zu Bewässerungszwecken eine große Rolle im Wasserhaushalt. Denn rund um den See werden hauptsächlich Kartoffeln und Bohnen kultiviert, deren hoher Wasserbedarf aus dem See gedeckt wird. Es wird geschätzt, dass während der Bewässerungssaison (Juli und August) durch eine große Anzahl von Motorpumpen am Seeufer erhebliche Wassermengen aus dem See entnommen werden. Zugleich erreicht in diesem Zeitraum der Wasserverlust durch Versickern und Verdunstung seinen Maximalwert. Deshalb wird In der Sommersaison ein deutlicher Rückgang des Seespiegels beobachtet. Die Seespiegelhöhe beginnt ab Juni abzunehmen und sinkt im September auf sein Minimum. Die jährliche Wasserstandsänderung des Sees beträgt etwa 2,5–3 m.
Im Sommer erreicht die Wassertemperatur deshalb oft einen Höchstwert von 24 °C. Allerdings gibt es beim Oberflächen- und Tiefenwasser des Sees deutliche Unterschiede. Tatsächlich wurde die Temperatur an der Seeoberfläche mit 23,5 °C, pH-Wert 7,7 und Sauerstoffgehalt 9,8 mg/l gemessen. In 3 m Tiefe sinkt die Temperatur auf 20,0 °C, pH-Wert 7,1 und Sauerstoffgehalt 4,8 mg/l. Dabei kommt es zu Anstiegen bei einigen chemischen Parametern (Variable): An der Seeoberfläche beträgt der Nitratgehalt 3,41 µg/l, bei Nitrit 0,88 µg/l, bei Ammoniak 3,44 µg/l und bei organischer Substanz 13,26 mg/l. In 3 m Tiefe lag der Nitratwert jedoch bei 5,95 µg/l, bei Nitrit bei 4,07 µg/l, bei Ammoniak bei 38,53 µg/l und bei organischer Substanz bei 19,09 mg/l. Offensichtlich reicht im See die vertikale Wasserdurchmischung nicht aus. Die Hauptquellen der Wasserverschmutzung sind die Hausabfälle der Siedlung Gölcük, die in landwirtschaftlichen Flächen verwendeten Kunstdünger und Pestizide. Zudem gelangen verschiedene Schadstoffe der Stadt Gölcük über 28 Kanäle in den See.
Bedeutung und touristische Erschließung links|mini|Blick auf typischen Sommerhäuser am Gölcük-See in Gölcük auf den Höhen der Bozdağlar Mitte der 1980er Jahre.