Fritz Nonnenbruch (* 26. März 1895 in Bordeaux; † April 1945)World Biographic Index System. war ein deutscher nationalsozialistischer Journalist und Propagandist. Sein Fachgebiet war die Wirtschaft.

Leben Nonnenbruch wurde 1895 in Bordeaux geboren. Er studierte an der Universität Jena und promovierte 1922 mit der Dissertation „Die wirtschaftspolitischen Bestimmungen der Reichsverfassung“Deutsche Nationalbibliothek: Die wirtschaftspolitischen Bestimmungen der Reichsverfassung, Nonnenbruch, Fritz (Verfasser).. Er war leitender Wirtschaftsredakteur des Völkischer Beobachters.

Nonnenbruch schrieb Bücher und Broschüren im Auftrag der NSDAP, aber auch privat. Sein Denkstil wurde in akademischen Kreisen als journalistisch bezeichnet, an den keine wissenschaftlichen Maßstäbe angelegt werden könnten. In dieser Weise wurde 1941 eine NSDAP-gestützte Bewerbung Nonnenbruchs für eine Berufung an die Reichsuniversität Straßburg abgelehnt. Er lebte mit seiner Frau und seinen Kindern in Berlin-Lichterfelde Ost.

Publizistische Aussagen Nonnenbruchs Hauptwerk ist Die dynamische Wirtschaft von 1936, unverändert aufgelegt bis 1944. Darin stellt er Forderungen an die Unternehmer: das Recht auf Arbeit und die Abkehr von rücksichtsloser Profitmaximierung.S. 155–182. In seinem Buch Politik, Technik und Geist von 1939 setzte Nonnenbruch eine Klammer zwischen Technik und biologistischer Ideologie, indem er die großen historischen Entwicklungslinien der Technik aufgespürt zu haben glaubte, Technik als Ausdruck von „rassebedingter Genialität“ verstand und zugleich ein „völkisches Schöpfertum“ propagierte.Katja Schwiglewski: Erzählte Technik. Die literarische Selbstdarstellung des Ingenieurs seit dem 19. Jahrhundert. Köln / Weimar / Wien / Böhlau 1995, ISBN 3-412-10494-9, S. 189. In seinen Europa-Büchern von 1925 und 1939 spricht Nonnenbruch sich für eine kontinentaleuropäische, besonders südosteuropäische Wirtschaftsgemeinschaft aus.

Als Leiter des Wirtschaftsteils des Völkischen Beobachters forderte Nonnenbruch im April 1940 die notwendige Anpassung der Aufgaben der NSDAP an die Bedingungen des Krieges, was er als Reform der Verwaltungsmethoden, nicht der Verwaltung selbst bezeichnete. Diese Reform beginne damit, so erläuterte er mit offenen Worten, dass die NSDAP „alle die Aufgaben auf sich nimmt, die kein staatlicher Verwaltungsapparat bewältigen kann. Der Staat kann nicht aufrufen zum Kohleschippen, ohne zu bezahlen-Die politischen Leiter haben die Schaufel selbst in die Hand genommen....Die Partei ist eine derartige Reserve von gewaltigstem Umfange“.Völkischer Beobachter 25.04.1940; Heß hatte erst am 16.01.1940 eine Anordnung für den "Einsatz der Partei im Interesse der Kohleversorgung" erlassen, in der es hieß: "Das Fehlen des warmen Heimes muss sich auch stimmungsmäßig aufs schärfste auswirken." ZStA, Film Nr. 13695 Das „unbezahlte Kohleschippen“ mithilfe der Nazipartei, vor allem mithilfe der Milliopnen Mitglieder, und damit die NSDAP selbst, galten für Nonnenbruch nicht nur als eine ganz profane Profitquelle, sondern vor allem auch als ein Mittel zur Lösung des immer prekärer werdenden Arbeitskräfteproblems, das in wachsendem Maße gleich einer Schlüsselfrage der weiteren Kriegführung tief in den politischen Bereich hineingriff.

In der Sowjetischen Besatzungszone war Nonnenbruch einer jener Autoren deren „Sämtliche Schriften“ ausgesondert werden sollten.Buchstabe N, Liste der auszusondernden Literatur. Abteilung für Volksbildung im Magistrat der Stadt Berlin: Verzeichnis der auszusondernden Literatur. Magistratsdruckerei, Berlin 1946.

Veröffentlichungen (Auswahl) Das vereinigte Europa. 1925. Die dynamische Wirtschaft. Zentralverlag der NSDAP, München 1836; mehrere Auflagen bis 1944. Politik, Technik und Geist Das Dritte Reich und der Kapitalismus. München 1939. Neuordnung in Europa. Gedanken eines Wirtschaftlers. Alisch, Berlin 1939.

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