Als Bald-Hills-Krieg (1858–1864) wird eine Reihe bewaffneter Konflikte und Feldzüge bezeichnet, die sich im Bundesstaat Kalifornien zugetragen hatten und von den kalifornischen Söldnern, kalifornischen Freiwilligen und der US-Armee gegen die Indianerstämme der Chilula, Lassik, Hupa, Mattole, Nongatl, Sinkyone, Tsnungwe, Wailaki, Whilkut und Wiyot geführt wurden.

Der Krieg ereignete sich überwiegend in den nordkalifornischen Bezirken Mendocino, Trinity, Humboldt, Klamath und Del Norte. Während des Bürgerkrieges gründete die US-Armee am 15. Januar 1861 die Kommandos Department of the Pacific und am 12. Dezember desselben Jahres das in Fort Humboldt ansässige Humboldt Military District, das mit der Dezimierung der indigenen Bevölkerung und Förderung des Krieges gegen diese Völker betraut wurde. An der ehemaligen Wirkungsstätte des Humboldt Military District in Eureka wurde indessen der California State Historic Park errichtet.

Ursachen des Konflikts Es gab mehrere Ursachen für den Bald Hills War. Am wichtigsten war die störende Wirkung der kommerziellen Jagd und Beweidung auf Nahrungspflanzen durch die Herden der Siedler, Rinder und Schweine. Hunderte von Hirschen und Elchen wurden von Jägergruppen für ihre Häute getötet, die in den Goldminen als Handschuhe verwendet wurden. Eicheln und andere pflanzliche Nahrung, von denen sie abhängig waren, wurden von Schweinen oder Rindern gegessen oder zerstört. Waren die Bedingungen der als Jäger und Sammler lebenden Bald Hills-Stämme infolge des Klamath-Flusskrieges (Klamath River Wars) 1855 bereits belastet, verschärfte sich deren Situation anschließend weiter mit dem stetigen Zustrom neuer Siedler.

Ab 1856 wurden tausende Hektare des von Indianerstämmen beheimateten Gebietes durch die Siedler für den Anbau von Weizen-, Hafer- und Kartoffelfeldern sowie für die Weidehaltung von Rindern oder Schweinen in Beschlag genommen. Die einverleibten Gebiete befanden sich vorwiegend um Humboldt Bay in den Tälern des Eel-River, Mad-River und Bear-River, wo inmitten der Wildnis Farmen und Bauernhöfe entstanden, nachdem es dort wenige Jahre zuvor noch keine Anzeichen eines weißen Mannes gegeben hatte. Im gleichen Zeitraum explodierte förmlich die dortige Holzindustrie, die nach zwei, drei Sägewerken im Jahre 1854 mittlerweile neun Dampfsägewerke mit einer jährlichen Kapazität von 24 Millionen Board Feet betrieb. Die in Humboldt County angesiedelten Landwirte erwirtschafteten mit ihren Erzeugnissen hohe Gewinne, indem sie ihre Waren mittels Maultier durch den Bald-Hills-Pfad in die Bergwerke in Klamath und Trinity Countys transportierten und sie dort an die Bergarbeiter veräußerten.

Besonders dramatisch gestaltete sich die Lage für die Indianerstämme wie den Whilkuts, deren Gebiete am stärksten von den Siedlergemeinschaften betroffen waren. Der Anstieg der Besiedlung auf ihren Ländereien in den Bald Hills sowie der Verlust des Wilds und der pflanzlichen Lebensmittel bedrohte sie zunehmend in ihrer Existenz. Der im harten Winter 1857/58 verstärkte Eingriff der Siedler in die Nahrungsquellen der Indianer löste schließlich eine Krise aus, in deren Folge sich eine Serie unbedeutender Geplänkel ereignete, bis nach der Ermordung eines Packers, William E. Ross, am 23. Juni 1858 die Feindseligkeiten offen ausbrachen.

Wintoon Krieg Der Krieg begann mit bewaffneten Konflikten zwischen dem Whilkut-Stamm (von den Siedlern auch als „Redwoods“ und „Wintoons“ bekannt) und den lokalen Siedlern und Reisenden auf der Handelsroute zwischen Humboldt County und Trinity County in Klamath County am Redwood Creek und im Bald-Hills-Gebirge. Am 1. Juli 1858 wurden drei Milizen aus Freiwilligen für einen Feldzug gegen die Indianer am Redwood Creek und am Upper-Mad-River unweit der Pardees Viehfarm organisiert. Nach dem Scheitern dieses Unterfangens setzten sich die Bürger von Eureka und Union für den Aufbau von Freiwilligenkompanien zum Schutz ihrer Städte ein, zu deren Finanzierung sie Spenden sammelten.

Am 5. September 1858 informierte Gouverneur John B. Weller Generaladjutanten William C. Kibbe, dass Bürger der Countys Trinity und Humboldt ihm gemeldet hätten, dass eine Gruppe von Indianern des Redwood-Stammes kürzlich mehrere Personen getötet und weitere Verbrechen auf der Route von Weaverville nach Humboldt Bay begangen hätten. Da das Reisen auf dieser Strecke mittlerweile äußerst gefährlich geworden war, litt die Kommunikation zwischen beiden Territorien darunter, weswegen der Gouverneur um militärische Hilfe ersucht wurde. Dieser versetzte daraufhin Kibbe in die Region, damit dieser ihm per detaillierten Bericht über die dortige Lage, die Zahl der in der Umgebung befindlichen Indianer und die Art ihrer begangenen Verbrechen unterrichtet. Falls die Whilkut weiterhin eine Gefahr entlang der Route darstellten, war Kibbe angewiesen, eine militärische Einheit freiwilliger Kämpfer zum Zweck deren Bekämpfung zusammenstellen, da die Kommunikation zwischen den Countys und die Sicherheit der Bürger unter allen Umständen gewährleistet sein musste.

William C. Kibbe ernannte Isaac G. Messec zum Hauptmann der neu organisierten kalifornischen Miliz aus, die den Namen „Trinity Rangers“ trug. Unter der Führung von Messec erfolgte ein Feldzug gegen die Whilkut Indianer im Herbst und Winter 1858/59. Nachdem die Kämpfe keine entscheidenden Ergebnisse gebracht hatten, setzten schließlich schwere Wetterbedingungen dem sogenannten Wintoon-Krieg ein Ende. Mangelnde Nahrungsquellen zwangen die hungernden Whilkut-Indianer zur Aufgabe, worauf sie in die Mendocino Indian Reservation umgesiedelt wurden.

Taten der einheimischen Miliz und der Wiyot Massaker Das Ende des Wintoon-Kriegs verhinderte nicht, dass sich die Konflikte zwischen Indianern und Weißen auf die Chilula Völker und anschließend auf die am Eel River, Mattole River und Bear River beheimateten Athapaskan und Mattole Völker ausbreitete. Dazu kam, dass die Whilkut Indianer allmählich aus den Süden in ihr Land zurückkehrten. Die US-Armee errichtete Fort Gaston am Trinity River und später am Eel-River-Gebiet, wo der Hupa-Volksstamm ansässig war, um in der Region den Frieden zu bewahren. Jedoch konnten die Bundestruppen die Siedler, die über dem gesamten Land verstreut lebten, nicht ausreichend vor den Attacken der Indianer schützen.

Mit der Tötung eines örtlichen Ranchers, der sein Vieh wiederzuerlangen versucht hatte, wurde Mitte 1859 die Hydesville Volunteer Company formiert. Da der Staat den Schutz vor den Indianern als Bundesverantwortung betrachtete, wurde der Miliz die behördliche Anerkennung und jegliche staatliche Finanzierung verweigert, so dass sie sich nach Auslaufen der lokalen Mittel im Januar 1860 wieder auflöste. Die Bewohner im Eel-River-Gebiet gründeten darauf im Februar 1860 die bundesstaatliche Humboldt Volunteers, jedoch wurde auch diese Miliz Ende 1860 aufgrund eines am 26. Februar diesen Jahres begangenen Massakers am Humboldt Bay lebenden friedlichen Wiyot-Stamm aufgelöst. Miliz-Angehörige, die der Teilnahme am Massaker bezichtigt wurden, blieben jedoch ohne strafrechtliche Verfolgung. Bis 1862 waren viele Siedler im Hinterland zunehmend gezwungen, ihre Ranches und Farmen aufzugeben und in den Küstensiedlungen Zuflucht zu suchen.

Erste Kampagne des Kalifornischen Freiwilligen-Regiments In 1861 wurden die nach Kalifornien versetzten Bundestruppen wegen des Amerikanischen Bürgerkrieges nach Osten zurückverlegt. Die Truppen des Kalifornischen Freiwilligen-Regiments, die während des Bürgerkriegs als Ersatz der Bundestruppen aufgestellt wurden, wurden in das unter Col. Francis J. Lippitt geführte Humboldt Military District überführt. Sie errichteten mehrere Posten, um die Siedler zu schützen, doch die außerhalb des rauen Nordwestens aufgestellten Truppen waren zunächst für die dortigen Bedingungen nur unzureichend ausgerüstet und hatten bei ihrer Mission zunächst nur wenig Erfolg. Während hunderte Festnahmen meist aus Indianern befreundeter Stämme bestanden, die sich um der vorübergehenden Unterkunft und Nahrung willen freiwillig ergaben, fanden die Plünderungen durch die feindlichen Stämme sowohl in der Anzahl als auch in der Schwere unverändert statt. Eine anhaltende aggressive Patrouille brachte jedoch schließlich Ergebnisse, als Lippitts Einheit am 31. Juli 1862 die Indianer unter Führung von Wailaki-Führer Lassic bei Fort Baker zur Kapitulation zwingen konnte. Am 10. August desselben Jahres konnte die Einheit 212 Indianer inhaftieren, die sie mit den anderen 462 Festgenommenen nach Fort Humboldt überführte und eine Zeit lang in dem provisorischen Gefängnis auf der Samoa Halbinsel in der Humboldt Bay festhielt. Anschließend wurden sie mit insgesamt 834 Insassen per Dampfschiff nach Crescent City transportiert und im Smith-River-Reservat einquartiert. Zur Überwachung wurde in der Nähe Fort Lincoln eingerichtet.

Anfang Oktober entkamen jedoch Lassic und dreihundert Einheimische, meist Krieger, aus dem Reservat, dem sich in bis November ein Exodus weiterer Indianer anschloss. Somit war die Lage wieder genauso wie vor Beginn von Lippitts Militäroffensive.

Ende des Konflikts Am 13. Juli 1863 wurde Col. Lippett durch Oberstleutnant Stephen G. Whipple vom 1st California Mountaineers Battalion abgelöst, der als ehemaliger Indianeragent, Lokalpolitiker und Zeitungsredakteur eine aktivere Durchführung des Krieges mit Einheiten lokaler Siedler befürwortete, die an die Härten des Lebens in den Wäldern von Bald Hills gewöhnt waren. Unter seinem Kommando starteten Einheiten kalifornischer Freiwilligensoldaten eine Kampagne mit unermüdlichen, ausgedehnten Patrouillen und Scharmützeln. Zusammen mit Henry M. Black, der Whipple während dessen Funktion als Abgeordneter der Territorialversammlung über Monate hinweg vertrat, wurden in diesen Operationen viele Indianer gefangen genommen oder getötet, so dass schließlich die meisten Stämme im August 1864 zum Friedensschluss bereit waren. Ende 1864 waren die Feindseligkeiten schließlich vollständig eingestellt. Die kalifornischen Freiwilligen verblieben zunächst in ihren lokalen Garnisonen, bis sie nach Beendigung des Bürgerkriegs 1865 entlassen wurden.

Siehe auch Indianerkriege Zeittafel der Indianerkriege

Einzelnachweise

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