Der Audi RS Q e-tron ist ein speziell für Marathon-Rallyes entwickelter Geländewagen der Prototypen-Klasse von Audi Sport und ist seit 2022 bei der Rallye Dakar im Einsatz. Bei der Rallye Dakar 2022 und Rallye Dakar 2023 setzte Audi jeweils drei Fahrzeuge ein.
Entstehung und Entwicklung Ende 2020 begann Audi intern mit Planungen für eine Teilnahme an der Rallye Dakar. In etwa 12 Monaten entwickelte Audi zusammen mit Q Motorsport rund um X-Raid und Sven Quandt den RS Q e-tron E1, der Anfang 2022 erstmals an einer Marathon-Rallye teilnahm.
Audis Ziel war der Gewinn der Rallye Dakar. Bei ihrer ersten Rallye, der Rallye Dakar 2022, konnte das bestplatzierte Fahrzeug in der Gesamtwertung am Ende jedoch nur den neunten Platz erreichen. Daraufhin wurden für die Rallye Dakar 2023 einige Änderungen am Fahrzeug vorgenommen. So wurde für den RS Q e-tron E2 die komplette Karosserie neu entwickelt, um die Aerodynamik zu optimieren und das Gewicht zu senken. Dafür wurde das Cockpit deutlich breiter hergestellt, die Front- und Heckhaube neu gestaltet und die Karosserie in Form eines Bootskörpers ausgeführt. Die breiteste Stelle befindet sich in der Mitte und verjüngt sich nach vorn und hinten. Mit diesen und weiteren Maßnahmen gelang es Audi den aerodynamischen Gesamtwiderstand des RS Q e-tron E2 im Vergleich zum E1 um rund 15 Prozent zu senken. Darüber hinaus wurde der Schwerpunkt gesenkt und die Effizienz des Antriebs optimiert.Audi RS Q e-tron E2, Neuer RS Q e-tron für den Dakar-Sieg
Rallyes Den ersten Rallyeeinsatz erlebte der Audi RS Q e-tron E1 bei der Rallye Dakar 2022. Als Fahrer wurden Carlos Sainz senior, Stéphane Peterhansel und Mattias Ekström verpflichtet. Die drei eingesetzten Fahrzeuge belegten in der Gesamtwertung am Ende jeweils den 9., den 12. und den 59. Platz.final Standings Dakar 2022
Der erste Sieg eines Audi RS Q e-tron E1 wurde bei der Abu Dhabi Desert Challenge im März 2022 eingefahren.
Bei der Rallye Dakar 2023 trat Audi mit dem überarbeiteten RS Q e-tron E2 an. Als Fahrer wurden wie im Vorjahr Carlos Sainz, Stéphane Peterhansel und Mattias Ekström verpflichtet. Während der Rallye änderte der Veranstalter ab der 5. Etappe die Regeln und die Balance of Performance zugunsten des Audi RS Q e-tron, was zu einer um 8 kW erhöhten Leistung führte. Nasser Al-Attiyah und sein Navigator Mathieu Baumel äußerten öffentlich scharfe Kritik an den Veranstaltern, da der Wettkampf dadurch unfairer gestaltet worden sei und Audi dadurch gegenüber allen anderen Teilnehmern einen Vorteil bekam.Top Dakar Drivers fight War of Words over AUDI Power BoostDakar 2023 – Mathieu Baumel en colère : « Je pense qu’ils ont donné la victoire à Audi »Nasser Al-Attiyah podría ser sancionado por sus críticas a la FIA Während der 6. Etappe schied Peterhansel und während der 9. Etappe schied auch Sainz aus der Wertung der Rallye Dakar 2023 aus. Ekström erreichte in der Gesamtwertung, mit knapp sieben Stunden Rückstand zum Führenden Nasser Al-Attiyah, den 13. Platz.
Audi-COO Oliver Hoffmann erklärte nach den Niederlagen und Rückschlägen, dass Audi mit dem RS Q e-tron auch zur Rallye Dakar 2024 antreten wird und dort einen Podiumsplatz erreichen will.Audi gibt nach Dakar-Niederlage nicht auf: 2024 aufs Podest!
Antriebstechnik Der Audi RS Q e-tron ist ein Hybridelektrokraftfahrzeug. Dafür besitzt er an der Vorderachse und der Hinterachse jeweils eine modifizierte Motor-Generator-Einheit aus dem Audi e-tron aus der Formel E. Eine weitere baugleiche Motor-Generator-Einheit wird von einem Audi Vierzylinder-Turbomotor aus der DTM als Range Extender angetrieben und lädt während der Fahrt die 52-kWh-Batterie des Fahrzeugs. Das Fahrzeug besitzt daher zusätzlich zu den Batterien einen 340 Liter Benzintank, der damit nur 160 Liter kleiner dimensioniert ist, als der größte Tank der reinen Verbrennerfahrzeuge bei der Rallye Dakar. Zusätzlich besitzt der RS Q e-tron Rekuperationsbremsen, die ebenfalls die Batterie aufladen.
Kritik am Antriebskonzept Audi wurde vereinzelt für das Antriebskonzept des RS Q e-tron kritisiert, da man beispielsweise immer noch die veraltete Technik eines Range Extenders nutzt, die bereits seit 2010 serienreif war und beispielsweise im Chevrolet Volt eingesetzt wurde. Der spanische Fahrer Lorenzo Fluxá, der umweltbewusste Antriebe unterstützt, bezeichnete das Antriebskonzept in diesem Zusammenhang als Fake.Dunes don't care if you're electric: What happened to Audi at Dakar?
Technische Daten Motoren Vierzylinder-Turbomotor Treibstoff: Benzin Leistung: 580 bis 640 PS, gedrosselt auf 272 PS bei 4500 bis 6000 Umdrehungen pro Minute Hubraum: 2000 cm³
Elektromotoren Audi MGU05 Innenläufer-Rotor mit außenliegenden Magneten sechs Phasen Leistung: etwa 300 PS
Gesamtsystem Leistung: begrenzt auf 500 KW (680 PS) Höchstgeschwindigkeit: begrenzt auf 170 km/h 0–100 km/h: unter 4,5 s Verbrauch: 200 g Benzin/kWh Batterie: Lithium-Ionen, 52 kWh
Getriebe: 1-Gang-Getriebe Allrad Länge: 4670 mm Breite: 2300 mm Höhe: 1950 mm Leergewicht: 2100 kg Tankvolumen: 340 Liter
Aufbau Chassis: Gitterrohrrahmen Karosserie: mit Kohlenstoff- und Aramidfasern verstärkter Kunststoff
Reifen BF Goodrich Größe: 37×12,5 R17
Einzelnachweise
Weblinks RS Q e-tron auf audi.com Audi RS Q e-tron für Rallye Dakar 2022 Die technischen Details: Audi überarbeitet Hybridauto für Rallye Dakar Audi RS Q e-tron: Technik im Detail
Kategorie:Rallyefahrzeug