mini|250px|Henryk-Reyman-Stadion mini|250px|I Liga-Spiel Zagłębie Sosnowiec gegen Wisła Krakau von 2022 Wisła Krakau (offiziell Wisła Kraków Spółka Akcyjna) ist ein polnischer Sportverein aus Krakau. Der 1906 gegründete Verein ist hauptsächlich für seine Fußballmannschaft bekannt, die dreizehn Mal die polnische Meisterschaft, fünf Mal den polnischen Fußballpokal und 2001 erstmals den polnischen Superpokal gewann. Allein von 1999 bis 2005 wurde Wisła Krakau in sieben Spielzeiten fünfmal polnischer Meister. Seit dem Aufstieg 2026 spielt die Mannschaft wieder in der erstklassigen Ekstraklasa. Heimspielstätte des Klubs ist das Krakauer Henryk-Reyman-Stadion.

Trotz großer Erfolge auf nationaler Ebene blieb Wisła Krakau in internationalen Wettbewerben bisher ohne Titel. Als polnischer Meister nicht direkt für die UEFA Champions League qualifiziert, scheiterte Krakau in der jüngeren Vergangenheit Jahren mehrmals in der letzten Qualifikationsrunde: 2011 an APOEL Nikosia (1:0, 1:3), 2008 am FC Barcelona (0:4, 1:0), 2004 an Real Madrid (0:2, 1:3), 2003 am RSC Anderlecht (0:1, 1:3) und 2001 am FC Barcelona (3:4, 0:1). In der Qualifikation 2005 scheiterte der polnische Meister schließlich an Panathinaikos Athen mit 3:1 und 1:4 n. V. Größter Erfolg im Vorläuferwettbewerb, dem Europapokal der Landesmeister, war das Erreichen des Viertelfinales 1978, als man Malmö FF mit 2:1 und 1:4 unterlag.

Auch im UEFA-Pokal konnte Wisła Krakau nie das Endspiel erreichen. Höhepunkte waren hier das Erreichen des Achtelfinales 2003, als sich die Mannschaft nach einem 1:1 im Hinspiel überraschend deutlich mit 4:1 beim FC Schalke 04 durchsetzte und unter anderem auch den AC Parma aus Italien eliminieren konnte. Danach überraschte Wisła mit einem 3:3 bei Lazio Rom, verlor aber danach das Heimspiel unglücklich mit 1:2 und schied aus. Im September 2000 konnte Wisła Krakau zu Hause eine 1:4-Hinspielniederlage gegen Real Saragossa ausgleichen und sich im Elfmeterschießen durchsetzen.

Geschichte

1906–1911: Gründungsgeschichte und Gründungsjahre mini|Die Mannschaft von Wisła Krakau im Jahr 1907 Der Błonia-Park gilt als Wiege des Krakauer Fußballs. Hier veranstaltete auch der Theaterregisseur Tadeusz Konczyński im Oktober 1906 das erste offizielle Fußballturnier der Stadt. Dabei nahmen 16 Mannschaften aus den umliegenden Mittelschulen teil. Einige Mannschaften wurden dabei durch den Turnierorganisator mit Spielbekleidung ausgestattet, unter ihnen auch die beiden Mannschaften, die später den Verein Wisła gründen sollten.

Die beiden Vereine waren zum einen: Die „Blauen“, Schüler der zweiten Realschule unter ihrem Kapitän und Torwart Józef Szkolnikowski. Sie gaben dem Verein die Bezeichnung Wisła – auf Deutsch Weichsel. Betreut wurden sie durch den Lehrer Tadeusz Łopuszański. Die „Roten“ spielten in roter Spielbekleidung und wurden von einem Schüler namens Jenkner gegründet.

1907 beschlossen beide Teams den Verein Wisła Krakau zu gründen. Man betrachtet jedoch schon das erste Treffen beider Vereine als „Gründungsmoment“, was das Gründungsjahr 1906 erklärt. Die Spielbekleidung bestand zunächst aus roten Hemden mit zwei blauen Sternen, diese sollten den Namen Wisła unterstreichen, zum anderen symbolisierten die zwei Sterne die beiden Mannschaften, aus denen der Verein hervorging. Vervollständigt wurde der erste Spielerdress durch schwarze Hosen und Stutzen. Die erste Spielerbekleidung wurde bei der Firma Steingl in Berlin bestellt. Der Moment, als das Paket geöffnet wurde, ist dokumentiert worden. Dabei sagte der Lehrer Jan Weyssenhoff: „Als wir das Paket aus Berlin öffneten, sahen wir etwas Wunderschönes: rote Trikots mit zwei symmetrisch angeordneten blauen Sternen, wir waren glücklich.“ Der nächste organisatorische Schritt war die Wahl der ersten Vereinsorgane und Vereinspräsidenten. Die Wahl zum Vereinspräsidenten fiel auf den Lehrer Tadeusz Łopuszański, den Betreuer der „Blauen“. Tadeusz Łopuszański war ein Lehrer für Mathematik und Physik an der zweiten Mittelschule in Krakau. Auch wurde das erste Logo von Wisła Krakau entworfen, es bestand aus einem roten Schild mit einem blauen Stern und dem Gründungsjahr. 1908 wurde das erste Vereinsgelände im Dr.-Henryk-Jordan-Park errichtet. Das Jahr 1910 war ein wichtiges Jahr für Wisła, am 7. Februar des Jahres wurden die Vereinsstatuten von der galizischen Provinzregierung anerkannt und unter der Registrierungsnummer L.XIII 632 eingetragen. Damit war Wisła Krakau nun ein offiziell registrierter Verein. 1911 änderten sich noch einmal die Spielertrikots, ein weißer Stern zierte nun die linke Seite des roten Trikots, komplettiert wurde das ganze durch eine blaue Hose. Nun bekam der Verein auch ein neues Spielgelände mit Umkleidekabinen und Trainingsanlagen. Am 6. April fand das Eröffnungsspiel zwischen Wisła Krakau und Czarni Lwów statt. Czarni Lwów erwies sich jedoch als schlechter Verlierer, als die Mannschaft 2:3 verlor, verließ sie sofort das Gelände und blieb nicht zu den Feierlichkeiten, die für die Eröffnung der neuen Sportanlage veranstaltet wurden.

1914–1918: Der Verein während des Ersten Weltkrieges Der Beginn des Ersten Weltkriegs ließ den Spielbetrieb für fünf Jahre ruhen. Während dieser Zeit stellte der Verein seine Sportanlagen den polnischen Legionen als Übungsgelände zur Verfügung. Viele der Spieler von Wisła traten in dieser Zeit den polnischen Legionen bei und kämpften im Ersten Weltkrieg.

1919–1928: Aufstieg zu einer polnischen Spitzenmannschaft mini|links|Die Meistermannschaft von 1927

Saisondaten 1922 bis 1928

Spielzeit Liga Platz 1922/23 polnische Meisterschaft (Turniermodus) 2. 1924/25 polnische Meisterschaft (Turniermodus) 3. 1926/27 Ekstraklasa 1. 1927/28 Ekstraklasa 1. Nachdem das Vereinsgelände samt Umkleidekabinen in der Zeit des Ersten Weltkrieges durch ein Feuer zerstört worden war, erwarb der Verein 1919 ein Gelände, um ein Stadion zu errichten. Drei Jahre später, am 8. April 1922, wird das neue Stadion durch Kapuziner Mönche geweiht und eröffnet. Wisła verliert das Eröffnungsspiel gegen Pogoń Lwów mit 2:4. Am 14. Mai spielt die Polnische Fußballnationalmannschaft gegen die Mannschaft aus Ungarn (0:3) im Stadion von Cracovia. Bei diesem Spiel sind auch Stefan Sliwa und Henryk Reyman dabei. Sie sind damit die ersten Nationalspieler für Polen, die von Wisła gestellt werden. Ein Jahr später im Jahre 1923 gewinnt Wisła Krakau die Klasse A Gebietsmeisterschaften, unterliegt aber im Finale um die polnische Meisterschaft Pogoń Lwów. Im Jahr der Olympischen Spiele in Paris 1924 stellte Wisła Krakau drei Spieler für die olympische Fußballmannschaft von Polen. Unter ihnen Henryk Reyman, der später zur Legende im Verein Wisła Krakau werden sollte. Heute sind unter anderem das Stadion und eine anliegende Straße nach ihm benannt. Des Weiteren gibt es ein kleines Denkmal vor dem Eingang zum Stadion.

1925 gewinnt Wisła erneut die Klasse A Meisterschaft, für den „großen“ Titelgewinn reicht es jedoch wieder nicht. Endlich, ein Jahr später, gewinnt der Verein seinen ersten nationalen Titel. Am 5. September 1926 schlägt man Sparta Lwów im Finale um den polnischen Pokal 2:1. Im gleichen Jahr beschlossen die 12 Spitzenmannschaften in Polen, eine nationale Liga zu gründen. Am 5. Dezember wird die Ekstraklasa gegründet, unter den Gründungsmitgliedern befindet sich auch Wisła Krakau. Das erste Spiel in der neuen Liga wurde gegen den Ortsrivalen von Jutrzenka Kraków 4:0 gewonnen. Wisła Kraków wird 1927 erstmals polnischer Meister, auch weil Henryk Reyman Torschützenkönig mit 38 Toren wird. Ein Jahr darauf wird Wisła Kraków wieder polnischer Meister, Henryk Reyman erringt erneut die Torjägerkrone. Das hundertste Tor in der Liga wird von Stanisław Czulak geschossen. Wisła Krakau gehört nun mit drei nationalen Titeln in drei Jahren zu den absoluten Topklubs in Polen.

1928–1945: Etablierung in der Ekstraklasa und Beginn des Zweiten Weltkrieges mini|links|hochkant|Plakat zum 30-jährigen Bestehen des Vereins

Saisondaten 1928 bis 1939

Spielzeit Liga Platz 1928/29 Ekstraklasa 3. 1929/30 Ekstraklasa 2. 1930/31 Ekstraklasa 2. 1931/32 Ekstraklasa 6. 1932/33 Ekstraklasa 3. 1933/34 Ekstraklasa 3. 1934/35 Ekstraklasa 4. 1935/36 Ekstraklasa 2. 1936/37 Ekstraklasa 5. 1937/38 Ekstraklasa 3. 1938/39 Ekstraklasa 2. 1930 absolviert Wisła sein hundertstes Ligaspiel gegen Pogoń Lwów und gewinnt 3:0. Man ist in der Liga immer noch sehr erfolgreich und beendet die Saison auf dem zweiten Tabellenplatz. 1931 feiert Wisła sein 25-jähriges Bestehen. Durchschnittlich 4000 Zuschauer verfolgen nun die Heimspiele in Krakau. Jedoch erlebt der Verein 1935 wieder einen herben Rückschlag. Nachdem bereits 1916 das alte Vereinsgelände abgebrannt war, zerstörte nun ein Sturm die komplette Stadionanlage so stark, dass sie wieder komplett neu aufgebaut werden musste. 1936 erhält Wisła ein neues Logo. Ein blauer Streifen verläuft nun diagonal durch das Rot. Er symbolisiert die Weichsel, die durch Krakau fließt. Das Logo enthält den Schriftzug T.S. Wisła Kraków. Zur Einführung des neuen Logos findet ein Freundschaftsspiel zwischen Wisła und Chelsea London statt, welches Wisła 1:0 gewinnt. Bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin nehmen wieder drei Spieler von Wisła am olympischen Fußballturnier teil. Am 1. September 1939 überfällt die Wehrmacht Polen, der Beginn des Zweiten Weltkrieges. Unterdessen werden in der Stadt noch überall Plakate für das Derby Cracovia-Wisła am 3. September aufgehängt. Krakau war nun unter deutscher Besetzung und diente dem nationalsozialistischen Deutschen Reich als Amtssitz für das Generalgouvernement Polen. Die deutschen Besetzer verboten unter anderem auch die Austragung von Fußballspielen. Trotz der Verbote veranstaltete man 1940 die „geheimen Krakauer Meisterschaften“. Wisła gewann diese Meisterschaft durch Siege gegen den Stadtrivalen Cracovia. Das gesamte Vereinsequipment wurde in der Zeit der Besetzung im Wasserwerk versteckt. Im Jahre 1941 gewann Wisła erneut die „geheimen Krakauer Meisterschaften“. Außerdem feierte der Verein sein 35-jähriges Bestehen. 1943 gewann Cracovia die Krakauer Meisterschaften gegen Wisła unter dramatischen Umständen. Am Ende der Partie plädierten die Spieler von Wisła für einen Elfmeter, jedoch wurde dieser nicht gegeben. Anschließend kam es in der Stadt zu Ausschreitungen. Wisła wurde deswegen intern mit einer Geldstrafe belegt. Im Jahre 1944 gewann Wisła zum dritten Mal die Krakauer Meisterschaften. Am 28. Januar 1945 kündigte der Trompeter der Marienkirche das Stadtderby zwischen Wisła und Cracovia im mittlerweile befreiten Krakau an. Wisła gewann das Spiel 2:0.

1945–1958: Nachkriegszeit in der Volksrepublik Polen Saisondaten 1945 bis 1958

Spielzeit Liga Platz 1945/46 polnische Meisterschaft (Turniermodus) 1946/47 polnische Meisterschaft (Turniermodus) 2. 1947/48 Ekstraklasa 2. 1948/49 Ekstraklasa 1. 1949/50 Ekstraklasa 1. 1950/51 Ekstraklasa 1. 1951/52 Ekstraklasa 3. 1952/53 Ekstraklasa 3. 1953/54 Ekstraklasa 8. 1954/55 Ekstraklasa 7. 1955/56 Ekstraklasa 5. 1956/57 Ekstraklasa 9. 1957/58 Ekstraklasa 7. 1958/59 Ekstraklasa 7.