Der Gipsbach ist ein gut drei Kilometer langer Bach im Schweizer Kanton Aargau und er ist ein mittelsteiles, mittleres Fliessgewässer des kollinen, karbonatischen Mittellands.Fliessgewässertypisierung der Schweiz: Gewässertyp Nr. 15

Geografie Verlauf Der Gipsbach entspringt nördlich der Lägeren am steilen, bewaldeten Berghang unterhalb des Lägernsattels. Aus mehreren Runsen kommen Quellbäche, die sich im Tal Langbrätschge treffen und gegen Nordwesten zum Dorf Oberehrendingen fliessen. In der Ortschaft ist der Bach auf mehreren Abschnitten eingedolt.

An der Nordflanke des Quellgebiets liegt eine ehemalige Gipsgrube, die bis in die 1960er Jahre ausgebeutet wurde; die Aufschlüsse der Gipsschichten bilden ein bedeutendes Geotop des Juragebirges. Die Fläche der ehemaligen Grube hat sich zu einem Naturbiotop entwickelt und ist im Besitz von Pro Natura.Gipsgrube auf ehrendingen.ch.Rolf Meier: Gipsgrube Oberehrendingen – ein Naturparadies mit Vergangenheit. In: Badener Neujahrsblätter. Jg. 76, 2001, S. 141–146. Auf der rechten Seite des Baches liegt die Gipsstrasse, auf welcher der am Berg gewonnene Rohstoff zu den Gipsmühlen im Tal geführt wurde. Um 1900 verarbeitete die Zementfabrik Lägern, die neben dem Gipsbach stand, das Gestein vom Lägerenhang. Im Gebiet Sack liegen im Naturschutzgebiet mehrere Weiher, der grösste davon ist der Ölsee.

Mehrere Seitenbäche fliessen zum Gipsbach, der längste ist der Surebach, der im Oberlauf auch Chrebsbach heisst und bei Niederweningen im Kanton Zürich entspringt.

In Ehrendingen folgt der Bach in einem Graben der Hauptstrasse 279. Mehrere Quartierstrassen überqueren den Bach, der im Talboden unter der Hauptstrasse 17, der Surbtalerstrasse, hindurchgeleitet wird und unmittelbar danach von links in die Surb mündet.

Sein etwa 3,4 km langer Lauf endet ungefähr 198 Höhenmeter unterhalb seiner Quelle, er hat somit ein mittleres Sohlgefälle von 58 ‰.

Einzugsgebiet Das 5,9 km² grosse Einzugsgebiet des Gipsbachs liegt im Mittelland und wird durch ihn über die Surb, die Aare und den Rhein zur Nordsee entwässert.

Es grenzt im Osten an das Einzugsgebiet des Singelenbachs, der in die Surb mündet; im Süden an das des Gottesgrabens, der in die Limmat mündet; im Südwesten an das des Bachtelibachs, der ebenfalls in die Limmat mündet; im Westen an das des Maasbachs, der in die Surb mündet und im Nordwesten an das des Surb-Zuflusses Schlierenbach.

Das Einzugsgebiet besteht zu 25,9 % aus bestockter Fläche, zu 57,8 % aus Landwirtschaftsfläche, zu 15,9 % aus Siedlungsfläche, zu 0,3 % aus unproduktiven Flächen.

Die Flächenverteilung

Die mittlere Höhe des Einzugsgebietes beträgt Topographische Einzugsgebiete Schweizer Gewässer: Teileinzugsgebiete 2 km². Bundesamt für Umwelt (BAFU).

Zuflüsse Riede (rechts), 0,5 km Sack (rechts), 0,4 km Kartenbach 2 (rechts), 0,3 km Schürbach (links), 0,7 km, 1,27 km² Kartenbach 1 (rechts), 0,2 km Moosbach (rechts), 1,1 km Surebach (Chrebsbach) (rechts), 1,8 km, 1,16 km²

Hydrologie An der Mündung des Gipsbachs in die Surb beträgt seine modellierte mittlere Abflussmenge (MQ) 100 l/s, und sein Abflussregimetyp ist pluvial inférieur«Versteckt hinter den Mittelwerten» – die Variabilität des Abflussregimes, S. 7..

Der modellierte monatliche mittlere Abfluss (MQ) des Gipsbachs in l/sMittlere Abflüsse (m³/s) und Abflussregimetyp für das Gewässernetz der Schweiz. Bundesamt für Umwelt (BAFU).

Natur und Umwelt Der Gipsbach entwässert einen Abschnitt der geschützten Landschaft nördlich des Lägerengrates. Sein Quellgebiet befindet sich im Schutzareal Lägerngebiet des Bundesinventars der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung.Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung, Objekt Nr. 1011: Lägerngebiet.

Literatur Schutz- und Unterhaltskonzept für das Gipsgrubengebiet. Baudepartement Kanton Aargau, 1993.

Weblinks Gipsbach auf dem Geoserver des Kantons Aargau Gesamtrevision Allgemeine Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland. Gemeinde Ehrendingen

Einzelnachweise

Kategorie:Ehrendingen Kategorie:Lägern