Edeka Rhein-Ruhr (Eigenschreibweise EDEKA Rhein-Ruhr) war eine Regionalgesellschaft innerhalb des Edeka-Verbunds. Als solche war die Gesellschaft ein Großhändler und für einen optimal koordinierten Einkauf, Vermarktung der Produkte, effiziente Logistik, Entwicklung von neuen Standorten bis hin zu rückwärtigen Prozessen, wie z. B. Personalentwicklung, Personal- und Rechnungswesen zuständig. Neben der Betreuung der selbstständigen Einzelhändler betrieb die Edeka Rhein-Ruhr auch Verbrauchermärkte im Lebensmittel- und Getränkesektor. Darüber hinaus gehörten auch Produktionsbetriebe (Fleischhof Rasting und Bäckerei Büsch) zur Gesellschaft. Das Unternehmen hatte seinen Sitz in Moers. Das Gebiet der Gesellschaft erstreckte sich auf Nordrhein-Westfalen sowie kleine Teile von Niedersachsen und Rheinland-Pfalz. Als genossenschaftlich organisierter Verbund waren die Edeka-Kaufleute die Besitzer der Regionalgesellschaft Edeka Rhein-Ruhr. Die Gesellschaft verschmolz zum 1. Juli 2026 auf die Edeka Nordwest.

Geschichte Gründungen der späteren Edeka-Genossenschaften (1907–1959) Auf dem heutigen Absatzgebiet der Edeka Rhein-Ruhr kam es ab 1907 zur Gründung verschiedener, späterer Edeka-Genossenschaften. Bereits im ersten Jahr entstanden die später genannten Edeka Bochum (Statut vom 21. Januar 1907), Edeka Wuppertal (Statut vom 25. März 1907) und Edeka Mittelrhein (Statut vom 22. Mai 1907).Auszug aus dem Genossenschaftsregister; Edeka Bochum eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht (GnR 209, Amtsgericht Bochum)Auszug aus dem Genossenschaftsregister; Edeka Großhandel Wuppertal eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht (GnR 209, Amtsgericht Wuppertal)Auszug aus dem Genossenschaftsregister; Edeka Großhandel Mittelrhein eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht (GnR 316, Amtsgericht Bonn) Am 15. März 1910 wurde das Statut der Genossenschaft Edeka Essen sowie am 12. Dezember 1911 das Statut der Edeka Aachen veröffentlicht.Auszug aus dem Genossenschaftsregister; Edeka Essen eG (GnR 132, Amtsgericht Kleve)Auszug aus dem Genossenschaftsregister; Edeka Großhandel Essen eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht (GnR 330, Amtsgericht Essen)Auszug aus dem Genossenschaftsregister; Edeka Aachen eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht (GnR 217, Amtsgericht Aachen) Mit der Gründung einer Genossenschaft, die später als Edeka eGmbH mit Sitz in Hagen-Delstern firmierte, kam es mit der Errichtung des Statuts am 30. April 1912.Auszug aus dem Genossenschaftsregister; Edeka eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht (GnR 213, Amtsgericht 58 Hagen) Eine Edeka-Großhandel mit Sitz in Arnsberg folgte im Februar des Folgejahres (Statut vom 5. Februar 1913).Auszug aus dem Genossenschaftsregister; Edeka-Großhandel eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht (GnR 106, Amtsgericht 577 Arnsberg) Zu einer weiteren Gründung kam es mit der Veröffentlichung des Statut der später Edeka Iserlohn genannten Genossenschaft am 12. Oktober 1920.Auszug aus dem Genossenschaftsregister; Edeka Großhandel Iserlohn eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht (GnR 106, Amtsgericht Iserlohn) Schon am 18. Januar 1921 wurde das Statut der späteren Edeka Münsterland eGmbH festgestellt.Auszug aus dem Genossenschaftsregister; Edeka Münsterland eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht (GnR 343, Amtsgericht Münster/443 Steinfurt) Mit der Gründung der Edeka Paderborn folgte im März 1923 (Statut vom 4. März 1923) eine weitere Genossenschaft.Auszug aus dem Genossenschaftsregister; Edeka Paderborn eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht (GnR 209, Amtsgericht Paderborn) Bereits im November 1932 wurde die Feinkost-Einkauf eGmbH mit Sitz von der ebenfalls in Köln gegründeten und späteren Edeka-Genossenschaft übernommen. Das Statut jener Genossenschaft ist auf den 15. Juni 1903 datiert.Auszug aus dem Genossenschaftsregister; Edeka Köln-Düsseldorf eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht (GnR 627, Amtsgericht) Das Statut der Genossenschaft Edeka Duisburg wurde am 15. August 1933 festgestellt, es folgte am 23. Juli 1934 das Statut der Edeka Mönchengladbach.Auszug aus dem Genossenschaftsregister; Edeka Duisburg eingetragene Genossenschaft (GnR 131, Amtsgericht Kleve)Auszug aus dem Genossenschaftsregister; Edeka Mönchengladbach eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht (GnR 206, Amtsgericht Mönchengladbach) Neben der späteren Edeka Köln-Düsseldorf übernahm die Edeka Essen als eine der ersten auf dem heutigen Absatzgebiet befindlichen Genossenschaften bereits ab 1942 im Laufe der nächsten Jahre gleich mehrere Genossenschaften. So verschmolzen die Gedeko Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler eGmbH (Essen) im April 1942, die Borbecker Einkaufsring Einkaufsgenossenschaft der Lebensmittelhändler eGmbH (Essen-Borbeck) im Januar 1952 und die Einkovel eGmbH (Lebensmittelgroßhandlung in Velbert) im Juni 1963. Am 26. August 1956 änderte sich der Name einer Genossenschaft auf dem heutigen Absatzgebiet in Edeka Sieg-Rhein eGmbH. Der Sitz der Genossenschaft wurde zum gleichen Zeitpunkt von Siegburg nach St. Augustin-Menden verlegt.Auszug aus dem Genossenschaftsregister; Edeka Sieg-Rhein eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht (GnR 110, Amtsgericht Siegburg)

Erste Zusammenschlüsse (1960–1969) Im April 1963 begann mit der Verschmelzung der Edeka Großhandel Geilenkirchen eGmbH auf die Edeka Aachen, der sich durch Verschmelzung im Juni 1966 auch die Edeka Großeinkauf Düren Rhld. eGmbH mit Sitz in Düren anschloss, eine ganze Reihe an Zusammenschlüsse von Edeka-Genossenschaft in Nordrhein-Westfalen. Nur einen Monat zuvor wurde mit einer in Recklinghausen ansässigen Genossenschaft eine weitere im Edeka-Verbund gegründet, das Statut wurde dabei am 22. Mai 1966 errichtet. Bereits im Folgejahr kam es zur Verschmelzung der Edeka Großhandel Datteln eGmbH aus Datteln auf die dann Edeka Recklinghausen-Datteln genannte Genossenschaft.Auszug aus dem Genossenschaftsregister; Edeka Recklinghausen-Datteln eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht (GnR 0115, Amtsgericht 435 Recklinghausen) Ebenfalls 1967 kam es zum Zusammenschluss der Edeka-Großhandel eGmbH aus Hamm und der Edeka Lünen eGmbH (Lünen), die beide in der Edeka Ruhr-Lippe, mit Sitz in Dortmund, aufgingen. Ob weitere Genossenschaft an dieser Verschmelzung beteiligt waren, ist nicht abschließend geklärt.Auszug aus dem Genossenschaftsregister; Edeka Ruhr-Lippe eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht (GnR 418, Amtsgericht Dortmund) Eine weitere Verschmelzung erfolgte mit der Edeka Emscher eGmbH am 28. Februar 1968 auf die Edeka Essen. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits die Edeka-Großhandel eGmbH, mit Sitz in Horrem, im Oktober 1963 sowie die Edeka Düsseldorf, im November 1967 auf die ab 1967 Edeka Köln-Düsseldorf eGmbH genannte Genossenschaft verschmolzen.

Die Jahrzehnte der Fusionen (1970–1989) mini|Ein Edeka-Markt in der Wuppertaler Düsseldorferstraße, am 26. April 1987 Mit der Verschmelzung der Edeka Paderborn, mit Sitz in Paderborn, und der Edeka-Genossenschaft aus Arnsberg auf die Edeka Anröchte eGmbH, mit Sitz in Anröchte kam es im März 1971 zu einer weiteren Fusion auf dem heutigen Absatzgebiet der Edeka Rhein-Ruhr. Es folgten im September 1971 mit der Verschmelzung der Edeka-Genossenschaft in Hagen-Delstern auf die Edeka Wuppertal, mit Sitz in der gleichnamigen Stadt und im November 1971 mit der Verschmelzung der Edeka Mönchengladbach (Mönchengladbach) auf die Edeka Aachen (Aachen) die nächsten Fusionen. Auch 1972 kam es zu weiteren Verschmelzungen. So übernahm im April 1972 die Edeka Köln-Düsseldorf die Edeka Brühl eGmbH aus Brühl, die Edeka Bochum übernahm wiederum im November 1972 die Edeka Recklinghausen-Datteln eGmbH, mit Sitz in Recklinghausen. Im September 1973 verschmolz erneut eine Genossenschaft, diesmal die Edeka Solingen-Remscheid mit Sitz in Solingen, auf die Edeka Wuppertal. Die Edeka Großeinkauf Koblenz eG, mit Sitz in Koblenz verschmolz im Juni 1974 auf die Edeka Mittelrhein. Zu Beginn des Jahres 1974 änderte sich der Sitz Edeka Sieg-Rhein eG von St. Augustin-Menden auf Hennef (Sieg), ab Oktober 1974 die Edeka Aachen von Aachen-Haaren nach Alsdorf. Ab September 1975 verlegte auch die Edeka Mittelrhein ihren Sitz, von Bonn-Bad Godesberg nach Meckenheim. Bereits ab Mai 1972 verlegte die Edeka Duisburg ihren Sitz von Mülheim an der Ruhr nach Moers. Diese baute auch ihren Einfluss weiter aus. Im November 1976 verschmolz die in Köln ansässige Edeka Köln-Düsseldorf eG auf die Genossenschaft, bereits im Juni des gleichen Jahres verschmolz die Edeka Gronau-Nordhorn, mit Sitz in Gronau auf die Edeka Münsterland, mit Sitz in Greven.Auszug aus dem Genossenschaftsregister; Edeka Duisburg eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht (GnR 218, Amtsgericht Moers) Am 30. Mai 1979 beschloss die Generalversammlung der mit dem Statut vom 12. Oktober 1920 gegründeten Genossenschaft Edeka Iserlohn mit der Edeka Wuppertal zu verschmelzen, im Oktober 1983 folgten die Edeka Bochum und die Edeka Ruhr-Lippe, die ebenfalls auf die Edeka Wuppertal verschmolzen. Eine weitere Verschmelzung fand durch die Fusion der Edeka Münsterland mit der Edeka Anröchte im November 1985 statt, wobei die Edeka Münsterland auf die Edeka Anröchte verschmolz. Zu einer weiteren Fusion der Edeka Duisburg mit einer anderen Edeka-Genossenschaft kam es im Januar 1987. Die Edeka Mittelrhein verschmolz auf die Edeka Duisburg.

Weitere Verschmelzungen und Übernahmen (1990–1998) Das neue Jahrzehnt begann u. a. mit der Sitzverlegung der Edeka Aachen von Alsdorf nach Roetgen, im März 1990. Im Juni 1991 verschmolz die Edeka Sieg-Rhein eG ebenfalls mit der Edeka Duisburg. Am 27. Oktober 1993 wurde auf der Generalversammlung der Edeka Duisburg zwei Verschmelzungen zugestimmt. Neben der Edeka Anröchte eG wurde auch die Edeka Wuppertal eG übernommen. 1995/1996 verkaufte die Götzen Lebensmittelhandelgesellschaft 27 Supermärkte an die Edeka Duisburg, mit Standorten in Duisburg, Krefeld und Oberhausen. Zum 1. März 1998 übernahm die Edeka Duisburg die KG Dortmund-Kassel, eine Nachfolgegesellschaft der Ende der 1980er-Jahre zerschlagenen Co op AG. Es wurden 177 Standorte übernommen, 148 Co op-Märkte wurden bis Juli 1999 komplett auf Edeka aktiv markt umgeflaggt, 38 Standorte sind zu diesem Zeitpunkt bereits an selbstständige Kaufleute abgegeben worden. Die zusätzlich 29 übernommenen Pro-Märkte wurden im gleichen Zeitraum auf Edeka neukauf umgeflaggt. Sie wurden alle als Regiemärkte weitergeführt. Zum 1. Juli 1998 wurden von der AVA AG 67 Märkte der Vertriebslinien allfrisch (47 Standorte, Supermärkte) und Preisgut (20 Standorte, Discounter) übernommen, wovon 21 allfrisch- und 12 Preisgut-Märkte auf dem Absatzgebiet der Edeka Minden-Hannover zum 1. Januar 1999 an eben jene Handelsgesellschaft abgegeben wird. Im Absatzgebiet der ehemaligen Edeka Duisburg belieferte die Gesellschaft Ende 1998 1065 Edeka-Märkte, im Absatzgebiet der Edeka Essen befanden sich zum gleichen Zeitpunkt 136 Standorte.

Zusammenschluss zur Edeka Rhein-Ruhr und Verschmelzung auf die Edeka Nordwest (1999–2026) mini|Der als Edeka neukauf betriebene Regiemarkt in Neuenkirchen, heute befindet sich hier ein privatgeführter Edeka.