Die Geschichte von Mehlingen beginnt in der Jungstein- und Eisenzeit. Schwanden wurde 1185/1195, Mehlingen 1257 erstmals urkundlich erwähnt. Überregionale Bekanntheit erlangte die Gemeinde durch die Mehlinger Heide auf ihrer Gemarkung. In ihrer gegenwärtigen Form besteht sie seit 1969.

Vorgeschichte Erste Besiedlung mini|Grabhügel aus dem Neolithikum

Eine jungsteinzeitliche Axt, die auf dem einstigen Truppenübungsplatz in der Mehlinger Heide gefunden wurde, erlaubt den Schluss, dass der Raum schon im Neolithikum begangen wurde. Funde aus der Hallstatt- und Römerzeit lassen den Schluss auf eine sehr frühe Besiedlung zu.

Vermutlich war die so genannte Krumm-Männches-Grub am Egersberg, eine fast mannshohe Felsenhöhle, eine der frühesten Wohnstätten in der Gegend. Aus der Alt- und Mittelsteinzeit gibt es keine Hinweise auf Besiedlung, aber ein Fund aus der Jungsteinzeit zeugt von der Anwesenheit von Menschen in der Gegend. Beim Fröhnerhof wurde im Jahr 1938 eine 16 Zentimeter lange und 4 Zentimeter breite bandkeramische Hammeraxt gefunden.

Eisenzeit Die Bronzezeit hat auf dem Kreis kaum Spuren hinterlassen, umso mehr aber die Eisenzeit. Die Besiedlung in der älteren Eisenzeit ist mehrfach belegt. Um 1830 wurde bei Baalborn ein Grabhügel erschlossen, dessen Inhalt nicht mehr bekannt ist. Am Gerenberg entdeckte man drei weitere Hügelgräber, im Weinwäldchen und in der Diebsdell wurden ebenfalls Hügelgräber gefunden. Gleich mehrere Gräberfelder liegen in der Gemarkung von Mehlingen.

Die Gräber sind mit Erde bedeckt, von Moos und Gras überwuchert, von Gebüsch und Kiefernwald überragt. Um jeden Hügel ist ein Kranz von Steinen, so dass die Lage der Gräber leicht zu erkennen ist. Einige wurden schon früher ausgegraben. Die Steine wurden zum Straßenbau verwendet, die Beigaben blieben unbeachtet.

Altertum Römische Spuren An die Römerzeit erinnert ein Stück Straßendamm in der Baalborner Gemarkung mit 50 Meter Länge und 2 Meter Breite. Ein 325 Meter langes Straßenstück, das in der gleichen Richtung verläuft, wurde unter Sandsteinschutt entdeckt. Außerdem wurden an mehreren Stellen im Gemeindebereich von Mehlingen römische Tonscherben sowie Reste einer ausgedehnten Siedlung – mutmaßlich einer Töpferei – gefunden.

Einer der bedeutendsten Funde ist eine römische Münze, die 1967 bei den Kanalisierungsarbeiten in Mehlingen gefunden wurde. Sie zeigt auf der Vorderseite den Kopf des Kaisers Konstantin II. mit Diadem. Die Umschrift lautet: Constantinus P [Pius] F [Felix] Augustus.

Ein alter Straßenzug ist die von Metz über Kaiserslautern, Eselsfürth und Enkenbach-Alsenborn über den Stumpfwald nach Worms führende alte Römerstraße. Bei Eselsfürth biegt eine Abzweigung nach Norden ab, kreuzt zwischen Mehlingen und Baalborn die Königsstraße und zieht über Langmeil ebenfalls zum Rhein. Unter Napoleon wurde diese Straße zur Heerstraße erweitert und ausgebaut und erhielt den Namen „Kaiserstraße“.

Die Gegend lag demnach im Schnittpunkt alter Völkerstraßen und hatte häufig unter durchziehenden Heerscharen zu leiden. Ihre Lage wurde ihr schließlich im Dreißigjährigen Krieg zum Verhängnis.

Völkerwanderung Dem Rückzug der Römer folgte der Einfall germanischer Völker, die die alten Straßen von West nach Ost benutzten. Damals wurde die bisherige Bevölkerung vernichtet oder verdrängt. In den leer gewordenen Raum stießen anschließend die Alemannen vor, die 496 wiederum von den Franken zurückgedrängt wurden. Im Anschluss begann die eigentliche Besiedlung. Mehlingen dürfte das erste Dorf „auf dem Kreis“ gewesen sein und entstand möglicherweise in der Zeit der fränkischen Landnahme. Erst deutlich später wurden Baalborn und Neukirchen gegründet.

Mittelalter Lehnsherren und Rechte In fränkischer Zeit gehörte der Kreis zum Wormsgau. Im Hochmittelalter waren die Grafen von Leiningen die Lehnsherren. Ihnen unterstand das Gaugericht, außerdem übten sie das vom Kaiser übertragene Geleitrecht aus, das in Verbindung mit dem Zollgeleit eine wichtige Einnahmequelle war. Teile des Gebiets gaben sie an andere adelige Familien als sogenannte Afterlehen weiter. Den Kreis erhielten dabei die Herren von Wartenberg, die sich Verwaltung und Nutzung mit den ihnen verwandten Herren von Dune, Breidenborn und Bilenstein teilten.

Mit der Gründung der Klöster Lautern, Lambrecht, OtterbergJürgen Keddigkeit, Michael Werling, Rüdiger Schulz und Charlotte Lagemann: Otterberg, St. Maria. Zisterzienserabtei Otterburg. In: Jürgen Keddigkeit, Matthias Untermann, Sabine Klapp, Charlotte Lagemann, Hans Ammerich (Hg.): Pfälzisches Klosterlexikon. Handbuch der pfälzischen Klöster, Stifte und Kommenden, Band 3: M–R. Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde. Kaiserslautern 2015. ISBN 978-3-927754-78-2, S. 524–587 (538). und Enkenbach traten bald auch kirchliche Grundherren in Erscheinung, die durch Kauf, Schenkung und wohl ebenso durch Rodung Besitz erwarben.

Erste Erwähnung Im Otterberger Urkundenbuch wurde ab 1195 mehrmals ein Ort „Schwanden“ erwähnt. Es gilt als ziemlich sicher, dass er sich im Südteil von Neukirchen an der Stelle befand, an der später der alte Friedhof entstand. Der Name Schwanden wurde 1491 letztmals erwähnt. Lediglich im Flurnamen Schwanderhübel blieb die Erinnerung daran erhalten.

Es ist anzunehmen, dass Neukirchen aus dem ehemaligen Schwanden hervorging, als an der Stelle der kleinen Kapelle eine neue kleine Kirche errichtet wurde, was dem werdenden Dorf seinen Namen „neue Kirche“ gab. Die älteste Nachricht stammt aus dem Jahr 1185, als Rudolph und sein Bruder Johannes, Heinrich und dessen Sohn von Nunkirchen die Aussteinungsurkunde des Otterberger Klosterbesitzes unterzeichneten.

Mehlingen wurde 1257 erstmals urkundlich erwähnt, die Besiedlung geht jedoch mutmaßlich bis auf die alemannische Zeit um 450 zurück und könnte in der Zeit der fränkischen Landnahme im 6. Jahrhundert gegründet worden sein. Der Name bedeutet wohl Siedlung der Leute des Maol.

Baalborn entstand bei einem Born, einer Quelle. Bale bedeutet mittelhochdeutsch Böses, Schlechtes, laut dieser Etymologie wäre Baalborn an einer „schlechten Quelle“ entstanden. Das trifft jedoch nicht zu, denn die Quelle sprudelt klar und kräftig. Stattdessen liegt dem Namen das Wort balde zu Grunde und bedeutet kühn, schnell. Über die Bezeichnungen „Balburnen“, „Balburn“ und „Balborn“ entwickelte sich die Bezeichnung „Baalborn“. Erstmals wurde Baalborn zusammen mit Neukirchen 1185 erwähnt, als Albero von Baalbornen die Aussteinungsurkunde des Otterberger Klosterbezirkes mitunterzeichnete.

Neuzeit Frühe Neuzeit Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf mehrfach von Soldatenhorden geplündert und erholte sich von den Kriegsschäden nicht mehr, so dass es in der Folgezeit zu einer unbedeutenden Hirtensiedlung absank.

Eine Aufwärtsentwicklung der drei Ortsteile begann erst in der so genannten Franzosenzeit um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert, die von 1792 bis 1814 dauerte, mit dem Bau der Kaiserstraße, die von Kaiserslautern nach Mainz führte. Nachdem die alten Territorialgrenzen beseitigt waren, gehörte der heutige Ortsteil Neukirchen bis 1814 mit Enkenbach zur Mairie Alsenborn im Kanton Kaiserslautern, während Mehlingen mit Baalborn eine Mairie im Kanton Otterberg bildete.

Am 20. September 1794 kam es während des Ersten Koalitionskrieges zum Gefecht beim Fröhnerhof, zwischen Reichs- und französischen Revolutionstruppen. Letztere wurden in die Flucht geschlagen und erlitten herbe Verluste. Die Reichstruppen standen unter dem Oberbefehl Blüchers, der selbst mitkämpfte. Der pfälzische Oberstleutnant Heinrich Ernst Ludwig von Leiningen-Westerburg-Neuleiningen tat sich dabei besonders hervor.Emil Buxbaum: Das Königliche Bayerische 3. Chevaulegers-Regiment "Herzog Maximilian" 1724 bis 1884, Band 2, S. 85 u. 86, München, 1884; (Digitalansicht)

In der bayerischen Zeit – ab dem Jahr 1816 – wurden dann Neukirchen und Baalborn als selbständige Gemeinden der Bürgermeisterei Mehlingen unterstellt. Im Jahr 1939 erfolgte der Zusammenschluss zu einer Gemeinde, doch 1949 schied Baalborn wiederum aus und blieb bis 1969 selbständig.

19. Jahrhundert Nach Napoleons verlorenem Russland-Feldzug im Jahr 1812 bangten die Eigentümer der erkauften Güter um ihren Besitz. Nach dem Sieg über Napoleon wurden in den drei Dörfern der heutigen Gemeinde Mehlingen bayerische, preußische, österreichische und russische Soldaten einquartiert, die wieder Verpflegung forderten. Die französische Verwaltung wurde aufgehoben, die ersteigerten Nationalgüter verblieben jedoch bei den neuen Besitzern, falls sie rechtmäßig erworben wurden.

Während aus früheren Jahren kaum schriftliche Unterlagen vorhanden sind, so sind seit der napoleonischen Zeit Gemeindeakten, Gemeinderechnungen und Ratsprotokolle fast lückenlos erhalten.

Im Jahr 1816 wurde die Pfalz bayerisch; die aus der Franzosenzeit stammenden Gesetze und Verordnungen wurden in der Folgezeit schrittweise abgeschafft oder geändert. Junge Männer wurden fortan zum bayerischen Militärdienst eingezogen. Wer es sich leisten konnte, kaufte sich durch Stellung eines Ersatzmannes frei. Mancher junge Mann versuchte sich durch die Flucht über den Rhein der Konskription zu entziehen oder wanderte heimlich nach Amerika aus. Wurde er aufgegriffen, hatte er mit empfindlichen Strafen zu rechnen. Ein Peter Hack aus Niedermehlingen bekam 1816 beispielsweise eine Geldbuße von 100 Gulden auferlegt. Außerdem kamen bayerische Beamte, die unbeliebten Zwockel, in die Pfalz.

In den 1830er Jahren rückten politische Bewegungen in den Vordergrund, deren Höhepunkt das Hambacher Fest war, an dem mehrere Bewohner Mehlings, Neukirchens und Baalborns teilnahmen.

In den 1860er Jahren stieg die Einwohnerzahl in den drei Gemeinden stark an. Der Gemeinderat von Neukirchen zog deshalb in Erwägung, sieben namentlich genannte Familien, die noch nicht lange im Ort ansässig waren, wegen Unterstützungsbedürftigkeit, Bettelei und Waldfrevel auszuweisen, da nach seiner Auffassung bereits genug benachteiligte Leute im Dorf wohnten. Als im August 1870 norddeutsche Truppen in Neukirchen und Mehlingen vorübergehend Quartier nahmen, blieben deren marschunfähige Militärpferde zurück und mussten in verschiedenen Ställen durchgefüttert werden. Von den durchziehenden Truppen angerichtete erhebliche Flurschäden waren vor allem in Baalborn zu beklagen. Trotz der Geldknappheit veranstalteten die Gemeinden Mehlingen und Baalborn aber anlässlich des siegreichen Kriegsendes einen Umzug mit Musik, bei dem jedes Kind eine Festbrezel geschenkt bekam.

mini|Um die Jahrhuindertwende errichtetes Schulhaus in Neukirchen

Die Zeiten wurden zusehends besser und in Mehlingen begannen die längst fälligen Vorarbeiten für einen Schulhausneubau. Inzwischen kam erneut die Vereinigung der Schulen von Neukirchen und Mehlingen ins Gespräch. Die Gemeinderäte waren sich schon über die Formalitäten einig. Da traten die Gegner des Zusammenschlusses auf den Plan. Um den Schulstreit zu beenden, verfügte die Regierung in München 1878, es sei von einer Vereinigung der Schulen von Neukirchen und Mehlingen Abstand zu nehmen. Dies war das Signal, die Schulhäuser in Neukirchen und Mehlingen zu bauen.

Erster Weltkrieg Gleich zu Beginn des Ersten Weltkriegs mussten allein aus Neukirchen 15 aktive Soldaten und 72 Reservisten, Landwehr- und Landsturmleute einrücken, darunter die beiden Lehrer, sodass der Unterricht auf unbestimmte Zeit ausfallen musste.