mini|Wohn- und Jagdgebiet der Fox um 1650 Die Meskwaki (veraltet: Fox) sind ein indigenes nordamerikanisches Volk der Algonkin-Sprachfamilie. Ihr traditionelles Jagd- und Wohngebiet lag um 1650 östlich, später westlich des Lake Michigan im heutigen US-Bundesstaat Iowa. Ihre Nachfahren leben heute überwiegend in den US-Bundesstaaten Oklahoma, Kansas und Iowa.
Name, Sprache und Territorium Stammesbezeichnungen mini|Karte der Großen Seen und deren Einzugsgebiet (grün) Die Meskwaki nennen sich selbst auch Meshkwahkîha („Volk der roten Erde“), dies lässt sich eventuell von den Meskwaki-Wörtern Meshkwi („rot“), Meshkothiwa (rotfarbig) bzw. Meshkwâwi („es ist rot“)Meskwaki-Sauk Color Words und Ineniwa („Person/Mann“) bzw. Neniwaki („Männer“) herleiten, was dann später zu „Mesquakie“ verkürzt wurde. Allgemein waren die Meskwaki unter benachbarten Stämmen ebenfalls als „Volk der roten Erde“ bekannt, wie z. B. bei den eng verwandten Sauk/Sac (Othâkîwa) („Volk der gelben Erde“) die die Meskwaki Êshkwîha nannten.
Weitere Varianten: Meshkwakihug, Meshkwahkihaki, Meskwahki u. a.
Die heute immer noch verwendete veraltete Stammesbezeichnung „Fox“ („Volk des Fuchses“) geht vermutlich auf eine Verwechslung seitens der Franzosen bei Erstkontakt zurück. Laut einer Überlieferung trafen Franzosen auf eine Gruppe von Meskwaki-Jägern, und fragten diese wer sie seien und die Jäger antworteten: Waᐧkoᐧha („Person/Mitglied des Fuchs-Clans“), Wâkoshêhithowa oder Manesenokimawisottiki („Wir gehören zum Fuchs-Clan“). Da die Franzosen nicht verstanden, dass die Stammesmitglieder sich meist eher zu ihrem Clan zugehörig identifizierten, verwechselten sie dies als eine Stammesbezeichnung und übertrugen diesen Clannamen auf das ganze Volk der Meskwaki, die nun als „Les Renards“ und später als die „Fox“ bekannt wurden, beides mit der Bedeutung („die Füchse“).
Die Irokesisch-sprachigen Völker hatten mehrere Stammesbezeichnungen für die Fox: die Neutral nannten sie zuerst Atisitaehronon, ebenso die Huron-Petundie Neutral, Huron und Petun bezeichneten sich jeweils als Wendat („die Inselbewohner“) und sprachen drei Dialekte einer gemeinsamen Sprache Atsistaeronnon, was beides „Feuer-Nation“ bedeutet; später war es nur noch für die sprachlich-kulturell den Meskwaki nahe stehenden Mascouten gebräuchlich. Später jedoch bezeichneten die Wendat-Völker sie als Oskovararonon und die Seneca als Haskwahkiha, was beides eine Aufnahme der Meskwaki-Selbstbezeichnung als „Meshkwahkîha“ ist. Allgemein waren sie jedoch unter den Irokesen als Skenchioronon (Wendat-Variante) oder Tsitsho’á:ka (Mohawk-Variante) („Volk des Fuchses“) bekannt, was vermutlich wiederum eine Adaption der französischen Fremdbezeichnung als „Le Renards“ („Füchse“) ist.
Eine weitere abwertende Bezeichnung für die feindlichen Algonkin-Völker (einschließlich der Meskwaki) lautete Rontsha'ká:nons / Atsha'ká:nons („Sie nagen an ihren Lippen“) oder Rontewa'ká:nons / Atewa'ká:nons („Sie nagen an ihren Wörtern“) und bezog sich auf die Unterschiede in der Phonetik der beiden Sprachfamilien: die Irokesen kannten keine labialen Konsonanten (b, p, m), an deren Artikulation primär die Lippen beteiligt sind (daher konnten sie „Meshkwahkîha“ nicht korrekt aussprechen).
Die benachbarten Stämme der Anishinaabe(g) bezeichneten die Meskwaki ursprünglich als Odagaamii(wag) oder Otakamik („Volk am anderen Ufer“), da diese am Südufer der Great Lakes lebten und die Anishinaabe meist entlang des Nordufers; die französische Transliteration ist Outagamie. Heute jedoch haben sie die Selbstbezeichnung der Meskwaki übernommen und nennen diese nun ebenfalls Miskwaakii(wag).
Sprache Die Meskwaki sprechen zusammen mit den eng verwandten und verbündeten Sauk (Sac) und Kickapoo eine gemeinsame Zentrale Algonkin-Sprache, die meist als Meskwaki (Fox-Sauk) (auch: Fox-Sauk-Kickapoo) bekannt ist. Ihre Dialektvariante namens MeskwakiatoweniMeskwaki Settlement School – Meskwakiatoweni (Meskwaki Language) steht hierbei der Dialektvariante Thâkiwâtowêweni der Sauk am nächsten und weist größere Unterschiede zum Dialekt der Kickapoo auf.Bruce G. Trigger (Hrsg.): Handbook of North American Indians. Band 15: Northeast. S. 648. Zudem sprachen die heute als eigenständiger Stamm nicht mehr existenten Mascouten„Mascouten“ wird meist von einem Meskwaki-Wort mit der Bedeutung „Kleines Prairie-Volk“ hergeleitet, die ebenfalls oft verbreitete Bedeutung als „Feuer-Nation“ ist vermutlich irreführend; laut einem Jesuiten wurde durch die falsche Wiedergabe einiger Buchstaben die ganze Bedeutung des Wortes von „kleiner Prairie“ zu „Feuer“ verändert. Die Aussage des Jesuiten könnte durch die Sauk-Begriffe Mashkotêwi („Prairie“) oder Mashkotêwineniwa („Prärie-Indianer“) und shkotêwi („Feuer“) gestützt werden. eine weitere Dialektvariante derselben Sprache. Die sprachlichen und kulturellen Gemeinsamkeiten lassen vermuten, dass diese vier Stämme noch kurz vor dem Kontakt mit Europäern eng beieinander gelebt haben. Einige Indizien sprechen dafür, dass die Shawnee als fünfter Stamm ebenfalls zu dieser Gruppierung gehören könnten.
Territorium Vor dem Kontakt mit Europäern waren die Meskwaki ein klar definierter separater Stamm. Die Regierung der Vereinigten Staaten jedoch hat sie unrechtmäßig zusammen mit den Sauk zu einer Union verknüpft. Nach 1773 bestand ihr Verhältnis zu den Sauk eher aus einer engen Allianz als aus einer Union oder gar einer Konföderation. Beide Stämme starteten zwar gelegentlich gemeinsame Unternehmungen, blieben jedoch politisch und territorial getrennt. Ungeachtet dieser Tatsachen stufte sie die US-Regierung als eine Einheit unter der Bezeichnung „Sac-und-Fox“ ein. Im frühen neunzehnten Jahrhundert spaltete sich eine band (englisch „Stammesgruppe“) ab und wurde unter dem Namen Sac-and-Fox of the Missouri offiziell anerkannt. Der Rest der beiden Stämme erhielt den Namen Sac-and-Fox of the Mississippi. In den 1850er Jahren beendeten die Meskwaki ihre Allianz mit den Sauk, verließen Kansas und kehrten nach Iowa zurück. Damit entstand eine neue Gruppe, die der vorherigen offiziellen Terminologie zufolge Sac-and-Fox of the Mississippi in Iowa genannt wurde.Bruce G. Trigger (Hrsg.): Handbook of North American Indians. Bd. 15: Northeast, S. 636
Die ersten französischen Karten der Großen Seen platzieren die Meskwaki in das südliche Michigan zwischen den Lake Michigan und Lake Huron. Einige Jahre später waren sie unter dem Druck irokesischer Überfälle nach Wisconsin ausgewichen. Zur Zeit des europäischen Kontakts lebten sie am Wolf River im nordöstlichen Wisconsin und bewohnten ein Gebiet, das sich vom Oberen See bis zum Chicago River und vom Lake Michigan bis zum Mississippi erstreckte. Etwa um 1677 waren sie am oberen Fox River zu finden. Aufgrund der Kriege gegen die Franzosen im frühen achtzehnten Jahrhundert zogen sie in südwestlicher Richtung und erreichten den unteren Wisconsin River und Iowa. Bis zum frühen neunzehnten Jahrhundert siedelten sie am Westufer des Mississippi. In den vergangenen 150 Jahren gehörte stets ein Stück Präriekultur zu ihrem Leben und beherrschte zunehmend ihre Lebensweise.
Externe Beziehungen Der Wandel in der Kultur der Meskwaki und der mit ihnen verwandten Stämme vollzog sich fließend. Gehörten sie in der Präkontaktzeit zu den Waldlandindianern, so übernahmen sie auf ihren Weg nach Westen zunehmend Elemente der Präriekultur, die sie von den Sioux sprechenden Stämmen in Iowa übernahmen. Ähnlichkeiten zur Kultur der Iowa-Indianer sind nicht zu übersehen. Eine Ursache könnte unter anderem die Adoption von Mitgliedern der Iowa sein, um die Verluste der Meskwaki in den Kriegen gegen die Franzosen sein.
Es gab wechselnde Beziehungen zu den Kolonialmächten. Die Handelsbeziehungen zwischen Franzosen und Meskwaki waren vielfältig, dennoch weigerten sich die Indianer, in der Nähe der französischen Handelsposten oder Missionen zu siedeln. 1712 änderte ein Teil der Meskwaki seine Politik und zog nach Detroit. Trotzdem herrschte ein Klima des Misstrauens und Argwohns, das schließlich zu mehreren Kriegen führte. Der Kampfesmut der Meskwaki und die hohen Kriegskosten veranlassten die Franzosen, Frieden mit den Meskwaki zu schließen. Allerdings standen diese den Franzosen weiterhin misstrauisch gegenüber. In den Jahren der britischen Herrschaft waren die Beziehungen friedlicher Art. Als die Vereinigten Staaten gegründet wurden und den Mittleren Westen militärisch kontrollierten, führten die Meskwaki keine Kriege mehr.
Gruppen der Meskwaki Die Meskwaki waren in mehrere Gruppen aufgeteilt, die als bands (Gruppen) oder Dörfer bezeichnet werden können. Eine derartige band wohnte in einem Sommerdorf und sammelte sich mit den anderen Gruppen des Stammes im Frühling jeden Jahres, um gemeinsam auf Büffeljagd zu gehen. Danach kehrten alle Gruppen in ihre eigenen Sommerdörfer zurück. Die Bands wurden offenbar nach ihren Führern benannt. Die Mitgliederzahl einer Band wechselte, es gibt jedoch keine Informationen über die Lebensdauer einer Band.
Kultur
Es gibt zahlreiche Berichte über die Meskwaki, allerdings nur wenig Informationen über ihre Kultur. Detaillierte Aufzeichnungen stammen überwiegend aus dem frühen neunzehnten Jahrhundert, besonders aus der Zeit zwischen 1820 und 1830. Diese Daten wurden durch Forschungsergebnisse einiger Anthropologen ergänzt, die sie in späteren Jahren gesammelt hatten.Bruce G. Trigger (Hrsg.): Handbook of North American Indians. Bd. 15: Northeast, S. 637
Lebensunterhalt Die Lebensgrundlage der Meskwaki bildeten Jagd und Landwirtschaft. Die jährlichen Büffeljagden endeten 1823, als diese Tiere aus dem Jagdgebiet der Meskwaki verschwunden waren. Zur Fleischversorgung jagten die Meskwaki nun überwiegend Hirsche, deren Felle und Talg als Handelsgut benötigt wurde. Außerdem gehörten kleinere Pelztiere zur Jagdbeute, die man entweder jagte oder in Fallen fing. Fischfang gehörte erst dann zum Lebensunterhalt der Meskwaki, als das Fleisch der Wildtiere knapp wurde. Frauen sammelten Nüsse, Beeren, Milkweed, Honig, Bienenwachs und verschiedene Pflanzenknollen, diese Tätigkeit war jedoch von geringerer Bedeutung für die Ernährung. Auf den Feldern in den Flussauen nahe den Dörfern bauten Frauen Gartenfrüchte wie Mais, Bohnen, Squash, Kürbisse und Melonen an. Für den Handel wurde Bleierz im Tagebau gefördert. Wenn im Herbst die Gartenfrüchte geerntet und weitere Vorräte von den Händlern auf Kredit geliefert worden waren, verließen die Meskwaki ihre Dörfer und zogen zu Pferd oder mit dem Kanu zu ihren Jagdgründen östlich des Missouri und Iowa Rivers. Sie trennten sich in kleine Jagdgruppen und jagten etwa zwei Monate lang bis zum Wintereinbruch. Danach sammelten sie sich und verbrachten den Winter in größeren Lagern in den schützenden Flusstälern. Hier wurden sie von Händlern aufgesucht und tauschten Pelze und Häute gegen Kredite aus dem Herbst, Kleidung und Munition. Im zeitigen Frühling wurde erneut in kleinen Gruppen gejagt, während die Familien im Lager zurückblieben. Nach der Rückkehr der Jäger im April zog die gesamte Gruppe zurück in ihr Dorf. Mais und Gemüse wurde im Mai und Juni angebaut. Viele Männer gingen erneut auf die Jagd, während der Rest des Stammes auf den Feldern oder in den Bleiminen arbeitete.
Siedlungen und Häuser mini|Tewaraathon – Lacrosse als Kriegsvorbereitung