mini|Gestalterin für immersive Medienmini|Flyer für die Ausbildung zum Gestalter immersiver Medien
Der Gestalter für immersive Medien ist seit 2023 ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf nach Berufsbildungsgesetz. Die Ausbildung umfasst die Konzeption, Gestaltung und Entwicklung von (a) immersiven Filmproduktionen in 360°/VR180 und von (b) interaktiven 3D-Anwendungen für XR, wie etwa Games.Gestalter für immersive Medien/Gestalterin für immersive Medien (Ausbildung), Webseite des BIBB, abgerufen am 22. Dezember 2022.Neues Berufsbild: Gestalter/-in für immersive Medien, Webseite print.de, abgerufen am 22. Dezember 2022.Gestalter für immersive Medien: Ein Beruf entsteht, Webseite von Torsten Fell, abgerufen am 22. Dezember 2022.Gestalter:in immersive Medien, Webseite des XR HUB Bavaria, Medien.Bayern GmbH, abgerufen am 22. Dezember 2022.
Ausbildungsstruktur
Ausbildungsform Die Ausbildung des Gestalters für immersive Medien erfolgt innerhalb des Dualen Ausbildungssystems. Der Ausbildungsberuf ist ein sogenannter Monoberuf, d. h. er verfügt über keine Spezialisierungen wie Fachrichtungen oder Schwerpunkte.
Ausbildungsdauer Die Ausbildungsdauer beträgt 36 Monate. Die Ausbildung kann entsprechend den Vorgaben des Berufsbildungsgesetzes verkürzt oder verlängert werden.
Ausbildungsverlauf mini|AusbildungsverlaufDie Ausbildung des Gestalters für immersive Medien gliedert sich nach dem Rahmenlehrplan der KMK abstrahiert wie folgt:
Im 1. Ausbildungsjahr werden hauptsächlich Kompetenzen aus dem Themenbereich Immersiver Filmproduktion vermittelt. Im 2. und 3. Ausbildungsjahr werden hingegen Kompetenzen aus dem Themenbereich Interaktiver 3D-Anwendungen für VR, AR und MR vermittelt.
Ausbildungsinhalte
Konzeption und Kundenberatung mini|Konzeption immersiver Medienprodukte Zur Konzeption immersiver Medienprodukte und der Kundenberatung greifen die Auszubildenden je nach Format des Produkts (Immersive Filmproduktion oder interaktive 3D-Anwendung) auf entsprechende Prinzipien der Ideen-, Konzept- und Geschichts-Entwicklung (z. B. Zielgruppenanalyse, Brainstorming, Storyboards, Präsentationen, Animationen, Konzeptfilme und Prototypen) zurück. Dabei berücksichtigen sie die Prinzipien zur Optimierung der User Experience in virtuellen Realitäten (z. B. Storyliving, User-Centered, User-Comfort).
Gestaltung immersiver Medienprodukte mini|Gestaltung immersiver Medienprodukte Zur zielgruppenorientierten Gestaltung immersiver Medienprodukte greifen die Auszubildenden je nach Format des Produkts (Immersive Filmproduktion oder interaktive 3D-Anwendung) auf entsprechende Prinzipien der Bildgestaltung (z. B. Farbe, Licht, Kamera, Dramaturgie), der Tongestaltung (z. B. 3D-Audio, Soundeffekte, Musik, Dialog) und des Game-Designs (z. B. Spielmechanik, Interaktion, Szenenaufbau, Art-Style) zurück. Dabei beachten sie die Gestaltungsprinzipien zur Optimierung der User Experience in virtuellen Realitäten.
Erstellung immersiver Filmproduktionen mini|Erstellung immersiver Filmproduktionen Zur Erstellung immersiver Filmproduktionen in 360° und 3D/VR180 erlernen die Auszubildenden unter anderem das Anfertigen, Bearbeiten und Finalisieren von entsprechenden Bild- und Tonaufnahmen. Dazu verwenden sie Spezialkameras, binaurale Tonaufnahmen und non-lineare Schnittprogramme. Über Effekt- und Animationssoftware gestalten sie visuelle Effekte und integrieren diese in die immersive Filmproduktion. Auch erlernen die Auszubildenden den Prozess der Publikation von immersiven Filmproduktionen auf AR-, VR- und MR-Geräten.
Entwicklung interaktiver 3D-Anwendungen mini|Entwicklung interaktiver 3D-Anwendungen für VR, AR und MR Zur Entwicklung interaktiver 3D-Anwendungen und Prototypen für AR, VR und MR erlernen die Auszubildenden unter anderem 3D-Modeling, Texturing, Shading, Animation sowie 3D-Audiogestaltung. Die eigentliche Implementierung erfolgt dann in einem agilen Entwicklungsprozess innerhalb einer Game-Engine (Unity, Unreal oder Godot). Dazu definieren die Auszubildenden die benötigte Spiellogik mithilfe von Skripten (Visual Scripting, C#, C++ oder GDScript) und erlernen so auch grundlegende Programmierkenntnisse. Sie testen und publizieren ihre interaktiven 3D-Anwendungen auf entsprechenden AR-, VR- und MR-Geräten.
Ausbildungsprüfung Die Ausbildungsordnung sieht für diesen Ausbildungsberuf eine Zwischenprüfung (ZP) und eine Abschlussprüfung (AP) vor. Sowohl bei der ZP wie auch bei der AP werden bundesweit einheitliche, schriftliche Prüfungsaufgaben zum Einsatz kommen. Diese Prüfungsaufgaben entwickeln ehrenamtlich besetzte Ausschüsse, die vom ZFA in Kassel betreut werden.
Zwischenprüfung Die ZP soll im vierten Ausbildungshalbjahr stattfinden und findet in folgenden zwei Prüfungsbereichen statt.
„Immersive Medienprodukte in Entwicklungsumgebungen vorbereiten und erstellen“ „3D-Modelle und Medienprodukte erstellen“
Im ersten Prüfungsbereich soll der Auszubildende unter anderem nachweisen, dass er Produktionsmittel zur Erstellung und Bearbeitung von Bild- und Tonaufnahmen auswählen sowie deren Einrichtung und Einsatz beschreiben kann. Die Prüfung findet schriftlich statt und dauert 120 Minuten.
Im zweiten Prüfungsbereich soll der Auszubildende unter anderem nachweisen, dass er Bild- und Tonaufnahmen für reale und virtuelle Produktionen durchführen, anpassen sowie grundlegende 3D-Modellierungen von Körpern vornehmen und diese animieren kann. Die Prüfung findet als Arbeitsprobe statt und dauert 30 Minuten.
Abschlussprüfung Die Abschlussprüfung findet am Ende der Ausbildung statt und umfasst die folgenden vier Prüfungsbereiche:
„Immersive Medien produzieren“ „Immersive Medien konzipieren und gestalten“ „Produktion von immersiven Medien organisieren und umsetzen“ „Wirtschafts- und Sozialkunde“
Der Prüfungsbereich „Immersive Medien produzieren“ prüft, ob der Prüfling in der Lage ist, verschiedene Aufgaben in der Produktion immersiver Medien zu bewältigen. Dazu gehören die Beratung von Kunden, die Konzeption und Entwicklung von Medienprojekten, die Erstellung und Animation von 3D-Modellen und virtuellen Umgebungen sowie die Durchführung von Bild- und Tonaufnahmen. Weiterhin muss der Prüfling immersive Klangwelten umsetzen, interaktive Anwendungen gestalten und Produktionsdaten organisieren. Er muss auch Zeit- und Budgetvorgaben einhalten, Qualitätsanforderungen berücksichtigen und die Ergebnisse präsentieren. Der Prüfling muss einen betrieblichen Auftrag durchführen, dokumentieren und präsentieren. Auf Basis der Dokumentation und Präsentation wird anschließend ein Fachgespräch geführt. Vor Beginn des Auftrags muss die Aufgabenstellung vom Prüfungsausschuss genehmigt werden. Für die Durchführung des Auftrags und die Dokumentation sind insgesamt 40 Stunden vorgesehen, während die Präsentation 15 Minuten und das Fachgespräch 20 Minuten dauern dürfen.
Im Prüfungsbereich „Immersive Medien konzipieren und gestalten“ muss der Prüfling zeigen, dass er verschiedene Aufgaben im Zusammenhang mit der Planung und Gestaltung von immersiven Medien bewältigen kann. Dazu gehört das Prüfen und Bewerten von Auftragsunterlagen, das Vorbereiten und Auswerten von Kundengesprächen (auch in Englisch), die Durchführung von Produktionsplanungen sowie die Entwicklung von Evaluationskonzepten. Der Prüfling muss Gestaltungskonzepte erstellen und visualisieren, Interaktions- und Kollaborationskonzepte entwickeln, die Benutzerführung an unterschiedliche Zielgruppen anpassen und Prototypen beurteilen. Zudem muss er medienrechtliche Vorschriften einhalten, Kommunikationsregeln anwenden und Aspekte der Benutzerfreundlichkeit, Barrierefreiheit sowie ethische Grundsätze berücksichtigen. Die Aufbereitung der Medienprodukte für die Distribution muss ebenfalls beschrieben werden. Die Aufgaben sind praxisbezogen und schriftlich zu bearbeiten, mit einer Prüfungszeit von 120 Minuten.
Im Prüfungsbereich „Produktion von immersiven Medien organisieren und umsetzen“ muss der Prüfling nachweisen, dass er fähig ist, Projekte zu organisieren und Prototypen iterativ zu entwickeln. Er muss die Konzeption und Integration von Klangwelten in immersive Medien planen sowie die Bearbeitung von 2D-, 3D-, Bild- und Grafikdaten beschreiben und beurteilen können. Zudem soll der Prüfling die Erstellung und Umsetzung von Interaktionen und Animationen analysieren, Skripte integrieren, und die gesamte Produktion von immersiven Medienprodukten beschreiben und optimieren können. Auch die Nutzung von deutsch- und englischsprachigen Informationsquellen sowie die Dokumentation der Arbeitsabläufe in beiden Sprachen gehören zu den Anforderungen. Die Aufgaben sind praxisbezogen und schriftlich zu bearbeiten, mit einer Prüfungszeit von 120 Minuten.
Der Prüfungsbereich „Wirtschafts- und Sozialkunde“ enthält nicht fachbezogene, schriftlich zu beantwortende Fragestellungen zu allgemeinen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenhängen der Berufs- und Arbeitswelt. Hierfür stehen 60 Minuten zur Verfügung.
Ausbildungsorte Die Auszubildenden werden praxisnah sowohl in einem Ausbildungsbetrieb als auch in einer Berufsschule ausgebildet.
Ausbildungsbetrieb Ausbildungsbetriebe können aus unterschiedlichen Branchen kommen, wie beispielsweise:
Gaming- und Unterhaltungsindustrie Marketing und Werbung Einzelhandel und E-Commerce Bildung und Berufstraining Gesundheitswesen Immobilien und Architektur Industriedesign und Fertigung
Berufsschule Die Beschulung erfolgt an den folgenden Standorten (Stand: Februar 2024): Berufliche Schule in Farmsen in HamburgGestalterinnen und Gestalter für immersive Medien, Webseite der Beruflichen Schule in Farmsen, abgerufen am 16. Februar 2024. Georg-Simon-Ohm-Berufskolleg in KölnGESTALTER:IN FÜR IMMERSIVE MEDIEN, Webseite des Georg-Simon-Ohm-Berufskollegs, abgerufen am 16. Februar 2024. Gutenbergschule Leipzig Johannes-Gutenberg-Schule in StuttgartDuale Ausbildung | Gestalter für immersive Medien (m/w/d), Webseite der Johannes-Gutenberg-Schule, abgerufen am 16. Februar 2024. Julius-Wegeler-Schule in KoblenzDie Julius-Wegeler-Schule Koblenz ist kompetenter Partner für die berufliche Ausbildung im Medienbereich, Webseite der Julius-Wegeler-Schule, abgerufen am 16. Februar 2024. Martin-Segitz-Schule in FürthMedien, Webseite der Martin-Segitz-Schule, abgerufen am 16. Februar 2024. Oberstufenzentrum für Kommunikations-, Informations- und Medientechnik in BerlinAusbildungsberufe, Webseite des OSZ KIM, abgerufen am 16. Februar 2024. Werner-von-Siemens-Schule in Frankfurt am Main
Berufspraxis und Perspektive
Berufliche Praxis mini|Darstellung der Aufgaben und Rollen für den Ausbildungsberuf Ausgebildete Fachkräfte des Berufsbilds Gestalter für immersive Medien arbeiten beispielsweise in interdisziplinären Teams gemeinsam mit spezialisierten Kundenberatern, Designern, 3D-Artists und Softwareentwicklern an Anwendungen für AR, VR und MR oder im Gaming-Bereich.
Sie nehmen eine praxisorientierte Schnittstellenfunktion zwischen den Bereichen Beratung, Konzeption, Gestaltung und Programmierung ein. Dabei können sie bereichsübergreifend unterstützen, selbständig Prototypen entwickeln, oder sich nach individueller Präferenz ganz auf einen der Bereiche fokussieren und sich dementsprechend spezialisieren.
Game-Entwicklung Im Rahmen der Berufsausbildung zum Gestalter für immersive Medien ergeben sich auch vielfältige Einsatzmöglichkeiten in der Computerspielindustrie. So können Absolventinnen und Absolventen der Ausbildung beispielsweise in professionellen Produktionen von Serious-Games, VR-Games und AR-Games mitarbeiten. Typische Aufgaben umfassen die Konzeption und Gestaltung interaktiver 3D-Umgebungen, Charaktergestaltung, 3D-Modellierung, Animation und Texturierung sowie Prototyping in Spiel-Engines wie Unity und Unreal Engine.