Das FFH-Gebiet Wilder See-Hornisgrinde und Oberes Murgtal ist ein im Jahr 2005 durch das Regierungspräsidium Karlsruhe nach der Richtlinie 92/43/EWG (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) angemeldetes Schutzgebiet (Schutzgebietskennung DE-7415-311) im deutschen Bundesland Baden-Württemberg. Mit Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe zur Festlegung der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung vom 12. Oktober 2018 (in Kraft getreten am 11. Januar 2019) wurde das Schutzgebiet festgelegt.
Lage Das rund 4384 Hektar große FFH-Gebiet liegt überwiegend im Naturraum 151-Grindenschwarzwald und Enzhöhen und zu kleineren Teilen in den Naturräumen 152-Nördlicher Talschwarzwald und 150-Schwarzwald-Randplatten innerhalb der naturräumlichen Haupteinheit 15-Schwarzwald. Es liegt zwischen Baiersbronn und Ottenhöfen und erstreckt sich über die Markungen von acht Städten und Gemeinden:
Ortenaukreis Oppenau: 394,5781 ha = 9 % Ottenhöfen im Schwarzwald: 219,2101 ha = 5 % Sasbach: 87,684 ha = 2 % Sasbachwalden: 43,842 ha = 1 % Seebach: 263,0521 ha = 6 %
Landkreis Freudenstadt Baiersbronn: 3112,7835 ha = 71 % Freudenstadt: 131,526 ha = 3 %
Landkreis Rastatt Forbach: 87,684 ha = 2 %
Beschreibung und Schutzzweck Es handelt sich um die Grindenlandschaft des Nordschwarzwald-Hauptkammes mit angrenzenden bewaldeten Steilhängen, Felsabstürzen, eiszeitlichen Karnischen mit Hochmooren sowie Karseen mit Schwingrasen, im Wechsel mit ausgedehnten Wiesentälern und Rodungsinseln mit mageren Bergwiesen.
Lebensraumtypen Gemäß Anlage 1 der Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe zur Festlegung der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung (FFH-Verordnung) vom 12. Oktober 2018 kommen folgende Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie im Gebiet vor:
EUCode Lebensraumtyp (offizielle Bezeichnung) Kurzbezeichnung Hektar 3160 Dystrophe Seen und Teiche Dystrophe Seen 7,30 3260 Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion Fließgewässer mit flutender Wasservegetation 61,50 4030 Trockene europäische Heiden Trockene Heiden 106,10 5130 Formationen von Juniperus communis auf Kalkheiden und -rasen Wacholderheiden 4,20 6230 Artenreiche montane Borstgrasrasen (und submontan auf dem europäischen Festland) auf Silikatböden Artenreiche Borstgrasrasen 27,70 6430 Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe Feuchte Hochstaudenfluren 1,46 6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis) Magere Flachland-Mähwiesen 153,80 6520 Berg-Mähwiesen Berg-Mähwiesen 19,98 7110 Lebende Hochmoore Naturnahe Hochmoore 1,90 7120 Noch renaturierungsfähige degradierte Hochmoore Geschädigte Hochmoore 12,16 7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore Übergangs- und Schwingrasenmoore 6,80 7150 Torfmoor-Schlenken (Rhynchosporion) Torfmoor-Schlenken 0,57 8150 Kieselhaltige Schutthalden der Berglagen Mitteleuropas Silikatschutthalden 3,80 8220 Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation 12,20 8230 Silikatfelsen mit Pioniervegetation des Sedo-Scleranthion oder des Sedo albi-Veronicion dillenii Pionierrasen auf Silikatfelskuppen 4,30 9110 Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum) Hainsimsen-Buchenwald 10,883 91D0 Moorwälder Moorwälder 47,94 91E0 Auenwälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) Auenwälder mit Erle, Esche, Weide 12,26 9410 Montane bis alpine bodensaure Fichtenwälder (Vaccinio-Piceetea) Bodensaure Nadelwälder 78,40
Arteninventar Folgende Arten von gemeinschaftlichem Interesse sind nach der Anlage 1 der Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe vom 12. Oktober 2018 (FFH-Verordnung) für das Gebiet gemeldet:
Bild EUCode
Art wissenschaftlicher Name Artengruppe 150px|Bachneunauge 1096 Bachneunauge Lampetra planeri Fische 150px|Groppe 1163 Groppe Cottus gobio Fische 150px|Wimperfledermaus 1321 Wimperfledermaus Myotis emarginatus Säugetiere 150px|Bechsteinfledermaus 1323 Bechsteinfledermaus Myotis bechsteinii Säugetiere 150px|Großes Mausohr 1324 Großes Mausohr Myotis myotis Säugetiere 150px|Grünes Koboldmoos 1386 Grünes Koboldmoos Buxbaumia viridis Moose 1387 Rogers Goldhaarmoos Orthotrichum rogeri Moose 150px|Europäischer Dünnfarn 1421 Europäischer Dünnfarn Trichomanes speciosum Farne
Zusammenhängende Schutzgebiete Das FFH-Gebiet besteht aus zahlreichen Teilgebieten. Es liegt vollständig im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord. Größere Flächen gehören zum Nationalpark Schwarzwald. In Teilbereichen ist es deckungsgleich mit mehreren Landschaftsschutzgebieten. Innerhalb des FFH-Gebiets liegen die Naturschutzgebiete: 2025 – Schliffkopf 2027 – Wilder See-Hornisgrinde 2083 – Blindsee bei Hundsbach 2084 – Schurmsee 2207 – Kniebis-Alexanderschanze 3090 – Gottschlägtal-Karlsruher Grat 3186 – Hornisgrinde-Biberkessel
Siehe auch Liste der FFH-Gebiete in Baden-Württemberg
Weblinks
Datenauswertebogen und Karte im Steckbrief des Natura 2000 Gebiets 7415-311 Wilder See-Hornisgrinde und Oberes Murgtal beim Bundesamt für Naturschutz Standarddatenbogen für das FFH-Gebiet „Wilder See-Hornisgrinde und Oberes Murgtal“
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