Die Paddy Power World Darts Championship 2024 war die 31. Auflage der von der Professional Darts Corporation (PDC) ausgetragenen Darts-Weltmeisterschaft. Sie fand vom 15. Dezember 2023 bis zum 3. Januar 2024Paddy Power World Darts Championship ticket prices & session times abgerufen am 28. Juli 2023 zum siebzehnten Mal im Alexandra Palace („Ally Pally“) in London statt. Titelverteidiger Michael Smith aus England schied im Achtelfinale gegen Chris Dobey aus und konnte somit seinen Titel nicht verteidigen. Sieger wurde Luke Humphries aus England.

Ereignisse im Vorfeld Am 10. Juli 2023 wurde bekanntgegeben, dass die Weltmeisterschaft zum zweiten Mal in Folge mit dem Glücksspielkonzern Paddy Power einen neuen Hauptsponsor erhält.Paddy Power unveiled as new sponsors of World Darts Championship abgerufen am 10. Juli 2023

Am 13. September 2023 wurde durch die World Darts Federation (WDF), den zweiten großen Welt-Dartverband mit eigener Weltmeisterschaft, bekannt, dass das PDC Board of Directors entschieden hat, dass es Spielern, welche ebenfalls an der WDF World Darts Championship 2023 teilnehmen, die Teilnahme an der PDC-WM verbietet. Betroffen waren davon zu diesem Zeitpunkt die Spieler Luke Littler und Beau Greaves, welche sich für beide Events qualifiziert haben.2023 WDF Lakeside World Championships – Player eligibility update abgerufen am 28. September 2023 Während sich Littler für eine Teilnahme an der PDC-WM ausgesprochen hat, wurde am 28. September 2023 bekannt, dass Greaves, die Erstplatzierte der PDC Women’s Series Order of Merit und Siegerin des Women’s World Matchplay, auf eine Teilnahme verzichtet.Beau Greaves to play at Lakeside this December abgerufen am 28. September 2023.

Turnierverlauf Runden 1 und 2 In der Eröffnungspartie der 31. PDC-Weltmeisterschaft traf der Niederländer Kevin Doets auf den US-Amerikaner Stowe Buntz, wo sich Doets mit einem 3:0-Sieg souverän durchsetzen konnte. Das zweite Erstrundenduell zwischen Cameron Menzies und Rusty-Jake Rodriguez verlief ebenso deutlich und endete 3:0 nach Sätzen. In Spiel 3 tat sich der favorisierte Australier Simon Whitlock gegen den philippinischen Paolo Nebrida überraschend schwer. Nachdem der Außenseiter zunächst im ersten Set in Führung ging und dabei ein 116er-Finish spielte, drehte Whitlock die Partie anschließend und gewann mit 3:2-Sätzen. Zum Abschluss des ersten Spieltages traf der amtierende Weltmeister Michael Smith auf Kevin Doets und hatte Schwierigkeiten mit dem auf Augenhöhe spielenden WM-Debütanten. Smith ging zum Auftakt zwar 1:0 in Führung, allerdings lag Doets danach mit 1:2 in Führung. Das hochklassige Spiel entschied Smith letztlich mit 3:2 für sich und spielte mit 100,09 den ersten dreistelligen Average des Turniers.

Den zweiten Turniertag eröffneten in der Mittagssession Lee Evans und Sandro Eric Sosing. In einer einseitigen Begegnung gewann Evans mit 3:0 und gab insgesamt nur drei Legs ab. Die zweite Partie spielte Connor Scutt gegen Krzysztof Kciuk, der zum zweiten Mal nach 2010 qualifiziert war. Auch diese Partie endete mit 3:0, unter anderem durch vier Breaks von Scutt. Zwei weitere Debütanten kamen in der dritten Partie am Nachmittag zum Zug. Dort schaffte Darren Penhall die erste größere Überraschung und entschied das Match gegen Jules van Dongen mit 3:1 für sich. Dave Chisnall schloss die Mittagssession mit einem 3:1-Sieg über Cameron Menzies ab. Nachdem Chisnall den ersten Satz verlor, schraubte er sein Scoring deutlich nach oben und gewann drei Sätze in Folge. Am Abend setzte sich Jamie Hughes gegen David Cameron mit 3:1 durch. Das gleiche Ergebnis erzielte sowohl Keane Barry gegen Reynaldo Rivera als auch Scott Williams gegen Haruki Muramatsu. In der Zweitrundenpartie des Abends traf der zweimalige Weltmeister Gary Anderson auf Simon Whitlock, spielte zum Auftakt fünf perfekte Darts und entschied alle drei Sätze für sich.

Am Sonntag gelang Jim Williams der erste White Wash des Turniers gegen Norman Madhoo. Auch Matt Campbell und Ricky Evans wurden ihrer Favoritenrolle gerecht; Evans war hierbei gegen Simon Adams mit einem um 17 Punkten höheren Average deutlich überlegen. Mit Joe Cullen setzte sich in der Zweitrundenpartie der nächste gesetzte Spieler souverän durch; er gewann gegen Darren Penhall mit 3:0 und checkte im ersten Satz mit 160 Punkten das bis zu diesem Zeitpunkt höchste Finish. Die Abendsession wurde mit dem Spiel Florian Hempel gegen Dylan Slevin eröffnet, in dem Hempel mit 3:1 siegreich war; mit einer Niederlage hätte er seine Tour Card verloren. Dylan Slevin spielte im zweiten Satz ein 167er-Checkout. Im Anschluss gewann Nils Zonneveld mit 3:1 gegen Darren Webster, vergab dort vor dem entscheidenden Dart auf die Doppel-1 zunächst acht Matchdarts. Auch Jermaine Wattimena wurde seiner Favoritenrolle gerecht und gewann gegen Fallon Sherrock mit 3:1. Das letzte Spiel des Abends gewann Luke Humphries gegen Lee Evans mit 3:0. Evans checkte als erster Spieler des Turniers 170 Punkte.

Den vierten Turniertag eröffnete Mario Vandenbogaerde gegen Thibault Tricole. Dabei gewann Tricole als erster Franzose überhaupt ein Spiel bei einer PDC World Darts Championship. Ins nächste Spiel ging Junioren-Vizeweltmeister Gian van Veen als klarer Favorit und gewann gegen Man Lok Leung auch die ersten zwei Sätze. Jedoch blieb Leungs Scoring hoch und die Doppelquote konstant, sodass er das Spiel drehte und mit einem 3:2-Sieg eine große Überraschung schaffte. Leung stellte mit elf 180ern einen neuen WM-Erstrundenrekord auf. Im Folgespiel setzte sich der favorisierte Martin Lukeman gegen Haupai Puha mit einem 3:1-Sieg durch. Das einzige Zweitrundenmatch des Tages gewann Gerwyn Price gegen Connor Scutt souverän mit 3:0.

Am 19. Dezember gewann der Japaner Tomoya Gotō mit 3:1 gegen den Engländer Ian White. In der zweiten Partie – zwischen dem Schweden Jeffrey de Graaf und dem Engländer Ritchie Edhouse – gewann Edhouse den ersten Satz. Im zweiten Satz vergab de Graaf sieben Darts zum Ausgleich, sein Gegner nutze dies zum 2:0. Den entscheidenden fünften Satz gewann de Graaf, der damit in die zweite Runde einzog. Anschließend konnte der einzige Kroate im Teilnehmerfeld – Boris Krčmar – nach einem 0:1-Rückstand mit einem 3:1-Sieg über Keegan Brown in die zweite Runde einziehen. Zu Beginn des Spiels kündigte John McDonald fälschlicherweise Keegan Brown als Boris Krčmar an. Zum Abschluss des Nachmittags schied mit James Wade der erste gesetzte Spieler aus dem Turnier aus; er unterlag dem Kanadier Matt Campbell nach fünf Sätzen. Die Abendsession eröffnete Steve Beaton mit einem 3:1-Erfolg gegen Wessel Nijman. Daraufhin griff mit Dragutin Horvat der zweite Deutsche ins Turnier ein: gegen Mike de Decker verlor er klar mit 0:3. Die dritte Partie gewann der dritte deutsche Teilnehmer – Ricardo Pietreczko – gegen Mikuru Suzuki ebenso deutlich mit 3:0. In der Zweitrundenpartie gewann der klar favorisierte Michael van Gerwen gegen Keane Barry mit 3:0.

Mit der Partie zwischen dem Finnen Marko Kantele und dem Polen Radek Szagański wurde die Mittagssession des 20. Dezember eröffnet. Trotz eines 2:1-Rückstands in den Sätzen drehte Szagański die Partie und zog in die zweite Runde ein. Anschließend unterlag Owen Bates, trotz einer 2:0-Führung, mit 2:3 gegen den Iren Steve Lennon. Auch im dritten Spiel des Tages zog mit William O’Connor ein weiterer Ire in die zweite Runde ein; er besiegte den Inder Bhav Patel bei dessen WM-Debüt mit einem White Wash. Anschließend konnte Ross Smith bei einer 2:0-Führung zunächst einen Matchdart nicht verwerten, sein Gegner Niels Zonneveld verkürzte auf 2:1, doch den Folgesatz gewann Smith und zog in Runde 3 ein. Im zweiten Satz spielte Smith als zweiter Spieler im Turnier ein 170er-Checkout. Ryan Joyce und Alex Spellman eröffneten die Abendsession, wobei sich Joyce mit 3:1 durchsetzen konnte. Ryan Joyce spielte zum zweiten Mal in Folge einen 100+-Average in der ersten Runde einer PDC World Championship, wodurch er der erste Spieler ist, dem jemals zwei 100+-Averages in der ersten Runde gelangen. Anschließend gewann Richard Veenstra gegen Ben Robb mit 3:0. Im dritten Spiel siegte Luke Littler mit 3:0 über Christian Kist. Littler spielte mit 106,12 Punkten den zweithöchsten Erstrunden-Average in der WM-Geschichte der PDC und wurde zudem der jüngste Spieler, der ein WM-Spiel bei der PDC gewinnen konnte. Im letzten Match des Tages schied mit Peter Wright der zweite gesetzte Spieler mit 0:3 gegen Jim Williams aus.

Am Donnerstagnachmittag startete Mickey Mansell mit einem deutlichen 3:0 gegen Zong Xiaochen in den Spieltag. Darauf folgte die Partie zwischen Luke Woodhouse und Berry van Peer. Der Niederländer gewann das Match mit 3:2. Erstmals fanden in einer Session zwei Zweitrundenpartien statt; den Auftakt machte der gesetzte Madars Razma gegen Mike De Decker. Ersterer besiegte den Belgier mit 3:1 knapp, vergab dabei zunächst fünf Matchdarts. Im Anschluss siegte Rob Cross über den Franzosen (der erste, der jemals an einer PDC-WM teilnahm) Thibaut Tricole mit 3:0, der 18 seiner 20 Darts auf Doppelfelder vergab. In der Abendsession schieden mit Andrew Gilding und Danny Noppert, bereits der dritte und vierte gesetzte Spieler in der zweiten Runde aus. Gilding verlor gegen das englische Talent Luke Littler mit 1:3 und Noppert gegen Scott Williams mit 0:3. Im dritten Spiel des Abends startete mit Gabriel Clemens der vierte Deutsche ins Turnier, der mit 3:1 gewann und in die dritte Runde einzog. Ihm folgte anschließend der Australier Damon Heta, der seine Partie gegen Martin Lukeman ebenfalls mit 3:1 gewinnen konnte.

Der siebte Turniertag wurde durch Brendan Dolan und Michael Mansell eröffnet. Das erste nordirische Duell bei einer Darts-WM der PDC gewann Dolan nach dem ersten Sudden-Death-Leg dieser WM knapp mit 3:2. Im Anschluss schied der an Nummer 25 gesetzte Portugiese José de Sousa mit 1:3 gegen den Schweden Jeffrey de Graaf aus. Der Pole Krzysztof Ratajski konnte seiner Favoritenrolle gerecht werden und besiegte Jamie Hughes souverän mit 3:1. Im vierten Spiel der Nachmittagssession schied mit Dirk van Duijvenbode erneut ein gesetzter Spieler in der zweiten Runde aus. Er musste sich Boris Krčmar ebenfalls mit 1:3 geschlagen geben. Krčmar zeigte sich während des Spiels emotional und hatte Tränen in den Augen. Die Abendsession wurde mit dem Spiel von Florian Hempel gegen Dimitri Van den Bergh eröffnet. Nachdem Van den Bergh die ersten beiden Sätze gewonnen hatte, gelang es Hempel auf 2:1 zu verkürzen. Als Van den Bergh im vierten Satz bei einer 2:0-Führung seinen ersten Matchdart auf das Bullseye verpasste, checkte Hempel 151 Punkte. Im darauffolgenden Leg verpasste er erneut zwei Matchdarts; Hempel konnte ausgleichen und spielte einen 10-Darter zum Ausgleich in den Sätzen. Direkt zu Beginn des letzten Satzes wiederholte er dies und entschied die Partie zu seinen Gunsten. Mit Martin Schindler zog im Anschluss ein weiterer Deutscher in die dritte Runde ein. Er konnte sich mit 3:1 gegen Jermaine Wattimena, der als vierter Spieler 170 Punkte checkte, durchsetzen. Im dritten Spiel des Abends schlug Raymond van Barneveld den Polen Radek Szagański mit 3:1. Zum Abschluss des Tages zog Chris Dobey mit 3:2 über William O’Connor in die 3. Runde ein.

Die Nachmittagssession des achten Turniertages eröffnete Richard Veenstra mit einem 3:0-Sieg über den an Nummer 31 gesetzten Kim Huybrechts. Dabei verlor Veenstra kein einziges Leg. Im Anschluss setzte sich Ricardo Pietreczko gegen Callan Rydz mit 3:2 durch. Pietreczko spielte in dieser Partie mit 99,27 Punkten den zweithöchsten Average eines Deutschen bei einer PDC-Weltmeisterschaft. Das letzte Spiel am Nachmittag absolvierten Steve Beaton und Daryl Gurney. Nach einer 2:0-Satzführung vergab Gurney einen Matchdart, zwar konnte Beaton nochmals auf 2:1 verkürzen, jedoch gewann Gurney den vierten Satz und somit auch die Partie.