mini|Lithographie Zacharias Herrmann|314x314px mini|Unterschrift Zacharias Herrmann, um 1870|200x200px mini|Photo Zacharias Herrmann um 1870|289x289px Zacharias Herrmann, auch Zacharias von Herrmann, in tschechischen Quellen auch Zachariaš Herrmann oder Zacharias Hermann (* 22. April 1834 in Milovany; † 6. März 1896 in Wien), war ein österreichischer und tschechischer Architekt, Baumeister, k.u.k. Oberbaurat und Politiker deutscher Nationalität aus Mähren sowie Mitglied des Reichsrates..
Leben und Werk Geboren in Milovany in Mähren, entstammte er einem verarmten Zweig des schlesischen Geschlechts Herrmann. Seine Eltern waren Joseph Anton Herrmann und dessen Ehefrau Johanna Lux von Kuttelberg.
Von Beruf war er Ingenieur und Architekt in Hranice. Er absolvierte ein technisches Studium in Wien. 1856 trat er dann in den Staatsdienst ein. 1865 schied er aus dem Staatsdienst aus.
Als selbständiger Bauingenieur und Bauunternehmer beteiligte er sich am Bau von Eisenbahnen in seiner Heimatregion und in Temeswar in Siebenbürgen und war somit mit verantwortlich für den erfolgreichen Ausbau und neu angelegten Verbindungen. Er beteiligte sich auch am Bau der Zeměbranec-Landwehr Kaserne in Hranice, die Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurde, oder der Jánský-Anstalt in der heutigen Svatopluková-Straße. Aus eigenen Mitteln erwarb und errichtete er in Mährisch Weißkirchen und Umgebung mehrere Wohnanlagen, Gebäude und ganze Straßenzüge, die später unter der Bezeichnung „Herrmannstadt“ bekannt wurden. Ende des 19. Jahrhunderts errichtete er für den Industriellen Antonin Kunz das Palais Kunzova in Mährisch Weißkirchen.
Er war außerdem maßgeblich an der Renovierung und dem Umbau des historischen Rathauses in Mährisch Weißkirchen beteiligt; die Arbeiten wurden 1869 abgeschlossen. Darüber hinaus war er als Baumeister und Architekt für den Fürsten Dietrichstein tätig und errichtete mehrere Häuser und Anlagen in und um Mährisch Weißkirchen.
Auch lokal hatte er einige hohe Ämter inne, unter anderem war er Präsident des Schützenvereins und Ehrenbürger mehrerer Städte, darunter Bodenstadt, sowie Ehrenmitglied und Förderer des Wiener Männergesangvereins Schubertbund. Ende de 19. Jahrhunderts wurde in Mährisch Weißkirchen die Herrmanngasse oder auch Herrmannova Ulice nach ihm benannt, die jedoch im Zuge der späteren politischen Veränderungen und der systematischen Ersetzung deutscher Toponyme in Trávnická umbenannt wurde.
Mit Unterstützung Herrmanns wurde in Mährisch Weißkirchen zudem der Unterstützungsverein „Humanitas“ für bedürftige Gymnasialschüler ins Leben gerufen.
Im März 1896 erkrankte er schwer und starb am 6. März 1896 im Rudolfinerhaus an Erschöpfung nach eine Reise von Hranice nach Wien.
Wirken im Reichsrat Bei der Reichsratswahl von 1879 kandidierte er in der Stadtkurie für den Wahlbezirk Hranice, Lipník und Umgebung.
Nach seiner Wahl zum Reichsratsabgeordneten im Juli 1879 wurde Herrmann von der Genossenschaft der Bautechniker als erster Gewerbetreibender aus ihren Reihen gewürdigt, dem der Einzug in das Parlament gelungen war. In den folgenden Jahren setzte er sich innerhalb der Fachkreise für die Aufwertung und den Schutz des Ansehens des Baugewerbes ein.
Er zog als verfassungstreuer Abgeordneter ins Parlament ein. und war ein unabhängiger Kandidat. Im Oktober 1879 wird er als Mitglied des Altdeutschen Liberalen Clubs (Club der Liberalen) geführt.
Im Jahr 1885 verzichtete Herrmann freiwillig auf eine neue Kandidatur für den Reichsrat. Kurz darauf revidierte er diesen Schritt jedoch und ließ sich von tschechischen sowie kaisertreuen Kräften als Gegenkandidat gegen die Deutschliberalen aufstellen, um so seinen Unmut über deren Politik zum Ausdruck zu bringen.
Zeitlebens wurde Herrmann eine kritische Haltung gegenüber der Aristokratie und dem feudalen System der Grundherrschaft in der Österreichisch-Ungarischen Monarchie nachgesagt.
Besonders beschäftigte Herrmann die für das ausgehende 19. Jahrhundert zentrale soziale Frage Er setzte sich wiederholt, unter anderem gemeinsam mit seinem Freund Eduard Ritter von Portheim, der ebenfalls dem Club der Liberalen angehörte, für eine steuerliche Entlastung der einfachsten Bevölkerungsschichten und insbesondere der Arbeiterschaft ein. Gemeinsam mit Portheim und weiteren Abgeordneten brachte er am 20. April 1883 einen Gesetzentwurf ein, der Steuererleichterungen für Wohnungsgebäude unbemittelter Bevölkerungsschichten bezweckte. Im Februar 1885 kritisierte er im Parlament, dass der Antrag aufgrund der längeren Abwesenheit des Berichterstatters im Steuerausschuss nicht weiterbehandelt worden war.
Auch prägte er maßgeblich das Zustandekommen sowie den Entwurf zum concessionirten Baugewerbe.
Abstammung Als erster gesicherter Vorfahre von Zacharias Herrmann erscheint der um 1595 geborene Johannes Hermann, der gemeinsam mit seinen Söhnen Daniel und Elias als Bürger in der schlesischen Stadt Katscher nachgewiesen ist. Aufgrund der Übereinstimmung von Wappen und Namen dürfte Johannes Hermann ein Sohn des aus Breslau stammenden Zacharias Herrmann gewesen sein.
Einzelnachweise
Kategorie:Baumeister Kategorie:Politiker (19. Jahrhundert) Kategorie:Abgeordneter zum Abgeordnetenhaus (Österreich) Kategorie:Person (Kaisertum Österreich) Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Person (Königreich Böhmen) Kategorie:Adliger Kategorie:Geboren 1834 Kategorie:Gestorben 1896 Kategorie:Mann