Die BundID, früher als Nutzerkonto Bund (NKB) bezeichnet und zukünftig als DeutschlandID bekannt, ist ein zentrales Nutzerkonto für alle Bürgerinnen und Bürger in Deutschland, die sich hiermit für Online-Verwaltungsleistungen öffentlicher Stellen identifizieren und authentifizieren können. Mit einem BundID-Konto können Online-Anträge bei Behörden des Bundes, der Länder, der Kommunen sowie der mittelbaren Verwaltungen gestellt werden. Außerdem bietet die BundID ein Postfach, in das eine Behörde mit Einverständnis der Nutzer ausgestellte Bescheide einstellen und damit rechtskräftig zustellen kann.
Die Registrierung eines Nutzerkontos und die Anmeldung bei der vom Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung betriebenen BundID erfolgen nach den Vorgaben der europäischen eIDAS-Verordnung. Die gesetzliche Grundlage der BundID findet sich im Onlinezugangsgesetz (OZG). Als Identifizierungsmittel kann u. a. ein Online-Ausweis wie der deutsche Personalausweis mit eID-Funktion verwendet werden.
Die BundID wird in deutscher, englischer, ukrainischer und russischer Sprache angeboten (Stand: Juli 2025).
Geschichte 2019 startete die BundID unter dem Namen Nutzerkonto Bund (NKB), um für Bundesverwaltungsangelegenheiten ein OZG-konformes Nutzerkonto anzubieten.
Im Dezember 2020 wurde die eIDAS-Konformität erreicht.Wortlaut am 18. Oktober 2022 auf der Webseite „Bis Mitte September 2022 wurden über 200.000 Konten registriert.“ Seit August 2021 erfüllt die BundID alle gesetzlichen Mindestanforderungen, die das OZG an Servicekonten stellt.
Zum Ende 2022 ist die BundID in 43 Online-Diensten und Portalen integriert. 2022 kamen beispielsweise der Online-Dienst zur Beantragung des Aufenthaltstitels zur Erwerbstätigkeit des Ministeriums des Innern und für Kommunales (MIK) des Landes Brandenburg, der Onlineantrag auf Mutterschaftsgeld des Bundesamts für Soziale Sicherung (BAS) sowie das Serviceportal der Unfallversicherungen (DGUV) hinzu. Bei einem Großteil der Anbindungen handelt es sich um Portale, über welche weitere Online-Dienste angebunden sind. Ende 2022 beschlossen die Länder Hessen, Saarland und Sachsen-Anhalt, auf das Nutzerkonto Bund zu setzen und ihre eigenen Konten stufenweise abzuschalten. Im Februar 2023 wurde bekannt, dass das Land Nordrhein-Westfalen ebenfalls zur BundID wechseln wird. Stand Januar 2026 haben die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Schleswig-Holstein noch eigene ID Lösungen, sind jedoch per Gesetz dazu verpflichtet bis zum Jahr 2028 zur BundID zu migrieren.
Für Studenten und Auszubildende erforderte die Auszahlung der Energiepreispauschale von 200 Euro im Jahre 2023, dies über eine BundID zu beantragen. Kritiker bemängeln, dass hier die Freiwilligkeit der datenschutzrechtlichen Einwilligung unter Artikel 7 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) fehle. Berichten zufolge kam es hierbei zudem zu technischen Problemen und erheblichen Wartezeiten. Im März 2025 gab es knapp 6 Millionen BundID-Konten. Durch die automatische Löschung inaktiver Konten nach 24 Monaten verblieben im August 2025 etwa 4.860.000 Konten.
Seit dem 12. Oktober 2023 können Bürger für die Kommunikation mit der Justiz auch ein kostenfreies Postfach (Mein Justizpostfach) nutzen, bei dem sie sich mit der BundID registrieren bzw. anmelden können.
Die Zuständigkeit für die BundID wurde im Mai 2025 vom Bundesministerium des Innern zum neuen Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) übertragen.
Im September 2026 berichtete Der Spiegel in Übernahme eines Artikels aus der Computerzeitschrift c’t, dass „Nutzer für Log-in und Authentifizierung einen Marathon mit Dutzenden von Klicks absolvieren“ müssten, was in Tests zu einer Abbruchquote von 85 % bei der BundID geführt habe.
Umsetzung Die BundID ist nach dem OZG für alle digitalen Verwaltungsleistungen bis spätestens 2028 einzuführen. Bundeslandehem. LandeskontoEinführung LandeskontoAbschaltung LandeskontoEinführung BundIDNur BundIDBaden-WürttembergService-BW200322.10.2024Parallelbetrieb mit LIDBayernBayernID201408.01.2025Parallelbetrieb mit LIDBerlinService Konto Berlin16.03.2018Schrittweise08.11.2023JaBrandenburgService Konto Brandenburg202111.07.2023JaBremenJaHamburgParallelbetrieb mit LIDHessenJaMecklenburg-VorpommernJaNiedersachsenService Konto Niedersachsen16.09.202129.02.202429.02.2024JaNordrhein-WestfalenServicekonto.NRW27.09.201731.05.202431.05.2024JaRheinland-PfalzParallelbetrieb mit LIDSaarlandJaSachsenParallelbetrieb mit LIDSachsen-AnhaltJaSchleswig-HolsteinParallelbetrieb mit LIDThüringenJa
Vertrauensniveaus und Identifikationsmittel Beim Nutzerkonto Bund bestehen drei verschiedene Vertrauensniveaus. Diese hängen vom verwendeten Identifikationsmittel ab.
+ Vertrauensniveaus und Identifikationsmittel Identifikationsmittel Vertrauensniveau sicherheitsbildende FaktorenOnline-AusweisHochBesitz: Online-Ausweis (Personalausweis, elektronischer Aufenthaltstitel oder eID-Karte für Unions- und EWR-Bürger)Wissen: PIN zum AusweisEU Identität (nicht deutsch)HochSubstanziellBasisregistrierungAbhängig von den Faktoren des jeweiligen EU-Staates(Realisierung durch das Single Digital Gateway (SDG) der EU)ELSTER-ZertifikatSubstanziellBesitz: ELSTER-ZertifikatWissen: Passwort des ZertifikatesBenutzername und PasswortBasisregistrierungWissen: Benutzername und Passwort
Die Verwendung eines Online-Personalausweises setzt ein Kartenlesegerät oder ein NFC-fähiges Smartphone voraus.
Anbieter von Verwaltungsdienstleistungen können entscheiden, welches Vertrauensniveau sie voraussetzen, damit ein Antrag online gestellt werden kann. Es gilt dabei die Vorgabe, je persönlicher und schützenswerter die Daten werden, umso höher muss das Vertrauensniveau sein.
Weiterentwicklung Zu der steten Weiterentwicklung gehören neue Funktionen, die Anbindung von mehr digitalen Verwaltungsleistungen sowie eine Erneuerung des Designs, um die Benutzerfreundlichkeit zu optimieren.
Zu diesen Weiterentwicklungen gehörte auch die Erfüllung der technischen Voraussetzungen der Smart-eID (Personalausweis auf Smartphone). Nach Bereitstellung der Smart-eID sollte sie auch als Identifikationsmittel bei der BundID genutzt werden können. Im Dezember 2023 wurde aber bekannt, dass das Bundesministerium des Innern das seit März 2022 laufende Pilotprojekt zur Smart-eID eingestellt hat.
Gemäß Abs. 1 Satz 3 Onlinezugangsgesetz (OZG) in der Fassung vom 19. Juli 2024. soll das durch den Bund bereitgestellte zentrale Bürgerkonto zu einer DeutschlandID weiterentwickelt werden. Der Zeitpunkt der Umbenennung ist jedoch offen, da eine Umbenennung mit erheblichen, auch finanziellen Aufwänden verbunden und daher erst im Anschluss an die funktionalen Entwicklungen vorgesehen sei.Wie die BundID zur "DeutschlandID" werden soll, Meldung bei heise.de vom 11. Januar 2025, abgerufen am selben Tag.
Zu den geplanten Weiterentwicklungen sollen ebenfalls die folgenden Funktionalitäten gehören: eine bidirektionale Kommunikation im Postfach des Nutzerkontos zum Austausch antragsbezogener Nachrichten zwischen Antragsteller und Behörde, ein Statusmonitor über den aktuellen Bearbeitungsstatus eines Antrags, sowie eine Schnittstelle von der BundID zur 2027 geplanten Europäischen Brieftasche für die digitale Identität (EUDI-Wallet – EU Digital Identity Wallet).
Entwicklung der Nutzerzahlen + Zeitpunkt Anzahl der Nutzer Q November 2020 >10.000 Ende 2021 >80.000 Februar 2022 >100.000 September 2022 >200.000 Ende 2022 >240.000 9. Januar 2023252.987 Ende Januar 2023 <257.000 Stadt Bremerhaven Februar 2023 >407.000 8. Mai 2023 2,8 Millionen SZ Digitale Verwaltung: Bund-ID: Nutzerzahlen schnellen in die Höhe 22. Mai 2023, 14:00 Uhr 13. Oktober 2023 3,4 Millionen Startschuss für "Mein Justizpostfach" – die Justiz wird für Bürgerinnen und Bürger leichter digital erreichbar. In: personalausweisportal.de Ende 2023 3,55 Millionen 21. Mai 2024 4 Millionen BundID erreicht wichtige Wegmarke: Über 4 Millionen Nutzerkonten. In: digitale-verwaltung.de Ende 2024 5 Millionen Digitale Verwaltung – das waren die Highlights des Jahres 2024. In: digitale-verwaltung.de
Verwaltungsportale und Portalverbund für digitale Verwaltungsleistungen
Siehe auch FranceConnect – Pendant in Frankreich ID Austria – Pendant in Österreich
Weblinks
Offizielle Website BundID auf der Website des Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung
Einzelnachweise
Kategorie:Öffentliche Verwaltung (Deutschland) Kategorie:E-Government (Deutschland) Kategorie:Online seit 2019 Kategorie:Elektronische Identitäten