David Andrew Warner (* 27. Oktober 1986 in Paddington, Australien) ist ein australischer Cricketspieler, der seit 2015 für die australische Nationalmannschaft spielt. Er gilt als einer der besten Eröffnungs-Batter der Welt und hat mit Australien unter anderem die Cricket World Cups 2015 und 2023, den ICC Men’s T20 World Cup 2021 und die ICC World Test Championship 2021–2023 gewonnen.
Kindheit und Ausbildung Warner wuchs in schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen in einem Vorort von Sydney auf. So begann er mit 14 Jahren, Regale im Supermarkt einzupacken und Zeitungen auszutragen. Mit 13 Jahren forderte sein Trainer ihn auf, zum rechtshändigen Batting zu wechseln, da er den Ball als Linkshänder zumeist in der Luft traf. Ein Jahr später wurde er von seiner Mutter ermutigt, wieder zum linkshändigen Schlagen zu wechseln, und kurz darauf hatte er große Erfolge beim Sydney Coastal Cricket Club. Warner war Teil des australischen Teams bei der ICC U19-Cricket-Weltmeisterschaft 2006.
Aktive Karriere Anfänge in der Nationalmannschaft Warner war Teil des Centre of Excellence, bevor er dort im Sommer 2007 suspendiert wurde, nachdem er der Zimmerreinigung nicht ausreichend nachkam. Zunächst spielte er List-A- und Twenty20-Cricket für New South Wales im nationalen australischen Cricket. Dabei konnte er so herausragen, dass er Ende 2008 einen Vertrag für die Delhi Daredevils bei der Indian Premier League 2009 unterschrieb. Kurz darauf wurde er für die Limited-Overs-Serien gegen Südafrika nominiert. In seinem ersten internationalen Twenty20 wurde er nach einem Fifty über 89 Runs zum Spieler des Spiels ernannt. Auch gab er, nachdem sich Michael Clarke verletzte, sein ODI-Debüt und erzielte in seinem zweiten Spiel dort ein Fifty über 69 Runs. Er war damit der erste Australier, der sein Nationalmannschafts-Debüt gab, bevor er sein erstes First-Class-Spiel, das im Mai des Jahres folgte, spielte. Zunächst etablierte er sich vorwiegend im Twenty20-Team. Mit diesem nahm er im Sommer 2009 am ICC World Twenty20 2009 teil und erzielte dort gegen die West Indies ein Half-Century über 63 Runs. Ein weiteres Fifty (67 Runs) erzielte er gegen die West Indies, als diese im Februar 2010 für eine Tour nach Australien kamen, wofür er als Spieler des Spiels ausgezeichnet wurde. Beim ICC World Twenty20 2010 konnte er gegen Indien 72 Runs erreichen und auch hier wurde er ausgezeichnet.
Nachdem er im August 2011 in der Twenty20-Serie in Sri Lanka ein Fifty (53 Runs) erzielt hatte, wurde er wieder ins ODI-Team berufen. Im Oktober erreichte er dabei in Südafrika 74 Runs. Daraufhin wurde er, nachdem es zahlreiche Verletzungen im australischen Team gab bei der Tour gegen Neuseeland im Dezember auch im Test-Team eingesetzt. Im zweiten Spiel der Serie erzielte er dabei sein erstes internationales Century über 123* Runs aus 170 Bällen und wurde dafür trotz der Niederlage als Spieler des Spiels ausgezeichnet. Es folgte eine Test-Serie gegen Indien und auch dort konnte er im dritten Test mit 180 Runs aus 159 Bällen ein Century erreichen. Im folgenden Drei-Nationen-Turnier erreichte er gegen Indien 68 Runs. In der Final-Serie gegen Sri Lanka konnte er dann zwei Centuries (163 (157) und 100 (140)) beitragen. Zum Abschluss der Saison 2011/12 reiste er mit dem Team in die West Indies und konnte dort in allen drei Serien jeweils ein Fifty (50, 69 und 58 Runs) erzielen.
Etablierung als feste Größe im Team und Kontroversen Im Saison 2012 gelang ihm in der ODI-Serie in England ein Fifty (56 Runs). In der Vorbereitung für die nächsten Weltmeisterschaft konnte er gegen Pakistan im September 59 Runs erreichen und wurde als Spieler des Spiels ausgezeichnet. Beim ICC World Twenty20 2012 selbst erzielte er gegen Indien ein Fifty über 63* Runs, aber schied mit dem Team im Halbfinale gegen die West Indies Cricket Team aus. Nach dem Turnier bestritt er eine Test-Serie gegen Südafrika und erreichte dabei ein Century über 119 Runs aus 112 Bällen. Dem folgte eine Tour gegen Sri Lanka, bei dem er vier Fifties (57, 68, 62 und 85) in der Test-Serie erzielte und jeweils eines in der ODI- (60 Runs) und Twenty20-Serie (90* Runs). Ende Januar brach er sich dann im Training den Daumen. Nachdem er wieder fit war, folgten zum Abschluss der Saison noch zwei Half-Centuries in der Test-Serie in Indien. Im Mai wurde er vom Verband mit einer Geldstrafe belegt, nachdem er sich auf Twitter respektlos über die Arbeit von zwei Cricket-Journalisten geäußert hatte. Im Vorlauf für die ICC Champions Trophy 2013 in England geriet er in den frühen Morgenstunden in einer Bar mit dem englischen Spieler Joe Root aneinander, was im Nachhinein als unprovozierte Attacke beschrieben wurde. Daraufhin wurde er vom Turnier zurückgezogen und suspendiert.
Bei den Ashes im August war er wieder zurück im Team. Im vierten Spiel der Serie erzielte er ein Fifty über 71 Runs, konnte damit jedoch die Tour-Niederlage nicht verhindern. In der folgenden Twenty20-Serie gelang ihm dann ein weiteres Fifty (53 Runs). Dennoch wurde er für die anschließende ODI-Serie aus dem Kader gestrichen. Daraufhin spielte er wieder im nationalen australischen Cricket und erhielt dort eine weitere Suspendierung, als er ein Spiel verpasste. Bei den Ashes im November kam er dann wieder in die Mannschaft zurück. Im ersten Test gelang ihm ein Century über 124 Runs aus 154 Bällen, bevor er im zweiten ein Fifty über 83* Runs erreichte. Im dritten Test konnte er dann im ersten innings 60 Runs erreichen, bevor er im zweiten ein Century über 112 Runs aus 140 Bällen hinzufügte und so wichtigen Anteil am frühzeitigen Seriensieg hatte. In der zugehörigen ODI-Serie folgten dann zwei weitere Fifties (65 und 71 Runs). Daraufhin reiste er mit dem australischen Team nach Südafrika für eine Test-Serie. Nach einem Century (115 Runs aus 151 Bällen) im ersten und zwei Fifties (70 und 66 Runs) im zweiten Test, konnte er im dritten Test in beiden Innings jeweils ein Century (135 Runs aus 152 Bällen und 145 Runs aus 156 Bällen). Dafür wurde er als Spieler der Serie ausgezeichnet.
Gewinn des World Cups 2015 Beim ICC World Twenty20 2014 war seine beste Leistung 48 Runs gegen den Gastgeber Bangladesch, jedoch scheiterte das Team nach drei Niederlagen schon in der Super-10-Runde. Im darauf folgenden Sommer und Herbst schraubte er sein Pensum zurück, da er mit seiner Verlobten sein erstes Kind erwartete. Gegen Pakistan im Oktober erzielte er in den Tests ein Century (133 Runs aus 174 Bällen) und ein Fifty (58 Runs) und in der ODI- (56 Runs) und Twenty20-Serie (53* Runs) jeweils ein weiteres Fifty. Nachdem er ein Fifty (53 Runs) in den ODIs gegen Südafrika erzielt hatte, kam Indien nach Australien. Im ersten Test erzielte er mit 145 Runs aus 163 Bällen und 102 Runs aus 166 Bällen zwei Centuries und verhalf damit dem Team zum Sieg. Jedoch war dieses auch ein sehr emotional geführtes Match und er erhielt eine Geldstrafe, nachdem er am vierten Tag mit Shikhar Dhawan aneinandergeraten war. Im letzten Spiel der Serie erzielte er dann noch einmal ein Century über 101 Runs aus 114 Bällen. Im folgenden Drei-Nationen-Turnier erreichte er gegen England ein Century über 127 Runs aus 115 Bällen. Dem schloss sich der Cricket World Cup 2015 an, wobei ihm in der Vorrunde gegen Afghanistan ein Century über 178 Runs aus 133 Bällen gelang. Auch im weiteren Turnierverlauf konnte er immer wieder Beiträge am Schlag leisten, und im Finale erzielte er 45 Runs gegen Neuseeland und half so, den fünften Titel für Australien zu sichern.
Im Sommer 2015 erreichte er zunächst ein Test-Fifty (62 Runs) in den West Indies. Daraufhin reiste er mit dem Team nach England, wobei ihm in allen fünf Tests jeweils ein Half-Century gelang (52, 83, 77, 64 und 85 Runs). Auch wurde er bei der Serie als Vertreter von Kapitän Steve Smith ernannt. Danach erreichte er zunächst ein Fifty in Irland (84 Runs) und gegen England (59 Runs). Jedoch brach er sich in der Serie einen Finger und musste einige Wochen aussetzen. Im November traf er mit dem Team in einer Test-Serie auf Neuseeland. Im ersten Test konnte er zwei Centuries über 163 Runs aus 224 Bällen und 116 Runs aus 113 Bällen erzielen und wurde dafür als Spieler des Spiels ausgezeichnet. Im zweiten Test gelang ihm ein Double-Century über 253 Runs aus 286 Bällen und er wurde für diese Leistungen als Spieler der Serie ausgezeichnet. Gegen die West Indies folgten in den Tests ein Fifty (64 Runs) und ein Century über 122* Runs aus 103 Bällen. Vergleichbares gelang ihm bei der ODI-Serie gegen Indien, als er ebenfalls ein Fifty (93 Runs) und ein Century (122 Runs (113 Bällen)) erreichte. Daraufhin wurde er vom australischen Verband mit der wichtigsten Auszeichnung, der Allan Border Medal ausgezeichnet. In den folgenden ODIs in Neuseeland (98 Runs) und Twenty20s in Südafrika (77 Runs) erreichte er dann jeweils ein Fifty. Beim ICC World Twenty20 2016 konnte er, als das Team in der Vorrunde ausschied, nicht herausragen.
Der Ball-Tempering-Skandal Im Sommer erzielte er in einem Drei-Nationen-Turnier in den West Indies zunächst ein Fifty gegen den Gastgeber (55* Runs) und dann ein Century (109 (120)) gegen Südafrika. Jedoch brach er sich erneut den Finger und musste mehrere Wochen aussetzen. Bei der folgenden Tour in Sri Lanka folgte dann ein Fifty (68 Runs) in der Test- und Century (106 (126)) in der ODI-Serie. Auch übernahm er im dritten ODI der Serie erstmals die Kapitänsrolle. Zu Beginn der Saison 2016/17 reiste er mit dem Team nach Südafrika, wo ihm ein Fifty (97 Runs) in den Tests und zwei Centuries in den ODIs (117 (107) und 173 (136)) gelangen. Daraufhin folgte eine ODI-Serie gegen Neuseeland, wobei ihm zwei Centuries (119 (115) und 156 (126)) gelangen und er jeweils als Spieler des Spiels und letztendlich der Serie ausgezeichnet wurde. Gegen Pakistan gelangen ihm dann sogar jeweils zwei Centuries in der Test- (144 (143) und 113 (95)) und ODI-Serie (130 (119) und 179 (128)). Die Saison endete dann mit einem Fifty (56 Runs) in der Test-Serie in Indien. Im August reiste er mit dem Team nach Bangladesch, wo ihm zwei Centuries (112 (135) und 123 (234)) in der Test-Serie gelangen. In Indien konnte er daraufhin ein Century (124 Runs aus 119 Bällen) und ein Fifty (53 Runs) erzielen. Bei der Ashes-Series gegen England konnte er im ersten Spiel ein Fifty über 87* Runs erzielen. Im vierten Test gelangen ihm dann im ersten Innings ein Century (103 (151) Runs) und ein Fifty (86 Runs), bevor ihm im abschließenden fünften Spiel abermals ein Fifty (53 Runs) erzielte. In Neuseeland gelang ihm dann im Februar 2018 in den Twenty20s ein Fifty über 59 Runs.