Die Wahlen zum Senat der Vereinigten Staaten 2024 fanden am 5. November 2024 gleichzeitig mit den Wahlen zum US-Repräsentantenhaus und der Präsidentschaftswahl statt. Auf Ebene der Bundesstaaten fanden zeitgleich in 11 Bundesstaaten und zwei Territorien Gouverneurswahlen statt.
Bei den Senatswahlen standen 34 der 100 Senatssitze zur Wahl. Es handelte sich dabei um die 33 Senatoren der Klasse I, die zuletzt 2018 gewählt wurden, sowie eine Sonderwahl für einen Sitz der Klasse II. In Kalifornien fanden zwei Wahlen für den gleichen Sitz statt – einmal für die zwei Monate zwischen der Wahl bis zum Beginn des 119. Kongresses, dann eine Wahl für die reguläre neue Amtszeit von sechs Jahren.
Die Republikanische Partei gewann bei dieser Wahl die Mehrheit im Senat, in dem sie alle ihre Sitze mit mindestens 6,6 % Vorsprung verteidigte und zugleich vier Sitze (Montana, Ohio, Pennsylvania und West Virginia) hinzugewann. Auch bemerkenswert war, dass die Demokraten vier Sitze in Staaten gewannen, die von Donald Trump bei der zeitgleichen Präsidentschaftswahl gewonnen wurden (Arizona, Michigan, Nevada und Wisconsin).
Ausgangslage
350px|mini|Situation vor den Senatswahlen 2024: Bei den Midterms 2022 konnten die Demokraten die Kontrolle im Senat behalten, da sie einerseits ihre eigenen Senatssitze alle verteidigen konnten und andererseits mit John Fetterman in Pennsylvania einen Sitz von den Republikanern hinzugewinnen konnten. Somit haben die Demokraten mit 51 von 100 Sitzen eine eigene Mehrheit und sind nicht mehr auf die bei einem Patt entscheidende Stimme der US-Vizepräsidentin und Senatspräsidentin Kamala Harris angewiesen. Die Abgeordnete Kyrsten Sinema verließ die Demokratische Partei am 9. Dezember 2022; sie gehörte seither als Unabhängige dem Senat an. Anders als die beiden Unabhängigen Angus King und Bernie Sanders nahm sie nicht an Fraktionstreffen der Demokraten teil, behielte aber ihre Sitze in den Ausschüssen, womit sie effektiv Teil der Fraktion (caucus) blieb.What do Democrats do with Kyrsten Sinema in 2024? Washington Post, 13. Dezember 2022; abgerufen am 6. Januar 2023.How Kyrsten Sinema’s decision makes Democrats’ 2024 Senate map tighter. CNN, 10. Dezember 2022; abgerufen am 6. Januar 2023. Zudem trat Joe Manchin am 31. Mai 2024 ebenfalls aus der Demokratischen Partei aus, verblieb aber in der Fraktion.
Von den 2024 zur Wahl stehenden Senatoren der Klasse I, deren Amtszeit regulär am 3. Januar 2025 endete, waren 20 Demokraten, zehn Republikaner und drei Unabhängige: der mit Unterstützung der Demokraten gewählte Bernie Sanders aus Vermont, Angus King aus Maine, der ebenfalls der demokratischen Fraktion angehört sowie Kyrsten Sinema aus Arizona, die 2018 noch als Demokratin gewählt wurde und die Partei 2022 verließ, aber Mitglied der Fraktion der Demokraten blieb.
Zur Zeit der US-Wahlen 2024 bekleideten 26 Republikaner, die an die Big Lie-Erzählung glauben, in 19 Bundesstaaten Ämter mit Wahlaufsichts- und Wahlleitungsbefugnis (Gouverneur, Attorney General und Secretary of State).
Dieser Wahlzyklus galt als unvorteilhaft für die Demokraten, da sie 23 der 33 zur Wahl stehenden Sitze, von denen 5 Sitze Staaten vertraten, die Donald Trump 2020 mit weniger als 5 % Rückstand verlor; und 3 Sitze Staaten vertraten, die Trump in beiden Präsidentschaftswahlen gewann, hielten. Im Gegensatz dazu verteidigten die Republikaner nur einen Staat, den Joe Biden 2020 mit weniger als 5 % Rückstand verlor.
Als besonders umkämpfte Sitze galten die in Arizona, Michigan, Montana, Nevada, Ohio, Pennsylvania und Wisconsin. Zudem galten Florida, Maryland, die reguläre Wahl in Nebraska und Texas als potentiell umkämpft.
Nicht mehr kandidierende Amtsinhaber Mike Braun, R–INBraun to Run for Governor. Indy Politics, 21. September 2022; abgerufen am 5. Januar 2023. Laphonza Butler, D–CALaphonza Butler Will Not Run for Feinstein’s Senate Seat in 2024. New York Times, 19. Oktober 2023; abgerufen am 2. Dezember 2023. Ben Cardin, D–MD Sen. Ben Cardin will not seek reelection in 2024. CNN, 1. Mai 2023; abgerufen am 1. Mai 2023. Tom Carper, D–DE Longtime Democratic Sen. Tom Carper says he will not seek reelection. CNN, 22. Mai 2023; abgerufen am 22. Mai 2023. George Helmy, D–NJ Joe Manchin, I–WVKarl Doemens: Warum der Demokrat Joe Manchin zugleich Bidens Freund und Feind ist. Der Standard, 10. November 2023; abgerufen am 19. November 2023. Mitt Romney, R–UTClare Foran, Morgan Rimmer: Mitt Romney announces he won’t seek reelection as he calls for ‘new generation of leaders’, CNN vom 13. September 2023. Kyrsten Sinema, I–AZ Kyrsten Sinema announces she is retiring from the Senate , CNN, 5. März 2023, abgerufen am 5. März 2023. Debbie Stabenow, D–MIMichigan’s U.S. Sen. Stabenow won’t seek reelection in 2024. Detroit News, 5. Januar 2023; abgerufen am 5. Januar 2023.
Zur Wahl stehende Senatsposten der Bundesstaaten Zur Klasse I gehört jeweils ein Senator aus Arizona, Connecticut, Delaware, Florida, Hawaii, Indiana, Kalifornien, Maine, Maryland, Massachusetts, Michigan, Minnesota, Mississippi, Missouri, Montana, Nebraska, Nevada, New Jersey, New Mexico, New York, North Dakota, Ohio, Pennsylvania, Rhode Island, Tennessee, Texas, Utah, Vermont, Virginia, Washington, West Virginia, Wisconsin und Wyoming.
Wegen des Rücktritts von Ben Sasse zum 8. Januar 2023 steht auch Nebraskas Senatssitz der Klasse II zur Wahl. Als Sasses Nachfolger hatte Nebraskas Gouverneur Jim Pillen seinen republikanischen Amtsvorgänger Pete Ricketts bis zur Nachwahl im November 2024 ernannt.Eric Bradner, Nebraska Gov. Pillen appoints Pete Ricketts to Sasse’s Senate seat, CNN vom 12. Januar 2023.
Nach dem Tod der Senatorin Dianne Feinstein aus Kalifornien ist dort eine Sonderwahl für die verbleibenden Wochen der Amtszeit nötig. Diese findet gleichzeitig mit der Wahl für die 2025 beginnende sechsjährige Amtszeit mit den gleichen Kandidaten statt, ist aber von dieser unabhängig.
Staat Amtsinhaber Ergebnis letzte Wahl Amtsinhaber kandidiert Kandidaten (nach Vorwahlen)Neben den Kandidaten der Demokraten und Republikaner treten in den meisten Staaten auch Kandidaten von Kleinparteien oder Unabhängige an. Mit Ausnahmen von Amtsinhabern und Kandidaten mit laut Umfragen realistischen Wahlchancen sind diese nicht in der Aufzählung gelistet. Wahlsieger Wechsel D/R Ergebnis Anmerkungen Arizona (I) 50.0% D nein Ruben Gallego (D)Kari Lake (R)Ruben Gallego (D) 50.1% D (Wechsel von I zu D) Sinema wurde als Demokratin gewählt Connecticut (D) 59.5% D ja Chris MurphyMatthew Corey (R)Chris Murphy (D) 58.9% D Delaware (D) 60.0% D nein Lisa Blunt Rochester (D)Eric Hansen (R)Lisa Blunt Rochester (D) 56.6% D Florida (R) 50.1% R ja Rick Scott (R)Debbie Mucarsel-Powell (D)Rick Scott (R) 55.6% R Hawaii (D) 71.2% D ja Mazie Hirono (D)Bob McDermott (R)Mazie Hirono (D) 64.6% D Indiana (R) 50.7% R nein Jim Banks (R) Valerie McCray (D)Jim Banks (R) 58.6% R Braun kandidierte als Gouverneur Kalifornien (Sonderwahl) (D) ernannt D nein Steve Garvey (R) Adam Schiff (D)ballotpedia.org Adam Schiff (D) 58.8% D Zwei Wahlen für einen Sitz Kalifornien (D) ernannt D nein Steve Garvey (R) Adam Schiff (D)ballotpedia.org Adam Schiff (D) 58.9% D Zwei Wahlen für einen Sitz Maine (I) 54.3% I ja Angus King (I)David Allen Costello (D)Demi Kouzounas (R)https://www.nytimes.com/interactive/2024/06/11/us/elections/results-maine-us-senate-primary.html Angus King (I) 52.1% I Maryland (D) 64.9% D nein Larry Hogan (R) Angela Alsobrooks (D) Angela Alsobrooks (D) 54.6% D Massachusetts (D) 60.3% D ja Elizabeth Warren (D)John Deaton (R) Elizabeth Warren (D) 59.8% D Michigan (D) 52.3% D nein Elissa Slotkin (D)Mike J. Rogers (R) Elissa Slotkin (D) 48.6% D Minnesota (D) 60.3% DFL ja Amy Klobuchar (DFL)Royce White (R) Amy Klobuchar (DFL) 56.2% DFL Mississippi (R) 58.5% R ja Roger Wicker (R)Ty Pinkins (D) Roger Wicker (R) 62.8% R Missouri (R) 51.4% R ja Josh Hawley (R)Lucas Kunce (D) Josh Hawley (R) 55.6% R Montana (D) 50.3% D ja Jon Tester (D) Tim Sheehy (R) Tim Sheehy (R) 52.6% R (Wechsel von D zu R) Nebraska (R) 57.7% R ja Deb Fischer (R)Dan Osborn (I) Deb Fischer (R) 53.2% R Kein demokratischer Kandidat Nebraska (Sonderwahl) (R) ernannt R ja Pete Ricketts (R)Preston Love (D) Pete Ricketts (R) 62.6% R Nevada (D) 50.4% D ja Jacky Rosen (D)Sam Brown (R)https://ballotpedia.org/United_States_Senate_election_in_Nevada,_2024 Jacky Rosen (D) 47.9% D New Jersey (D) ernannt D nein Curtis Bashaw (R) Andy Kim (D) Andy Kim (D) 53.6% D New Mexico (D) 54.1% D ja Martin Heinrich (D) Nella Domenici (R) Martin Heinrich (D) 55.1% D New York (D) 67.0% D ja Kirsten Gillibrand (D) Mike Sapraicone (R) Kirsten Gillibrand (D) 58.9% D North Dakota (R) 55.1% R ja Kevin Cramer (R) Katrina Christiansen (D-NPL) Kevin Cramer (R) 66.3% R Ohio (D) 53.4% D ja Sherrod Brown (D)Bernie Moreno (R)nytimes.com Bernie Moreno (R) 50.1% R(Wechsel von D zu R) Pennsylvania (D) 55.7% D jaBob Casey (D)Dave McCormick (R)https://thehill.com/homenews/campaign/4616211-mccormick-wins-pennsylvania-gop-senate-primary/amp/ Dave McCormick (R) 48.8% R (Wechsel von D zu R) Rhode Island (D) 61.4% D ja Sheldon Whitehouse (D)Patricia Morgan (R) Sheldon Whitehouse (D) 59.9% D Tennessee (R) 54.7% R ja Marsha Blackburn (R)Gloria Johnson (D) Marsha Blackburn (R) 63.8% R Texas (R) 50.9% R ja Colin Allred (D)Ted Cruz (R)ballotpedia.org Ted Cruz (R) 53.1% R Utah (R) 62.6% R nein John Curtis (R)Caroline Gleich (D)https://ballotpedia.org/United_States_Senate_election_in_Utah,_2024 John Curtis (R) 62.5% R Vermont (I) 67.4% I ja Bernie Sanders (I) Gerald Malloy (R) Bernie Sanders (I) 63.2% I Virginia (D) 57.0% D ja Tim Kaine (D) Hung Cao (R) Tim Kaine (D) 54.4% D Washington (D) 58.3% D ja Maria Cantwell (D)Raul Garcia Maria Cantwell (D) 59.1% D West Virginia (D) 49.6% D nein Jim Justice (R) Glenn Elliott (D) Jim Justice 68.8% R (Wechsel von I zu R) Manchin wurde als Demokrat gewählt Wisconsin (D) 55.4% D ja Tammy Baldwin (D)Eric Hovde (R) Tammy Baldwin (D) 49.3% D Wyoming (R) 67.0% R ja John Barrasso (R)Scott Morrow (D) John Barrasso (R) 75.1% R
Umfragen und Prognosen +Prognosen der Institute Institut StandDemokratenRepublikanerOffen Cook 09.02.2024 47 50 3 Inside 09.02.2024 47 50 3 Race to the White House 15.03.2024 49 50 1 Sabato 09.02.2024 47 50 3
Arizona
Zusammenfassung In den meisten Umfragen und Bewertungen galt Gallego als leichter Favorit. Gallego besiegte Lake mit 2,41 Prozentpunkten Vorsprung – ein knapperes Rennen, als Umfragen für den Großteil des Wahlkampfs prognostiziert hatten. Der deutlichere Sieg des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump im Bundesstaat als erwartet trug wahrscheinlich dazu bei, aber es gab auch eine erhebliche Aufteilung der Stimmen zwischen Präsidentschafts- und Senatswahlen.
Gallego übertraf Kamala Harris mit dem viertgrößten Vorsprung unter den demokratischen Senatskandidaten im Jahr 2024 und dem größten Vorsprung eines Nicht-Amtsinhabers. Gallego erhielt rund 93.000 Stimmen mehr als Kamala Harris, während Lake rund 175.000 Stimmen weniger als Donald Trump erhielt. Diese Wahl war der vierte (2018, 2020 (Sonderwahl) & 2022) Wahlzyklus in Folge, in dem die Demokraten eine Senatswahl in Arizona gewannen.
Dies war das erste Mal, dass Arizona für Kandidaten unterschiedlicher politischer Parteien bei den US-Senator- und Präsidentenposten gestimmt hat, seit der Demokrat Dennis DeConcini 1988 wiedergewählt wurde, als der Republikaner George H. W. Bush den Staat gewann. Gallego war zudem der erste Latino, der aus Arizona, einem Staat mit einem hohen Anteil an Latino-Bevölkerung, in den Senat gewählt wurde.
Vorwahlen
Demokratische Partei KandidatStimmenProzentRuben Gallego 498.927 100,0%
Republikanische Partei KandidatStimmenProzentKari Lake 409.339 55,28% Mark Lamb 292.888 39,56% Elizabeth Jean Reye 38.208 5,16%
Wahlresultat