Die Sparkasse Koblenz ist eine rheinland-pfälzische Sparkasse mit Sitz in Koblenz. Sie ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts und entstand am 1. Juli 1974 aus der Fusion der Kreis- und der Stadtsparkasse Koblenz.
Organisationsstruktur Das Geschäftsgebiet der Sparkasse Koblenz umfasst die kreisfreie Stadt Koblenz sowie einen Teil des Landkreises Mayen-Koblenz (der frühere Landkreis Koblenz). Träger der Sparkasse ist der Zweckverband Sparkasse Koblenz, dem die Stadt Koblenz und der Landkreis Mayen-Koblenz angehören. Rechtsgrundlagen sind das Sparkassengesetz für Rheinland-Pfalz und die Satzung der Sparkasse. Organe der Sparkasse sind der Verwaltungsrat und der Vorstand.
Die Sparkasse Koblenz ist Mitglied des Sparkassenverbandes Rheinland-Pfalz und über diesen auch im Deutschen Sparkassen- und Giroverband.
Gesellschaftliches Engagement Die Sparkasse Koblenz engagiert sich im Rahmen ihres öffentlichen Auftrags in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen der Stadt Koblenz und des Landkreises Mayen-Koblenz. Nach eigenen Angaben stellte sie im Jahr 2025 insgesamt 2,6 Millionen Euro für Spenden, Sponsoringmaßnahmen sowie Förderungen durch die Stiftung Zukunft bereit. Damit wurden mehr als 1.000 Vereine und Initiativen unterstützt.
Seit 2018 betreibt die Sparkasse die Spendenplattform „Heimatlieben“, über die gemeinnützige Vereine und Organisationen Projekte finanzieren können. Bis 2026 wurden über die Plattform nach Angaben der Sparkasse mehr als eine Million Euro an Spenden eingeworben.
Darüber hinaus fördert die Sparkasse Naturschutzprojekte in ihrem Geschäftsgebiet. Seit 2026 unterstützt sie unter anderem den „Klimawald“ im Koblenzer Stadtwald sowie die Projekte „Storchenplattform“, „Mosel-Apollo“ und „Grünlandflächen“ der Stiftung für Natur und Umwelt des Landkreises Mayen-Koblenz.
Zur Wahrnehmung ihres gesellschaftlichen Engagements unterhält die Sparkasse Koblenz zudem die 2000 gegründete Stiftung Zukunft, die Projekte in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Kultur und Innovation fördert, sowie die 1983 gegründete Stiftung „Für die Koblenzer Jugend“, deren Schwerpunkt auf der Förderung der Jugendpflege und Jugendarbeit liegt.
Geschäftszahlen Sie ist die zweitgrößte Sparkasse in Rheinland-Pfalz.
Geschichte
Geschäftliche Entwicklung Der Vorläufer der Sparkasse Koblenz geht auf einen Erlass vom 20. April 1804 durch den französischen Präfekten Mouchard de Chaban zur Gründung eines Pfandhauses zurück. Koblenz hatte zu dieser Zeit etwa 10.000 Einwohner und gehörte zum französischen Département de Rhin-et-Moselle. Präfekt Chaban stattete das neue Institut mit 100.000 Francs aus. Nach dem Wiener Kongress 1815 kümmerten sich die Preußen um das Pfand- und Leihhaus. Das später Leih- und Sparkasse heißende Institut war für den gesamten Regierungsbezirk zuständig und blieb bis 1843 das einzige Geldinstitut in der Region. Nachdem die Stadt Koblenz 1845 ein eigenes Pfandhaus gegründet hatte, wurde das alte Institut aufgelöst und eine städtische Sparkasse eröffnet.
Die städtische Sparkasse in Ehrenbreitstein wurde 1885 gegründet und kam infolge der Eingemeindung von Ehrenbreitstein im Jahr 1937 zur Stadtsparkasse Koblenz. Am 26. März 1892 folgte die Gründung einer Kreissparkasse für den Kreis Koblenz.
Durch den Ersten Weltkrieg und die darauffolgende Besetzung des Rheinlands durch die Siegermächte konzentrierten sich beide Sparkassen hauptsächlich auf die Finanzierung von Lebensmittelkäufen und die Familienunterstützung durch die kommunalen Körperschaften. Nach der durchgestandenen Hyperinflation und der Einführung der Rentenmark gingen die meisten Konten unter und die Stadtsparkasse wies nur noch ein gesamtes Sparguthaben von 8.000 Rentenmark aus.
Im Zweiten Weltkrieg wurden bei Luftangriffen die Hauptstellen beider Sparkassen in Koblenz zerstört. Der Geschäftsbetrieb der Stadtsparkasse wurde in der Zweigstelle in Ehrenbreitstein betrieben, der der Kreissparkasse in einem Hotel in Stolzenfels. Nach dem Krieg ließen die Amerikaner vorerst nur den Betrieb der Kreissparkasse zu, da sie noch über größere Geldbestände verfügte. Das Abheben von Geld wurde zwischenzeitlich verboten.
Am 1. Juli 1974 fusionierten Stadt- und Kreissparkasse zur Sparkasse Koblenz. Notwendig wurde die Fusion vor allem wegen der vorangegangenen Gebietsreform in Rheinland-Pfalz. Die alte Hauptstelle der Sparkasse in der Bahnhofstraße wurde 1977/1978 durch einen Neubau ersetzt.
Überfälle auf Geschäftsstellen Bei einem Raubüberfall zusammen mit vier Komplizen erschoss Dieter Freese am 14. Februar 1962 den Filialleiter der Geschäftsstelle Winningen. Am 9. März 1962 wurde Freese auf der Flucht gefasst und später zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt.50 Jahre nach dem Raubmord: Lebt „Gangsterboss“ Freese noch? in: Rhein-Zeitung, 15. Februar 2012
Ein folgenschwerer Bankraub auf die Geschäftsstelle Schenkendorfplatz ereignete sich am 5. Oktober 1982. Zwei Bankräuber nahmen fast 15 Stunden lang neun Geiseln. Um ein Fluchtfahrzeug zu erpressen, schoss einer der Räuber dem 19 Jahre alten Bankkaufmann Detlef Becker ins Knie, der infolgedessen wenige Tage später an einer Lungenembolie starb. Die Täter erbeuteten zunächst 1,2 Millionen DM, wurden aber später gefasst und wegen Mordes verurteilt.
Siehe auch Liste der Sparkassen in Deutschland
Weblinks Offizielle Webpräsenz
Einzelnachweise
Koblenz Kategorie:Unternehmen (Koblenz) Kategorie:Anstalt des öffentlichen Rechts (Deutschland) Kategorie:Unternehmensgründung 1804