Anton(ius) von Weißenbach, auch Antonius a WeisbachMartina Vogt: Die Inschriften der Stadt Zeitz, 2016, S. 191. (* um 1550; † 1608Anderslautendes Sterbejahr: 1615, vgl. Martina Vogt: Die Inschriften der Stadt Zeitz, 2016, S. 191.), war ein deutscher Kanoniker am Naumburger Dom und am Zeitzer Dom im säkularisierten Bistum Naumburg-Zeitz sowie Besitzer mehrerer Rittergüter im Kurfürstentum Sachsen.

Leben und Wirken Er stammte aus der Adelsfamilie von Weißenbach und war der Sohn von Georg von Weißenbach. Sein Vater schickte ihn auf die Universität Jena und im Wintersemester 1570 auf die Universität Leipzig,Georg Erler: Die Immatrikulationen vom Wintersemester 1559 bis zum Sommersemester 1634. Die jüngere Matrikel der Universität Leipzig. Leipzig 1909, S. 500. wo er fünf Jahre studierte. Aufgrund der Verdienste seiner Vorfahren um das Bistum Naumburg und das Bistum Meißen wurde ihm als unverheirateten jungen Mann noch vor Aufnahme seines Studiums im Jahre 1565 am Naumburger Dom, ein Jahr nach dessen Säkularisierung, die Ehre zuteil, zum Domherrn ernannt zu werden, verbunden mit der Verleihung einer Minorpräbende, die ihm für seine weitere Ausbildung hilfreich war. Als nach vier Jahren eine vollwertige Domherrenstelle mit Majorpräbende durch den Tod von Michael Gödecke frei wurde, erhielt Anton von Weißenbach diese verliehen. Zu einem bislang noch unbekannten Zeitpunkt wurde Anton von Weißenbach auch im 30 Kilometer von Naumburg entfernten Zeitz einer von damals zwölf Dom- bzw. Stiftsherren, und zwar am Kollegiatstift St. Peter und Paul, dem Zeitzer Dom. Zeitz wurde damals als ein NiederstiftVollständige Geographische Beschreibung [...]. Amsterdam und Leipzig 1751, S. 168. des Stifts Naumburg betrachtet. Da eine Residenzpflicht für Domherren und Stiftskanoniker bestand, sollte der Besitz von zwei Domkanonikaten eine Ausnahme bleiben, die Weißenbach gewährt wurde, nachdem er 1586 an das Domkapitel Naumburg mit der Bitte um Dispensation der Peregrinatio herangetreten war. Allerdings musste er zu diesem Zweck seine zweifelsfreie adlige Abstammung anhand von 16 adligen Ahnen väterlicher, als auch mütterlicher Seite nachweisen.Vollständige Geographische Beschreibung [...]. Amsterdam und Leipzig 1751, S. 168. Das entsprechende großformatige Adelsattest von Anton von Weißenbach mit zahlreichen, auf Pergament gemalten Familienwappen seiner Vorfahren hat sich bis heute im Archiv der Vereinigten Domstifter erhalten.Konvolut, betr. Rezeption und Kapitularstand (Adelsatteste ...)

Als evangelischer Domherr von Naumburg und Zeitz über 40 Jahre im Amt erlebte er drei Verweser des 1564 säkularisierten Bistums Naumburg-Zeitz: die beiden Kurfürsten August von Sachsen, Christian I. von Sachsen und Herzog August von Sachsen, die ihn mit repräsentativen Aufgaben im Hochstift Naumburg beauftragten.Landesarchiv Sachsen-Anhalt (LASA), A 30b I Hochstift Naumburg und Fürstentum Sachsen-Zeitz 1507–1816. Von 1576 bis 1596 war er in Naumburg dem Domdechanten Heinrich Poster auf dem Elstertrebnitz benachbarten Rittergut Trautzschen, und von 1596 bis zu dessen Tod 1606 dem Domdechanten Johann von Krakau unterstellt, deren Amtseinführungen und Begräbnisse er im Naumburger Dom mitorganisierte.Johannes Rosinus: Eine Christliche Leichpredigt […] Bey der Begräbnuß Deß […] Herren Johann von Krakau Domdechants der hohen Stiffte Meißen, Naumburg und Zeitz Welcher […] entschlaffen ist zur Naumburg, den 24. Octobr. Lippoldt, Jena 1606.

Er war außerdem Erb-, Lehn- und Gerichtsherr auf den Rittergütern BonauHeinrich August Lindner: Sammlung adelicher Ahnentafeln. 1701, S. 145. (1585 gekauft) im Amt Weißenfels und Elstertrebnitz im Kurfürstentum Sachsen, das im 17. Jahrhundert in den oberen Teil, den sogenannten Mühlengut, und den unteren Teil getrennt wurde.Besitzerfolge des Ritterguts ElstertrebnitzLASA, D 51, Anhang III Nr. 1212 Verkauf des Ritterguts Elstertrebnitz, 1615–1654. mini|Blick in den Kreuzgang des Zeitzer Doms mit Grabplatten

Im Unterschied zu anderen evangelischen Domkapitel war es unter gewissen Umständen in Naumburg und Zeitz möglich, dass Domherren in den Ehestand treten durften. Bei Weißenbach war dies 1581 der Fall. Er heiratete standesgemäß Anna geborene von Peres, aus dem benachbarten Stift Merseburg. Seine Ehefrau starb am 15. Mai 1594 nach 13 Jahren Ehe im Alter von 32 Jahren.

Erhaltene Grabplatte mit dem Namen Weißenbachs Weißenbach ließ seiner verstorbenen Ehefrau eine 178 cm × 92 cm große Grabplatte aus gelben Sandstein im Kreuzgang der Schlosskirche von Zeitz errichten, die folgende Inschrift trägt:

„P(IAE) M(EMORIAE) / [FJEMINAE • NOBIL(I) GEN(ERE) VIRTV/[TE] • PIETATE • NECNON .VITAE • ATQ(VE) / [MOJRVM • CASTIMONIA • PRAES=/[STA]NTI • ANNAE A PERES • QVAE • AN(NO) / 5 • 94 • 15 • CAL(ENDAS) MAII 1 ' .V(ERA) FIDE IN / [DEV]M AC DO(MINVM) N(OSTRVM) IESVM CHRIS(TVM) AN/ [NIS FVNCT]A CIRCI(TER) X X X I I PIE V(ITAM) F(INIVIT) MARI/[TVS] MOESTISS(IMVS) A(NTONIVS) DE W(EISSENBACH) CANON(ICVS) / [...] XIII .ANNOR(VM) CONNVBIO / [IV]NCTA F-ä> VOTI ATQ(VE) FIDEI S(VAE) / [C]ONIVGALIS MEMORIAEQ(VE) / PERENNIS E R G O • / H(OC) M(ONVMENTVM) P(ONI) C(VRAVIT).“Martina Voigt (Hrsg.): Die Inschriften der Stadt Zeitz. De Gruyter, 2001, S. 191.

Das Ehepaar von Weißenbach hatte die Kinder Georg, Hans, Joachim und Kaspar. Davon ließ der Sohn Hans († 1636) auf Kleindölzig seiner Ehefrau Martha von Weißenbach geb. von Oebschelwitz (1594–1631) nach deren Tod ebenfalls ein Grabmal errichten, das sich vor dem Kirchenaltar der alten Nikolaikirche in Zeitz befand und 1821 beim Abbruch der Kirche beseitigt wurde.Martina Voigt (Hrsg.): Die Inschriften der Stadt Zeitz. De Gruyter, 2001, S. 219. In deren 1631 in Leipzig gedruckten Leichenpredigt mit dem Titel: sind die damaligen Familienverhältnisse im Detail dokumentiert.

Es kann davon ausgegangen werden, dass für Weißenbach nach dessen Tod auch ein Epitaph errichtet wurde. Dieses blieb jedoch – wie auch andere Grabmäler im Naumburger Dom – nicht erhalten.Die Inschriften der Stadt Naumburg an der Saale, ges. und bearb. von Ernst Schubert. Berlin 1960.

Literatur Ernst Wollesen: Grabsteine im Kreuzgang des Zeitzer Peter-Pauls-Doms. In: Die Mark Zeitz 164 (1934), S. 253–255 (hier als Antonius a Weisbach bezeichnet). Anton von Weißenbach. In: Matthias Ludwig: Die Bistümer der Kirchenprovinz Magdeburg. Das Bistum Naumburg 2: Das Domstift Naumburg, Berlin/Boston 2021, S. 1103.

Weblinks Anton von Weißenbach (GSN: 083-04127-001). In: Germania Sacra, abgerufen am 31. Dezember 2022. Auflistung in der bei der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen geführten Klosterdatenbank

Einzelnachweise

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