mini|Bronzeplastik Radfahrer in Salzburg Lotte Ranft, geborene Berger (* 30. September 1938 in Berlin; † 14. März 2026 in Salzburg), war eine österreichische Bildhauerin, Malerin und Grafikerin. Sie lebte und arbeitete in Salzburg.
Leben Lotte Ranft wurde zwar in Berlin geboren, war aber Österreicherin.Lotte Ranft. In: pustet.at. Abgerufen am 28. Dezember 2022. Ihre Eltern stammten aus Tirol, ihr Großvater (der bereits vor ihrer Geburt starb) war der Autor und Maler Karl Berger. Sie wuchs in Innsbruck in einer kunstinteressierten Familie auf, die Freundschaften zu bekannten Malern wie Hans Weber-Tyrol pflegte. Nach dem Erlangen der Matura in Innsbruck studierte sie Maschinenbau an der Technischen Universität Wien. In: art4public.com. Abgerufen am 18. März 2026. Die dabei gewonnenen Kenntnisse wirkten sich später auf ihre Arbeit als Bildhauerin aus.Lotte Ranft – Farbe und Volumen. In: salzburgmuseum.at. Abgerufen am 18. März 2026.
Sie heiratete einen Arzt und lebte mit ihm in Bad Gastein. Aus der Ehe ging eine Tochter hervor.Christine Gnahn: Lotte Ranft: Prägte das Salzburger Stadtbild. In: Magazin Salzburgerland. Abgerufen am 29. Dezember 2022. Nach dem frühen Tod ihres Mannes wandte Lotte Ranft sich Ende der 1960er Jahre der bildenden Kunst zu. Sie studierte Kunstgeschichte an der Universität Innsbruck und Aktmalerei bei Herbert Boeckl und Claus Pack an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Weiters besuchte sie die Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg, wo Oskar Kokoschka, Claus Pack (Malerei), Wander Bertoni und Francesco Somaini (Bildhauerei) zu ihren Lehrern gehörten. Am Mozarteum in Salzburg erlangte sie 1976 das Diplom im Fach Bühnenbild und schloss als Magistra artium ab. Danach war sie dort bis 1991 als Lehrbeauftragte tätig. Parallel dazu erteilte sie von 1973 bis 1981 Kunst- und Werkunterricht am Bundes-Oberstufenrealgymnasium in Salzburg. 1991 wurde ihr der Professorentitel verliehen.
Ab 1991 wirkte Lotte Ranft als freischaffende Künstlerin mit einer Werkstattgalerie im Salzburger Stadtteil Nonntal. Sie zeigte ihre Werke auf verschiedenen Ausstellungen, teilweise zusammen mit ihrem zweiten Ehemann, dem Juwelier Volker Ranft. 2013 fand anlässlich ihres 75. Geburtstages eine Einzelausstellung im Salzburg Museum statt.
Werk Als Bildhauerin gestaltete Lotte Ranft Bronzeplastiken, welche oft mit einer Hochglanzpolitur versehen sind. Charakteristisch für ihre Arbeiten waren ausladende Volumen, Rundungen statt Kanten und gewagte Gewichtsverteilungen bei einem angestrebten Anschein von Grazie und Leichtigkeit. Sie realisierte eine Reihe von Skulpturen im öffentlichen Raum, teils im Rahmen gewonnener Wettbewerbe. Zu ihren bekanntesten Werken gehört der Radfahrer am Makartsteg in Salzburg (1992).Nikolaus Schaffer: Farbe und Volumen. Vielfalt aus einer Hand. In: Salzburger Museumsblätter. Nr. 5, Mai 2013, 74. Jg., S. 1–2.
In den 1980ern malte Ranft neben der Bildhauerei zunächst Aquarelle und seit ca. 1990 Acrylgemälde. Als Thema wählte sie dabei insbesondere Erscheinungsweisen und existentielle Gegebenheiten des Weiblichen. Zu ihrem Gesamtwerk gehören außerdem Druckgrafiken, wobei sie vor allem die Carborundum-Radierung einsetzte.
Der Kunsthistoriker Nikolaus Schaffer bezeichnete Ranft aufgrund ihrer Etabliertheit und ihres künstlerischen Profils als „Klassikerin innerhalb der Salzburger Kunstszene“.
Bronzeplastiken (Auswahl) Die Trauernde, 1975, Büste, Museum Carolino Augusteum Daphne, 1987, in der naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg Das große Lebensspiel, 1989, teilweise bemalt, Höhe 5 m, vor Kinder- und Jugendchirurgie des Uniklinikum Salzburg Radfahrer, 1992, Makartsteg, Salzburg Goldene Eule, teilvergoldet, ab 1994 vom Institut für Spielforschung und Spielpädagogik als Preis verliehen In: presseportal.de. 19. Januar 2001. Abgerufen am 29. Dezember 2022. Christian-Doppler-Denkmal, 1995, Flughafen Salzburg sowie 1996 Christian-Doppler-Klinik, Salzburg Tassilo-Denkmal, 2001, vor Stift Mattsee, Salzburg Große Kaffeebohne, 2009, Sandtorpark, Hamburg Galene 2012, 2014, Höhe 2,30 m, Jeanne-Kahn-Foyer der Großen Universitätsaula, Universität Salzburg In: plus.ac.at. Abgerufen am 18. März 2026.
Sonstige Werke (Auswahl) Schloß Kleßheim, 1982, Aquarell, Tiroler Landesmuseum FerdinandeumVeröffentlichungen des Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum. Band 65. Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, 1985, S. 133. Wandmalerei Hort Lehen, 1993, Salzburg Rote Schein-Heilige, Carborundum-Radierung Sinn-Füllig, Acryl auf Leinwand
Literatur Lotte Ranft. Bilder, Bronzen, Augenblicke. Pustet, Salzburg 2013, ISBN 978-3-7025-0698-8. Ranft, Lotte. In: Anton Gugg: Kunstschauplatz Salzburg: Lexikon zur Malerei, Skulptur, Grafik und Fotografie seit 1945. Pustet, Salzburg 2002, ISBN 3-7025-0453-2, S. 208. Ranft, Lotte. In: Heinrich Fuchs: Die österreichischen Maler des 20. Jahrhunderts. Band 3. Wien 1986, S. 228.
Weblinks
bei art4public.com Lotte Ranft: Prägte das Salzburger Stadtbild in Magazin Salzburgerland auf der Website des Uniklinikums Salzburg
Einzelnachweise
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