Thomas Balzer (* 1959 in Stuttgart) ist ein deutscher Dokumentarfilmer und Fernsehjournalist.
Leben Er studierte von 1978 bis 1983 an der Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Ab 1982 veröffentlichte er Videoarbeiten u. a. in Infermental, ZKM und n.b.k. Fernseharbeiten ab 1984.
Werk 1984 entstand mit L Film. Liebe. Laster. Leidenschaft. Balzers erste Fernseharbeit für die Redaktion Das kleine Fernsehspiel des ZDF. Der 60-minütige Film wurde am 3. April 1985 erstmals im ZDF ausgestrahlt. Balzer experimentiert in den folgenden Jahren mit der Erweiterung narrativer Darstellungsformen im Bereich Video und Videoinstallationen. Sein zweites Kleines Fernsehspiel „Einsdreißig – die Arbeit mit der Nachricht“ (1987) hinterfragt mit den Methoden des Dokumentarfilms den Umgang mit Nachrichten und deren Vermittlung im deutschen Fernsehen. 1989 entstand als Studioproduktion für das ZDF die 90-minütige Videoarbeit Wüsten. Die Erstausstrahlung erfolgte am 14. Mai 1990 im ZDF. 1991 begann Balzer in Eberswalde mit den Dreharbeiten zu dem Dokumentarfilm Amadeu Antonio über eines der ersten Opfer rechtsradikaler Gewalt im wiedervereinigten Deutschland. Der Film dokumentiert die rassistisch motivierte Tötung des angolanischen Arbeiters Amadeu Antonio und wurde für die ZDF-Redaktion Das kleine Fernsehspiel produziert. Die Erstausstrahlung erfolgte am 24. November 1992 im ZDF. Immer wieder beschäftigt er sich in den darauffolgenden Jahren in seinen Filmen mit den unterschiedlichen Lebenswelten in Ost- und Westdeutschland. Unter anderem mit dem Erstarken der Rechten vor allem in den neuen Bundesländern.
Ab 1992 Themenabende und Fernsehexperimente für arte. Für einen Ausflug in die Welt des privaten Fernsehens erhält Balzer für die sat.1 Reportage „Sprechstunde für Obdachlose.“ in der Kategorie „Beste Dokumentation“, den Telestar 1998.
In zahlreichen Reportagen und Dokumentarfilmen befasst sich Balzer mit Themen der Stadtentwicklung Berlins, ab 2006 bis 2020 mit einem besonderen Schwerpunkt auf die Entstehungsgeschichte des neuen Berliner Flughafens BER.
Ab 2021 dokumentiert Balzer die städtebaulichen Veränderungen am Berliner Alexanderplatz. In bislang drei Filmen unter dem Titel „Baustelle Alexanderplatz“ beleuchtet er die politischen und gesellschaftlichen Prozesse, die hinter den umfassenden Umbau- und Neugestaltungsmaßnahmen stehen. Er setzt sich dabei kritisch mit den Herausforderungen und Konflikten auseinander, die mit der Umgestaltung des historischen Platzes einhergehen, wie etwa den Spannungen zwischen Denkmalschutz, kommerzieller Nutzung und öffentlichem Raum. Mit dieser Arbeit knüpft Balzer an seine früheren Projekte zur Stadtentwicklung Berlins an und dokumentiert die sich ständig verändernde urbane Landschaft der Hauptstadt.
Filme (Auswahl) 1985: L Film. Liebe. Laster. Leidenschaft. 1987: Einsdreißig – Die Arbeit mit der Nachricht 1990: Wüsten 1992: Amadeu Antonio 1995: Gendarmes et Voleurs 1999: Stay tuned 2000: Überleben in Eberswalde 2001: Die totalste Loveparade – Love Parade du Siecle 2008: Krieg im Kopf – Rückkehr aus Afghanistan 2010: Schönefeld hebt ab 2012: Fehlstart in Schönefeld – Flughafenpleite in Berlin-Brandenburg 2016: Puhdys – ein Leben für die Rockmusik 2016: ICC. Ein UFO im Wartestand 2017: Wem gehört Potsdams Mitte? 2018: Wowereit – War das gut so? 2019: U-Bahn unterm Sternenhimmel 2020: Letzter Aufruf BER – der lange Weg zum Berliner Flughafen 2022: Baustart am Alexanderplatz 2023: Baustelle Alexanderplatz | Tücken des Untergrunds 2024: Baustelle Alexanderplatz | Bauzäune für die Ewigkeit?
Weblinks Offizielle Website von Thomas Balzer Thomas Balzer – Filme und Projekte
https://www.artist-info.com/exhibition/Neuer-Berliner-Kunstverein-Id354622 https://german-documentaries.de//en_EN/films/last-call-ber.17809
Einzelnachweise
Kategorie:Dokumentarfilmer Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1959 Kategorie:Mann