Leo Ermann (; geboren 5. Februar 1899 in Holz (Heusweiler); gestorben 1988 in Israel) war ein deutsch-israelischer Schriftsteller.
Leben Leo Ermann war ein Sohn des wohlhabenden jüdischen Saarbrücker Kaufmanns und Trikotagenfabrikanten Gustav ErmannGustav Ermann als Soldat siehe :c:File:1890 gustav ermann kaiser soldier saarbrucken Germany.jpg und der Henriette Weil.Der Patriot, der zum Verfolgten wurde. Das Schicksal von Willi Ermann und seiner Familie, bei Yad VashemKatzenberg and Ermann families collection, bei USHMM, 28. November 2022 Er besuchte die Oberrealschule in Saarbrücken und absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Er arbeitete wie sein älterer Bruder Willi als Handelsvertreter für den Familienbetrieb. Ermann war mit Toni Katzenberg verheiratet.
Ermann wurde nach der Reichspogromnacht 1938 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Er kam nach einem Monat frei und traf Frau und Kind wieder, die nach Brüssel geflohen waren. Bei der deutschen Eroberung Belgiens 1940 flohen sie weiter in die Peripherie von Lyon, wo sie sich in Vichy-Frankreich dem Zugriff der deutschen Judenverfolgung zu entziehen suchten. Dort wurde 1941 die zweite Tochter geboren, während die erste Tochter in einer französischen Schule eingeschult wurde. 1942 gingen Leo Ermann und die ältere Tochter mit der Hilfe von französischen Fluchthelfern über die Grüne Grenze in die Schweiz. Ermann wurde im Arbeitslager Hedingen interniert. Toni Ermann gelang einen Monat später mit dem zweiten Kind ebenfalls die Flucht. Die Kinder kamen in ein Kinderheim, Toni Ermann in ein Frauenlager in Brissago. In Frankreich wurden ihre Fluchthelfer festgenommen, von den Deutschen in den Osten deportiert und in der Konzentrationslagerhaft ermordet.
Nach Kriegsende fungierte Ermann als Verwaltungsleiter in der jüdischen Bildungsorganisation ORT in Lugano und schrieb Beiträge in verschiedenen schweizerischen Zeitschriften. 1949 übersiedelte die Familie mit nunmehr drei Kindern nach Jerusalem.
Ermann schrieb in Israel in deutscher Sprache Gedichte und publizierte diese in Jerusalem als Gedichtbände, zum Teil bei Rubin Mass, zum Teil im Eigenverlag.
Ermann erhielt 1969 eine Ehrengabe des Landkreises Birkenfeld.
Werke (Auswahl) mini|hochkant|Konfusion. Roman bei Rubin Mass (1975) mini|hochkant|Und wieder mal sich selbst getäuscht (1974) Wir finden kein Vergessen. Paris, 1948 Gottes Mühlen. Haifa, 1958 Wo liegt dein Paradies? Jerusalem : Oth, 1961 Novellen. 1965 Schlussakkord und kämpferischer Neubeginn. Gedichte. 1968 Gottesgnade. Jerusalem : L. Ermann, 1970 Der letzte Tanz um Firlefanz. Gedichte. 1972 Publizierte Theorie. Lehrgedichte. 1972 Ein Fenster auf zur Ewigkeit. Gedichte. 1973 Konfusion. Roman. Jerusalem : Mass, 1975 Ein Aufschub als Bewährungsfrist : Gedichte. 1975 Das Logbuch blieb ... Roman. Jerusalem : Mass, 1976 Arztgeschichte und Gedichte. 1977 Ererbt, erlernt, erdacht, erlebt : Gedichte. Jerusalem, 1977 Lehrgedichts-Ausflug. Jerusalem : Mass, 1977 Kleinen Manns Gesellschaftsbild. Reimnovelle. Jerusalem : Mass, 1978 Solang das Brünnlein rauschet. Gedichte. Jerusalem : Mass, 1978 Immer wieder neue Lieder. Gedichte. Jerusalem : Mass, 1978 Als Titel fand sich Band Nummer zwanzig. Frau Kappler vor dem Mikrophone. Jerusalem : Mass, 1978 Die Fliegerjacke oder die bedingt ehrenvolle Tragödie der Heimgekehrten. Roman. Jerusalem : Mass, 1979 Späte Frucht vom Baum der Träume, schnell gepflückt eh' mans versäume. Jerusalem : Mass, 1979 Überreife Lebensernte : Gedichte. 1980 Der ungeschriebene Roman. Jerusalem : Mass, 1982 Die Himmels-Türe : Gedenk-Reime. Jerusalem : Mass, 1984 Besinnliches Reimspiel : späten Alters Tagebuch. 1985
Literatur Ermann, Leo, in: Dov Amir: Leben und Werk der deutschen Schriftsteller in Israel: Eine Bio-Bibliographie, 1980, S. 39
Weblinks
Léo Ermann, bei Anonymes, Justes et Persécutés durant la période Nazie dans les communes de France (AJPN), 16. Januar 2021 (fr) When the Heimat fades away (in Hebrew) - a biographical notes and analysis of Leo Ermann's work
Einzelnachweise
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