mini|Denkmal für Julien-Alexandre Hardy im Potager du Roi („Gemüsegarten des Königs“) von Versailles
Julien-Alexandre Hardy (* 23. Mai 1787 in Briis-sous-Forges bei DourdanCatalogue des Rosiers cultivés au Jardin du Luxembourg - Une roseraie au jardin du Luxembourg, in: Sénat (französisch; Abruf am 27. Dezember 2022); † 15. September 1876)Hardy, Julien Alexandre, Biografie und Rosensorten auf HelpMeFind (englisch und französisch; Abruf am 27. Dezember 2022) war ein französischer Gärtner und Rosenzüchter.
Leben
Er war der Sohn eines Gärtners und ging mit 15 Jahren nach Paris, um im Jardin des Plantes Kurse in Gartenkultur und Botanik zu belegen.
Zwischen 1806 und 1814 und während Napoléons Herrschaft der Hundert Tage diente Hardy in der kaiserlichen Armee und wurde mit dem Orden der Légion d’honneur ausgezeichnet.
Wieder in Paris, erhielt er im Juni 1816 eine Anstellung als „erster Gärtnerjunge“ (premier garçon jardinier) im Garten der Chambre des pairs. Bereits ein Jahr später, im Jahr 1817, wurde Hardy zum Chefgärtner des Jardin du Luxembourg ernannt, ein Posten, den er bis 1859 innehatte. Der Jardin du Luxembourg besaß zu seiner Zeit eine der weltweit größten und berühmtesten Sammlungen von Rosen, die ursprünglich von André Dupont (1742–1817) angelegt worden war und von Hardy selber erheblich erweitert wurde.
Hardy züchtete etwa 80 neue Rosensorten, die er laut William Paul (The Rose Garden, S. 18) nicht selber verkaufte, sondern mit Freunden gegen andere Pflanzen tauschte.
mini|Hardys berühmteste Rose 'Madame Hardy' (oder 'Félicité Hardy') von 1831 Die berühmteste seiner Rosen ist die nach seiner Frau Félicité benannte rosig weiße Damaszener-Rose 'Madame Hardy', die 2006 zur Weltrose gekürt wurde.Mme Hardy, in: Welt der Rosen (Abruf am 27. Dezember 2022) Hardy experimentierte besonders mit exotischen Sorten. In seinem Katalog finden sich für seine Zeit auffallend viele China- („Rose bengale“) und Teerosen, für die auch der Jardin du Luxembourg bekannt war. Er züchtete außerdem die erste bekannte Hybride einer Rosa persica (Hulthemia): die gelbe 'Rose de Hardy' oder 'Rosa x hardii', die 1836 von Cels frères in den Handel gebracht wurde.Hardii, in: Welt der Rosen (Abruf am 27. Dezember 2022)Rosa x hardii auf HelpMeFind (englisch; Abruf am 27. Dezember 2022)
Weitere heute noch bekannte Rosen von Hardy sind: die rosa-farbene Gallica-Rose 'Gloire de France',Gloire de France auf HelpMeFind (englisch; Abruf am 27. Dezember 2022) die dunkelrote Bourbon-Rose 'Prince Charles',Prince Charles auf HelpMeFind (englisch; Abruf am 27. Dezember 2022) die rosa-apricot-farbene Teerose 'Triomphe du Luxembourg', die kirschrote Gallica-Rose 'Louis Philippe', die purpurrote China- (oder Bourbon-)Rose 'Eugène de Beauharnais' und die rote Moosrose 'Célina'.Rosenzüchter Julien Alexandre Hardy (1781 bzw. 1786–1876), in: Welt der Rosen (Abruf am 27. Dezember 2022)
Hardy schrieb auch ein erfolgreiches Buch über den Schnitt von Obstbäumen, das 1853 veröffentlichtJulien Alexandre Hardy: Traité de la taille des arbres fruitiers ; suivi de la description des greffes les plus employées dans leur culture, Dusacq, Paris, 1853 und einige Jahre später von Hermann Jäger ins Deutsche übersetzt wurde.H. Jäger: Der Obstbaumschnitt : neueste Methode zur Behandlung der feinern Obstarten am Spalier : sowie in allen anderen gebräuchlichen Formen nach J.A. Hardy, Spamer, Leipzig, 1867
Sein Sohn Auguste Hardy (1824–1891) war ebenfalls im Gartenbau tätig.
Julien Alexandre Hardy wurde 1858 eine Medaille von Louis Charles Bouvet gewidmet.Julien Alexandre Hardy (1787–1876), jardinier en chef honoraire des Jardins du Luxembourg, membre des sociétés centrales d'agriculture et d'horticulture, 1858, Medaille von Louis Charles Bouvet in: Paris Musées (französisch; Abruf am 27. Dezember 2022)
Bevor er am 15. September 1876 starb, musste er noch miterleben, wie der von ihm in lebenslanger Arbeit verschönerte Rosengarten durch die Stadtplanungsarbeiten von Haussmann beschnitten wurde.
Ein Denkmal für Julien-Alexandre Hardy mit einer Porträt-Büste des Rosenzüchters befindet sich im Potager du Roi („Gemüsegarten des Königs“) in Versailles (siehe Abb. ganz oben).
Galerie: Rosen von Hardy
Literatur Julien Alexandre Hardy: Traité de la taille des arbres fruitiers ; suivi de la description des greffes les plus employées dans leur culture, Dusacq, Paris, 1853 Deutsche Übersetzung: Hermann Jäger: Der Obstbaumschnitt : neueste Methode zur Behandlung der feinern Obstarten am Spalier : sowie in allen anderen gebräuchlichen Formen nach J.A. Hardy, Spamer, Leipzig, 1867
Weblinks
Catalogue des Rosiers cultivés au Jardin du Luxembourg - Une roseraie au jardin du Luxembourg, in: Sénat (französisch; Abruf am 27. Dezember 2022) Hardy, Julien Alexandre, Biografie und Rosensorten auf HelpMeFind (englisch und französisch; Abruf am 27. Dezember 2022) Rosenzüchter Julien Alexandre Hardy (1781 bzw. 1786–1876), in: Welt der Rosen (Abruf am 27. Dezember 2022) Julien Alexandre Hardy (1787–1876), jardinier en chef honoraire des Jardins du Luxembourg, membre des sociétés centrales d'agriculture et d'horticulture, 1858, Medaille von Louis Charles Bouvet in: Paris Musées (französisch; Abruf am 27. Dezember 2022) Hardy, Julien-Alexandre in: Worldcat Identities (Abruf am 27. Dezember 2022)
Einzelnachweise
Kategorie:Rosenzüchter Kategorie:Person (Paris) Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1787 Kategorie:Gestorben 1876 Kategorie:Mann