mini|hochkant|Mathias Döpfner (2023) Mathias Oliver Christian Döpfner (* 15. Januar 1963 in Bonn) ist ein deutscher Manager, Verleger und Journalist. Er ist seit 2002 Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE, an der er seit April 2025 gemeinsam mit Friede Springer zusammen 95 Prozent der Anteile hält. Von 2016 bis 2022 war er Präsident des Bundesverbandes Digitalpublisher und ZeitungsverlegerHandelsblatt: Matthias Döpfner wird Chef-Lobbyist für Zeitungsverleger, vom 7. Juli 2016Wirtschaftswoche: Matthias Döpfner wird Chef-Lobbyist für Zeitungsverleger, vom 7. Juli 2016 (bis 2019 Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger). Sein Vermögen wurde Anfang 2023 auf über eine Milliarde Euro geschätzt.
Leben
Familie und Ausbildung
Döpfner wuchs in Offenbach am Main auf. Seine Mutter war Hausfrau, sein Vater war der Hochschulprofessor Dieter C. Döpfner.
Döpfner studierte Musikwissenschaft, Germanistik und Theaterwissenschaften in Frankfurt am Main und Jazz am Berklee College of Music in Boston.Klaus Boldt: „Kleine Welt“, in: Manager Magazin 3/2006, S. 55–61, Link 1990 wurde er mit der Dissertation Musikkritik in Deutschland nach 1945. Inhaltliche und formale Tendenzen, eine kritische Analyse an der Universität in Frankfurt am Main zum Dr. phil. promoviert.
Karriere Seine Karriere begann 1982 als Musikkritiker des Feuilletons der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Außerdem schrieb er unter dem Namen M.O.C. Döpfner für die Schweizer Weltwoche. Nachdem er als FAZ-Korrespondent in Brüssel und als Geschäftsführer einer Tochtergesellschaft der Konzertagentur Winderstein gearbeitet hatte, wechselte Döpfner 1992 zu Gruner + Jahr. Zunächst war er Mitarbeiter des Vorstandsmitglieds Axel Ganz in Paris, später Assistent des Vorstandschefs Gerd Schulte-Hillen. Im April 1994 wurde Döpfner Chefredakteur der Berliner Wochenzeitung Wochenpost (die er wieder verließ, nachdem sie in eine ernste Krise geraten war)Laut »manager magazin« am 6. März 2002, eingesehen am 27. Februar 2026 und dann 1996 Chefredakteur der Hamburger Morgenpost.
Axel Springer SE Im März 1998 wechselte Döpfner als Chefredakteur zur Tageszeitung Die Welt.
Im Juli 2000 wurde er Mitglied des Vorstands des Axel-Springer-Verlags. Im Oktober 2000 wurde er zusätzlich Vorstand für Zeitungen. Seit Januar 2002 ist Döpfner Vorstandsvorsitzender als Nachfolger von August A. Fischer.
Im Juli 2006 wurde Döpfners Kauf von zwei Prozent der Anteile am Springer Verlag mit Rabatt für 60 Millionen Euro und sein Rollenwechsel vom Manager zum Verleger und Miteigentümer öffentlich.
Bis zum Frühjahr 2006 reduzierte Döpfner die Zahl der Mitarbeiter um ein Drittel. Gleichzeitig veräußerte Springer verlustbringende Tochterunternehmen. Umstritten war die von ihm angeordnete Zusammenlegung der Redaktionen von Die Welt und Berliner Morgenpost. Zum 1. Mai 2014 übernahm die Funke Mediengruppe die Berliner Morgenpost. Unter Döpfners Ägide wurde im August 2005 die Übernahme des TV-Unternehmens ProSiebenSat.1 eingefädelt. Diese scheiterte jedoch letztlich am Verbot durch das Bundeskartellamt, das 2010 vom Bundesgerichtshof bestätigt wurde.
Mathias Döpfner war von 2001 bis 2006 Aufsichtsratsmitglied des Pharmaunternehmens Schering AG.PM vom 26. Juli 2001
Mathias Döpfner ist gemeinsam mit Friede Springer Haupteigentümer der Axel Springer SE. Zusammen halten sie 95 Prozent der Anteile.
Weitere Tätigkeiten Von Juli 2006 bis Juni 2018 war er Mitglied im Aufsichtsrat des US-Medienkonzerns Time Warner, von 2015 bis 2018 Non-Executive Director der Vodafone Group.
Seit Mai 2014 ist er Mitglied im Board of Directors von Warner Music, seit September 2018 Mitglied im Board of Directors von Netflix.
Döpfner war auch Mitglied im Aufsichtsrat des Finanzinvestors Ripplewood Holdings (RHJI).Sonja Pohlmann: Freunde für Opel. In: Der Tagesspiegel, 18. Juli 2009 Im Juli 2009 stellten einige Medien einen Zusammenhang zwischen dem Engagement Döpfners für die um Opel ringenden RHJI und der diesbezüglich positiven Berichterstattung in einigen Medien der Springergruppe her.Vgl. z. B.: Wege aus der Zeitungskrise. In: Telepolis, 19. Juli 2009 Die persönlichen Verknüpfungen Döpfners wurden in den Berichten der Medien der Springergruppe zu RHJI nicht thematisiert.
Frank-Schirrmacher-Stiftung und Frank-Schirrmacher-Preis Nach dem Tod Frank Schirrmachers am 12. Juni 2014, gründet Mathias Döpfner zusammen, mit dem Bankier und Journalisten Michael Gotthelf, dem Feuilletonchef der NZZ Martin Meyer und dem früheren FAZ-Herausgeber Günther Nonnenmacher, im Februar 2015, die Frank-Schirrmacher-Stiftung. Zusätzlich wurde auch ab 2015 noch der mit 20.000 Schweizer Franken dotierte, jährlich vergebene Frank-Schirrmacher-Preis ausgelobt. Die Jury besteht aus den Mitgliedern des Stiftungsrates, namentlich Michael Gotthelf (Co-Präsident), Martin Meyer (Co-Präsident), Mathias Döpfner, Jürgen Kaube und Béatrice Wiederkehr.https://schirrmacher-stiftung.de/frank-schirrmacher-stiftung.html
Publizistische Tätigkeiten Das Erste strahlte am 12. Juli 2009 Döpfners Film Mein Freund George Weidenfeld aus.Tagesspiegel, 12. Juli 2009
Zum 100. Geburtstag Axel Springers im Mai 2012 zeigte Döpfner seine persönliche Sicht auf den Verlagsgründer und trug einen fiktiven Brief an den Verleger vor.
Zu seinen medienpolitischen Beiträgen gehören Grundsatzreferate, z. B. auf der NOAH Conference Berlin 2015 oder auf dem Spiegel Publishers Forum, die die Etablierung bezahlter Online-Inhalte und die Abgrenzung von privaten und öffentlich-rechtlichen Medien in digitalen Kanälen zum Thema hatten.
Döpfner veröffentlichte als Gastautor einige Beiträge in dem Blog Achse des Guten.
Privates Döpfner und seine Ehefrau Ulrike, geborene WeissWeibliche Übernahme: wie Frauen in Deutschland sich die Macht nehmen, Ulrike Posche (2004), Seite 44 – Tochter des ehemaligen Vorstandes (1979–1998) der Deutschen Bank Ulrich WeissExecutive Profile Ulrich Weiss, bloomberg.com (abgerufen am 30. November 2016) – haben drei gemeinsame Söhne.Mathias Döpfner der Schönfärber, faz.de vom 25. Juli 2013, abgerufen am 30. November 2016 Mit Julia Stoschek hat er seit 2016 einen weiteren Sohn.Catrin Lorch: Weil sie es kann. In: Süddeutsche Zeitung, 3. Juni 2016.Julia Stoschek verrät, wer der Vater ihres Sohnes ist, inFranken.de vom 26. November 2016, abgerufen am 30. November 2016„Das arrogante Künstlergenie ist ausgestorben“, sueddeutsche.de vom 26. November 2016, abgerufen am 30. November 2016Jobst-Ulrich Brand: Ihr Name: Julia Stoschek Ihre Geschichte: Gesellschafterin des Brose-Konzerns Ihr Anliegen: die Kunst der bewegten Bilder Ihr Spitzname: Der Vulkan. In: FOCUS Magazin, Nr. 22 (2016), 28. Mai 2016.Bülend Ürük: Ürüks Notizen Aus unseren Kreisen. Auf: kress.de, 30. Mai 2016.
Mitgliedschaften mini|Düzen Tekkal, Friede Springer, Mathias Döpfner, Kai Diekmann und Julian Reichelt auf dem Dach der US-Botschaft in Berlin (2019)
Von Juli 2016 bis November 2022 war Döpfner Präsident des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV).Pressemitteilung des BDZV vom 7. Juli 2016.
Zu seinen Mandaten in Non-Profit-Organisationen zählen Mitgliedschaften in den Aufsichtsgremien des European Publishers Council (EPC), der American Academy in Berlin,, The American Academy. der Blavatnik School of Government in Oxford und des American Jewish Committee.
Er war Kuratoriumsmitglied des Berliner Aspen-Instituts, weiterhin ist er regelmäßiger Teilnehmer der Sun Valley-Konferenz, des Weltwirtschaftsforums in Davos, seit 2007 Teilnehmer der Bilderberg-Konferenz und seit 2018 Mitglied in deren Steering Committee. Er ist Kuratoriumsmitglied des Internationalen Journalisten-Programms (IJP) e. V. und seit 2018 Chairman des TOA Open Circle.
Döpfner ist seit 2023 Mitglied des Vorstandes der Margot Friedländer Stiftung.
Vermögen und Steuerzahlungen Mit einem Jahresgehalt von elf Millionen Euro soll Döpfner im Jahr 2009 nach Schätzungen des Manager Magazins der bestbezahlte Manager Deutschlands gewesen sein. Die Axel Springer SE hat diese Schätzung als „grob falsch“ und „unseriös“ bezeichnet. Die im Geschäftsbericht ausgewiesene Gesamtvergütung enthalte Zahlungen für ausgeschiedene Vorstandsmitglieder und lasse keine Hinweise auf die Gehaltsverteilung der vier Vorstände zu.kress.de, 25. Juni 2010 Döpfner gilt als enger Vertrauter der Großaktionärin des Springer-Konzerns und Witwe des Konzerngründers Axel Springer, Friede Springer, die Patin seines zweiten Sohnes ist. Im August 2012 schenkte Springer Döpfner anlässlich ihres 70. Geburtstags einen Aktienanteil von zwei Prozent im Wert von rund 73 Millionen Euro. Es heißt, sie wolle damit sowohl den Kurs Döpfners wie auch ihre persönliche Freundschaft belohnen und ihn weiterhin eng an das Unternehmen binden.Der Spiegel: Friede Springer schenkt Döpfner Aktien für 70 Millionen Euro, 17. August 2012 Zusammen mit weiteren Aktienkäufen lag Döpfners Anteil bei 3,2 Prozent (Stand Februar 2017). Axel Springer SE, Stand Februar 2017, abgerufen am 5. November 2017.
Friede Springer schenkte 2020 Mathias Döpfner Aktien im Wert von rund einer Milliarde Euro.Deutschlands Zeitungsriese wankt, 21. Oktober 2021 Am 24. September 2020 gab die Axel Springer SE bekannt, dass Friede Springer einen großen Teil ihrer Anteile am Medienkonzern Döpfner überträgt und ihm darüber hinaus die Stimmrechte an ihrem verbleibenden Aktienpaket übergibt. Döpfner hat Springer einen Anteil von rund 4,1 Prozent an dem Konzern für 276 Millionen Euro abgekauft, zusätzlich wird er rund 15 Prozent als Schenkung erhalten – so kontrollierten beide jeweils rund 22 Prozent. Seit April 2025 halten Mathias Döpfner und Friede Springer zusammen 95 Prozent der Anteile an Axel Springer.
Für Schenkungen, die die Freibeträge übersteigen, sind in Deutschland Steuern fällig.Siehe ErbStG Medien behaupteten, dass keine oder wenig Steuern zu entrichten sind, da Döpfner die Aktien formal von der gemeinnützigen Friede-Springer-Stiftung kaufte. Friede Springer hatte zu diesem Zweck eine Woche vor dem Verkauf besagte 4,1 Prozent an ihre Stiftung übertragen. In Bezug auf die Schenkung konnte er die im Erbschaftsteuergesetz vorgesehene Verschonungsbedarfsprüfung (§ 28a ErbStG) beantragen. Den Spekulationen hielt die Axel Springer SE entgegen, dass die Transaktion gemäß den geltenden Regelungen ordnungsmäßig versteuert wird. Mit dem Kauf der 4,1 Prozent werde die Friede-Springer-Stiftung unterstützt. Allerdings wäre der Aktienkauf mit dem Zweck der Steuervermeidung nach geltendem Recht möglich und würde die Voraussetzung der Verschonungsbedarfsprüfung erfüllen.
Im Jahr 2016 bezifferte das Wirtschaftsmagazin Bilanz das Vermögen Döpfners auf 150 Millionen Euro. Damit stand Döpfner auf Platz 659 der reichsten Menschen in Deutschland. Der Wert der Anteilsübertragungen an Döpfner vom September 2020 wird laut einer Pflichtmitteilung des Großaktionärs Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR) auf gut eine Milliarde Euro geschätzt.
Villen in Berlin und Potsdam Im Jahr 2007 erwarb Döpfner zusammen mit Leonhard Fischer die direkt an der Glienicker Brücke in Potsdam liegende und zu diesem Zeitpunkt verwahrloste Villa Schöningen. Nach einer Sanierung wurde dort am Vorabend des 20. Jahrestags des Mauerfalls, dem 8. November 2009 ein „Freiheitsmuseum“ eröffnet. Das rein privat finanzierte Projekt dokumentierte im Erdgeschoss in der Dauerausstellung die Geschehnisse an der Agentenbrücke während des Kalten Krieges. Heute werden in der Villa Schöningen Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst gezeigt.
Seit 2014 ist Döpfner Eigentümer der Villa Henckel und der Villa Schlieffen in Potsdam. 2017 vereinbarte er mit der Stadt Potsdam, die Rekonstruktion der umliegenden Parkanlage zu finanzieren und einen Teil davon privat nutzen zu dürfen. Die Villa Schlieffen soll als Museum genutzt werden.
2014 kaufte Döpfner das Prinzessinnenpalais in Berlin.
Positionen und Kontroversen