Reinhold Kamsen (* in Järavere, heute Landgemeinde Järva; † 16. Mai 1952 in Tallinn) war ein estnischer Dichter und Autor von Kinderbüchern.
Leben und Werk Kamsen konnte nur wenige Jahre zur Schule gehen und musste sich seine Bildung neben den üblichen Hofarbeiten aneignen.A. Säärits: Lahja põllu ja kadakase karjamaa luule. 100 aastat Reinhold Kamseni sünnist, in: Keel ja Kirjandus 10/1971, S. 624. Ab 1909 wohnte er in Pilistvere, wo er ein Vereinshaus betrieb, später arbeitete er an verschiedenen Orten und lebte seit 1920 in Põltsamaa. Von 1927 bis 1931 war er Redakteur bei der Zeitung „Põltsamaa Teataja“, 1930/31 Herausgeber der Wochenzeitung „Põltsamaa Uudised“. 1950 übersiedelte er nach Tallinn.Eesti kirjanike leksikon. Koostanud Oskar Kruus ja Heino Puhvel. Tallinn: Eesti Raamat 2000, S. 173.
Kamsen begann Ende der 1890er Jahre seine Gedichte in der Presse zu veröffentlichen und erzielte hierbei eine erstaunliche Produktivität: Einer eigenen Aussage zufolge sollen bis 1929 2.600 Gedichte von ihm erschienen sein.A. Säärits: Lahja põllu ja kadakase karjamaa luule. 100 aastat Reinhold Kamseni sünnist, in: Keel ja Kirjandus 10/1971, S. 624. Erstaunlicherweise ist aber zu Lebzeiten praktisch keine einzige Gedichtsammlung von ihm erschienen, was an dem geringen künstlerischen Wert seiner Verse gelegen haben muss.Eesti kirjanike leksikon. Koostanud Oskar Kruus ja Heino Puhvel. Tallinn: Eesti Raamat 2000, S. 173. Gelegentlich wurde ein Gedicht von Kamsen auch redaktionell bearbeitet und dadurch stilistisch aufgewertet, wie Friedebert Tuglas anhand eines in einem Noor-Eesti-Album erschienenen Gedichts, das von Gustav Suits redigiert worden war, aufzeigen konnte.Friedebert Tuglas: Kirjandusloolisi pisivesteid III, in: Keel ja Kirjandus 11/1961, S. 665–666.
Allerdings sind einige Gedichte von ihm vertont worden und bis heute populär. Eines seiner Gedichte fand auch Eingang in eine deutsche Anthologie.„Das Sorgenland“, in: Estnische Gedichte. Übersetzt von Wilhelm Nerling. Dorpat: Laakmann 1925, S. 79–80.
Bibliografie Küll on kena kelguga ('Ach wie schön ist’s mit dem Schlitten'). Tallinn: Ilukirjandus ja Kunst 1946. 16 S. Kodukoppel ('Die heimische Weide'). [Tallinn]: Tiritamm 1992. 63 S.
Sekundärliteratur A. Säärits: Lahja põllu ja kadakase karjamaa luule. 100 aastat Reinhold Kamseni sünnist, in: Keel ja Kirjandus 10/1971, S. 624–628.
Weblinks Reinhold Kamsen im Estonia Writers‘ Online Dictionary
Einzelnachweise
Kategorie:Literatur (Estnisch) Kategorie:Kinder- und Jugendliteratur Kategorie:Autor Kategorie:Lyrik Kategorie:Este Kategorie:Geboren 1871 Kategorie:Gestorben 1952 Kategorie:Mann