Das Gefecht von Isurava fand vom 26. bis zum 31. August 1942 im Territorium Papua statt. Es war ein Teil der Kokoda-Track-Kampagne, in der australische Truppen unterstützt von den USA gegen japanische Streitkräfte der Südseeabteilung unter Generalmajor Horii Tomitarō kämpften. Die japanischen Truppen waren Mitte Juli 1942 bei Buna und Gona im damaligen britischen Territorium Papua (heute Papua-Neuguinea) mit dem Ziel gelandet, die Hafenstadt Port Moresby an der Südküste auf dem Landweg zu erobern (→ Operation RI).

Mehrere kleine Gefechte wurden im Norden von Kokoda geführt, bis der Ort selbst zum Schauplatz von Kämpfen wurde. Die australische 'Maroubra Force'Dieser Name wurde den australischen Truppen auf Papua Neuguinea gegeben. kämpfte, um den japanischen Vormarsch Ende Juli bis Anfang August zu verzögern. Nach weiteren Kämpfen um Deniki zogen die Australier sich nach Isurava zurück, wo die Maroubra Force durch zwei Bataillone der 21. Australischen Infanteriebrigade unter Brigadier Arnold Potts verstärkt wurde.

Das erste größere Gefecht gab es Ende August bei Isurava, als vier australische Infanteriebataillone eine etwa gleichstarke japanische Einheit abwehren wollten. Am Flüsschen Eora wurde gekämpft und auch bei dem Dorf Abuari. Nach Flankenangriffen der japanischen Truppen von Westen und nach heftigem japanischen Artilleriefeuer, das die Australier mangels eigener Artillerie nicht erwidern konnten, zogen sich die australischen Truppen nach vier Tagen des Abwehrkampfes zurück.

Hintergrund Geographie

mini|links|Karte des japanischen Vormarsches am Kokoda Track

Der Kokoda Track erstreckt sich über 96 Kilometer nördlich von Owers’ Corner bei der südlichen Küstenebene östlich von Port Moresby zum Dorf Kokoda durch die Landschaft, die früher 'The Gap' (die Lücke) genannt wurde.Keogh, South West Pacific Kokoda befindet sich in den nördlichen Ausläufern des Owen-Stanley-Gebirges, das die zentrale Landmasse Neuguineas dominiert und die Nordküste von der Südküste trennt. 1942 stellte das steile Gelände beträchtliche Herausforderungen für militärische Operationen dar, und sowohl die Japaner als auch die Alliierten missverstanden seine Natur zum Zeitpunkt der frühen Kämpfe in Neuguinea. Für die japanische Seite, die über den 'Gap' nach vagen Berichten von Forschern wusste,Collie&Marutani: The Path of Infinite Sorrow: The Japanese on the Kokoda Track eröffnete es möglicherweise einen Korridor von Buna durch das Owen-Stanley-Gebirge für einen schnellen Vormarsch nach Port Moresby. Im Gegensatz dazu hielten die Alliierten den Gap für einen engen, nahezu unpassierbaren Pfad, der auch mit eingeschränkten Kräften verteidigt werden konnte. Das Gelände steigt und fällt regelmäßig bis zu 2.200 Meter über die gesamte Länge der Strecke auf und ab, was die zu durchquerende Entfernung deutlich verlängert, obwohl es mehrere flache Gebiete gibt, insbesondere um Myola. Die Vegetation besteht hauptsächlich aus dichtem Dschungel und das Klima ist heiß und feucht, obwohl es auf den Höhen kalt ist. Um Kokoda und den nördlichen Stränden senkt sich das Gebiet bis auf Meereshöhe, ist sumpfig und malariaverseucht.

Strategische Situation Für beide Seiten war Port Moresby strategisch wichtig. Für die japanische Seite als vorgeschobene Basis für weitere Operationen und für die Alliierten, um eben solche Operationen zu verhindern. Nach dem Scheitern eines seegestützten Angriffs der Japaner auf Port Moresby nach der Schlacht im Korallenmeer im Mai 1942 und den schweren Verlusten während der Schlacht um Midway, war geplant, die Stadt über Land von der Nordküste aus über das Owen-Stanley-Gebirge entlang des Kokoda Tracks zu erobern. Am 21. Juli 1942 landeten japanische Kräfte bei Buna und Gona an der Nordküste. Die japanischen Truppen kamen von Rabaul und bestanden hauptsächlich aus dem 15. Pionierregiment unter Oberst Yokoyama Yosuke und gingen ungehindert an Land, weil nur sehr wenig australische Truppen dort stationiert waren. Kurz darauf landete als Unterstützung ein Teil des 1. Bataillons des 144. Infanterieregiments der japanischen Armee und rückte in Richtung Oivi mit Kraftfahrzeugen und Fahrrädern vor.Williams: The Kokoda Campaign 1942: Myth and Reality Sie sollten den Weg über das Gebirge vor den Hauptstreitkräften, Generalmajor Horii Tomitarōs Südseeabteilung, erkunden.

mini|Das Dorf Eora im August 1942

Nach der Landung gab es kleine Scharmützel rund um Awala und Giruwa zwischen den vorderen Elementen der gelandeten japanischen Truppen und kleinen Gruppen von Australiern und Streitkräften vom 'Papuan Infantry Battalion'. Trotzdem begannen die japanischen Streitkräfte ihren Vormarsch auf ihr Ziel an der Südküste. Inzwischen hatten auch die Australier begrenzte Kräfte nördlich von Port Moresby stationiert, um den japanischen Vormarsch so lange aufzuhalten, bis Verstärkung an die Front gebracht werden konnte.Coulthard-Clark: The Encyclopaedia of Australia’s Battles, S. 222–223 Die australischen Bemühungen wurden dadurch behindert, dass nicht genügend Vorräte an Verpflegung und Munition vorhanden waren und dass auch die Kapazitäten der Häfen nicht ausreichten. Dadurch wurde der Transfer der 'Second Australian Imperial Force' (2nd AIF), die aus dem Mittleren Osten nach Australien gebracht worden war, erschwert. Als die Logistikressourcen Mitte August verfügbar waren, konnten die ersten Truppen der 2nd AIF nach Port Moresby und zur Milne-Bucht gebracht werden. In der Zwischenzeit begannen US-Pioniere und Serviceeinheiten wichtige Arbeiten an Flugplätzen und Häfen durchzuführen, um die Effektivität des alliierten Versorgungssystems zu verbessern. Trotzdem blieb ein Mangel an Nachschub während der gesamten Kampagne ein Problem, denn der Transport mit einheimischen Trägern war problematisch und der Lufttransport war weniger effektiv als gedacht.Maitland: The Second World War and its Australian Army Battle Honours

Während des Rückzuges führten die Australier und die Papuas einige Rückzugsgefechte am Kumusi, bei Gorari, Oivi und DenikiThompson, Pacific Fury: How Australia and Her Allies Defeated the Japanese Scourge, S. 322 und schließlich bei Kokoda, wo eine kleine Truppe versuchte, den Flugplatz zu halten. Am 14. August zogen sich die Australier nach Isurava zurück. In der folgenden Kampfpause landete die Hauptmacht von Generalmajor Horiis Südseeabteilung an der Nordküste.Brune: A Bastard of a Place, S. 131Collie&Marutani: The Path of Infinite Sorrow: The Japanese on the Kokoda Track, S. 80

Am 7. August 1942 landeten amerikanische Streitkräfte auf Guadalcanal, der nördlichsten Insel der Salomonen. Um diesen Angriff abzuwehren, wurde neben Seestreitkräften auch ein Teil des 42. Infanterieregimentes der japanischen Armee, die eigentlich die Kräfte von Generalmajor Horii verstärken sollten, nach Guadalcanal umgeleitet. Die Aufmerksamkeit der japanischen Führung wandte sich dem Kampf gegen die Amerikaner auf den Salomonen zu. Die Landung auf Guadalcanal veranlasste General Hyakutake Seikichi, Kommandeur der 17. Japanischen Armee in Rabaul dazu, den Angriff auf Port Moresby noch einmal zu überdenken. Es wurde klar, dass mehr Nachschub dafür benötigt werden würde, um wie geplant im August bei der Milne-Bucht zu landen. Am 16. August wurde der Plan, Port Moresby zu erobern, aufgeschoben, bis die Milne-Bucht erobert war. Konsequenterweise erhielt Generalmajor Horii den Befehl, sich mit seinen Truppen an einem geeigneten Ort südlich des Owen-Stanley-Gebirges zu positionieren, um Port Moresby zu erobern, sobald die strategische Situation auf den Salomonen wieder zugunsten Japans gelöst worden war.

Gegnerische Kräfte hochkant|mini|links|alt=A map, orientated to the north-east, depicting the Kokoda Track as it stretches from the southern coast to the northern.|Der Kokoda Track

Der Oberbefehlshaber der australischen und der verbündeten Streitkräfte, Brigadier Potts, befehligte Mitte August außer der Maroubra Force das 39. Infanteriebataillon unter Oberstleutnant Honner und zwei Bataillone der 21. Infanteriebrigade vom 2nd AIF.Anderson, To Kokoda Die Soldaten der 21. Infanteriebrigade waren Veteranen, die vorher allerdings im Mittleren Osten, in Syrien und nicht im Dschungel gekämpft hatten. Trotz der Dringlichkeit kamen die beiden AIF-Bataillone erst bei Isurava an, als das Gefecht schon begonnen hatte. An den vorderen australischen Positionen angekommen, wurde Potts befohlen, Kokoda zurückzuerobern. Allerdings war die japanische Streitmacht immerhin etwa so groß wie die australische und wegen der Versorgungsprobleme auf australischer Seite wurde der Angriff abgesagt und Potts sollte nur seine Stellung bei Isurava halten und den japanischen Vormarsch nach Port Moresby aufhalten.

Insgesamt waren auf australischer Seite 2.292 Soldaten vorhanden, inklusive der Truppen vom 53. Bataillon, die im Hinterland von Isurava stationiert waren und auch inklusive der Ambulanzen und der Papuanischen Polizei. Die Soldaten erlebten die Belastung des Dschungelkrieges: eingeschränkte Rationen und unzureichende Ausrüstung. Raue Bedingungen und körperliche Anstrengung begannen, die Kräfte der australischen Truppen zu schwächen, und Krankheitsfälle verringerten ihre Kampfkraft in dem Gelände, das sie verteidigen sollten.Coulthard-Clark: The Encyclopaedia of Australia’s Battles, S. 222 Weil es zu schwierig war, sie über den Pfad an die Front zu bringen, war die geringe Anzahl von Geschützen auf australischer Seite um Port Moresby herum konzentriert und die australischen Verteidiger waren ohne jede Artillerieunterstützung.Horner: The Gunners: A History of Australian Artillery, S. 336–337 Alles was sie hatten, war ein 7,62-cm-Mörser, der am 27. August aus der Luft abgeworfen worden war.McAulay: Blood and Iron: The Battle for Kokoda 1942, S. 135

Auf japanischer Seite standen vier Infanteriebataillone unter dem Befehl von Generalmajor Horii. Drei von ihnen waren vom 144. Infanterieregiment, welches seit Beginn der Auseinandersetzungen gekämpft hatte und eins vom 41. Infanterieregiment, das als Verstärkung gekommen war. Unterstützt wurden sie von einem Pionierregiment und einem Bataillon Gebirgsartillerie mit sechs Geschützen, zwei 7,5-cm-Kanonen, zwei 3,7-cm-Geschützen und zwei 7-cm-Geschützen. Diese waren allerdings nicht von Beginn des Gefechtes an verfügbar. Schätzungen beziffern die japanische Stärke auf rund 3.000 oder 3.500 Mann. Von ihnen waren nur 2.130 in das Gefecht verwickelt.

Die Hauptmacht war zwischen dem 19. und 21. August bei Giruawa gelandet und musste einen 120 km langen Fußmarsch absolvieren, bei dem die Soldaten zusätzliches Gepäck tragen mussten, um die Probleme bei der Versorgung und beim Nachschub zu verringern, die auch auf japanischer Seite aufgetreten waren. Durch die Hitze, die schweren Lasten und die Entfernung kamen sehr viele Soldaten und viele Geschütze nicht rechtzeitig zum Gefecht bei Isurava an und fehlten den japanischen Streitkräften für den Angriff. Generalmajor Horii plante einen Zangenangriff. Er plante, die drei Bataillone des 144. einzusetzen, während das einzelne Bataillon des 41. Infanterieregiments in Reserve blieb. Diese Reserve sollte später verwendet werden, um die sich zurückziehenden Australier zu verfolgen, wurde aber letztendlich in der Endphase der Schlacht in einem erfolglosen Flankenmanöver eingesetzt.