Diether F. Domes (* 1. Juli 1939 in Witteschau, damals Landkreis Hohenstadt, heute Vitošov bei Hrabová; † 16. Oktober 2016 in Tettnang) war ein deutscher Künstler.
Leben Diether F. Domes wurde in Witteschau im damaligen Landkreis Hohenstadt als erstes von sieben Kindern einer Sekretärin und eines Lehrers geboren.Gesellschaft Christlicher Künstler*innen: Abschied von Diether F. Domes. 20. Oktober 2016 ( siehe unter: 23.04. – 15.10.2017 – Realisierte Utopien. Das Werk 1960 bis 2016) Nach der Vertreibung aus der Tschechoslowakei lebte die Familie in Hessen. Domes besuchte ab 1958 die Glasfachschule in Hadamar. Von 1959 bis 1963 absolvierte er eine Ausbildung für Glaskunst sowie Bau- und Wandmalerei an der bauhausorientierten Werkkunstschule Kassel. Nach seinem Abschluss war er als freier Mitarbeiter in der Mosaikwerkstatt des Bildhauers Berthold Müller-Oerlinghausen in Kressbronn tätig. Von 1964 bis 1966 studierte er bei Georg Meistermann an der Akademie der Bildenden Kunst Karlsruhe. Das Studium schloss er als Meisterschüler ab. Anschließend arbeitete Domes als freischaffender Künstler. Sein erstes Atelier hatte er in Nonnenhorn, später arbeitete Domes in Langenargen und danach in Eriskirch-Mariabrunn.
Domes hielt regelmäßig Gastvorlesungen an der Technischen Universität Dresden, am Deutschen Farbenzentrum Berlin, an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und im Museum der bildenden Künste Leipzig.
Von 1981 bis 1985 war er geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Künstlervereinigung Sezession Oberschwaben-Bodensee (SOB).Stefan Feucht (Hrsg.): Diether F. Domes – realisierte Utopien. Das Werk 1960–2016. Verlag Kulturamt Bodenseekreis, Salem 2017, S. 15
Werk mini|Diether F. Domes: Unterführung in Friedrichshafen mini|Diether F. Domes: Unterführung in Friedrichshafen mini|St. Columban Kirche Friedrichshafen Eingang mini|hochkant|Wasserturm Eriskirch mini|hochkant|Wasserturm Eriskirch Detail Domes hinterließ ein vielfältiges Werk. Er experimentierte mit Materialien, Gattungen und Formen und setzte u. a. Arbeiten mit Glas, Keramik, Holz, Metall, Textilien und Neonröhren um. Seine Hauptausdrucksformen waren jedoch die Zeichnung und die Glasgestaltung. Farbfenster und Glaswände von Domes sind in vielen Kirchen und Kapellen anzutreffen. Gleichzeitig gestaltete Domes auch Räume. In einer modernen Form der Kunst am Bau realisierte er mit verschiedenen Materialien monumentale Kunstprojekte im öffentlichen Raum,Meistermann-Schüler Dieter F. Domes zu Gast in Wittlich abgerufen am 26. Dezember 2022 in Universitäten, Krankenhäusern, aber auch an privaten Bauten. Domes sei, heißt es in einer 2016 veröffentlichten Würdigung, „mit seiner Kunst auf die Straße gegangen und [habe] damit auf Ortsbilder, auf Fassaden und Bauwerke Einfluss genommen“.
Zentrale Elemente seiner Bildaufbauten sind Linienstrukturen und Farben. Oft ist es Rot, dem er Blau-, Grau- und Grüntöne entgegensetzt. Schwarze Bänder unterbrechen die Strukturen der Linien und dramatisieren den Bildinhalt. „Linie, Farbe und Licht sind die Grundlagen für Domes’ Formvariationen. Das gilt für seine Zeichnungen, Aquarelle, Siebdrucke und Fenster, die Wand- und Deckengestaltungen. In gewisser Weise findet Domes’ Strukturierung in eine neue Art des Konstruktivismus“.Stefan Feucht (Hrsg.): Diether F. Domes – realisierte Utopien. Das Werk 1960–2016. Verlag Kulturamt Bodenseekreis, Salem 2017, S. 7
Für Domes waren sogenannte Klang-Zeichen-Aktionen ein wichtiger Bestandteil seines künstlerischen Schaffens. Domes zeichnete dabei zu Live-Musik vor Publikum großformatige Bilder. Die meisten Klang-Zeichen-Aktionen entstanden in Zusammenarbeit mit dem Musiker Michael T. Otto.
Werke (Auswahl) 1964: Kreiskrankenhaus, Tettnang: Kapelle, Glaswand 1970: Kath. Pfarrkirche St. Martin Pfaffendorfer Höhe, Koblenz: Glasfenster 1972: Bischöfliches Cusanus-Gymnasium, Koblenz: Emaille-Fassade 1972, 1986: Volksbank Saulgau: Wandteppich 1972: Studentenwohnheime Universität Mainz: Gestaltung der Aufzugtürme 1972: Kath. Pfarrkirche Maria Hilfe der Christen, Kressbronn: Glasfenster 1972, 1988: Park-Realschule Kressbronn: Wandmalerei und Außenfassade 1975: Realschule Kißlegg: Deckenmalerei Treppenhaus 1980: Katholische Pfarrkirche Neukirch bei Tettnang: Glasfenster 1981: Neuapostolische Kirche Künzelsau: Glasfenster 1982: Evangelische Kirche, Mühlheim am Main:Glasfenster 1984: Verwaltungsgebäude AOK, Balingen: Treppenhaus Wandmalerei 1984: Berufliches Schulzentrum, Friedrichshafen: Eingangshalle Deckenmalerei, 1984: St. Columban, Friedrichshafen: Wandmalerei Fassade und Glasfenster 1984: Caritas-Altenheim Neugereut, Stuttgart: Glaswand Kapelle 1985: Evangelische Kirche, Baumholder: Glasfenster 1985: Kreissparkasse Hauptverwaltung, Nürnberg: Rückwand Cafeteria und Treppenhaus/Wandmalerei, Schalterhalle Holzrelief 1986: Neuapostolische Kirche, Karlsruhe: Glasfenster und Eingangsportal 1987: Berufliches Schulzentrum, Überlingen: Glaswand Cafeteria 1988: Münzhof, Langenargen: Bühnenvorhang und Aquarelle im Foyer 1988: Verwaltungsgebäude NAK, Stuttgart: Wandreliefs Holz/Putz/Granit 1988: Berufsförderungswerk Bad Wildbad: Holzrelief Treppenhaus 1989: Dialysezentrum, Freiburg: Wandmalerei Treppenhaus 1989: Riedleparkunterführung, Friedrichshafen: Seitenwände Emaille 1989/1990: Patrizierbräu, Fürth: Fassadengestaltung Gärhochlager 1989/1990: Fernmeldeamt, Ulm: Holzrelief Treppenhaus 1990: Ökumenisches Gemeindezentrum Diezenhalde, Böblingen: Glasfenster 1990: IBM-Verwaltungsgebäude der Hofkammer, Friedrichshafen: Treppenhaus/Holzrelief 1990: Kath. Pfarrkirche, Hargesheim: Glasfenster 2005: Paramente der Frauenkirche, Dresden 2009: Nürnberger Wasserlicht, Nürnberg: Glasbrunnen 2009: Augustinum, Stuttgart: Gestaltung Glaskapelle 2014: St. Mauritius-Kirche Oberengstringen (Schweiz): Altarwand
Auszeichnungen 1965: Akademiepreis Karlsruhe 1968: Staatspreis Baden-Württemberg des Landesgewerbeamtes für Glas 1978: Staatspreis Rheinland-Pfalz für Kunst + Architektur (für die Gestaltung des Foyers im A/B-Gebäude der Universität Trier) 1982: Staatspreis Baden-Württemberg des Landesgewerbeamtes für die Glasbildserie „GEO“ 1982: 1. Preis Wettbewerb für die künstlerische Gestaltung des Hörsaalfoyers der Universität Kaiserslautern 1984: 1. Preis Wettbewerb für die künstlerische Gestaltung der Glaswände der Staatsphilharmonie in LudwigshafenEduard Hindelang: Diether F. Domes - Werkübersicht Museum Langenargen, Langenargen, S. 164 1991: Sudetendeutscher Kulturpreis für Bildende Kunst und Architektur ab 1994: KLANG-ZEICHEN-AKTIONEN, u. a. in Zürich, München, Kaiserslautern, Stadttheater Herford, Grimma/Sachsen 2001: Wasserturm Eriskirch 2003: Kulturpreis der Kunst- und Kulturstiftung des Bodenseekreises 2003: 1. Preis Wettbewerb für die Paramente der Frauenkirche, Dresden 2004: 1. Preis Wettbewerb für die Glasfenster St. Urban, Freiburg 2005: 1. Preis Wettbewerb für die Glasfenster der Jugendstil-Kirche St. Michaelis, Adorf/Vogtland
Ausstellungen (Auswahl)
1989: Diether F. Domes. Sonderausstellung im Rahmen der 15. Hilzinger Kunstausstellung, Hilzingen 1990: Diether F. Domes. Werkübersicht 1963–1990. Museum Langenargen am Bodensee 1999: Diether F. Domes – ... bis heute: Spuren legen nach vorne... Museum Langenargen am Bodensee 2003: Such-Bewegung. Arbeiten auf Papier, Photographie, Glasmalerei und Architektur-Projekte von Diether F. Domes. Georg-Meistermann-Museum Wittlich, Städtische Galerie für Moderne Kunst 2010: Diether F. Domes – Abenteuer des Sehens. Museum Langenargen am Bodensee 2017: Diether F. Domes – realisierte Utopien. Das Werk 1960–2016. Rotes Haus Meersburg und Museum Langenargen am Bodensee 2024: ‘‘timeless - Erinnerungen wachhalten Diether F. Domes‘‘. Werkübersicht mit vielen bislang nicht ausgestellten Werken aus der Sammlung Familie Domes und Landratsamt Bodenseekreis.
Publikationen (Auswahl)
Als Illustrator
Erich Legler: Höchster dein sind Ehre und Lobpreis. Der Sonnengesang. Mit Illustrationen von Diether F. Domes. Kunstverlag Fink, Lindenberg 2013, ISBN 978-3-89870-782-4.
Ausstellungskataloge
Katalog der 15. Hilzinger Kunstausstellung. Mit der Sonderausstellung Diether F. Domes. Hrsg.: Förderkreis Kunst und Kultur, Hilzingen 1989, Diether F. Domes. Werkübersicht 1963–1990. Hrsg.: Museum Langenargen am Bodensee. Gesserl, Friedrichshafen 1990, ISBN 3-922137-73-3. Eduard Hindelang (Hrsg.): Diether F. Domes – ... bis heute: Spuren legen nach vorne... Verlag Gessler, Friedrichshafen 1999, ISBN 3-86136-038-1. Justinus Maria Calleen (Hrsg.): Such-Bewegung. Arbeiten auf Papier, Photographie, Glasmalerei und Architekturprojekte. Georg-Meistermann-Museum, Wittlich 2003; ISBN 3-9805908-7-9. Eduard Hindelang (Hrsg.): Diether F. Domes – Abenteuer des Sehens. Museum Langenargen, 2010, ISBN 978-3-00-030742-3 Stefan Feucht (Hrsg.): Diether F. Domes – realisierte Utopien. Das Werk 1960–2016. Verlag Kulturamt Bodenseekreis, Salem 2017, ISBN 978-3-945396-07-0.
Weblinks
Einzelnachweise
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