Unter der Betriebsnummer 5000 führte die Atchison, Topeka and Santa Fe Railway (ATSF) den Prototyp einer zweizylindrigen Dampflokomotive mit der Achsfolge 1’E2’ (Texas) für den schnellen und schweren Güterzugdienst, der 1930 von den Baldwin Locomotive Works (BLW) gebaut wurde. 1938 bildete die als Madam Queen bekannte Maschine die Entwicklungsgrundlage für die erfolgreiche Klasse 5001. Die 5000 war bis 1953 im Einsatz und blieb anschließend in Amarillo, Texas, erhalten.

Entwicklung und Einsatz mini|links|ATSF 5000 mit Güterzug in Ricardo, New Mexico (März 1943)

Zur Bewältigung des steigenden Transportaufkommens benötigte die Atchison, Topeka and Santa Fe Railway (ATSF) um das Jahr 1930 leistungsstärkere und zugkräftigere Güterzuglokomotiven. Die mit einer 1919 umgebauten Lokomotive der Klasse 3800 erprobte Achsfolge 1’E2’ (Texas) ermöglichte durch den zusätzlichen Schleppradsatz eine größere Feuerbüchse und damit einen leistungsfähigeren Kessel, weshalb sich die ATSF für den Bau einer weiteren Lokomotive dieser Bauart entschied. Einen Prototyp mit der Fabriknummer 61524 fertigten die Baldwin Locomotive Works (BLW) im Oktober 1930 zu einem Preis von 133 900 USD. Bei der ATSF erhielt er die Betriebsnummer 5000.

Testfahrten zeigten, dass mit der neuen Konstruktion bei geringerem Brennstoffverbrauch schwerere Züge befördert werden konnten, als mit den älteren Santa Fes. Über Jahre war sie die größte, schwerste und stärkste Einrahmenlokomotive der ATSF, weshalb sie unter dem Namen Madam Queen bekannt wurde. Aufgrund ihres Erfolgs kaufte die Bahngesellschaft 1938 weitere zehn Texas-Maschinen der Klasse 5001, welche die BLW aus der 5000 weiterentwickelten, und 1944 die letzten 25 Lokomotiven der Klasse 5011. Sie waren für den schnellen Güterverkehr ausgelegt, konnten aber mit geringen Geschwindigkeiten auch 9 000 t schwere Züge allein befördern.

Im November 1953 wurde die 5000 mit einer Laufleistung von über 2,8 Mio. km ausgemustert und im April 1957 der Stadt Amarillo in Texas geschenkt, wo sie bis heute zu besichtigen ist.

Technik Der in einem Stück gefertigte innenliegende Stahlgussrahmen mit angegossenen Zylinderblöcken, hergestellt bei General Steel Castings, liegt über Blattfedern auf den Gleitlagern der Radsätze auf. Der 39,5 t schwere und fast 19 m lange Rahmen war einer der größten Stahlguss-Lokomotivrahmen, die je gebaut wurden. Das Laufwerk besteht aus einem führenden Laufradsatz, fünf im Hauptrahmen gelagerten Kuppelradsätzen und einem zweiachsigen Schleppgestell. Die Dienstmasse von 228,0 t wird so aufgeteilt, dass die Achslast der fünf Treibradsätze durchschnittlich 33,7 t, maximal 34,7 t beträgt. Die Reibungsmasse der Lokomotive liegt damit bei 168,7 t. Die restliche Masse von 59,3 t entfällt auf die drei Laufradsätze. Mit vollen Vorräten wiegen Lok und Tender gemeinsam 398,1 t. Die Treibräder sind Speichenräder, die Laufräder Scheibenräder. Die Maschine wird von einem Zweizylinder-Heißdampf-Triebwerk mit außenliegender Heusinger-Steuerung angetrieben. Wie die Radsatzlager, sind auch die Stangenlager als Bronze-Gleitlager ausgeführt. Die Zylinder besitzen Druckausgleicher, die das Kompressionsbremsen der Kolben im Leerlauf verhindern. Der Dampfkessel aus korrosionsbeständigem Nickelstahl mit einer Strahlungsheizfläche von 55,6 m² erzeugt bei einem Kesseldruck von 20,7 bar in den Zylindern eine Leistung von 4101 kW. Der große Überhitzer mit einer Heizfläche von 254,6 m² und der hohe Kesseldruck verbessern die Effizienz deutlich und reduzieren so den Brennstoff- und Wasserverbrauch. Die ursprüngliche Steinkohlefeuerung wurde 1940 durch Schwerölbrenner ersetzt.

Das Fahrzeug kann mit der indirekt wirkenden Druckluftbremse, einer Druckluftzusatzbremse und einer Handbremse gebremst werden. Die Lokomotive hat eine Anfahrzugkraft von 420 kN und ist für eine Höchstgeschwindigkeit von 113 km/h zugelassen. Der Schlepptender besitzt zwei dreiachsige Drehgestelle, hat einen Wasservorrat von 75,7 m³ und kann 24,5 t Steinkohle aufnehmen. Mit dem Umbau auf Ölfeuerung bekam die Lok einen neuen Tender mit einem Ölvorrat von 26,9 m³.

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Einzelnachweise

Kategorie:Dampflokomotive Achsfolge 1E2 Kategorie:Schienenfahrzeug (Baldwin Locomotive Works) 5000