Kleinberghofen ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Erdweg und eine Gemarkung im oberbayerischen Landkreis Dachau.
Geographie Das Pfarrdorf Kleinberghofen liegt etwa 17 Kilometer nordwestlich der Kreisstadt Dachau. Der Ort besitzt eine Haltestelle an der Bahnstrecke Dachau–Altomünster (S-Bahn München).
Gemarkung Die Gemarkung Kleinberghofen liegt vollständig auf dem Gebiet der Gemeinde Erdweg in einem nördlichen Seitental der Glonn und hat eine Fläche von etwa 556,8 Hektar. Auf ihr liegen die Erdweger Gemeindeteile Brand, Happach, Kleinberghofen und Schluttenberg. Der tiefste Geländepunkt liegt im Tal des Zeitlbach auf etwa 476 m ü. NHN, der höchste Punkt der Gemarkung liegt im Ort Happach auf etwa 531 m ü. NHN. Der Ortskern erstreckt sich vom Gasthaus Freudenhaus bis auf den Kirchberg zum Bürgerhaus.
Gewässer Der im Gebiet der Nachbargemeinde Altomünster entspringende Zeitlbach fließt in südöstlicher Richtung durch Kleinberghofen in Richtung Eisenhofen. In den Zeitlbach münden in Kleinberghofen am nördlichen Ortsrand auf etwa 481 m ü. NHN der von rechts und Nordnordwesten kommende Stumpfenbach und nahe des Bahnhalts mündet von rechts und Westen kommend der etwa zwei Kilometer lange Nussgraben auf etwa 479 m ü. NHN.
Am Nussgraben und südlich von Kleinberghofen befinden sich mehrere private Weiher.
Geschichte mini|hochkant|Kirchberg von Kleinberghofen Anlässlich der ersten urkundlichen Erwähnung Kleinberghofens im Jahr 925 feierte der Ort im Juli 2025 sein 1100-jähriges Bestehen mit einem Festwochenende bestehend aus historischem Festabend, Festgottesdienst sowie einer Ausstellung zur Ortsgeschichte.
Der Freisinger Fürstbischof Veit Adam von Gepeckh kaufte 1622 die Hofmark Kleinberghofen für das Hochstift Freising, zu dem es bis zur Säkularisation 1802 gehörte. mini|Ehemaliges Rathaus – jetzt Gaststätte Bis zum 30. Juni 1972 bestand die Gemeinde Kleinberghofen im Landkreis Aichach. Sie hatte im Jahr 1961 die Gemeindeteile Brand, Eckhofen, Happach, Kleinberghofen und Schluttenberg mit insgesamt 335 Einwohnern auf 553,60 Hektar Gemeindefläche. Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde am 1. Juli 1972 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Eisenhofen, Großberghofen, Kleinberghofen, Unterweikertshofen und Welshofen die Gemeinde Erdweg im Landkreises Dachau neu gebildet.
Der Ort Kleinberghofen hat eine Freiwillige Feuerwehr, diese wurde 1898 gegründet. Das Feuerwehrhaus wurde in den 1960er Jahren gebaut und befindet sich in der Buchenstraße Hausnummer 1. Die Freiwillige Feuerwehr Kleinberghofen besteht aus ca. 36 aktiven Mitgliedern. Für die Brandbekämpfung und der kleinen technischen Hilfeleistung steht ihnen ein TSF-W zur Verfügung,Fahrzeug, auf ff-kleinberghofen.de, abgerufen am 8. März 2022 dass 2019 beschafft wurde. Davor diente ihnen ein TSF das 1996 beschafft wurde. Bei der Jugendfeuerwehr sind die Feuerwehranwärtern zwischen 14 und 18 Jahre alt. Dabei durchlaufen die Jugendlichen eine Grundausbildung.
Neben der aktiven Feuerwehr gibt es auch einen Feuerwehrverein (e. V.). Der Verein wurde 1998 gegründet und unterstützt die Feuerwehr Kleinberghofen bei finanziellen und organisatorischen Angelegenheiten.
Ortsentwicklung Das 2018/19 fertiggestellte Bauprojekt Am Pirschgang brachte einen Zuwachs von über 40 Wohneinheiten.
Im Westen von Kleinberghofen ist ein neues Wohngebiet geplant.
Politik Nach dem Zweiten Weltkrieg bekleideten folgende Personen das Amt des Bürgermeisters: Andreas Mall (1946–1948) Josef Rothenfußer jun. (1948–1957) Martin Lochner (1957–1966) Ludwig Ostermair sen. (1966–1972)
Bauwerke mini|hochkant|Pfarrkirche St. Martin
Die katholische Pfarrkirche St. Martin wurde Ende des 12. Jahrhunderts errichtet, der Turm wurde im 15. Jahrhundert gebaut. Im Inneren befinden sich barocke Fresken des in der Region um Dachau berühmten Johann Georg Dieffenbrunner (1718–1765). Die Kirche wurde im Jahr 1933 erweitert und in den Jahren 1968 bis 1984 renoviert. Das Gebäude gehört zu den Baudenkmälern der Gemeinde Erdweg. Zu den Besonderheiten der Kirche zählen die Orgel, das neugotische Martinsreliquar und das traditionelle Fatschnkindl. Wie in vielen oberbayerischen Dörfern hatte Kleinberghofen lange eine eigene Volksschule. Im Alten Schulhaus wurden die Kinder aus dem Hauptort und den umliegenden Weilern (Eckhofen, Brand, Deutenhofen, Schluttenberg, Happach, Unterzeitlbach, Plixenried und Röckersberg) unterrichtet, bevor im Zuge von Schulreformen der zentrale Schulverband Erdweg entstand. Heute wird das im Jahre 1844 erbaute Gebäude, welches zu den Baudenkmälern der Gemeinde Erdweg gehört, als Kindergarten und Kindergrippe genutzt. Das zweigeschossige Gebäude fügt sich zusammen mit der Pfarrkirche St. Martin und dem ehemaligen Mesmer-Anwesen in das historische Ensemble von Kleinberghofen ein.
Gasthaus Rothenfußer
Wirtschaft Es gibt in Kleinberghofen zwei Gaststätten, wovon eine auf bayrisches Essen und eine auf die italienische Küche fokussiert ist. Des Weiteren gibt es eine Metzgerei, ein Brotzeitstüberl, einen Fahrradreparaturladen, ein Küchenstudio, einen Schlosser, einen Friseur und einen Hofladen.
Verkehrswesen
Bahnverkehr mini|Haltepunkt Kleinberghofen (2012) Kleinberghofen besitzt einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Dachau–Altomünster. Er wird von der Linie S2 der S-Bahn München bedient und verbindet den Ort mit der Metropolregion München. Der Bahnhof wurde zusammen mit der Strecke am 13. Dezember 1913 eröffnet. Mit der Elektrifizierung der Strecke zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2014 wurde die zuvor als "Linie A" betriebene Dieselstrecke in das elektrische S-Bahn Netz integriert.
Busverkehr Der Ort ist durch Regionalbuslinien an das öffentliche Nahverkehrsnetz des MVV angebunden. Die Buslinie 715 verbindet den Ort mit Altomünster, Erdweg und weiteren Ortsteilen in der direkten Umgebung. Die Buslinie 704 verbindet Kleinberghofen mit den Städten Aichach und Dachau.
Straßenverkehr Kleinberghofen wird im Straßenverkehr hauptsächlich über die Staatsstraße 2047 erreicht, die den Ort mit Erdweg und Altomünster verbindet. Sie verläuft als Hauptverkehrsachse durch den westlichen Teil des Orts.
Persönlichkeiten Anton Kreitmair (1963–2020), Politiker (CSU) und Abgeordneter des Bayerischen LandtagsBenjamin Emonts: Trauer um Anton Kreitmair. In Süddeutsche Zeitung online, 13. September 2020.
Vereine
Kath. Burschenverein Kleinberghofen e. V. Schönes Dorf e.V. Kleinberghofen Schützengesellschaft Eintracht Kleinberghofen e. V. Stockschützen Kleinberghofen e. V. Krieger- u. Soldatenverein Kleinberghofen e. V. Freiwillige Feuerwehr Kleinberghofen e. V. VTH Verein für Theater- und Heimatpflege e. V.
Literatur Georg Paula: Die Fresken Johann Georg Dieffenbrunners in der Kirche von Kleinberghofen und ihr unrühmliches Nachspiel. In: Amperland, 1984, S. 551–555, 616.
Weblinks
Pfarrkirche St. Martin in Kleinberghofen - (Hans Schertl)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Dachau Kategorie:Geographie (Erdweg) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Dachau) Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Dachau Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Ersterwähnung 925