Jacques Christophe Werner (* 3. Juni 1798 (15 Prairial VI) in Nancy; † 5. Oktober 1856 Paris)Sein Nachname wurde bei der Geburt noch als Verner geschrieben. Cote 2E 2E23 Archive Nancy S. 29 von 155., nicht zu verwechseln mit Jean Charles Werner und Johann Carl Werner,Jean Charles Werner (Wirkungsdaten: 1830–1860), der ebenfalls unter dem Namen „J. C. Werner“ bekannt ist, war ein anderer Maler am Muséum d’histoire naturelle in Paris. 14467499. catalogue.bnf.fr; abgerufen am 24. Dezember 2022.Johann Carl Werner war ein deutscher Zeichner und Lithograf. ; abgerufen am 24. Dezember 2022. war ein französischer naturwissenschaftlicher Maler.

Leben und Wirken Werner war weitläufig mit Georges Cuvier und Frédéric Cuvier verwandt. Deren Schwester Catherine Éleonore Cuvier heiratete 1740 den Architekten Jacques Christophe Werner (–1745) aus Montbéliard, der wiederum Werners Großvater war.Philippe Tacquet S. 8, 31 & 452. Sein Vater Christophe Frederic Werner, der Händler in Nancy war, heiratete am 4. September 1797 (18. Fructidor V) seine Mutter Margueritte Charlotte Christine geb. Marchal.Cote 3E 3E12 Archive Nancy S. 94 von 111 Im Jahr 1818 wurde ihm ein unehelicher Sohn Bièvres mit Denise Virginie Lamy (–1845) geboren, der ebenfalls Jacques Christophe Werner hieß.Cote 4E/199Archives départementales de l’Essonne Werner war zwei Mal verheiratet. Mit seiner ersten Frau Anne Pauline geb. Grognot (–1844), die er am 25. April 1829 in Paris heiratete, hatte er die Kinder Sophie Alexandrine Emma Werner (1832–), die 1854 Jean Ract heiratete, Joséphine Virginie Claire Werner (1833–1866), die 1855 Edouard Charles Naudin heiratete und Marie Caroline Magdeleine Werner (1839–1907), die 1859 Jean Marie Chappelet heiratete. Seine zweite Ehe mit Catherine Pierrette Champeaux (1830–1879) blieb kinderlos.Claus Nissen (1978), S. 167. Im Jahr 1848 bat Isidore Geoffroy Saint-Hilaire in einem Brief an das Bildungsministerium, um eine Pension für den Künstler. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich und ein Augenleiden machte es unmöglich weiter zu malen. In den folgenden Jahren wurden immer wieder Briefe u. a. von Charles Frédéric Cuvier (1803–1893) mit Bitstellungen um Hilfe für Werner gestellt, die auch vom Bildungsministerium bewilligt wurden. Nach dem Tod des Vaters beantragten die beiden älteren Schwestern eine Pension für ihre jüngere Schwester, um damit ihre Ausbildung am Maison impérial d'Écouen zu finanzieren.Werner, Jacques-Christophe peintre naturaliste au Muséum d’histoire naturelle. Indemnités. 1836 à 1856. F/17/3238 im Archive National de France

Im Alter von 16 Jahren ging Emmanuel Frémiet bei ihm in die Lehre. Frémiet war weitläufig mit Werner verwandt. Werner beschäftigte Frémiet mit seinen normalen Arbeiten in einem Atelier, welches einem Anatomielabor glich. So zeigten seine Lithographien aus dieser Zeit vor allem Bildnisse der vergleichenden Anatomie. Werner behandelte ihn wie einen Verwandten und zahlte ihm dafür monatlich 5 Francs. Werners Atelier war ein Ort, der wie jedes andere Atelier seinen Ruf, seine Kundschaft, seine Anhänger und seine Kritiker hatte. So wurde in der Welt der Präparatoren anatomischer Präparate bald bekannt, dass es in Werners Haus einen jungen Mann gab, dessen Spezialkenntnisse genutzt werden konnten. So begann Frémiet im Schattens eines Meisters eine beachtliche Karriere.Jacques de Biez S. 87–88.

Werner verstarb in seiner Wohnung in der rue des Boulangers No 17.

Zoologische Tafeln in Forschungsreisen Werner partizipierte mit anderen Künstlern wie Jean-Gabriel Prêtre, Édouard Traviès, Lucien Alphonse Prévost, Paul Louis Oudart, Nicolas Geneviève Huet, Antoine Germain Bevalet und Jacques Barraband (1767–1809) an vielen Ikonografien zu bedeutenden Forschungsreisen, die beim Verlag Arthus-Bertrand erschienen.René Ronsil (1957), S. 49. Zu Voyage au pole sud et dans l’Océanie sur les corvettes l’Astrolabe et la Zélée pendant les années 1837–1838–1839–1840 unter der Führung von Jules Dumont d’Urville illustrierte er alle Säugetier Tafel und die Vogel Tafeln 12, 18 und 24. Für Voyage autour du monde exécute pendant les années 1836 et 1837 sur la corvette La Bonite, eine Reise unter der Führung von Auguste Nicolas Vaillant, trug er die Tafel 9 mit Köpfen und anatomischen Details von Scheidenschnäbeln sowie dem Brustbein des Austernfischers bei. Neben Tafeln von Jean-Baptiste Meunier stammen die Säugetiertafeln 2, 3, 4, 7, 8, und 11 von Werner. Zur Voyage dans l’Inde von Venceslas Victor Jacquemont lieferte er Tafeln mit Abbildungen eines jungen Königstigers, einer Rohrkatze, anatomischen Schädeln von Rohrkatze und Europäischer Wildkatze, eines Taguans, eines Langschwanzmurmeltiers und eine Indische Gazelle.René Ronsil (1957), S. 52. Für Exploration scientifique de l'Algérie pendant les années 1840, 1841, 1842 unter Victor-Jean-François Loche trug er neben Vaillant einige Vogeltafeln bei. Ein weiteres Werk in dem Tafeln von Werner erschienen war Voyage dans l'Amérique Méridionale (le Brésil, la république orientale de l'Uruguay, la République argentine, la Patagonie, la république du Chili, la république de Bolivia, la républiquedu Pérou), exécuté pendant les années 1826, 1827, 1828, 1829, 1830, 1831, 1832, et 1833. Hier arbeitete er u. a. mit dem Kupferstecher Christophe Annedouche (1803–1865) zusammen. Zur Illustration und Lithografie der Ausbeute siebenjährigen Reise von Alcide Dessalines d’Orbigny auf der Korvette La Meuse trug Werner einige anatomische und Säugetiertafeln bei.René Ronsil (1957), S. 53. Zu Paul Gervais Bearbeitung der Säugetiere in Expédition dans les parties centrales de l'Amérique du Sud, de Rio de Janeiro à Lima, et de Lima au Para von François Louis Nompar de Caumont de La Force lieferte er neben Charles Hippolyte Delahaye (1806–1882) einige Tafeln. Zur Morea-Expedition unter der Schirmherrschaft von François Guizot lieferte er eine Tafel mit einer Rostkatze, die Isidore Geoffroy Saint-Hilaire 1831 im zoologischen Teil beschrieben hatte.

Andere Werke mit Tafeln von Werner Als Gervais Zoologie et paléontologie françaises mit 84 Tafeln publizierte waren es Werner, Paul Louis Oudart (1796–1860), Antoine Jean Baptiste Vaillant (1817–1852) und Delahaye die den Part der Illustration übernahmen. Zu Iconographie du règne von Félix Édouard Guérin-Méneville steuerte zwei Tafeln bei. Für den Schweizer Johann Jakob von Tschudi illustrierte er die Tafeln von Untersuchungen über die Fauna Peruana. In Essais de zoologie générale von Isidore Geoffroy Saint-Hilaire findet sich ein Asiatischen Esel (Equus hemionus), den Werner gezeichnet hatte. Als Anselme Gaëtan Desmarest seine 44 Bände von Œuvre complètes de Buffon in der Ausgabe von Verdière et Ladrange publizierte, verwendete er dafür auch einige Tafeln von Werner.René Ronsil (1957), S. 61. Für Pierre Boitards Werk Histoire naturelle des oiseaux de proie d'Europe (Naturgeschichte der europäischen Greifvögel) zeichnete er alle Tafeln. Ebenso illustrierte er zu Temmincks Werk Manuel d'ornithologie, ou Tableau systématique des oiseaux qui se trouvent en Europe einen zweibändigen Atlas, der unter dem Namen Les oiseaux d'Europe décrits par C. J. Temminck erschien. Als Alexandre Bourjot Saint-Hilaire (1801–1886) von 1837 bis 1838 ein Nachfolgewerk zu François Levaillants Histoire naturelle des perroquets publizierte, war es Werner der die 111 Tafeln lieferte. Im Selbstverlag erschien 1856 Collection iconographique des Animaux utiles et d'agrément mit 16 Tafel in drei Lieferungen.René Ronsil (1957), S. 65. Auch in Jean-Baptiste Baillys 4-bändigem Werk Ornithologie de la Savoie finden sich viele Tafeln Werners.René Ronsil (1957), S. 67. Schließlich und endlich kann man Werners Tafeln in zahlreichen wissenschaftlichen Zeitschriften wie Magasin de zoologie, Revue et magasin de zoologie, Archives du Muséum d’Histoire Naturelle und Mémoires du Muséum d’histoire naturelle entdecken.René Ronsil (1957), S. 91–92. Marie Jean Pierre Flourens sandte Samuel George Morton eine Tafel von Werner mit einem Schädel eines Atures von einem ausgestorbenen indigenen Stamm, die dieser für sein Werk Crania americana verwendete.Samuel George Morton (1839), S. 135.

Salon de Paris Als er 1824 im Salon de Paris ausstellte, wohnte er in der rue de la Parcheminerio, No. 11, 1837 in der 11, rue du Marche-aux-Chevaux (heute rue Geoffroy-Saint-Hilaire). Jahr Nummer im Katalog Titel 1824 1753 Bison de l'amérique septentrionaleMusée Royal (1824), S. 187 1824 1754 Diane 1824 1755 Jaguar d'Amérique 1824 1755 Dogue de forte race 1837 1852 Un saki; aquarelleMusée Royal (1837), S. 196 1848 4555 Le Tasse écrivant son poème dans les jardins du palais de FerrareMusée Royal (1837), S. 336

Dedikationsnamen

Die nach ihm benannte Art Cercopithecus werneri , 1850Isidore Geoffroy Saint-Hilaire (1850), S. 874. wird heute als Synonym für die Westliche Grünmeerkatze (Chlorocebus sabaeus (, 1766)) betrachtet. Giuseppe Gené ehrte ihn 1834 im Namen von Turdus werneri.Giuseppe Gené (1834), S. 296. Da Werner auf einer Tafel in seinem Werk Les oiseaux d'Europe den bereits belegten Namen der Naumanndrossel (Turdus naumanni (, 1820)) für die Weißbrauendrossel (Turdus obscurus , 1789) verwendete, ersetzte Gené den Namen mit dem des Künstlers, ein Name den schon sein Vorgänger Franco Andrea Bonelli in einem Manuskript verwendet hatte.Giuseppe Gené (1834), S. 297.

Galerie

Werke (Auswahl)

Anmerkungen

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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