mini|Der sogenannte Werbebildstock in Saal Johann Jacob Bindrim (auch Jakob Bindrim; * 22. September 1696; † um 1775) war Bildhauer des Barock, dessen Werke vor allem im fränkischen Grabfeld zu finden sind. Bindrim gilt als einer der wenigen, namentlich bekannten Bildstockmeister und schuf religiöse Kleindenkmäler in der Bildstocklandschaft Franken.
Leben Über das Leben des Johann Jacob Bindrim ist in den Quellen nur wenig überliefert Die Familie des späteren Bildstockmeisters ist allerdings bekannt. Sein Vater hieß Johann Bindrim und wurde 1658 in Saal an der Saale geboren. Die Mutter Barbara, war die Tochter des Bartholomäus Rost. Beide heirateten am 17. November 1687. Johann Jacob wurde am 22. September 1696 geboren. Er wuchs in Saal an der Saale auf, das damals Teil des Hochstifts Würzburg war. Johann Jacob erhielt wahrscheinlich auch seine Bildhauerausbildung in Saal, vielleicht im väterlichen Betrieb.
Am 21. August 1730 heiratete er Rosina Amberg aus Merkershausen und zog in der Folge in den Nachbarort, der heute Gemeindeteil der Stadt Bad Königshofen im Grabfeld ist. Bindrim spezialisierte sich auf die Herstellung von kunstvollen Bildstöcken, sodass er in der Literatur als einzig bekannter Bildstockmeister im nördlichen Unterfranken bezeichnet wird. Im würzburgischen Grabfeldgau entstanden die meisten Stöcke, darunter auch eine Arbeit in Saal, die als Meisterstück bezeichnet wurde und später als „Werbebildstock“ für seine Werkstatt diente.Heinrich Mehl: Fränkische Bildstöcke in Rhön und Grabfeld. Frommer Sinn und kulturelles Erbe (= Land und Leute). Würzburg 1978. S. 123. Bindrim starb um 1775.
Werke (Auswahl) mini|hochkant|Dreifaltigkeitsbildstock in Merkershausen Obwohl von Bindrim auch signierte Arbeiten bekannt sind, wurden die meisten Bildstöcke über Stilvergleiche identifiziert. So wurden Arbeiten in Saal, Merkershausen und Kleinbardorf ausgemacht, die dem Meister zugeordnet werden können. Ein einzelner Stock ist im würzburgischen Kernland im Ochsenfurter Gau auszumachen. Neben den klassischen Bildsäulen bearbeitete Bindrim auch plastische Figuren, wie den sogenannten Kreuzschlepper. Außerdem wurde er auch mit Hausfiguren in Verbindung gebracht. Im Jahr 1970 konnten zwölf Stöcke von Bindrim eindeutig identifiziert werden. Aufgrund der hohen künstlerischen Qualität werden die Bildstöcke bis in die heutige Zeit regelmäßig renoviert.Josef Dünninger, Bernhard Schemmel: Bildstöcke und Martern in Franken. Würzburg 1970. S. 74. Sogenannter Werbebildstock, Saal an der Saale, Kehl, 1723 Pietàbildstock, Kleinbardorf, unklar, 1726 Dreifaltigkeitsbildstock, Merkershausen, Obere Gasse 3, 1727 Immaculatabildstock, Merkershausen, Ringgasse 31, 1729 Kreuzschlepper, Kleinbardorf, Staatsstraße 2282, 1733; auch Johann Joseph Keßler zugeschrieben Barbarabildstock, Aub, Hauptstraße, 1736 Taufbildstock, Merkershausen, Rosengarten, 1738 Mariakrönungsbildstock, Burglauer, Riedweg 3, 1742 Immaculata, Saal an der Saale, Hauptstraße 6, derzeit in Bad Königshofen, 18. JahrhundertHeinrich Mehl: Fränkische Bildstöcke in Rhön und Grabfeld. Frommer Sinn und kulturelles Erbe (= Land und Leute). Würzburg 1978. S. 128 f.
Literatur Heinrich Mehl: Fränkische Bildstöcke in Rhön und Grabfeld. Frommer Sinn und kulturelles Erbe (= Land und Leute). Würzburg 1978.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Bildhauer des Barock Kategorie:Saal an der Saale Kategorie:Person (Bad Königshofen im Grabfeld) Kategorie:Christliche bildende Kunst Kategorie:Geboren 1696 Kategorie:Gestorben im 18. Jahrhundert Kategorie:Mann