mini|Häuser in der Friedrich-Naumann-Straße, vorn Friedrich-Naumann-Straße 13 Die am 4. Mai 1945Straßenverzeichnis der Stadt Weimar (pdf) nach Friedrich Naumann benannte Friedrich-Naumann-Straße liegt in der Weimarer Nordvorstadt und war einst ein Straßenabschnitt der Falkstraße. Die Benennung nach dem Sozialreformer Johannes Daniel Falk erfolgte 1875.Gitta Günther, Rainer Wagner: Weimar. Straßennamen. RhinoVerlag, Ilmenau 2012, S. 59. ISBN 978-3-939399-49-0 Der als Friedrich-Naumann-Straße bezeichnete Straßenabschnitt reicht von der Falkstraße bis zur Ernst-Thälmann-Straße. Sie liegt im Postleitzahlenbereich 99423. Der hier beschriebene Straßenabschnitt hieß einmal in der Zeit des Nationalsozialismus Zunkelstraße. Geschichte Die Häuser Friedrich-Naumann-Straße 1 (ab 1933 Zunkelstraße, benannt nach Gustav ZunkelGitta Günther, Rainer Wagner: Weimar. Straßennamen. RhinoVerlag, Ilmenau 2012, S. 62. ISBN 978-3-939399-49-0) und Ernst-Thälmann-Straße 17 (Ludendorff-Straße, benannt 1935 nach Erich Ludendorff)Gitta Günther, Rainer Wagner: Weimar. Straßennamen. RhinoVerlag, Ilmenau 2012, S. 56. ISBN 978-3-939399-49-0, nannte man einst Nasse Ecke.
In der Zunkelstraße 10 wohnte Gisbert von Einsiedel, der Bruder von Heinrich von Einsiedel.Gothaisches genealogisches Taschenbuch der gräflichen Häuser. Teil A, Band 115, 1942, S. 197.
Ein Teil der Häuser der heutigen Friedrich-Naumann-Straße wurde für den Bau des Gauforum Weimar abgerissen. Die Planung sah nach Karina Loos so aus: Beginnend an der Nordfassade des Landesmuseums, die den Endpunkt der Zufahrtsstraße von der Nordautobahn aus bildete und gleichzeitig als Bestandteil des „Gauforums“ galt, sollte der geplante Stadtring nach Südwesten über die verbreiterte einseitig abgerissene Zunkelstraße, heutige Naumannstraße, bis auf den ebenfalls rückgebauten Kreuzungsbereich der Asbachstraße - Döllstedtstraße führen. Der gesamte Bereich südlich der Zunkelstraße bis zum Weimarhallenpark, auch die östliche Asbachstraße, sollte mit einem „Haus der Polizei“ (und SS) und einem „Planetarium“ überbaut werden. Beide stellten straßenbegleitende Blickpunkte dar.Karina Loos: Die Inszenierung der Stadt. Planen und Bauen im Nationalsozialismus in Weimar. Bauhaus-Universität, Diss., Weimar 1999 , S. 140.https://zeitsprung.animaux.de/187/ Nasse Ecke auf Zeitsprung
In der Zunkelstraße befand sich die von Otto Müller betriebene Nord-Apotheke. In dieser kaufte der SS-Lagerarzt Hans Eisele vom KZ Buchenwald regelmäßig Medikamente ein. Jens Schley: Nachbar Buchenwald: die Stadt Weimar und ihr Konzentrationslager 1937-1945, Weimar 1999, S. 80. Bei den Konversationen zwischen beiden ging es auch um Buchenwald.Lothar Ehrlich, Jürgen John, Justus H. Ulbricht: Das Dritte Weimar: Klassik und Kultur im Nationalsozialismus, Weimar 1999, S. 323. Eisele hatte in Buchenwald mit Medikamenten Experimente an KZ-Häftlingen gemacht. Die Nord-Apotheke in der Friedrich-Naumann-Straße 2 gibt es übrigens noch heuteHomepage Nord-Apotheke, allerdings an einer anderen Stelle, da die ursprüngliche Apotheke 1945 durch einen Bombentreffer völlig zerstört wurde.
Als Ersatz für die für das Gauforum abgerissenen Häuser wurde die Ferdinand-Freiligrath-Straße erbaut, die damals mit „Straße X“ bezeichnet wurde. Aber auch in der Jakobsvorstadt wurden ganze Straßenzüge abgerissen, die nicht unmittelbar im Bereich des Gauforums gelegen hätten.
Die Friedrich-Naumann-Straße 16 steht unter dem Denkmalsbereich Bertuchstraße, 19a und b und 28 unter dem Denkmalsbereich Asbachstraße auf der Liste der Kulturdenkmale in Weimar (Sachgesamtheiten und Ensembles).
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Einzelnachweise
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