mini|hochkant|Martin Kreutzberg 2017 Martin Kreutzberg (* 26. Juli 1943 in Oppeln) ist ein deutsch-schweizerischer Dramaturg, Regisseur und Theaterwissenschaftler.
Biografisches 1943 in Oppeln geboren, wechselte Martin Kreutzberg in der Folge des Zweiten Weltkrieges bis 1953 zusammen mit seiner Familie häufig den Wohnort (Oppeln – Wartha/Bardo – Sommerfeld – Schwerin – Halle – Merseburg – Plottendorf – Tannenbergsthal – Johanngeorgenstadt – Chemnitz/Karl-Marx-Stadt). In Chemnitz/Karl-Marx-Stadt blieb er von 1953 bis 1962. Dort bestand er 1961 die Reifeprüfung. Anschließend sammelte er von 1961 bis 1962 seine ersten praktischen Bühnenerfahrungen an den Städtischen Bühnen in Chemnitz/Karl-Marx-Stadt.
Von 1962 bis 1966 studierte er Theaterwissenschaft an der Theaterhochschule Leipzig. Im Anschluss wirkte er von 1966 bis 1967 als Chefdramaturg am Kreistheater in Annaberg. Von 1967 bis 1969 folgte eine Anstellung als Wissenschaftlicher Assistent an der Theaterhochschule Leipzig und zugleich ein postgraduales Studium der Theatersoziologie. Von 1969 bis 1978 krönte er seine Theaterarbeit in der DDR in Berlin als Dramaturg am Maxim-Gorki-Theater und als Aspirant an der Humboldt-Universität.
Am 18. Dezember 1978 verzog Martin Kreutzberg in die BRD. 1979 bis 1981 war er Chefdramaturg am Landestheater Schwaben in Memmingen, 1981 bis 1985 Dramaturg und Regisseur am Berner Stadttheater. Es folgten Engagements als Chefdramaturg am Staatstheater Nürnberg (1985–1989), als Dramaturg am Schauspielhaus Zürich (1989–1994) und als Intendant am Stadttheater Hildesheim (1995–2000).Martin Kreutzberg hat vor 25 Jahren die Hildesheimer Halle 39 als Spielstätte gefunden. In: Hildesheimer Allgemeine Zeitung. Mai 2021. Abgerufen am 19. Januar 2023 2000 ließ er sich in Zürich nieder. Dort engagierte er sich als Redakteur beim elektronischen Bilder- und Lesebuch «Fluntern erzählt»«Fluntern erzählt» Impressum, sowie seit 2019 als Autor beim Online-Magazin «Journal 21».Beiträge von Martin Kreutzberg in Journal 21.ch Im November 1985 heiratete er die Zürcher Historikerin Dorothee Heim.
Wirken Schwerpunkte der Theater-Arbeit UA = Uraufführung. DE = Deutsche Erstaufführung. SE = Schweizer Erstaufführung Maxim Gorki Theater 1974: Michail Schatrow: Wetter für morgen. DE (Dramaturgie)Kritik in Berliner Zeitung. 13.10.1974: «Erfrischend realistisches Wetter für morgen.» 1975: Michail Schatrow: Das Ende. DE (Dramaturgie)Kritik in: Die Weltbühne. 26. Mai 1975: «Hitlers letzte Tage.» 1975: Peter Hacks: Rosie träumt. UA (Dramaturgie)Kritik in: Der Morgen. 23. Dezember 1975: «Das Paradies – erst ein Anfang.» 1976: Alexander Gelman: Protokoll einer Sitzung. (Dramaturgie)Kritik in: Nationalzeitung, 30. April 1976: «Mut im Kampf um den Menschen.» 1976: Peter Hacks: Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe. UA (Dramaturgie)Kritik in: Neues Deutschland, 21. Oktober 1976: «Gescheites Stück für eine Schauspielerin.» 1978: Alexander Gelman: Rückkoppelung DE (Dramaturgie)Kritik in: Nationalzeitung. 28. April 1978: «Mit Ehrlichkeit und Mut.» 1978: Jürgen Groß: Match. UA (Dramaturgie)Kritik in: Der Spiegel. 26. März 1979: «Ich kann an nichts mehr glauben als an mich.» Stadttheater Bern 1981: Hans Stalder: Wie Ungehüür us Amerika. UA (Regie)Kritik in: Berner Zeitung, 20. September 1981: «Kaum eine Spur von Hoffnung.» 1982: Franz Xaver Kroetz: Nicht Fisch, nicht Fleisch. DE (Regie)Kritik in: Der Bund, 30. März 1982: «Einkreisen einer Existenzfrage.» 1983: Gert Heidenreich: Strafmündig. SE (Regie)Kritik in: Berner Zeitung. 7. Januar 1983: «Ein Junge, der an der Umwelt zerbricht.» 1983: Heiner Müller: Quartett. SE (Regie)Kritik in: Berner Zeitung. 28. März 1983: «Das sprengt die Grenzen des Üblichen.» 1983: R. Merz: Trauergäste. UA (Dramaturgie)Kritik in: Berner Zeitung. 3. Mai 1983: «Herzlos-schmerzvoll und irr-sinnig.» 1983: Heinar Kipphardt: Bruder Eichmann. SE (Regie)Kritik in: Der Bund. 17. September 1983: «Lehrstück gegen den blinden Gehorsam.» 1985: René Schickele: Am Glockenturm. SE (Dramaturgie)Kritik in: Basler Zeitung. 25. Februar 1985: «Traumstück und Nachtspuk.» Staatstheater Nürnberg 1987: Paul Kornfeld: Jud Süss. (Dramaturgie)Kritik in: Theater heute. 2/1988: «Ein Phoenix aus dem Ghetto.» 1988 George Tabori: Mein Kampf. (Regie)Kritik in: Nürnberger Nachrichten. 6. Juni 1988: «Diktator im Nachtasyl.» Schauspielhaus Zürich 1990: Gerhart Hauptmann: Christiane Lawrenz. UA (Dramaturgie)Kritik in: Neue Zürcher Zeitung. 14. April 1990: «Tragische Posse.» 1991: James Joyce: Verbannte. SE (Dramaturgie)Kritik in: Tages-Anzeiger. 29. Juni 1991: «James und Nora.» 1992: Václav Havel: Die Benachrichtigung. SE (Regie)Kritik in: Züri-Woche. 14. Mai 1992: «Saage oder Höbele?» 1992: Harold Pinter: Partytime. DE (Dramaturgie)Kritik in: Tages-Anzeiger. 29. November 1991: «Bis zur Schmerzgrenze.» 1990/1991 Zusammen mit Peter Palitzsch in der Zeitschrift Theater heute: Wahl zum «Dramaturg des Jahres»
Fernsehen (Auswahl) 1973: DFF: Stülpner-Legende. (Fernsehserie) Dramaturgie 1975: DFF: Das Mädchen Krümel. (Fernsehserie) Drehbuch 1989: ZDF: Städteturnier Nürnberg. 1994: MDR: Lieb Vaterland – das Unteilbare Deutschland des W.W. Schütz. (Dokumentarfilm) 1994: MDR: Dreimal Stunde Null – Die Schauspielerin Manja Behrens. (Dokumentarfilm) 1995: arte: Stalins Gäste. (Dokumentarfilm) 2001: MDR: Die Werdauer 19. (Dokumentarfilm)
Radio (Auswahl) 1979: RIAS Berlin: Theater in Ost und West 1986: BR: Kriegsverbrecher vor Gericht. 1994: Deutschlandfunk: Der Bamberger Streiter 2022: Radio SRF 2 Kultur: Zivilstand Musiker
Printmedien (Auswahl) Theater und Publikum. In: Verband der Theaterschaffenden der DDR (Hrsg.): Material zum Theater. 10/1973. Wo entsteht die deutsche Dramatik. In: Stuttgarter Zeitung. 26. Januar 1979. Theater und Drama in der DDR. In: Politik & Kultur. 1/1980. Struktur des Publikums des DDR Theaters. In: Politik und Kultur. 2/1980. Zum Faschismusbild in der Kunst der DDR. In: Politik und Kultur. 3/1982. Aufbau der Todesfabrik. In: Nürnberger Nachrichten. 18. November 1987. Warte nicht auf bessre Zeiten. In: Die Zeit. 19. Januar 1991. Zusammen mit Verena Hoehne, Urs Bircher: Zürich eine Theaterlandschaft. Expertenbericht im Auftrag der Stadt Zürich 1991 In: Basler Zeitung. Basel 10. November 1991; Tages-Anzeiger. Zürich 18. November 1991; Neue Zürcher Zeitung. Zürich 18. November 1991. Theater in Zürich. In: Die Deutsche Bühne. 3/1993. Peter Palitzsch. In: Theaterdämmerung. Und neues Leben blüht aus den Ruinen. Visionen junger Regisseure. In: Du Zeitschrift der Kultur. (630) September 1993. 2007–2016: Redakteur der Zeitschrift Fluntern.Flugblatt des Quartiervereins Fluntern pdf --- Beitrag zum Mitteilungsblatt des Quartiervereins Fluntern. Seit 2015: Herausgeber und Autor des Magazins Fluntern erzählt.«Fluntern erzählt» Seit 2019: Autor im Online-Magazin Journal 21.ch.Beiträge von Martin Kreutzberg in «Journal 21.ch»
Literatur Ute Kröger: Martin Kreutzberg In: Andreas Kotte (Hrsg.): Theaterlexikon der Schweiz. Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1036–1037.
Weblinks Fredi Lerch: Städtische Theater unter Druck. In: WOZ. 46 / 1984
Einzelnachweise
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