Dies ist eine Liste von Wettkämpfen, die die Anfänge der Leichtathletik in Hamburg abbildet.
Erläuterung Die Zeitungsberichte zu den einzelne Wettbewerben, die hier unter „Nachweis“ aufgeführt werden, stellen die Entwicklung der ersten Jahre der Leichtathletik in Hamburg dar. In den Anfangsjahren war der „Hamburger Sport-Club“ Veranstalter und Ausrichter. Ab 1887 widmeten sich die Mitglieder dieses Vereins ausschließlich der Durchführung von Pferderennen. Andere Vereine traten als Veranstalter auf. Die Existenz mancher Vereine betrug nur wenige Jahre. Deren Mitglieder schlossen sich anderen an oder widmeten sich neuen Sportarten. Dazu gehörte u. a. Fußball. Gleichzeitig fand eine Entwicklung der Sportstätten statt. Nachdem die Laufwettbewerbe zu Beginn überwiegend auf der Trabrennbahn in Bahrenfeld durchgeführt, wurde 1887 vom „Eisbahnverein vor dem Dammthor“ eine als „Rennbahn“ bezeichnete Sportanlage separat hergerichtet. Bevor Fußballfelder angelegt wurden, wurden oft die Flächen der Eisbahnvereine in der „schlittschuhfreien“ Zeit genutzt. Zu den Sportarten, deren Anfänge ebenso auf diesen Flächen vollzogen wurden, gehörten auch Tennis und Hockey. In den letzten Jahren vor der Jahrhundertwende nahm die Anzahl der Wettbewerbe stark zu.
Vom Pferderennen Ursächlich für die Durchführung der ersten Wettkämpfe in der Leichtathletik auf einer Pferderennbahn war die mangelnde Kenntnis von entsprechenden Sportanlagen. Die Laufwettbewerbe orientierten sich daher auch an den Rennen des Galopprennsports: Laufwettbewerbe über ca. 100 Meter entsprachen Flachrennen, die ohne Hindernisse auf kurzen Distanzen geritten wurden; Hürdenläufe über ca. 160 Meter waren vergleichbar mit Hürdenrennen, wobei die Hürden über die Distanz in gleichen Abständen aufgestellt wurden; der Hindernislauf über ca. 1600 Meter entsprach einem Steeplechase-Rennen, das über eine lange Distanz von ca. 4000 Meter, über feste Hindernisse und Wassergräben ging und nur einmal pro Renntag gelaufen wurde. Auch die Besonderheit eines Handicaps und die eines Comitès, das mit Starter, Richter, Zeitmesser und Vorstand für eine ordnungsgemäße Durchführung der Wettbewerbe verantwortlich war, wurden übernommen. In jedem Bericht war von „Meldungen“ und/oder von „angemeldeten Herren“ und der Zahl derer, die tatsächlich am Start erschienen waren, die Rede. Gleiches war in Berichten über Pferderennen zu lesen. Dass sich heutzutage einige Leichtathletikveranstaltungen als „Meeting“ bezeichnen oder als Namen für eine Veranstaltung nutzen, ist auf die Anfänge zurückzuführen. Der Pferderennsport erfreute sich in dieser Zeit großer Beliebtheit.
Für Disziplinen wie Hochsprung, Tauziehen oder Radfahren, die teilweise auch bei diesen Wettbewerben stattfanden, wurden ähnliche Regeln geschaffen.
Zur Sportanlage für Läufer Die Bahn des „Eisbahn-Vereins vor dem Dammthor“ war vermutlich die erste Sportanlage, die in Hamburg für Laufwettbewerbe gebaut wurde. Im selben Jahr fanden die ersten Wettbewerbe statt. Aus der Angabe „… 1610 m (ca. 4 mal die Bahn)“ in dem Bericht über die Veranstaltung am 28. August 1887 kann auf die Länge geschlossen werden.Die Distanz von 1610 Meter entsprach in etwa der einer englischen Meile. Den Innenraum dieser 400-Meter-Bahn, die mutmaßlich aus vier gleichlangen Geraden bestand, bildeten Tennisplätze. Mit der Möglichkeit der Nutzung dieser Rennbahn nahm die Anzahl der Vereine und ihrer Mitglieder schnell zu. Viele Sportler waren zunächst in mehreren Disziplinen aktiv, wie die des Sport-Clubs „Germania“, aus dem erst Jahre später ein Fußballverein hervorging. Ähnlich wie der Initiator der Leichtathletik in Hamburg Franz Ferdinand Eiffe waren die ersten Sportler aus dem vermögenden Bürgertum: Carl Alphons Brödermann, Johann Heinrich Burchard, Heinrich Kaemmerer, Ami Kaemmerer, Francis Julius Heise, Hermann Goverts, Friedrich Loesener jr. u. a. gekommen.
Ereignisse 1880, 6. Juni. Der Deutsche Leichtathletik-Verband benennt diesen Wettbewerb als das „erste Leichtathletik Sportfest“.Die Geschichte des DLV in Stichpunkten. 1887, 15. Mai. Erste Wettbewerbe auf der 400-Meter-Bahn des Eisbahn-Vereins vor dem Dammthor. 1893, 13. August. Wettkämpfe über 100 Yards und 1609 Meter als „Deutsche Meisterschaft“ angekündigt und durchgeführt. 1898, 4. September. 100-Meter-Lauf innerhalb der „1. Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften“ auf der Rennbahn Mühlenkamp. 1898, 25. September. Läufe über 200 und 1500 Meter innerhalb der „1. Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften“ auf der Rennbahn des Eisbahn-Vereins vor dem Dammthor.