Realitätsverlust beschreibt den geistigen Zustand einer Person, welche nicht (mehr) in der Lage ist, die Situation, in der sie sich befindet, zu begreifen. Dieser Zustand kann temporär auftreten (von Minuten bis Monate). Betroffene äußern Gedanken oder verhalten sich in einer Weise, die von anderen als nicht nachvollziehbar oder verstehbar erlebt werden.

Ursachen und Definition Auslöser können traumatisierende Erlebnisse,Michael Erdmann: Psychosomatische Medizin Und Psychotherapie: Ein Lehrbuch auf psychoanalytischer Grundlage. W. Kohlhammer, 2007, S. 148 (). Schock, DrogenmissbrauchPraxishandbuch Drogen und Drogenprävention: Handlungsfelder. S. 137 (). oder Alkoholmissbrauch,Alkohol und Schuldfähigkeit: Entscheidungshilfen für Ärzte und Juristen. S. 26 (). aber auch der Beginn schwerer psychischer Erkrankungen wie Schizophrenie und organische Psychose sein.Einführung in die Psychologie und Pädagogik. S. 137 (). Auch Gefangenschaft in gleichbleibender Dunkelheit, bestimmte Stoffwechselstörungen, Flüssigkeitsmangel oder allmähliches Verhungern bewirken unter anderem Realitätsverlust. Eine fortschreitende Demenz kann ebenfalls zu Realitätsverlust führen.

Als zeitlicher Realitätsverlust wird das Fehlen eines Bewusstseins „eines zeitlichen Kontinuums“, bei dem das Leben nur „im Augenblick“ stattfindet, bezeichnet.Allgemeine Psychopathologie: Eine Einführung. S. 123 ().

In Auseinandersetzungen wird der Begriff als Vorwurf oft synonym für Uneinsichtigkeit verwendet.

Literatur Sigmund Freud: Der Realitätsverlust bei Neurose und Psychose. 1924.

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Fußnoten

Kategorie:Psychopathologisches Symptom