Thomas Heise (* 1959 in Ost-Berlin) ist ein deutscher Journalist und Buchautor. Er gilt als einer der einflussreichsten Kriminalreporter Deutschlands.
Leben Thomas Heise wurde 1959 in Ost-Berlin geboren und lebt im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg. Heise studierte Psychologie und arbeitete als Telegrammbote, Heizer und Stasi-Auflöser, ehe er ab 1990 als freier Journalist u. a. für ZAK, Explosiv, Kennzeichen D und Channel 4 tätig war. Heise veröffentlichte 1993 das Buch Freikaufgewinnler – die Mitverdiener im Westen.
Von 1994 bis zu seinem altersbedingten Ausscheiden im November 2025 war er Reporter bei SPIEGEL TV. Von 2003 bis 2011 war er Redaktionsleiter des SPIEGEL-TV-Magazins, wurde 2011 Stellvertretender Chefredakteur und später verantwortlicher Leiter für Investigation. Da der Spiegel ihn nach Erreichen des Rentenalters von 66 Jahren nicht hauptamtlich weiterbeschäftigen wollte, ist Heise seither als freier Reporter für SPIEGEL TV tätig, realisiert aber unter anderem auch Beiträge für die ZDF-Sendung frontal.
Seit 2003 recherchiert er über den Aufstieg krimineller Clans in Deutschland. Zusammen mit Jörg Diehl und Claas Meyer-Heuer hat er mehrere Spiegel-Bestseller veröffentlicht. Er erschien regelmäßig mit Claas Meyer-Heuer im SPIEGEL-TV-Format Im Verhör. Für den Film Die Macht der Clans erhielt das Reporterduo 2021 den Bayerischen Fernsehpreis.
Im Jahr 2023 wurde Heise durch den Anwalt eines Tatverdächtigen im Fall des Dresdner Juwelendiebstahl angezeigt. In einem von Heises Filmen war der Verdächtige während einer polizeilichen Hausdurchsuchung unverpixelt in Unterhose gezeigt worden. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren gegen eine Geldauflage in Höhe von 3.300 Euro ein. In Bezug auf das Grüne Gewölbe leitete Heise als Privatperson einen angeblichen Hinweis der Autorin Latife Arab an die Ermittler weiter, welche angeblich behauptet hatte, das Versteck der Juwelen zu kennen. Eine daraufhin durchgeführte Grabung der Ermittler auf einem Grundstück in Brandenburg blieb erfolglos. Davor war Thomas Heise eine private Beziehung mit der Autorin eingegangen, über deren Geschichte er zuvor auch journalistisch berichtet hatte.
Körperlicher Angriff im Berliner Verwaltungsgericht
Im Dezember 2024 berichtete Heise über eine Gerichtsverhandlung im Berliner Verwaltungsgericht gegen Mahmoud Al-Zein, ein Mitglied der Berliner Großfamilie Al-Zein, der trotz eines durch das Land Berlin gegen ihn verhängten Einreiseverbotes nach Deutschland eingereist war. Heise filmte im Flur des Gerichtsgebäudes mit seinem Handy, während er die Prozessbeteiligten fragte, ob sich jemand von ihnen zu dem Fall äußern wolle. Fadie Al-Zein, der Neffe von Mahmoud Al-Zein, rief daraufhin „Kamera aus!“ und versetzte Heise einen Faustschlag ins Gesicht. Anschließend flüchtete Heise in ein Gerichtszimmer und wartete dort mit zwei Mitarbeitern der Ausländerbehörde, bis Justizbeamte die Mitglieder der Familie Al-Zein aus dem Gerichtsgebäude heraus führten. Heise klagte nach dem Angriff über Sehstörungen und Kopfschmerzen. Er wurde ambulant im Krankenhaus behandelt und von der Polizei vernommen.
Fadie Al-Zein wurde bereits 2017 wegen Körperverletzung und weiterer Straftaten (unter anderem Drogenhandel) verurteilt.
Im Juni 2025 verurteilte das Amtsgericht Tiergarten Fadie Al-Zein für den Angriff auf Heise wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe von zehn Monaten ohne Bewährung. Die Verhängung einer Bewährungsstrafe kam für das Gericht aufgrund der zahlreichen Vorstrafen Al-Zeins nicht infrage. Al Zein kündigte an, gegen das Urteil in Berufung gehen zu wollen.
Veröffentlichungen
Auszeichnungen
2021: Bayerischer Fernsehpreis in der Kategorie Information
Einzelnachweise
Kategorie:Journalist (Deutschland) Kategorie:Zeitungsjournalist Kategorie:Fernsehjournalist Kategorie:Person (Spiegel-Verlag) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1959 Kategorie:Mann