mini|Das Auengebiet Gastere bei Selden an der jungen Kander im Gasterntal Diese Liste der Auengebiete von nationaler Bedeutung im Kanton Bern enthält 54 Flussauen im Schweizer Kanton Bern, die durch die Bundesverordnung vom 28. Oktober 1992 geschützt und Teil des Bundesinventars der Auengebiete von nationaler Bedeutung (, ) sind. Die Auenverordnung stützt sich auf den Artikel 18a, Absätze 1 und 3 des Bundesgesetzes vom 1. Juli 1966 über den Natur- und Heimatschutz.
In der Auenverordnung ist festgelegt, wer im Zusammenhang mit dem Aueninventar wofür zuständig ist. Demnach ist auf nationaler Ebene der Bund dafür zuständig, die national bedeutenden Auenobjekte in einem Inventar aufzulisten, die Liste publik zu machen und nach gesetzlichen Vorgaben Entschädigungen an Landeigentümer auszurichten. Den Kantonen kommt die Aufgabe zu, die inventarisierten Objekte als konkrete Naturschutzgebiete auszuweisen. Dazu legen sie nach Anhören der Grundeigentümer und Bewirtschafter den genauen Grenzverlauf der Objekte fest und scheiden ökologisch ausreichende Pufferzonen aus; sie treffen nach Anhören der Grundeigentümer und Bewirtschafter die zur Erhaltung der Objekte geeigneten Schutz- und Unterhaltsmassnahmen und erstatten dem Bund Bericht. Bei einigen Auengebieten hatten die Kantone von sich aus schon lange vor der Entstehung des Bundesinventars kantonale Naturreservate eingerichtet.Verzeichnis der Naturschutzgebiete des Kantons Bern. Amt für Landwirtschaft und Natur des Kantons Bern. 2016.
Auentypen Nach traditioneller Definition sind Auen jene Bereiche von Bächen, Flüssen und teils auch von Seen, die unterschiedlich lange periodisch überflutet werden und deren Grundwasserspiegel stark schwankt. Neben diesen klassischen Auenstandorten umfasst das Bundesinventar der Auengebiete von nationaler Bedeutung auch Gletschervorfelder und alpine Schwemmebenen. Mit ihrem stark schwankenden Wasserhaushalt und dem dynamischen Geschiebeverlauf bieten sie bestimmten Pionierpflanzen einzigartige Lebensräume. Der Kanton Graubünden weist von allen Kantonen die grösste Anzahl solcher Flächen in den Hochalpen auf. Das Bundesinventar teilt die inventarisierten Schutzzonen den folgenden Typen zu: Flussau, Seeufer, Delta, Gletschervorfeld und alpine Schwemmebene.
Schutzziel Ziel der Auenverordnung ist die ungeschmälerte Erhaltung der inventarisierten Gebiete. Insbesondere sind die auenspezifische einheimische Pflanzen- und Tierwelt und ihre ökologischen Voraussetzungen, die geomorphologische Eigenart und die natürliche Dynamik des Gewässer- und Geschiebehaushalts zu erhalten und soweit sinnvoll wiederherzustellen.
An einigen Flüssen sind nur noch Restflächen der ursprünglichen Auenlandschaften vorhanden, weil die Gewässer im 19. und 20. Jahrhundert zum Schutz vor Hochwasser verbaut und zur Energiegewinnung gestaut und teilweise abgeleitet wurden.Daniel L. Vischer: Schweizerische Flusskorrektionen im 18. und 19. Jahrhundert (= Mitteilungen der Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, 84). Zürch, 1986. Einzelne Strecken haben in jüngerer Zeit mit der Entfernung solcher Bauwerke wieder einen naturnahen Zustand als Auengebiete zurückerhalten.
Nationale und internationale Datenbank Die Europäische Umweltagentur (European Environment Agency) koordiniert die Daten der europäischen Mitglieder. Die inventarisierten Auengebiete der Schweiz führen in der internationalen Datenbank den Code «CH03». Sämtliche hier aufgelisteten Auengebiete erfüllen die Bedingungen der Kategorie IV der International Union for Conservation of Nature and Natural Ressources (IUCN): das heisst, sie erfüllen die Managementkategorie der IUCN. Die Aufstellung entspricht der Common Database on Designated Areas der Europäischen Umweltagentur (EEA).CDDA-Datenbank. Die letzte Aufnahme eines Gebiets erfolgte 2017. Die nationale Quelle findet sich nach Kantonen sortiert im PDF-Format für jedes einzelne Objekt beim Bundesamt für Umwelt (BAFU). Die ZIP-Datei ist downloadbar.
Revision Das erste Aueninventar trat 1992 in Kraft, obwohl es noch unvollständig war. Gebiete über 800 m Meereshöhe wurden unvollständig erfasst. Mit der 1. Revision wurden im Jahr 2001 Schutzgebiete, die auf über 1800 m Meereshöhe liegen, im Inventar ergänzt. Das sind Gletschervorfelder und alpine Schwemmebenen. Mit der 2. Revision wurde das gesamte hydrographische Gebiet der Schweiz unterhalb der alpinen Stufe systematisch erfasst. Das resultierte in der Aufnahme vor allem von Auengebieten in gebirgigen und subalpinen Regionen, die bisher untervertreten waren. Das revidierte Aueninventar trat 2003 in Kraft. Das derzeitige Aueninventar stützt sich auf die Verordnung, die seit dem 1. November 2017 in Kraft ist.
Erklärung der Spalten Objekt (Swisstopo): ist die nationale ID, die sich zusammensetzt aus dem Kantonskürzel, gefolgt von einer Nummer. Zur besseren Lesbarkeit trennt ein Bindestrich das Präfix von der Nummer. Der Link führt zum passenden Kartenausschnitt von Swisstopo, der das entsprechende Schutzgebiet als farbig hervorgehobene Fläche (shape) wiedergibt. Ein Klick auf diese Fläche führt zu den Objekt-Informationen. Und von hier leitet der Link unten zum detaillierten Objekt-Blatt im PDF-Format. Gebietsname/Lokalität: ist die offizielle Bezeichnung des Schutzgebiets und ist verlinkt mit dem entsprechenden Wikipedia-Artikel (wenn vorhanden) bzw. mit einem Abschnitt eines Wikipedia-Artikels (z. B. über eine Gemeinde, in der das Schutzgebiet liegt). Standort-Gemeinde(n): nennt die Gemeinde(n), in der/denen sich das Schutzgebiet befindet. Die Reihenfolge ist alphabetisch geordnet. Bei kantonsübergreifenden Gebiete steht das Kantonskürzel vor den Gemeinden. Gewässer: benennt das Gewässer, in/an dem das Auengebiet liegt. Auen-Typ: nennt den Typ, nach dem das Gebiet kategorisiert ist (Flussaue/Fliessgewässer, Seeufer, Delta, Gletschervorfeld oder alpine Schwemmebene). CDDA-Sitecode: stellt die ID des Schutzgebiets in der Commons Data on Designated Areas der Europäischen Umweltagentur für ausgewiesene Schutzgebiete in Natur- und Landschaftsschutz in Europa dar. Der Link führt direkt zum entsprechenden Objekt-Blatt mit einem zoombaren Kartenausschnitt. Fläche in ha: gibt die Fläche des Schutzgebiets in Hektar wieder. Koordinaten: werden nur als Icon dargestellt; der Quellcode zeigt die Werte auf den internationalen Standard umgerechnet. im Bundesinventar seit: bezeichnet das Jahr, in dem das Gebiet rechtskräftig in das Bundesinventar aufgenommen wurde. Revision: nennt das Jahr einer im Gebiet durchgeführten Revision Bild: ist der Platz für ein Bild. Hier kann die Vorlage Bilderwunsch als Platzhalter stehen. In diesem Fall erscheint der Wunsch auf einer Karte, die Bilderwünsche in geografischer Verteilung darstellt. Q-ID: ist die verlinkte ID des entsprechenden Wikidata-Objekts.
Liste der Auengebiete von nationaler Bedeutung im Kanton Bern + Internationaler Code für das schweizerische Bundesinventar der Auengebiete von nationaler Bedeutung: CH03 Objekt(Swisstopo) Gebietsname Lokalität Gemeinde(n) Gewässer Auen-Typ CDDA-Sitecode Flächein ha Koordinate im Bundesinventar seit Revision Bildoder Q-ID BE-44 Oberburger Schachen Burgdorf, Hasle bei Burgdorf, Heimiswil Emme Fliessgewässer 148619 48,05 1992 2003 100px Q108204181 BE-46 Utzenstorfer Schachen Bätterkinden, Utzenstorf Emme Fliessgewässer 148615 45,41 1992 2017 oder Q108086390 BE-47 Altwässer der Aare und der Zihl Büren an der Aare, Dotzigen, Meienried, Meinisberg, Safnern, Scheuren, Schwadernau Aare Fliessgewässer 148612 195,25
1992 2017 100pxQ108086386 BE-48 Alte Aare: Lyss-Dotzigen Büetigen, Dotzigen, Kappelen, Lyss, Schwadernau, Studen, Worben Alte Aare Fliessgewässer 148614 190,20
1992 2003, 2017 100px Q108086389 BE-49 Alte Aare: Aarberg-Lyss Aarberg, Kappelen, Lyss Alte Aare Fliessgewässer 148616 193,60
1992 2003, 2017 100px Q108086391 BE-53 Niederried-Oltigenmatt Golaten, Kallnach, Mühleberg, Radelfingen, Wileroltigen Aare, Saane Fliessgewässer 148623 171,45
1992 2017 100px Q108086399 BE-55 Senseauen BE: Guggisberg, Köniz, Neuenegg, SchwarzenburgFR: Alterswil, Heitenried, Plaffeien, St. Antoni, Ueberstorf Sense Fliessgewässer 148635 312,75(BE: 165,76FR: 146,99)
1992
100px Q108086411 BE-58 Teuffengraben-Sackau Köniz, Oberbalm, Rüeggisberg, Rüschegg, Schwarzenburg Schwarzwasser Fliessgewässer 148639 137,98
1992 2017 oder Q108086418 BE-59 Laupenau Laupen, Mühleberg, Neuenegg Saane Fliessgewässer 148629 29,22
1992 2017 oder Q108086406 BE-69 Belper Giessen Allmendingen, Belp, Bern, Kehrsatz, Köniz, Münsingen, Muri bei Bern, Rubigen Aare Fliessgewässer 148631 417,55
1992
100px Q108086408 BE-70 Chandergrien Spiez Kander, Thunersee Delta 148666 35,71
1992 rev. 100px Q108086458 BE-71 Augand Reutigen, Spiez, Wimmis Kander, Simme Fliessgewässer 148669 72,19
1992 2003 100px Q108086461 BE-72 Heustrich Aeschi bei Spiez, Reichenbach im Kandertal, Wimmis Kander Fliessgewässer 148677 37,71
1992 2003, 2017 100px Q108086472 BE-74 Gastereholz Kandersteg Kander Fliessgewässer 148704 161,58
1992
100px Q108086515 BE-75 Brünnlisau Diemtigen, Erlenbach im Simmental, Wimmis Simme Fliessgewässer 148674 18,33
1992
100px Q108086467 BE-76 Wilerau Diemtigen, Erlenbach im Simmental Simme Fliessgewässer 148675 12,74
1992
oder Q108086468 BE-77 Niedermettlisau Därstetten, Erlenbach im Simmental Simme Fliessgewässer 148676 20,71
1992 2017100px Q108086470 BE-78 Engstlige: Bim Stei-Oybedly Frutigen Engstlige Fliessgewässer 148688 90,41
1992
100px Q108086485 BE-79 Weissenau Unterseen Aare, Thunersee Delta 148673 45,54
1992
100px Q108086466 BE-80 Chappelistutz Gsteigwiler, Gündlischwand, Wilderswil Lütschine Fliessgewässer 148678 16,96
1992 2017 100px Q108086473 BE-81 In Erlen Grindelwald Weisse Lütschine, Schwarze Lütschine Fliessgewässer 148681 17,56
1992
100px Q108086476 BE-83 Jägglisglunte Brienz Aare Fliessgewässer 148663 2,08
1992
100px Q108086455 BE-84 Sytenwald Meiringen Aare Fliessgewässer 148662 14,40
1992
100px Q108086454 BE-86 Sandey Innertkirchen Urbachwasser Fliessgewässer 148671 56,79
1992 2003, 2017 100px Q108086464 BE-209 Seewald-Fanel BE: Gampelen, InsNE: La Tène Canal de la Thielle, Lac de Neuchâtel Seeufer 148622 315,11(BE: 305,66NE: 9,45)
1992
oder Q108086398 BE-221 Aare bei Altreu BE: Arch, LeuzigenSO: Bettlach, Selzach Aare Fliessgewässer 148611 20,51(BE: 12,31SO: 8,20)
1992
100px Q108086385 BE-222 Heidenweg/St. Petersinsel Erlach, Twann-Tüscherz Bielersee Seeufer 148617 114,11
1992
100px Q108086392 BE-223 Hagneckdelta Hagneck, Lüscherz, Täuffelen Aare-Hagneck-Kanal, Bielersee Delta 148618 32,27
1992
100px Q108086394 BE-224 Rohr-Oey Lauenen Louibach Fliessgewässer 148712 37,17
1992
oder Q108086522 BE-314 Kalte Sense BE: GuggisbergFR: Plaffeien Kalte Sense Fliessgewässer 347654 50,73(BE: 30,44FR: 20,29)
2003
100px Q108089316 BE-315 Rotenbach Guggisberg, Rüschegg Kalte Sense Fliessgewässer 347791 17,79
2003
100px Q108205032 BE-316 Heubach Rüschegg Schwarzwasser, Wissenbach Fliessgewässer 555597164 36,71
2017
100px Q108086282 BE-317 Seligraben Riggisberg, Rüeggisberg, Rüschegg Seligrabenbach Fliessgewässer 555597165 29,36
2017
oder Q108086283 BE-319 Emmeschlucht Eggiwil, Schangnau Emme Fliessgewässer 347665 36,86
1992 rev. 100px Q108089329 BE-320 Innereriz Eriz, Horrenbach-Buchen Zulg Fliessgewässer 555597166 25,85
2017
100px Q108086284 BE-321 Harzisboden Habkern, Oberried am Brienzersee Emme Fliessgewässer 347666 9,54
1992 rev. oder Q108204996 BE-322 Rezliberg Lenk Trüebbach Fliessgewässer 347667 18,58
2003