mini|Titel der 1. (1930) und 2. Auflage (1959) des historischen Romans Der eiserne Markgraf von Sausenberg-Rötteln mit einem Derivat des Wappens der Edelfreien von Rötteln statt jenem der Markgrafen von Hachberg-Sausenberg.Bei der 3. Auflage (1962) wurde das unpassende Wappen weggelassen, aber der Schriftzug weiter verwendet.

Der eiserne Markgraf von Sausenberg-Rötteln ist der Titel eines 1930Börsenblatt für den deutschen Buchhandel, Nr. 275 vom 27. November 1930, S. 9615 Digitalisat veröffentlichten historischen Romans von Käthe Papke. Der Roman kann als Fortsetzung des 1910 erschienenen Werks „Die Letzten von Rötteln“ von Käthe Papke angesehen werden, obwohl einige Jahrzehnte zwischen den Handlungszeiträumen liegen.

Entstehungsgeschichte Käthe Papke hielt sich im Sommer mit ihren Eltern in der Pilgermission St. Chrischona auf, wo ihr Vater die Ausbildung zum Prediger erhalten hatte.Die Familie wohnte 1883/1884 ein knappes Jahr in Bettingen bei Basel. Papke besuchte die Burg wieder im Sommer 1923 und im Frühjahr 1928, wobei sie sich jeweils begeistert über die seit dem Erscheinen ihres Romans Die Letzten von Rötteln erfolgten Freilegungsarbeiten und die touristische Erschließung der Ruine äußerte und darin Folgen ihres Buches sah. Bei ihrem Besuch 1928 wurde sie durch den Kontakt mit dem Vorsitzenden des „Röttelnbundes“Schirmherr und Präsident war der Bürgermeister, Karl Gümpel, der damals selbständigen Gemeinde Haagen; 1. geschäftsführender Vorsitzender war Willi Faißt. Es bleibt offen wen Papke getroffen hat. zu ihrem historischen Roman Der eiserne Markgraf von Sausenberg-Rötteln inspiriert und der Roman wurde von Papke daher auch „Dem Röttler-Bund zugeeignet“. Das Buch hat die Geschichte der Burg Rötteln in der Zeit von 1332 bis 1363 zum Thema hat. Mit dem „eisernen Markgrafen“ ist Markgraf Rudolf II. von Hachberg-Sausenberg gemeint, der seine Residenz auf Burg Rötteln hatte und deswegen teilweise auch Markgraf von Sausenberg-Rötteln genannt wurde.

Handlung mini|Bergfried der Burg Rötteln – hier wurde der Sage nach der Knecht Gotthold hinuntergeworfen.

Der Roman spielt in der Zeit von 1332Graf Rudolf erinnert sich im ersten Kapitel an einen Vorgang vor drei Jahren im August 1329. bis 1363Papke schildert die Hochzeit von Rudolf III. von Hachberg-Sausenberg, die sie auf den 25. Juni 1363 datiert. In der Geschichtsliteratur findet sich für diese Hochzeit allerdings auch das Jahr 1373 (Schubring Röttler Chronik).. Die Protagonisten sind die charakterlich ungleichen Brüder Rudolf und Otto von Hachberg-Sausenberg, die Papke auf der Basis der historischen Personen, Rudolf II. von Hachberg-Sausenberg und Otto I. von Hachberg-Sausenberg ausgestaltete.

Die beiden hatten 1318 ihren verstorbenen Bruder Heinrich beerbt, der seinerseits erst zwei Jahre zuvor (1316) die Herren von Rötteln beerbte, wodurch sich das von seiner Familie beherrschte Territorium mehr als verdoppelte. Sie verlegten ihren Stammsitz von der Sausenburg in die Burg Rötteln, woraus sich auch die teilweise verwendete Namensgebung Markgrafen von Sausenberg-Rötteln erklärt.

Papke hat die Sage von der Hexe von Binzen in den Roman eingewoben.Fritz Schülin: Rötteln-Haagen: Beiträge zur Orts-, Landschafts- und Siedlungsgeschichte. Lörrach 1965; S. 661/662. J. Erhardt: Burg Röteln oder die Hexe von Binzen. In: F. A. Stocker (Hrsg.): Vom Jura zum Schwarzwald, 1885, 2. Band, S. 49–53, Aarau; e-periodica.Zusammenstellung der Varianten der Sage von Harald Ziegler Internet Archive Otto I. von Hachberg-Sausenberg erhielt dabei die Rolle des jähzornigen Wüterichs zugewiesen, der seinen alten, treuen Knecht Gotthold vom Bergfried werfen lässt,Der Sturz vom Bergfried in den nördlichen Burggraben ging in eine Tiefe von knapp 50 Meter. weil der den Lieblingshund des Markgrafen beim Versuch diesen abzuwehren, verletzt hatte. Der Ruf des Markgrafen Otto leidet, seine Frau Katharina stirbt. Als Otto in der Basler Adelsstube zur Mucke vom Bürgermeister wegen seiner Untat getadelt wird, stellt er diesem nach und erschlägt ihn. Basel sagt daraufhin den Röttlern die Fehde an und belagert die Burg. Vor größeren Kämpfen gelingt es dem Stadtadel einen Vergleich herbeizuführen, was vor allem dem Ansehen des Markgrafen Rudolf zugeschrieben wird.Die Tötung des Basler Bürgermeisters durch einen der beiden Markgrafen ist historisch belegt, wobei unklar bleibt, welcher der beiden der Täter war.Siehe Grössere Basler Annalen nach Schnitts Handschrift. In: August Bernoulli (Bearbeiter): Basler Chroniken, 6. Band, S. 250 und dort Fußnoten 5 und 6 im Internet Archive; in der Chronik sind weder Rudolf noch Burkhard Werner von Ramstein eindeutig als die hier gemeinten Personen eindeutig identifiziert. Nun nimmt Papke wieder den Faden der Sage von der Hexe von Binzen auf. Otto von Hunoltstein, der Verlobte von Markgraf Ottos Tochter Hildegardis kommt inkognito als fahrender Spielmann auf die Burg Rötteln. Die beiden wurden als Kinder verlobt und kennen sich nicht. Otto will seine und Hildegardis wahre Gefühle testen. Beide verlieben sich ineinander und es kommt zu heimlichen Treffen im Wald. Dabei werden sie von Gertraud, der Witwe des getöteten Gotthold beobachtet. Gertraud lebt seit dem Tod ihres Mannes als Kräuterhexe im Röttler Wald bei Binzen und sinnt auf Rache an Markgraf Otto. Sie verrät Otto den Treffpunkt der Liebenden und dieser tötet den vermeintlichen Spielmann, der sich an einer Markgrafen-Tochter, vergeht mit dem Schwert. Hildegardis wirft sich dazwischen und wird vom Vater zur Seite gestoßen – sie fällt unglücklich mit dem Kopf auf einen Stein und stirbt ebenfalls. Ruprecht von Hunoltstein will seinen Sohn rächen und gelangt mit Hilfe der Hexe durch den unterirdischen Gang in die Burg. Dort lässt er aber die Hexe wegen ihrer bösartigen Intrigen verhaften und begnügt sich damit den Markgrafen Otto mit einer Scheinhinrichtung (vorgespielter Sturz vom Bergfried) gründlich zu erschrecken und sich mit dessen Bruder Markgraf Rudolf zu versöhnen. Markgraf Otto erkrankt schwer und begibt sich dann auf eine Wallfahrt nach Palästina. Markgraf Rudolf heiratet Katharina von Thierstein. Markgraf Otto findet in Galiläa Vergebung und kehrt nach Rötteln zurück, wo gerade die Tauffeier von Markgraf Rudolfs Erstgeborenem, Rudolf, stattfindet. Markgraf Otto kommt langsam zur Ruhe und heiratet nochmals. Die Pest, Judenverfolgungen und das Basler Erdbeben werden skizziert – Markgraf Ottos Frau und Markgraf Rudolf sterben, aber die Geschichte endet mit dem freudigen Ereignis der Doppelhochzeit der beiden Kinder des Markgrafen Rudolf.

Personen der Handlung

Familie der Markgrafen von Sausenberg-Rötteln im Roman Rudolf I. von Hachberg-Sausenberg ⚭ Agnes von RöttelnDer Vorname der Röttler Erbtochter, die mit Markgraf Rudolf verheiratet war, ist nicht eindeutig geklärt, es könnte auch Benedicta gewesen sein. Heinrich von Hachberg-Sausenberg Rudolf II. von Sausenberg-Rötteln ⚭ Katharina von Thierstein Rudolf III. von Sausenberg-Rötteln ⚭ Adelheid von Lichtenberg Agnes ⚭ Burkhard Senn von BucheggGemeint ist Burkhard II. Senn von Münsingen, Freiherr von Buchegg. Otto von Sausenberg-Rötteln auch Hachberg-Sausenberg-Rötteln ⚭ 1. Hildegund von Nidenau, Ottos erste EhefrauFür eine Ehe vor der mit Katharina von Grandson gibt es keinen Beleg. 2. Katharina von Grandson, Ottos Frau; Hochzeit 1330/31; 3. Elisabeth von Straßburg, Tochter des Ritters Simmersgemeint ist Elisabeth von Strassberg; der Vater von Elisabeth war Imer von Straßberg Hildgardis, Ottos Tochter aus erster EheFür eine Tochter aus einer Ehe vor der mit Katharina von Grandson gibt es keinen Beleg.

Familie der Markgrafen von Hachberg-Sausenberg – historisch

Rudolf I. (Hachberg-Sausenberg) († 1313), Markgraf von Hachberg-Sausenberg, ⚭ Agnes von Rötteln Heinrich (Hachberg-Sausenberg) (1300–1318), Markgraf von Hachberg-Sausenberg Rudolf II. (Hachberg-Sausenberg) (1301–1352), Mitmarkgraf von Hachberg-Sausenberg, ⚭ Katharina von Thierstein Rudolf III. (Hachberg-Sausenberg) (1343–1428), Markgraf von Hachberg-Sausenberg, ⚭ 1. Adelheid von Lichtenberg, ⚭ 2. Anna von Freiburg-Neuenburg Agnes († um 1405), ⚭ Freiherr Burkhard II. von Buchegg († 1365) Otto I. (Hachberg-Sausenberg), Mitmarkgraf von Hachberg-Sausenberg, ⚭ 1. Katharina von Grandson, ⚭ 2. Elisabeth von Strassberg († 1352)

Sonstige Personen Baden, Markgrafen von – diverse historische Personen.Im Handlungszeitraum gab es mehrere regierende Markgrafen von Baden: Hermann IX., Markgraf (1333–1353); Friedrich III. Markgraf (1348–1353); Rudolf V. der Wecker Markgraf (1348–1361); Rudolf VI., Markgraf (1353–1372) Bärenfels aus Grenzach – fiktive Person mit Bezug zum Geschlecht derer von Bärenfels. Basel, Bischof von Bischof Johann = Johann von Chalon-Arlay, Bischof von Basel 1325 bis 1328 und Administrator des Bistums von 1328 bis 1335 – historische Person. Bischof Johann Senn von Münsingen, Bischof von Basel 1335 bis 1365 – historische Person. Eptinger Herr aus Pratteln – fiktive Person mit Bezug zum Geschlecht derer von Eptingen. Falkenstein, Freiherr von – fiktive Person mit Bezug zum Geschlecht derer Falkenstein. Froburg, der junge Graf von – fiktive Person mit Bezug zum Geschlecht der Grafen von Frohburg. Geroldseck, Walter von; Wegelagerer und Raubritter – historische Person. Gotthold der getötete Knecht – fiktive Person. Gertraud die Witwe des getöteten Knechts Gotthold = die Hexe von Binzen – fiktive Person. Hasenburg, Freiherr von – fiktive Person mit Bezug zum Geschlecht derer Falkenstein. Homburg, Graf von – fiktive Person mit Bezug zum Geschlecht der Grafen von Thierstein. Hunoltstein, Anna von; Schwester des Otto – fiktive Person. Hunoltstein, Otto von; der Verlobte von Hildegardis – fiktive Person. Hunoltstein, Ruprecht von – fiktive Person.Papke hat den Namen Hunoltstein von J. Erhardt: Die Burg Röteln oder die Hexe von Binzen. In: Vom Jura zum Schwarzwald, 1885, Band 2, S. 49–53; e-periodica übernommen, der eine Sage schildert. Belegt ist nur das Geschlecht derer von Hunolstein. Dieses Geschlecht war aber im Hunsrück und nicht im Elsass beheimatet. Der Vorname Ruprecht ist fiktiv. Kämmerer – fiktive Person mit Bezug zum Geschlecht der Basler Familie Kämmerer. Marschalke – fiktive Person mit Bezug zum Geschlecht der Marschalk von Basel. Othmar, Pater vom Augustinerkloster, Basel – fiktive Person. Philippus, Eremit am See Tiberias in Galiläa – fiktive Person. Pfirt, der ältere Graf von – fiktive Person.Das Geschlecht der Grafen von Pfirt ist bereits 1324 ausgestorben und der Titel ging auf das Haus Habsburg über. Ramstein, Burkhard Werner von; Bürgermeister von Basel – historische Person. Reich von Reichenstein – fiktive Person mit Bezug zum Geschlecht der Reich von Reichenstein. Reinach, Bernhard von; Burgvogt – fiktive Person mit Bezug zum Geschlecht derer von Reinach. Reinach, Sybille von; Ehefrau des Burgvogts – fiktive Person mit Bezug zum Geschlecht derer von Reinach. Rhin, ze – fiktive Person mit Bezug zum Geschlecht derer zu Rhein. Rötteln, Otto von; im Roman auch als Großvater des Rudolf von Hachberg-Sausenberg genannt – historische Person. Rötteln, Lutold von – historische Person. Schaler – fiktive Person mit Bezug zum Geschlecht der Schaler. Straßburg, Elisabeth von, Tochter des Ritters Simmers – historische PersonDer Vater von Elisabeth war „Imer“ von Straßberg, daher Papkes Irrtum vom Ritter Simmer. Thierstein, Agnes von; geborene von Aarburg, Frau des Walram und Mutter der Katharina – historische PersonLinie von Aarberg-Aarberg. Siehe Jean Grellet: Aarberg (Grafen von). In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 1. Neuenburg 1921, S. 11; unibe.ch (PDF). Thierstein, Katharina von, Tochter des Walram von Thierstein – historische Person. Thierstein, Walram von gemeint ist Graf Walram II. von Thierstein-Pfeffingen – historische Person.