Uta Feiler (geboren am 6. Mai 1941 in Erfurt) ist eine deutsche Schmuckdesignerin und Metallgestalterin. Sie gilt als eine frühe Vertreterin des Autorenschmucks.
Leben Uta Feiler, die in Erfurt aufwuchs, absolvierte nach Abschluss der Polytechnischen Oberschule bis 1958 eine Facharbeiterausbildung zum Graveur. Anschließend studierte sie, u. a. bei Renata Ahrens, von 1959 bis 1962 Schmuckgestaltung, Email- und Metallgestaltung an der Fachschule für angewandte Kunst Heiligendamm. Danach kehrte sie nach Erfurt zurück und legte 1965 ihre Meisterprüfung als Graveurin ab. Ab 1969 arbeitete sie als freiberufliche Künstlerin. Von 1975 bis 1976 schloss sich ein weiteres Studium an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle (Saale) im Fach Schmuckgestaltung an.
Sie ist mit dem Grafiker Horst Feiler (* 1939) verheiratet, das Paar hat einen Sohn.
Künstlerischer Werdegang Seit Beginn ihrer freiberuflichen künstlerischen Tätigkeit entstehen in ihrem Atelier Schmuck, Emailarbeiten sowie Skulpturen, bevorzugt aus Edelstahl und Aluminium. Sie gilt als eine frühe Vertreterin des Autorenschmucks, wobei sie „weniger als Schmuckkünstlerin im klassischen Wortsinn“ sondern als „Grenzgängerin“ zu verstehen sei, schreibt der Kunsthistoriker Wolfram Morath.
„Auffällig in ihrem Schmuck ist das gebundene System von Grundform, Dekor, Besatz, wobei die grafischen bildnerischen Mittel zunehmend Bedeutung erlangten... Die Ergebnisse, Ringe, Armreifen, Halsschmuck bewegen sich wie freigesetzt zum Spiel, zeitlos, funktional, auch feierlich, aber verschwiegen lebendig“, urteilt Herbert Schönemann, ehemaliger Direktor der Kunsthalle Erfurt in einem Aufsatz zu Feilers Werk.
Uta Feiler gehört zu den bekannten Persönlichkeiten der Schmuckszene der DDR. In ihrem künstlerischen Werk setzte sie Akzente künstlerischer Freiheit gegen Vorgaben staatlicher Kulturpolitik. Sie war gemeinsam mit Helmut Senf, Rolf und Stephanie Lindner Gründerin und Organisatorin des seit 1984 stattfindenden Erfurter Schmucksymposiums, einer Institution mit internationaler Ausstrahlung, bei der alle zwei Jahre internationale Schmuckdesigner gemeinsam arbeiten und danach ihre Werke öffentlich präsentieren. Mangels staatlicher Kontrolle stand das Symposium unter Beobachtung der Staatssicherheit der DDR. Im Jahr 2000 beendete Feiler ihre organisatorische Mitarbeit am Symposium.
Uta Feiler war von 1969 bis 1990 Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR und ist seitdem Mitglied im VBK Thüringen/BBK. Seit 1994 ist sie Mitglied im D 206 – Die Thüringer Sezession, einem Zusammenschluss von Malern, Grafikern und Bildhauern, womit „ihre bildkünstlerischen Fähigkeiten gleichsam bestätigt“ wurden.
An der Fachhochschule für Design in Düsseldorf hatte sie zwischen 1994 und 1996 einen Lehrauftrag für Emaillieren. Ab 1996 war sie bei der Handwerkskammer Erfurt als Lehrerin für Gestalter im Handwerk tätig.
Ausstellungen (unvollständig) Einzelausstellungen 1978: Galerie erph Erfurt 1980: Galerie Unterm Markt Jena 1982: Galerie am Hansering Halle 1984: Burg-Galerie Halle 1986: Angermuseum, Erfurt 1991: Galerie Alphe Würzburg 1992: Schlossmuseum, Weißenfels 1994: Angermuseum, Erfurt (mit Gerhard Richter) 1995: Angermuseum, Erfurt (mit Gisela Richter) 2001: Angermuseum Erfurt 2011: Villa Bengel, Idar-Oberstein 2019: Mysterium, Galerie VBK Thüringen, Erfurt
Gruppenausstellungen 1972/73: VII. Kunstausstellung der DDR, Dresden, 1977/78: VIII. Kunstausstellung der DDR, Dresden 1981/1982 und 1986/1987: 1. und 2. Zentrale Ausstellung „Metallgestaltung in der DDR“, Halle (Saale), Staatliche Galerie Moritzburg 1982/83: IX. Kunstausstellung der DDR, Dresden 1984: I. Schmuckausstellung der DDR, Galerie am Fischmarkt Erfurt 1985: Schmuck des XX. Jahrhunderts, Electrum Gallery London 1986: Biennale für Email, Limoges 1987: Email international, Coburg 1987: Phänomen Schmuck, Linz 1987/88: X. Kunstausstellung der DDR, Dresden 1989: Ornamenta 1, Pforzheim 1990: Email jetzt, Museum für angewandte Kunst, Köln 1994: 6. Triennale Zeitgenössisches Deutsches Kunsthandwerk, Frankfurt am Main 1996: Schmuck aus der Bundesrepublik Deutschland, Seoul/Korea 2016: Heat Exchange II. Zeitgenössisches internationales Emaille – Schmuck und Objekte, Galerie Waidspeicher Erfurt
Arbeiten für den öffentlichen Raum Uta Feiler hat diverse Objekte für den öffentlichen Raum geschaffen, darunter 1997 Emailgestaltungen für das Amtsgericht Gera und das Kreiskrankenhaus Arnstadt, Stahlplastiken für die Polizeistation in Heiligenstadt und für das Arbeitsamt Altenburg, Emailbilder für die Fachhochschule Jena sowie weitere in Pößneck und Erfurt.
Preise und Auszeichnungen 1977: Silbermedaille Internationale Schmuckausstellung Jablonec 1985: Gutes Design (DDR), Herbstmesse Leipzig 1986: Preis für kleine Objekte und Schmuck, Biennale für Email, Limoges 1987: Goldmedaille, Internationale Schmuckausstellung Jablonec 1992: Design Plus, Rat für Formgebung, Ambiente, Frankfurt 1997: Arbeitsstipendium des Landes Thüringen
Werke in öffentlichen und privaten Sammlungen Künstlerische Arbeiten, Schmuck und Objekte wurden in private und öffentliche Sammlungen und Museen aufgenommen. Werke von Uta Feiler befinden sich unter anderem im Angermuseum Erfurt, in der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Berlin, im Grassimuseum Leipzig, im Museum für Angewandte Kunst Gera, im Schmuckmuseum Pforzheim, in der Neuen Sammlung München, in der Stadtgalerie Klagenfurt sowie in der Sammlung Inge Asenbaum (Wien) und im Deutschen Goldschmiedehaus Hanau.
Literatur
Feiler, Uta. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 196/197
Weblinks
Profil von Uta Feiler im VBK Thüringen
Einzelnachweise
Kategorie:Schmuckdesigner Kategorie:Goldschmied Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1941 Kategorie:Frau