|} Die Bahnstrecke Commentry–Gannat ist eine 54 km lange, nicht elektrifizierte, bis auf die ersten 18 km eingleisige Eisenbahnstrecke in Zentralfrankreich. Sie steht unter der Verwaltung der TER Auvergne-Rhône-Alpes. Sie verbindet die Bahnstrecke Montluçon–Moulins im Nordwesten nahe Montluçon mit der Bahnstrecke Saint-Germain-des-Fossés–Nîmes im Südwesten und wird unter der Liniennummer 16: Montluçon – Gannat – Clermont-Ferrand geführt, wobei die Züge immer den ganzen Linienweg nehmen. Die Fahrtzeit beträgt ca. 90 Minuten.

Zahlreiche Sekundärbahnen fanden für einige Jahre Anschluss, verschwanden aber bald wieder. Heute verkehren auf ihr neben Güterzügen auch Personenzüge mit vier Unterwegshalten. Die Kilometrierung beginnt im Bahnhof Paris-Austerlitz und wird über Orléans, Vierzon und Montluçon fortgeführt.

+ Angeschlossene Sekundärbahnen auf MeterspurFACS. Patrimoine Ferroviaire Organisation reconnue d’Utilité Publique, 23. November 2017. Streckenabschnitt Länge Eröffnung Schließung Commentry – Marcillat 25 km 1891 1932 Commentry – Montvicq ? 1891 1939 Villefranche–Lapeyrouse 33 km 1892 1948 Chantelle – Ébreuil 22 km 1892 1939

Geschichte Die ursprüngliche Planung der Strecke von Lyon nach Bordeaux am Nordrand des Zentralmassivs stammt von der Bahngesellschaft Chemin de fer du Grand Central, die nur von 1853 bis 1857 bestand. Nach Liquidation der Gesellschaft wurde diese Strecke von der Compagnie du chemin de fer de Paris à Orléans (P.O.) übernommen, am 14. Juni für gemeinnützig erklärtN° 9339. Décret impérial qui déclare d’utilité publique l’établissement d’un chemin de fer s’embranchant à ou près Commentry, sur le chemin de Montluçon, et aboutissant sur le chemin de Saint-Germain-des-Fossés à Clermont, 14. Juni 1861, In: Bulletin des lois de l’Empire Français. Paris 1861, Ausgabe XI, Band 18, Nr. 953, S. 250–251. und zwei Jahre später konzessioniert. Als Auflage wurde eine Fertigstellung innerhalb von acht Jahren bestimmt.Geschichte und Technische Daten auf der Informationstafel am Rouzat-Viadukt

Ausführender Bauingenieur war Wilhelm Nördlinger, der seit Mitte der 1850er Jahre in Frankreich für verschiedene Bahngesellschaften gearbeitet hatte. Das teils anspruchsvolle Profil der Bahnstrecke erforderte zahlreiche Ingenieurbauwerke, davon sechs Eisenbahntunnel mit einer Gesamtlänge von 1133 m und sieben Eisenbahnbrücken mit einer Länge von mindestens 100 m,Eisenbahnstrecke Montluçon-Gannat, Structurae deren Länge insgesamt 1379 m betrug. Zu dieser Zeit der Eisenbahngeschichte zählten sie zu den längsten Gitterträgerbrücken in Frankreich. Sie sind in Kombination von Grau- und Eisenguss hergestellt. Auch wurde hier erstmals die Vorschubtechnik beim Brückenbau angewendet. Es gab in der ersten Hälfte der 1860er Jahre erste Vorleistungen, offizieller Baubeginn war 1868 und am 1. Juni 1871, wenige Wochen nach Ende des Deutsch-Französischen Kriegs, wurde sie eröffnet.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Bahnstrecke in Auvergne-Rhône-Alpes Kategorie:Bauwerk im Département Allier Kategorie:Bauwerk im Département Puy-de-Dôme