Elsa for Toys (* 1968 in Dortmund als Elsa Wormeck) ist eine deutsche Designerin und Clubkünstlerin. Mit medialen Installationen, Performances und Ausstellungsprojekten wirkte sie an der aufstrebenden elektronischen Musikkultur der 1990er Jahre in Berlin und im europäischen Raum mit.
Leben Elsa Wormeck wuchs in der Nähe des Teufelsmoors in Norddeutschland auf. Nach dem Abschluss des Gymnasiums zog sie 1987 nach Amsterdam, um an der Gerrit Rietveld Academie Visuelle Kommunikation zu studieren. Dort erlebte sie im Roxy Club und im Mazzo die ersten Acid House Partys. 1988 brach sie das Studium ab und zog nach Berlin.
In dem Club Turbine Rosenheim in Berlin-Schöneberg startete Elsa Wormeck Acid Jazz Abende, für die sie ihre ersten Installationen mit Malerei und Licht schuf. Regelmäßiger Gast dort war der Berliner Veranstalter Ralf Regitz, der sie einlud, für die Clubabende von DJ WestBam im Ufo Club am Kleistpark eine Installation aus mit Leuchtfarbe bemalten Bannern zu kreieren. Diese wurden eines Nachts bei zugenebeltem Zustand entwendet und sind seither verschollen.
Als Protegé von WestBams Manager und Low-Spirit-Labelbetreiber William Röttger kam sie im Sommer 1990 zur Zirkusdiskothek Die Macht der Nacht, wo sie im Auftrag von Rainer Wengenroth Installationen für ein Zirkuszelt schuf. Dort lernte sie die Videokünstler Kay A. Itting und Hans Otto Richter kennen (später als VJ.Duo Stressjets aktiv), mit denen sie 1991 in Berlin das multidisziplinäre Design-Studio mediamorph gründete.
Zwischen 1989 und 1996 kreierte Elsa for Toys Installationen für Clubs und Raves in und außerhalb von Berlin.
Von 1994 bis 1996 veranstaltete und kuratierte Elsa Wormeck gemeinsam mit Ralf Regitz die erste große Techno-Art-Ausstellung Chromapark im E-Werk Berlin und war Vorstand des Vereins Chromapark e. V. Sie ist Mitherausgeberin von Localizer 1.0 – the techno house book, im Die Gestalten Verlag, das die Arbeiten visueller Techno-Künstlerinnen und Künstler präsentierte, die an der frühen Technozeit beteiligt waren.
Künstlerisches Werk (Auszug) Installationen Latin Bash, Rauminstallation, Turbine Rosenheim, Berlin, 1989 Axis, Rauminstallation, Wag Club, London, 1989 Planets, Rauminstallation, Die Macht der Nacht, Düsseldorf, 1989 Acid, Rauminstallationen, bemalte Polsterungen und Lichtobjekte, Ufo Dance Club Berlin, 1990 A new Cult, Interieur mit Wandmalerei, Objekten und Stoffen, 90° Berlin, 1990 Plastic and Plasm, Ausstellung und Installation, Dead Chickens Warehouse, Berlin, 1991 Slam Signal City, mobile Rauminstallation, Clubtour durch deutsche Städte, 1991 My house is your house, Installationen mit Licht und Malerei, Love Parade, Berlin, 1991 Planet, Raum- und Lichtinstallationen, Planet Club, Berlin, 1991 A Room with a View, Rauminstallation mit einer Deckenbespannung, Space Agency, Berlin, 1991 Mayday, Rauminstallation, Halle Weissensee, Berlin, 1991 Am Anfang war der Strich, Rauminstallation, Comic-Ausstellung ‘Am Anfang war der Strich’, Reeperbahn, Hamburg, 1992 Love Parade, Installation mit Licht und Malerei, Bespannung der Decke mit 600 m² bemaltem Textil, Panzerhallen Adlershof, Berlin, 1992 Stellar Supreme, Bühneninstallation für die Tournee von Cosmic Baby und dem Pyro Space Ballet, 1992 Kreise, Lichtaktive Rauminstallation mit Reflexfarben- und Folien, Erzeugung eines bewegten Bildes im Raum, e-werk, Berlin 1993 BERLIN ACHTUNG! Rauminstallation, European City of Culture, Helsinki, 1993 Art Recycling (Chromapark 1994), Kollektion von 100 Regenjacken in Kooperation mit dem Sportswear Label SABOTAGE, Performance choreographiert von Anette Schaden, e-werk Berlin, 1994 Popmix Vol.2, Rauminstallation in Kooperation mit der Künstlergruppe Stressjets, Shift e. V. Galerie, Berlin, 1996 Fly Zone Malta, Inszenierung des Stadttors von Valetta im Rahmen der EU-Beitrittsfeierlichkeiten, Ausrichtung des Geländes nach dem Feng Shui, Malta, 2004 Hi Brazil, Rauminstallation mit projizierten Collagen (mixed media), Designmai, Hallen am Gleisdreieck, Berlin, 2006.
Performances Trans Paris Reves, life-painting, Paris, 1991 Untamed Fashion Assembly, Bodypainting Show in Kooperation mit der lettischen Designerin Baiba Ripa, Jurmala, Lettland, 1992 Bom, life-painting im Rahmen des gleichnamigen Events von LA FURA DELS BAUS, Tempodrom, Berlin, 1994 Cybercultura (Art Futura 94), Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid Textmachine, zufallsgesteuerte digitale Poesiemaschine, Zusammenarbeit mit dem schwedischen Videokünstler Måns Nyman, 1999 10100 ROCK, midi-getriggerte Performance mit einer temporären, audiovisuellen Band unter Mitwirkung von 12 Videokünstlern, DJ’s und Musikern im WMF, Berlin, 2001
Setdesign und Videoclips Rock the house, Set für den Videoclip von Dj Westbam, 1991 A Practising Maniac at Work, motion graphics mit Acid-Schnecken für den 3d-Videoclip von DJ Westbam, 1992 Art Safari, Künstlerische Mitarbeit am Introtrailer für die Kunstdokumentations-Serie ‘ART SAFARI’ / BBC (Regisseur Ben Lewis), 2003 Sinesthesia, Raumdesign für die Gruppenausstellung in Kollaboration mit José Manuel Costa, La Casa Encendida, Madrid, 2007
Mitwirkung an dokumentarischen Ausstellungen Die Nacht. Alles außer Schlaf, Museum für Kommunikation, Berlin 2019/20 Techno, Berlin und die große Freiheit, Tresor Berlin, 2022 Techno Worlds, weltweites Ausstellungsprojekt, Goethe-Institut, Berlin, 2021–26
Mitwirkung an dokumentarischen Filmen und Publikationen Localizer 1.0 – the techno house book, Die Gestalten Verlag & Chromapark e. V., ISBN 978-3-931126-00-1 Elsa for Toys, Interview mit Jose Manuel Costa in: Los 90: Cambio de Marcha En El Arte Español, We Call It Techno!, Dokumentarfilm von Maren Sextro und Holger Wick, 2008 Der Klang der Familie – Berlin, Techno und die Wende, Buch von Felix Denk/Sven von Thülen, Suhrkamp Nova, ISBN 978-3-518-46548-6 Party auf dem Todesstreifen – Soundtrack der Wende, Fernsehfilm von Rolf Lambert, Felix Denk und Sven Thülen, 2014
Weblinks The Future is Ours – Als Techno durch die Decke ging, WDR 3 Hörspiel von Maike Wüllner, 2019 Low End Theory – Bass, Bodies and the Materiality of Sonic Experience, Paul C. Jasen, Bloomsbury, 2016 Die Pioniertage des Techno, Spiegel Geschichte, 31. Juli 2008
Einzelnachweise
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