mini|Sakramentskapelle (Büren) Die römisch-katholische, denkmalgeschützte Sakramentskapelle steht in Büren, einer Mittelstadt im Kreis Paderborn von Nordrhein-Westfalen. Die Kapelle gehört zum Pastoralverbund Büren-Süd im Dekanat Büren-Delbrück des Erzbistums Paderborn.

Beschreibung Die Kapelle wurde 1717–20 nach einem Entwurf von Johann Conrad Schlaun im Auftrag von Ignaz Anton Friedrich von der Asseburg (1675–1733) als Ersatz für einen 1666 zerstörten Vorgängerbau als oktogonaler Zentralbau mit schiefergedeckter Welscher Haube mit Laternenaufsatz errichtet. Der Segmentgiebel des Portals enthält das Vollendungsdatum 1720, darüber ist die Inschrifttafel angebracht:

IN HONOREM VENERABILIS SACRAMENTI AD RESUSCITANDAM MEMORIAM MIRACULI EUCHARISTICI HOC IN LOCO CONTRA JUDÆOS PATDATI ANNO 1337 JGNATIUS ANTONIUS FRIDERICUS LIB: AB ASSABURG CATHR: ECCLESII PADERB: ET OSNABRUCK RESPECTIVE PRÆPOSITUS ET CANONICUS CAPIT: EX FUNDAMENTO EREXIT

(„Zu Ehren des ehrwürdigen Sakraments und zur Wiederbelebung der Erinnerung an das eucharistische Wunder, welches an dieser Stelle gegen die Juden im Jahr 1337 vollbracht wurde, hat Ignaz Anton Friedrich Freiherr von Asseburg, der Domkirchen von Paderborn und Osnabrück Propst beziehungsweise Kanoniker, diese Kapelle von Grund auf errichtet.“)

Anlass für die Gründung der Sakramentskapelle war ein Pogrom an jüdischen Bürgern in Büren gewesen, wofür die Stadt 1292 vom Paderborner Fürstbischof Otto von Rietberg zum Bau einer Sühnekapelle verpflichtet wurde.Heinrich Sprenger: Die Sakramentskapelle, Jugendwerk des berühmten Barockarchitekten Johann Conrad Schlaun auf der Website www.bueren.de Erst eine spätere Überlieferung verband die Errichtung der Kapelle mit einer Legende vom Hostienfrevel im Jahre 1337, auf die sich die gegenwärtige Inschrift bezieht.Judenfeindliche Inschrift, röm.-kath. Sakramentskapelle Corpus Christi, Büren auf der Website spuren-sichtbar-machen.de Zur Verdeutlichung des tatsächlichen historischen Sachverhalts wurde 2006 seitlich des Portals eine erklärende Tafel angebracht.

Der Innenraum ist mit einem achtteiligen Kreuzgratgewölbe auf Konsolen überspannt. Das von Schlaun entworfene Altarretabel wurde 1888 ersetzt.

Literatur Ursula Quednau (Bearb.): Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Nordrhein-Westfalen, Band II: Westfalen. Deutscher Kunstverlag, Berlin / München 2016, ISBN 978-3-422-03114-2, S. 208.

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