Horst Georg Skorupa (* 18. Januar 1941 in Breslau; † 14. oder 18. November 2004 in Schaddel) war ein deutscher Keramiker.

Leben und Werk Skorupa studierte von 1961 bis 1963 bei Herbert Behrens-Hangeler und Fritz Dähn an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee Malerei. Er brach das Studium ab und arbeitete bis 1965 als Hilfsarbeiter. Von 1966 bis 1968 studierte er in Leipzig an der Fachschule für Museologen. Danach war er bis 1970 Assistent am Regionalmuseum Bad Frankenhausen und am Regionalmuseum Neubrandenburg und bis 1973 technischer Mitarbeiter des Gerhart-Hauptmann-Theaters Görlitz.

Ab 1973 war Skorupa als Keramiker freischaffend in Grimma tätig, wo er im Jahr zuvor eine alte Wassermühle erworben hatte. 1974 gründete er mit Astrid Dannegger, Sigrid Huß (* 1929) und Regina Junge in Schaddel das Kollegium Bildender Künstler „Schaddelmühle“, dessen Vorsitzender er bis 1978 war. Durch Vermittlung des Ministeriums für Kultur konnte er mit Astrid Dannegger und Regina Junge mehrmals für zwei bis drei Monate künstlerisch im Porzellanwerk Lichte-Wallendorf arbeiten. 1975 nahm Skorupa am 1. Internationalen Keramiksymposium in Römhild teil. 1976 erhielt er anlässlich der Ausstellung „Junge Künstler der DDR“ in Berlin den Preis für Kunsthandwerk. 1981/82 hielt er sich zur künstlerischen Arbeit im Studio der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meißen auf.

Skorupa war von 1973 bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR und gehörte dem Vorstand des Bezirks Leipzig an. Er hatte in der Zeit der DDR im In- und Ausland eine bedeutende Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. 1976 und 1979 in Sopot an der Ausstellung Keramik als Element moderner Kunst, 1976 an der Internationalen Glas- und Porzellanausstellung in Jablonec, 1977 in Faenza am Internationalen Keramikwettbewerb und von 1977 bis 1988 an der VIII. bis X. Kunstausstellung der DDR in Dresden.

Ab 1991 arbeitete er mit dem Keramiker Martin Gruner (* 1955) in der Schaddelmühle in einem gemeinsamen Atelier. Wegen der schweren Erkrankung an Multipler Sklerose beendete er 1992 seine künstlerische Arbeit. Er verstarb in seinem Wohn-Atelier in der denkmalgeschützten Schaddelmühle.

Zu Skorupas Gesamtwerk gehören Gefäß- und Objektplastiken, Reliefs und Bildplatten in Porzellan, Keramik und Fayence. Eine Besonderheit Skorupas sind „Klappfiguren“ und aus Ofenfüßen gestaltete Vasen. Er realisierte einige bau- und architekturbezogene Kunstwerke in Porzellan und farbigen Tonen. Ab 1978 setzte er auch die Drehtechnik mit Töpferscheibe ein. Als Motive wählte er häufig Tiere (insbesondere Pferde), Figuren aus der griechischen und römischen Mythologie und christlichen Ikonografie, Narren und Fabelwesen. Zur Dekoration verwendete er Bemalungen, plastische Garnituren und Ritzungen. Neben seinen Keramikarbeiten wirkte Skorupa als Maler und Grafiker, schuf Collagen und Lithografien.

Museen und öffentliche Sammlungen mit Werken Skorupas (mutmaßlich unvollständig)

Gera: Museum für Angewandte Kunst

Grimma: KreismuseumHorst Georg Skorupa (1941-2004) :: museum-digital:deutschland Marburg: Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Philipps-Universität MarburgBildindex der Kunst & Architektur - Startseite Bildindex

Weitere Werkbeispiele

Gefäßkeramik

Teller (1987; Fayence und Malerei, gedreht, Ø 56 cm; auf der X. Kunstausstellung der DDR) Vase Rote Blume (1987; Fayence und Malerei, gedreht, 64 × 39 cm; auf der X. Kunstausstellung der DDR)

Architekturbezogene Werke und Werke für den öffentlichen Raum mini|Stadtpfeiferbrunnen in Leipzig Essen, Trinken, Feiern (1976/77; Wandbild im VEB Großwäscherei Geithain; mit Astrid Dannegger und Regina Junge) Wandgestaltung (1978; Böttgersaal des Internationalen Handelszentrums, Berlin-Friedrichstraße, mit Astrid Dannegger) Stadtpfeiferbrunnen (1982; Leipzig, am Neuen Gewandhaus)Gewandhaus zu Leipzig, auf bildlexikon-leipzig.de, abgerufen am 26. Januar 2026

Ausstellungen (unvollständig)

Einzelausstellungen

1975: Grimma, Kunsthaus Grimma ("Kollegium Bildender Künstler Schaddelmühle"; mit Astrid Dannegger, Sigrid Huß, Regina Junge und Monika Schneider)

1980: Wörlitz, Staatliche Schlösser und Gärten 1983: Leipzig, Galerie im Hörsaalbau der Karl-Marx-Universität („Profile – Leipziger Kunsthandwerker“; mit Astrid Dannegger, Friedemann Lenk, Ulrike und Thomas Oelzner, Ingrid Schultheiß und Monika Winkler) 1986: Greifswald, Greifen-Galerie 1987: Leipzig, Galerie im Hörsaalbau der Karl-Marx-Universität 1988: Leipzig, Klub und Galerie Nord postum 2024: Grimma, Kreismuseum

Postume Gruppenausstellung mit Werken Skorupas

2010: Erfurt, Kulturhof im Güldenen Krönbacken; Lübsdorf, Kunstverein Wiligrad und Römhild, Museum Schloss Glücksburg („35 Jahre Internationales Keramiksymposium Römhild“)

Literatur

Fritz Kämpfer, Klaus G. Beyer: Kunsthandwerk im Wandel. Aus dem Schaffen dreier Jahrzehnte in der Deutschen Demokratischen Republik. Verlag der Nation, Berlin, 1984

Skorupa, Horst-Georg. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 908.

Weblinks Horst Georg Skorupa bei artnet.de Schmidt Kunstauktionen Dresden

Einzelnachweise

Kategorie:Keramiker Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1941 Kategorie:Gestorben 2004 Kategorie:Mann