Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB) ist ein Fachverband der deutschen Bäderbranche und vertritt die Interessen der rund 6000 öffentlichen Bäder in Deutschland.

Ziel und Aufgaben Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB) ist der Fachverband der deutschen Bäderbranche. Ihre Aufgabe sieht sie darin, „das deutsche Badewesen durch Wort, Schrift und Bild zu fördern und dadurch zur Verbesserung der gesellschaftlichen Grundlagen für die Bereiche Gesundheit, Sport und Erholung beizutragen“. Sie bündelt Kompetenzen in allen für Bäder relevanten Themenbereichen und vertritt die Interessen der deutschen Bäderbetriebe in der Bundes- und Landespolitik sowie in der deutschen, europäischen und internationalen Normungsarbeit. Offizielles Organ der DGfdB ist die redaktionell unabhängige Fachzeitschrift „AB Archiv des Badewesens“, in der unter anderem Artikel zu den Themen Bäderbau, Bäderbetrieb und Bädertechnik, Branchentrends sowie juristische Sachinformationen für die Bäderbranche veröffentlicht werden. Weitere Aufgaben sind die Beratung für Badbetreibern zu den Themen Planung, Bau und Betrieb von Bädern sowie die Fortbildung nicht nur von Meistern und Fachangestellten für Bäderbetriebe, sondern auch von Architekten, Ingenieuren und Führungskräften in Bädern.

Geschichte Die heutige DGfdB ist das Ergebnis einer Verschmelzung von zwei Fachverbänden, deren Geschichte bis auf das auslaufende 19. Jahrhundert zurückgeht.

Am 24. April 1899 wurde in Berlin eine Organisation für das gesamte Badewesen gegründet, die „Deutsche Gesellschaft für Volksbäder“, dessen 1. Vorsitzender der Mediziner Oskar Lassar war. Ziel der Gesellschaft bestand darin, die Volksgesundheit durch die Schaffung von Bädern in Wohnungen, aber auch die Förderung von öffentlichen Schwimmbädern, die damals auch zu Reinigungszwecken dienten, zu fördern.

Zwei Jahre zuvor gründete sich in Köln am 13. Januar 1897 der „Verein der Badefachmänner“, ein Zusammenschluss der Bäderdirektoren und Bäderleiter der großen Städte des damaligen Deutschen Reiches, der 1902 erst in „Verein Deutscher Badefachmänner“ und schließlich 1988 in „Bundesfachverband Öffentliche Bäder“ umbenannt wurde.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die „Deutsche Gesellschaft für Volksbäder“ im Jahr 1948 als „Deutsche Gesellschaft für das Badewesen“ wiedergegründet. Mit dem ersten Kongress des Badewesens im darauffolgenden Jahr in Hamburg begann eine enge Zusammenarbeit beider Verbände, die zur Einrichtung einer gemeinsamen Geschäftsstelle in Gladbeck führte. 1964 wurde diese nach Essen verlegt.

Im Herbst 2009 wurde von den Mitgliederversammlungen beider Verbände die Verschmelzung der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e. V. auf den Bundesfachverband öffentliche Bäder e. V. und dessen Umbenennung auf Deutsche Gesellschaft für das Badewesen e. V. beschlossen.

Die DGfdB beschreibt als ihr Ziel die „Hebung der Volksgesundheit durch Förderung des Badens und Schwimmens und die wissenschaftliche Erforschung des Badewesens“, wobei die jährlichen Kongresse als wichtige Informationsbörsen dienen und regelmäßig Angebote sowie Leistungskraft des Wirtschaftszweiges des Badewesens sowohl der Fachwelt als auch der Öffentlichkeit präsentieren.

Die Chronik der DGfdB bietet über die Jahrzehnte (1947–1997) einen Überblick darüber, dass und wie die Situation des Badewesens die politische/gesellschaftliche/kulturelle Situation in der Bundesrepublik spiegelt. Eindrückliche Beispiele:

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges liegt Deutschland in Schutt und Asche und man versucht schon jetzt wieder, einzelne Bäder in Betrieb zu nehmen, um der Bevölkerung Möglichkeiten zu bescheidener Freizeitgestaltung zu geben. In den folgenden Aufbaujahren geht es um die Förderung von Wohnungsbädern und des allgemeinen Heilbadewesens, die hygienische Volksbelehrung und einen obligatorischer Schulschwimmunterricht. Gegen Ende der 1950er-Jahre sind Kriegsschäden weitgehend beseitigt, das Badewesen normalisiert sich: Badekultur wird zunehmend als Mittel gesehen, dem Menschen in einer hochtechnischen Zeit zu körperlicher und psychischer Erholung in der Freizeit zu verhelfen. Daher werden Bäder schon früh in die grundsätzliche Stadtplanung einbezogen.

Aktuelle Themen in den 1960er-Jahren sind zum Beispiel: Badewasserpflege moderne Werkstoffe im Bäderbau Betriebsorganisation in Hallen- und Freibädern

Kontinuierlich bis in die Jetztzeit umfasst die Arbeit der Gesellschaft zwei große Bereiche:

Die wissenschaftliche Erforschung des Badewesens, die Anwendung der Untersuchungsergebnisse, die Verbesserung der Gesundheitstechnik und die Förderung des Badewesens Die Förderung des Baus von Schwimm- und Badeanlagen sowie die technische und betriebliche Beratung der Bauträger

Entsprechend lauten die Themen zu Beginn des neuen Jahrtausends etwa:

Modelle zur Betriebskostenrechnung von Bädern Architekturbeleuchtung für Sportstätten Bauen bei hochaggressiven Wässern Rückbau von Altanlagen / Entsorgungsprobleme Steuerung und Überwachung von Wasseraufbereitungsanlagen

Probleme mit steigenden Kosten führen in vielen Städten und Gemeinden zu neuen Organisationsformen, zu deren Grundlagen auch die Budgetierung gehört.

Positiv bleibt abschließend festzuhalten, dass es der DGfdB gelungen ist, die Diskussion um die „teuren“ Bäder dauerhaft zu versachlichen.

Die Gesellschaft ab 2010 Die „neue“ DGfdB besteht seit dem 4. Januar 2010. Geführt im Sinne des BGB wird der Verband vom Vorstand mit dem Vorsitzenden an der Spitze. Der Präsident repräsentiert den Verband nach außen und leitet Mitgliederversammlungen und den Verbandsrat. Der Erweiterte Vorstand ist für das Regelwerk und die eigene Fachmesse interbad zuständig. Der Verbandsrat ist in die Regelwerksarbeit eingebunden und koordiniert die verbandsübergreifende Öffentlichkeitsarbeit. Die Ehrenamtlichen in den Gremien werden in ihrer Arbeit von den hauptamtlichen Mitarbeitern der Geschäftsstelle in Essen unterstützt. Zu den Mitgliedern der DGfdB zählen Badbetreiber, Architektur- und Ingenieurbüros sowie Hersteller und Verbände, mit denen enger Kontakt gepflegt wird.

Tätigkeit Grundsätzlich lassen sich die Aufgabengebiete der DGfdB in zwei Kategorien einteilen: Verbandsarbeit, also alles was Bäderpolitik und Regelwerksarbeit betrifft, wird vom e.V. ausgeführt, während die GmbH den Dienstleistungsbereich bespielt.

Regelwerksarbeit Die DGfdB gibt Richtlinien, Arbeitsunterlagen und Fachbücher für die Planung, den Bau sowie den Betrieb von Bädern heraus. Das Regelwerk wird von etwa 150 Mitarbeitern aus Bäderbetrieben, Herstellerfirmen sowie Architektur- und Planungsbüros erarbeitet, die sich ehrenamtlich in Ausschüssen und Arbeitskreisen engagieren. Ziel ist es, Normen und Richtlinien sachgerecht und im Sinne der Betreibern, Planern und Herstellern zu verfassen.

Der Technische Ausschuss (TA) und der Ausschuss Bäderbetrieb (ABB) sind dabei die obersten fachlichen Beschlussgremien. Die Arbeitskreise befassen sich mit den verschiedenen fachlichen Themen und erarbeiten in einem definierten Verfahren mit öffentlicher Beteiligung (Entwurfsfassung mit Einspruchsverfahren) die Richtlinien, weshalb diese den gleichen Stellenwert wie beispielsweise DIN-Normen haben. In die Rechtsprechung hat das Regelwerk der DGfdB insofern Eingang gefunden, als dass es zum Thema Verkehrssicherungspflicht und Haftung in Bädern in Deutschland als Standard herangezogen wird.

Im Kontext der Regelwerksarbeit unbedingt zu erwähnen sind auch die „KOK-Richtlinien für den Bäderbau“, die vom Koordinierungskreis Bäder (KOK) erarbeitet werden und seit über sechzig Jahren die Grundlage für eine sachgerechte Bäderplanung darstellen. Zusammengesetzt ist der Koordinierungskreis Bäder aus neun Experten in den Bereichen Bäderbau, Bädertechnik und Bäderbetrieb. Der Deutsche Gesellschaft für das Badewesen e. V., der Deutsche Schwimm-Verband e. V. (DSV) und der Deutsche Olympische Sportbund e. V. (DOSB) stellen jeweils drei der neun Experten. Die Arbeit des KOK ermöglicht eine Planung, die ein funktionierendes Bad liefert, das den Bedürfnissen unterschiedlicher Zielgruppen gerecht wird; Schulen etwa, die mit dem Schwimmunterricht ihrem Erziehungsauftrag nachkommen, leistungsorientierten Schwimmvereinen oder Badbesucheren, deren Fokus auf Spiel, Spaß und Entspannung liegt. Die 6. Auflage der KOK-Richtlinien für den Bäderbau erschien im Oktober 2022.