Contact ist ein Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1997 des Regisseurs Robert Zemeckis mit Jodie Foster und Matthew McConaughey in den Hauptrollen. Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Roman von Carl Sagan aus dem Jahr 1985, welcher wiederum auf einem früheren Drehbuch basiert, das Sagan zusammen mit seiner Ehefrau Ann Druyan verfasst hatte. In dem Film empfängt eine Astrophysikerin ein Signal, welches Baupläne für eine Maschine enthält, die einen Menschen zu der außerirdischen Zivilisation schicken kann, was zu politischen Auseinandersetzungen und Debatten über Wissenschaft und Religion führt, da Skeptiker an den guten Absichten der Außerirdischen zweifeln. Der Film kam am 9. Oktober 1997 in die deutschen Kinos.

Inhalt und Motive Handlung Während ihrer gemeinsamen Arbeit für das SETI-Projekt am Arecibo-Observatorium in Puerto Rico lernt Ellie Arroway den brillanten blinden Astrophysiker Kent Clark und den Assistenten Fisher kennen und schätzen. Zudem verbringt sie mit dem Schriftsteller „Pater“ Palmer Joss eine gemeinsame Nacht, wobei der Kontakt zunächst von ihr nicht aufrechterhalten wird. Aufgrund des Mangels an vorzeigbaren Erfolgen und der hohen Kosten lässt ihr ehemaliger Mentor Dr. David Drumlin die Finanzmittel für das SETI-Projekt streichen.

Der Großindustrielle S. R. Hadden, ein langjähriger Förderer Ellies, ermöglicht es ihr, die Suche in New Mexico mit den gekoppelten Radioteleskopen des Very Large Array fortzusetzen. Sie empfängt ein verschlüsseltes Radiosignal aus dem Wega-System. Es besteht aus einer Folge von Primzahlen und enthält als Oberwelle nicht nur Fernsehbilder von Adolf Hitlers Eröffnungsrede der Olympischen Sommerspiele 1936, sondern darüber hinaus den Bauplan für eine Maschine, von der vermutet wird, dass sie den Transport eines Menschen zu den Absendern bewerkstelligen kann. Eine Kommission, der auch Palmer Joss angehört, soll einen geeigneten Kandidaten für den Transport ermitteln. Dr. Arroway wird als Repräsentant der Erdbevölkerung abgelehnt, da die Kommission sie als Agnostikerin für nicht geeignet hält, eine mehrheitlich gläubige Menschheit zu vertreten. Stattdessen soll ihr ehemaliger Widersacher Dr. Drumlin die Reise antreten. Während eines Testlaufs wird die Maschine durch ein Selbstmordattentat des religiösen Fanatikers Joseph zerstört, bei dem auch Dr. Drumlin getötet wird.

Von Hadden erfährt sie, dass parallel eine zweite Maschine auf der japanischen Insel Hokkaidō gebaut wurde. Mit Hilfe dieser Maschine reist sie in einer Kapsel durch ein Wurmlochsystem zum Wega-System und schließlich zu einem Sandstrand mit einem unbekannten Sternenhimmel, wo sie auf ein Wesen in der Gestalt ihres verstorbenen Vaters trifft. In dem folgenden Gespräch wird ihr erklärt, dass es noch viele weitere Zivilisationen im Universum gebe, von denen manche dasselbe Transportsystem nutzen, wobei jedoch unklar sei, wer dieses einst erschaffen habe. Im weiteren Verlauf erfährt Ellie, dass diese Art der Kontaktanbahnung von den Unbekannten schon seit Jahrmilliarden praktiziert werde.

Ellie verliert das Bewusstsein. Als sie erwacht, befindet sie sich wieder in Hokkaidō und liegt in ihrer Kapsel. Wie sich herausstellt, ist während ihrer Reise, deren Dauer sie auf etwa 18 Stunden schätzt, auf der Erde nur ein Sekundenbruchteil vergangen, und es wird allgemein bezweifelt, dass die Reise tatsächlich stattgefunden hat. Von Außen betrachtet ist ihre Kapsel lediglich herabgefallen, und in einem Sicherheitsnetz gelandet. Die von Ellie beschriebenen Erlebnisse werden als Wahrnehmungstäuschungen oder Halluzinationen abgetan. Es wird auch in Betracht gezogen, dass Hadden, der inzwischen gestorben ist, den ganzen Vorgang, das empfangene Signal inbegriffen, geschickt inszeniert haben könnte. Ein internes Gespräch zweier Regierungsbeamter offenbart jedoch, dass die von Ellie mitgeführte Videokamera 18 Stunden lang Aufzeichnungen gemacht hat, wobei der Speicherchip nur Rauschen, aber keine verwertbaren Informationen enthält. Ellie hat also keinerlei Beweise dafür, dass die Reise tatsächlich stattgefunden hat.

Anfangssequenz Der Film beginnt mit einer dreiminütigen computergenerierten Reise von der Erde durch unser Sonnensystem, die Milchstraße, die Magellansche Wolken, die Sombrerogalaxie M104 und das Universum zu/aus dem Auge der jungen Ellie Arroway. Während dieser simulierten Kamerafahrt sind Ausschnitte bekannter Lieder oder Zitate zu hören, welche die Entfernung der Radiowellen von der Erde veranschaulichen sollen. Dabei gibt es allerdings keinen wirklichkeitsnahen Bezug der präsentierten Bild- und Toninformationen zueinander, da die Audiosequenzen nicht zu der jeweiligen Entfernung des gezeigten Bildmaterials passen.mini|Bilder von Galaxien, aufgenommen vom Hubble-TeleskopDie zu hörenden Ausschnitte sind: 1997: Semi-Charmed Life von der Gruppe Third Eye Blind 1994: Angry Days – Solo, von Lagwagon 1996: Wannabe von den Spice Girls 1994: Titelmelodie der Fernsehserie Emergency Room 1993: God Shuffled His Feet von den Crash Test Dummies 1991: „Clearly I've never been there…“: Bernard Shaw, Zweiter Golfkrieg 1989: Überleitungsmusik aus der Fernsehserie Seinfeld 1985: Broken Wings von Mr. Mister 1985: The Power of Love von Huey Lewis & the News 1986: „Obviously a major malfunction…“ (deutsch: „Offensichtlich eine größere Fehlfunktion…“): Zitat von Steve Nesbitt, Mission Control während der Challenger-Katastrophe 1982: I Ran von A Flock of Seagulls 1978: Titelmelodie der Fernsehserie Dallas 1979: Funkytown von Lipps, Inc. 1975: Low Rider von War 1978: Boogie Oogie Oogie von A Taste of Honey 1980: „Sometimes You Feel Like A Nut…“, in den USA bekannter Werbe-Slogan für die Schokoriegel Almond Joy und Mounds 1973: „I am not a crook“ (deutsch: „Ich bin kein Gauner“): Zitat aus einer Rede von Richard Nixon anlässlich einer Pressekonferenz während der Watergate-Affäre 1971: I’d Like to Teach the World to Sing von den New Seekers 1969: „One small step for (a) man …“ (deutsch: „Ein kleiner Schritt für einen Menschen…“): Zitat von Neil Armstrong beim erstmaligen Betreten des Mondes durch einen Menschen 1968: „Robert Kennedy was shot in that ballroom…“ 1969: White Bird von It’s A Beautiful Day 1964: My Guy von Mary Wells 1963: „Thank God almighty, we are free at last“: Zitat aus einer Rede von Martin Luther King 1963: Surfin’ USA von den Beach Boys 1963: „A sniper has fired at President Kennedy“: Der amerikanische Anchorman Walter Cronkite gibt das Attentat auf John F. Kennedy bekannt 1959: Titelmelodie der Fernsehserie Twilight Zone 1961: Please Mr. Postman von den Marvelettes 1960: Itsy Bitsy Teenie Weenie Yellow Polka Dot Bikini von Brian Hyland 1958: Volare (Nel blu dipinto di blu) von Dean Martin 1951: „Are you now or have you ever been…“ (deutsch: „Sind Sie derzeit oder waren Sie je…“): Zitat des Politikers Joseph McCarthy aus den Verhören der McCarthy-Ära 1951: „Old soldiers never die…“ (deutsch: „Alte Soldaten sterben nie…“): Zitat von Douglas MacArthur aus einer Rede vor dem amerikanischen Kongress 1949: The Lone Ranger Eröffnungsmelodie 1941: „1941, a date that will live in infamy“ (deutsch: „1941, Ein Tag, der als Schande fortleben wird“): aus einer Rede von Franklin Delano Roosevelt nach dem Angriff auf Pearl Harbor 1936: Eröffnungsrede von Adolf Hitler anlässlich der Olympischen Sommerspiele von 1936 1939: Over the Rainbow von Harold Arlen und E. Y. Harburg für den Film Das zauberhafte Land 1930er: We’re In the Money von Al Dubin und Harry Warren für den Film Goldgräber von 1933

Wissenschaft und Religion Ein zentrales Motiv des Films ist der Disput zwischen Wissenschaft (Ratio) und Religion (Glaube).Bryan Stone: Religious Faith and Science in Contact. In: Journal of Religion & Film, Vol. 2, Issue 2, Article 6, 1998, DOI:10.32873/uno.dc.jrf.02.02.06. Während das Weltbild von Ellie Arroway als Wissenschaftlerin auf nachweisbaren Fakten beruht und nicht auf dem Glauben, muss auch sie am Ende erfahren, dass ihr Erlebnis trotz der 18-stündigen Videoaufzeichnung nur dann für andere Menschen zu einem Teil der Wirklichkeit wird, wenn ihr Glauben geschenkt wird.

Ockhams Rasiermesser Ein weiteres Motiv des Films ist das wissenschaftliche Prinzip von Ockhams Rasiermesser: Pluralitas non est ponenda sine necessitate (Vielzahl ist nicht ohne Notwendigkeit vorauszusetzen) bzw. Entia non sunt multiplicanda praeter necessitatem (Es sind nicht mehr Dinge anzunehmen als notwendig). Dieses besagt, dass von mehreren Theorien für denselben Sachverhalt die simpelste Theorie die plausibelste sei, also diejenige, die mit den wenigsten zusätzlichen Annahmen und Voraussetzungen auskommt. Ellie Arroway argumentiert damit in philosophischen Diskussionen mit Palmer Joss. Anhand Ockhams Rasiermesser lasse sich die Existenz eines höheren Wesens für unwahrscheinlich erklären, weil der Wunsch der Menschen nach höheren Mächten eine simplere Erklärung für deren Gläubigkeit darstelle. Gegen Ende des Films führen Ellies fehlende Beweise für ihre Begegnung mit außerirdischen Wesen dazu, dass ihre Geschichte vor einem Untersuchungsausschuss als unwahrscheinlich beziehungsweise unglaubwürdig eingeschätzt wird; Ellie bleibt jedoch auch in dieser Situation ihren wissenschaftlichen Prinzipien treu und lässt ihre Befürwortung von Ockhams Rasiermesser unangetastet, obwohl damit ihr wissenschaftlicher Ruf auf dem Spiel steht.

Besetzung und Synchronisation Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch und unter der Dialogregie von Frank Schaff im Auftrag der Berliner Interopa Film.

Rolle Darsteller Synchron­sprecher Ellie Arroway Jodie Foster Hansi Jochmann Palmer Joss Matthew McConaughey Benjamin Völz Michael Kitz James Woods Frank Glaubrecht David Drumlin Tom Skerritt Bodo Wolf S.R. Hadden John Hurt Jürgen Thormann Ellie Arroway (jung) Jena Malone Marie-Luise Schramm Ted Arroway David Morse Bernd Schramm Rachel Constantine Angela Bassett Martina Treger Fisher Geoffrey Blake Michael Nowka Kent William Fichtner Bernd Vollbrecht Priester Henry Strozier Gerd Holtenau Richard Rank Rob Lowe Nicolas Böll Jeremy Roth Dan Gifford Hans-Jürgen Wolf Joseph Jake Busey Andreas Fröhlich Vernon Sami Chester Torsten Münchow Vorsitzender von Hadden Michael Chaban Till Hagen Willie Max Martini Tobias Meister KOB-TV Reporter Conroy Chino Frank Ciazynski Dynamic Controller Jerry Griffin Joachim Nottke Electrical Yuji Okumoto Frank Schaff Ian Broderick Thomas Garner Andreas Hosang IMC-Mann Robin Gammell Klaus Jepsen Major Russell Steven Ford Raimund Krone Mission Director Tucker Smallwood K. Dieter Klebsch U.S. Senatorin Valorie Armstrong Marianne Lutz Donna J. Kelley Liane Rudolph Jay Leno Thomas Danneberg Larry King Andreas Thieck Linden Soles Hubertus Bengsch Natalie Allen Katharina Koschny Robert D. Novak Karl-Maria Steffens Claire Shipman Silvia Mißbach Geraldine A. Ferraro Marianne Groß Bernard Shaw Engelbert von Nordhausen Condoleezza Rice Joseline Gassen

Kritiken

Urs Jenny vom Spiegel nannte Contact Zemeckis’ „erstes durchaus unkomisches, ja geradezu unamerikanisch ernsthaft mit großen Ideen spielendes Werk“.https://www.spiegel.de/kultur/himmelfahrt-mit-fragezeichen-a-18ae85c7-0002-0001-0000-000008791561

Das Lexikon des internationalen Films nannte Contact „eine Mischung aus konventioneller Hollywood-Story und ernsthafter Beschäftigung mit der gerade in diesem Jahrzehnt wieder populären Frage nach Sinn, Herkunft und Ziel des Lebens anbietet. Dabei nähert er sich dem Grenzbereich von Wissenschaft und Religion mit mehr Konsequenz, als man von einem kommerziellen Studio-Produkt erwartet hätte, und verdient vor allem im Umfeld der äußerlichen und vernichtungsorientierten Science-Fiction-Filme der letzten Jahre besondere Aufmerksamkeit.“