mini|Der St.-Kilians-Dom, das bekannteste Kirchengebäude der Stadt
Die Liste von Sakralbauten in Würzburg nennt Kirchengebäude und sonstige Sakralbauten in Würzburg, Bayern.
Die Übersicht enthält insbesondere die erhaltenen Kirchengebäude in der Stadt Würzburg, einschließlich der eingemeindeten Stadtteile. Der Übersicht halber sind die Kirchen alphabetisch sortiert und mit einem Hinweis auf den Stadtteil versehen. Die alphabetische Sortierung richtet sich bei katholischen Kirchen nach dem Weihenamen.
Katholische Kirchen St. Adalbero, Sanderau mini|hochkant|Adalberokirche
Die Adalberokirche, geweiht Adalbero von Würzburg, wurde von 1894 bis 1899 nach Vorlagenzeichnungen des Dombaumeisters Franz Joseph Ritter von Denzinger im neuromanischen Stil erbaut. Ausführender Baumeister war Joseph Schmitz. 1989 bis 1991 erfolgte eine umfangreiche Restaurierung. Koordinaten:
Die Katholische Pfarrkirche St. Adalbero (Weingartenstraße 25) ist eine kreuzförmige Pfeilerbasilika mit Vierungsturm und Doppelturmfassade mit Spitzhelmen über Giebeln. Rundapsiden und Figurenportale, unverputztes Kalksteinquadermauwerwerk mit reicher Gliederung, neuromanisch, Joseph Schmitz nach Planskizze von Franz Joseph von Denzinger, 1894–99.
Sie steht unter Denkmalschutz und hat die Aktennummer D-6-63-000-615 des BLfD.
St. Albert, Lindleinsmühle Die Pfarrei wurde 1967 für den Stadtteil Lindleinsmühle eingerichtet und die mit einem polygonalen Raum ausgestatteteKlaus Wittstadt: Kirche und Staat im 20. Jahrhundert. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 453–478 und 1304 f., hier: S. 470–475 (Erneuerung im Geiste des II. Vatikanischen Konzils – Bischof Josef Stangl). S. 472. Pfarrkirche St. Albert wurde von nach Plänen des Dombaumeisters Hans Schädel von Walter Väth zwischen 1969 und 1971 erbaut und am 19. Juni 1971 durch den Bischof Josef Stangl geweiht. In den 1980er Jahren wurden die ersten Außen- und Innenrenovierungen durchgeführt. Koordinaten:
St. Alfons, Gartenstadt Keesburg Die Pfarr- und Klosterkirche St. Alfons wurde 1952–1954 von Dombaumeister Hans Schädel erbaut. Die von Patres der Oberdeutschen Provinz der Kongregation der Redemptoristen (deren KlosterniederlassungHaus der Bayerischen Geschichte: Würzburg, Redemptoristenkloster St. Alfons. in der Matthias-Ehrenfried-Straße 2Pfarreiengemeinschaft St. Alfons & St. Nikolaus: . ansässig ist) seelsorgerisch betreute Pfarrei St. Alfons wurde 1953 durch den Bischof Julius Döpfner für den jungen Stadtteil Sieboldshöhe/Keesburg errichtet. Im Inneren der Pfarrkirche ist 1954 ein umstrittenes Fresko von Georg Meistermann an der Chorwand angebracht worden.Klaus Wittstadt: Kirche und Staat im 20. Jahrhundert. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 453–478 und 1304 f., hier: S. 463–469: Im Zeichen des Wiederaufbaus – die Zeit Julius Döpfner als Bischof von Würzburg (1948–1957). S. 465 f. Am 23. Mai 1955 besichtigte Bundespräsident Theodor Heuss mit Oberbürgermeister Franz Stadelmayer die neue Kirche.Rolf-Ulrich Kunze: Würzburg 1945–2004. Wiederaufbau, moderne Großstadt. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2 (I: Von den Anfängen bis zum Ausbruch des Bauernkriegs. 2001, ISBN 3-8062-1465-4; II: Vom Bauernkrieg 1525 bis zum Übergang an das Königreich Bayern 1814. 2004, ISBN 3-8062-1477-8; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9), Theiss, Stuttgart 2001–2007, Band III (2007), S. 318–346 und 1292–1295; hier: S. 336 f. Koordinaten:
Die Katholische Pfarrkirche St. Alfons in Verbindung mit diversen Anbauten (Matthias-Ehrenfried-Straße 2) ist ein Betonskelettbau in Form voneinander durchdringenden, ansteigenden Baukörpern mit Pultdach. Fassadengestaltung mit Putz- und Natursteinmauerwerk, freistehender schlanker Campanile mit Flachdach. Nachkriegsmoderne, Hans Schädel, 1954; mit Ausstattung.
Zusammen mit dem anschließenden dreiflügeligen Gemeindezentrum – in gestalterischer Anpassung an den vorhandenen Baubestand um 1960 gebaut – soll die Pfarrkirche geschütztes Baudenkmal werden, das Benehmen hinsichtlich des Denkmalschutzes wurde noch nicht hergestellt; Aktennummer D-6-63-000-767 des BLfD.
Das in der Kirche installierte – laut Klaus Linsenmeyer „sehr gut gelungene“ – Orgelwerk stammt von der Würzburger Firma Elenz.Klaus Linsenmeyer: Die Orgeln in Würzburger Kirchen. In: Josef Brecht, Gerhart Gradenegger (Hrsg.): Friedrich-Koenig-Gymnasium Würzburg. Jahresbericht 1979/80. Hrsg. vom Direktorat des Friedrich-Koenig-Gymnasiums Würzburg. Würzburg 1980, S. 112–120 (Würzburg und seine „Orgel-Landschaft“), S. 117–119, hier: S. 119.
Allendorfkapelle, Stadtmitte Die Kapelle im Hof der heutigen Theresienklinik an der Domerschulstraße entstand auf Betreiben des Domherrn und Propstes von St. Burkard Johann von Allendorf im Jahr 1492. Sie ist der heiligen Jungfrau Maria geweiht und befindet sich zwischen der Theresienklinik (ehemaliger Standort der Kurie Heideck mit einer MargaretenkapellePeter Kolb: Das Spital- und Gesundheitswesen. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2 (I: Von den Anfängen bis zum Ausbruch des Bauernkriegs. 2001, ISBN 3-8062-1465-4; II: Vom Bauernkrieg 1525 bis zum Übergang an das Königreich Bayern 1814. 2004, ISBN 3-8062-1477-8; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9), Theiss, Stuttgart 2001–2007, Band 1, 2001, S. 386–409 und 647–653, hier: S. 647, Anm. 11.) und dem Mutterhaus der Kongregation der Schwestern des Erlösers in der Domerschulstraße. Ursprünglich stand neben der Kapelle der Seebachshof oder Seebacher Hof,Jörg Lusin: Die Baugeschichte der Würzburger Domherrnhöfe. Würzburg 1984 (= Schriftenreihe der Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte e. V. Würzburg / Schriftenreihe des Würzburger Diözesanvereins), S. 111–117. der als Sitz von Domherren diente (Zum Domherrenhof Seebach siehe auch Liste der Baudenkmäler in Würzburg-Altstadt#D). Die Kapelle entstand also als Gebetsort für die Domherren.
Die stark abgekürzte Bauinschrift rechts des Eingangs lautet . Übersetzung: Im Jahr 1492 hat der ehrwürdige Vater, Herr Johannes von Allendorff, Propst von St. Burkard, Kanoniker der Würzburger Domkirche und Archidiakon, des hochwürdigsten Vaters in Christus Herrn Rudolf (von Scherenberg) Bischof von Würzburg und Herzog von Ostfranken Kanzler, diese Kapelle errichtet, die zu Ehren der glorreichen Jungfrau Maria gewidmet ist, die verherrlicht werde und in Ewigkeit gebenedeit sei, und die hier und immerfort bei unserem Herrn Jesus Christus ihrem Sohn, für die Sünder der Welt beten möge, Amen.
Nachdem der Hof und die Kapelle im 19. Jahrhundert in private Hände gekommen war, konnten 1894 die Schwestern des Erlösers die Anlage erwerben. 1934 wurde die Kapelle umfassend renoviert, wobei die übertünchte Deckenmalerei entdeckt worden ist. Allerdings wurde sie bereits 1945 beschädigt, die Deckenfreskierung überstand den Zweiten Weltkrieg allerdings unbeschadet. Nun folgten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts häufige Renovierungen. So erneuerte man 1972 die Innenausstattung, 1982 wurden die Deckenfresken restauriert.
Im Innenraum präsentiert sich die Kapelle mit einem gotischen Netzrippengewölbe. Die zwei Haupt-Schlusssteine tragen a) das Wappen des Johann von Allendorff und b) eine Darstellung des hl. Kilian im Dreipass. Vier weitere Gewölbeschlusssteine tragen die vier Schilde einer Ahnenprobe mit den Wappen der von Allendorff, von Völkershausen, von der Tann und von Buttlar.http://www.welt-der-wappen.de/Heraldik/aktuell/galerien4/galerie2855.htm Die vier Konsolsteine des Gewölbes tragen eine Wiederholung dieser Ahnenprobe. Außerdem brachte man Maßwerk an den Fenstern an. Den Mittelpunkt bilden allerdings die 1611Stefan Kummer: Architektur und bildende Kunst von den Anfängen der Renaissance bis zum Ausgang des Barock. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände; Band 2: Vom Bauernkrieg 1525 bis zum Übergang an das Königreich Bayern 1814. Theiss, Stuttgart 2004, ISBN 3-8062-1477-8, S. 576–678 und 942–952, hier: S. 605 f. vollendeten Deckenfresken. Im zentralen Felkd wird ein seltenes Wappen von Johann Gottfried von Aschhausen dargestellt, kombiniert aus dem Hochstiftswappen Bamberg und dem Stiftswappen Comburg im gevierten Hauptschild und mit einem Herzschild der von Aschhausen, dazu drei Helme mit den Kleinoden Stift Comburg, Hochstift Bamberg und von Aschhausen.http://www.welt-der-wappen.de/Heraldik/aktuell/galerien4/galerie2855.htm Hier werden Engel mit Leidenswerkzeugen, Heilkräuter und andere Pflanzen (nach gleicher VorlageChristina Becela-Deller: Ruta graveolens L. Eine Heilpflanze in kunst- und kulturhistorischer Bedeutung. (Mathematisch-naturwissenschaftliche Dissertation Würzburg 1994) Königshausen & Neumann, Würzburg 1998 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen. Band 65). ISBN 3-8260-1667-X, S. 215–217. entstanden und wie das Deckengemälde in der ehemaligen Bamberger Klosterkirche von Kloster Michelsberg als gemalter Garten gleichsam für das Paradies stehendBrigitte Hoppe: Kräuterbücher, Gartenkultur und sakrale dekorative Pflanzenmalerei zu Beginn des 17. Jh. In: Rechenpfennige. Aufsätze zur Wissenschaftsgeschichte. Hrsg. vom Forschungsinstitut des Deutschen Museums. München 1968, S. 183–216, hier: S. 196 f.) dargestellt. Ebenso sind die vier Evangelisten bzw. ihre Symbole und Büsten der Kirchenväter zu sehen. Im Mittelfeld erkennt man das Bischofswappen des Würzburger Dompropstes und Bamberger Fürstbischofs Gottfried von Aschhausen, der die Deckenausmalung veranlasst hat. Eventuell wurden sie von dem Nürnberger Maler Andreas Herneisen geschaffen.Kongregation der Schwestern des Erlösers: Allendorfkapelle in der Theresienklinik Würzburg. Faltblatt.
Koordinaten:
Hofkirche Allerheiligste Dreifaltigkeit, Stadtmitte mini|Hofkirche Allerheiligste Dreifaltigkeit Die Hofkirche und Hofpfarrei Allerheiligste Dreifaltigkeit ist eine in die Fürstbischöfliche Residenz integrierte Kirche und wurde von Balthasar Neumann während der Errichtung der Residenz 1720–1744 von 1732 bis 1743Stefan Kummer: Architektur und bildende Kunst von den Anfängen der Renaissance bis zum Ausgang des Barock. 2004, S. 652–654. geplant und erbaut. Dort diente sie als Hauskapelle für den jeweiligen Bewohner. Sie erstreckt sich über beide Hauptgeschosse des Residenzbaus, ist jedoch von außen nicht gesondert zu erkennen. Die Innengestaltung stammt von Johann Lucas von Hildebrandt. Vom ersten Stockwerk der Residenz aus ist eine Fürstenloge zugänglich, die es gestattete, dem Gottesdienst ohne direkte Begegnung mit den Besuchern des Kirchenraumes beizuwohnen. Besondere Kunstwerke sind die Deckenfresken von Byss, zwei Altargemälde von Giovanni Battista Tiepolo und die frühklassizistische Kanzel von Materno Bossi. Koordinaten:
St. Andreas, Sanderau Die Pfarrei wurde 1967 für die südliche Sanderau errichtet und die Pfarrkirche St. Andreas mit quadratischer Anlage und schrägem PyramidendachKlaus Wittstadt: Kirche und Staat im 20. Jahrhundert. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 453–478 und 1304 f., hier: S. 470–475 (Erneuerung im Geiste des II. Vatikanischen Konzils – Bischof Josef Stangl). S. 472. wurde 1967–1968 erbaut. Am 26. Juli 2026 wurde die Kirche profaniert, sie soll zu einer Boulderhalle umgenutzt werden.Abschied nach fast 60 Jahren. Pressemitteilung des Bistums Würzburg vom 26. Juli 2026. Koordinaten:
St. Antonius, Stadtmitte