mini|300px|Kaposvár mini|Briefmarke der österreichischen Wappenausgabe 1850 mit Ortsstempel von Kaposvár Kaposvár [] (, Ruppertsberg oder Ruppertsburg, ) ist der Hauptort des Komitats Somogy in Ungarn. Die Stadt liegt am Fluss Kapos und 159 Kilometer südwestlich von Budapest.

Geschichte Nach einer Legende wurde die Siedlung wie Rom auf sieben Hügeln gegründet. Das Gebiet war schon um 5000 v. Chr. bewohnt, um 400 v. Chr. wurde das Gebiet von keltischen Stämmen in Besitz genommen.

Zum ersten Mal erwähnt wurde die Stadt als Kapos in der Stiftungsurkunde des Bischofsamtes in Pécs im Jahr 1009. Mitte des 14. Jahrhunderts erbaute die Familie Rupoly die Burg von Kapos, die als Neuburg bekannt wurde.

1555 eroberten die Osmanen in einer fünftägigen Belagerung die Festung und das Benediktinerkloster. 1686 wurde die Siedlung von der osmanischen Herrschaft befreit. Die Gemeinde erhielt 1703 das Marktrecht und seit 1749 ist die Stadt Sitz des Komitats Somogy.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt durch die wichtige Eisenbahnlinie zwischen Budapest und Zagreb stark weiter und wurde ein wichtiger Industriestandort. Im Jahr 1913 gab es in der damaligen Stadt mit geordnetem Magistrat 2576 Häuser und 24.124 Einwohner auf einer Fläche von 7325 Katastraljochen. Sie gehörte zu dieser Zeit zum Komitat Somogy. Bis zum Ersten Weltkrieg war Kaposvár eine Garnisonsstadt der k.u.k. Österreich-Ungarischen Armee. 1914 lag hier das III. Bataillon des Ungarischen Infanterieregiments Nr. 44.

Kaposszentjakab, eine Nachbargemeinde, wurde 1950 an die Stadt angeschlossen. 1973 folgten Toponár, Kaposfüred und Töröcske.

Im Jahr 1990 wurde die Stadt eine von 23 Städten mit Komitatsrecht. Seit 1993 ist die Stadt ein Bischofssitz. Im Jahr 2000 wurde die Universität Kaposvár mit 4 Fakultäten eröffnet.

Vom 7. bis 12. August 2007 fand in Kaposvár die Voltigier-Europameisterschaft statt.

Söhne und Töchter der Stadt Ödön Vajda (1834–1911), Zisterzienser, Gymnasiallehrer und Abt des Klosters Zirc Moritz Kaposi (1837–1902), Mediziner, eigentlich Moriz Kohn, nannte er sich nach seinem Geburtsort später um Ferdinand Rosenthal (1839–1921), Rabbiner und Autor József Rippl-Rónai (1861–1927), Maler Terka Csillag (1867–1943), Schauspielerin, NS-Opfer János Vaszary (1867–1939), Maler Emil Nagy (1871–1956), Jurist, Politiker und Justizminister (1923/24) Imre Nagy (1896–1958), ungarischer Ministerpräsident und Regierungschef im Ungarn-Aufstand von 1956 Béla Király (1912–2009), militärischer Anführer des Ungarn-Aufstandes von 1956 Árpád Lengyel (1915–1993), Schwimmer Gyula Toki Horváth (1920–1971), ungarischer Roma-Geiger István Kemény (1925–2008), Soziologe Zoltán Czibor (1929–1997), Fußballspieler Márta Szirmay (1939–2015), Jazz- und Opernsängerin Anna Pfeffer (* 1945), Kanutin, Medaillengewinnerin bei Olympia György Buzsáki (* 1949), Neurowissenschaftler Péter Gróf (* 1956), Mittelalterarchäologe Béla Faragó (* 1961), Musiker und Komponist Zoltán Füzesy (* 1961), Boxer Tibor Berta (* 1966), römisch-katholischer Militärbischof von Ungarn Róbert Waltner (* 1977), Fußballspieler Yonderboi (* 1980), Musiker Anna Terestyényi (* 2001), Fußballspielerin

Städtepartnerschaften Es bestehen folgende Städtepartnerschaften und Städtefreundschaften: Bath, Großbritannien, seit 1989 , Cần Thơ, Vietnam, seit 2017 , Cixi, Volksrepublik China, seit 2010 (Städtefreundschaft) Darchan, Mongolei, seit 1997 Glinde, Deutschland, seit 1990 Koprivnica, Kroatien, seit 1995 Miercurea Ciuc, Rumänien, seit 1990 Mostar, Bosnien und Herzegowina, seit 2008 (Städtefreundschaft) Rauma, Finnland, seit 2010 Saint-Sébastien-sur-Loire, Frankreich, seit 2002 Schio, Italien, seit 1990 Twer, Russland, seit 1995 Üsküdar, Türkei, seit 2015 Villach, Österreich (Städtefreundschaft) Sport

Kaposvári Röplabda SE, Volleyballverein in der höchsten Spielklasse

Literatur János Kolta: Rund um Städte in Südwestungarn. Szekszárd, Pécs, Kaposvár, 2., erweiterte Auflage, Budapest 1987, ISBN 963-13-2429-X. György Szigetvári: Kaposvár. Kunstdenkmäler, Budapest 1989, ISBN 963-555-653-5.

Einzelnachweise

Weblinks

Kategorie:Ungarische Hochschul- oder Universitätsstadt Kategorie:Stadt mit Komitatsrecht in Ungarn